ich stecke gerade in einer Kernsanierung (2 Wohnungen, beide selbstgenutzt) und plane in diesem Zuge die PV-Anlage, möchte aber beim Konzept keine Fehler machen, die ich später bereue.
Ausgangslage:
Dach: Ost/West-Ausrichtung, ca. 50° Neigung (Steildach). 16 cm Aufsparrendämmung.
Verbraucher: Wärmepumpe kommt jetzt, E-Auto(s) in 5–10 Jahren geplant.
Besonderheiten: Große Gaube (anderer Winkel), Flächen neben der Gaube (Schattenwurf), Außenkamin an der Südseite (Schattenwurf auf kleine Teile des Dachs, vermutlich unproblematisch?), Balkon mit 2x Bestands-BKW.
Zusatzfläche: Südfassade im Dachgiebel (ca. 1,45 m x 4,0 m) soll ggf. für den Winterertrag mitgenutzt werden.
Mein aktuelles Konzept: Anbei mal ein Entwurf wie das Dach (hier Westseite, Ost aber quasi identisch) grob aussehen wird. Da ich verschiedene Winkel und Schattenbereiche habe (Gaube, schmale Streifen neben der Gaube, Südfassade), möchte ich weg von teuren Optimierern und tendiere zu Mikrowechselrichtern für die "schwierigen" Flächen. Die großen, ungestörten Ost/West-Flächen sollen in klassischen Strings laufen.
Die Wechselrichter-Frage: Ich habe den Deye 20kW im Blick, da dieser über den Gen-Port AC-gekoppelt die Mikro-WR sauber einbinden kann. Damit wäre ich auch in Zukunft flexibel, falls ich weitere Flächen (Garage, Carport) erweitern möchte. Hier stellt sich die Systemfrage:
Niedervolt (LV/48V): Mein Favorit wegen der Akkupreise. Ich plane ca. 32 kWh (2x 16 kWh Blöcke), um auch die hohen Entladeströme (WP + Hauslast) bei 48V gesund zu bewältigen und ggf. dynamische Stromtarife (nachts laden) zu nutzen.
Hochvolt (HV): Solarteur rät dazu ("effizienter, etablierter"). Lohnt sich der massive Aufpreis für die Batterien wirklich? Dann würde ich den Akku kleiner dimensionieren (10-15 kWh), ist vermutlich eigentlich auch schon ausreichend?
Fragen an die Experten:
Mikro-WR vs. Optimierer: Eins von beiden ist wohl defintiv nötig? Ist das "Basteln" mit vielen Mikro-WR (Gauben, Schattenseiten, Fassade, BKW) auf Dauer wartungsanfällig? Wo würdet ihr die WR platzieren (Dach vs. Dachboden zwecks Erreichbarkeit)?
Doch lieber zwei 12 kW Wechselrichter? Vereinfacht schonmal Teil der Probleme (Strom, Anzahl MPPTs), aber etwas teurer
Südfassade: Macht es Sinn, hier kleinere Module zu nehmen, um die 1,45 m Höhe optimal zu füllen? Welchen Mehrwert liefert die Fassade im Winter real bei 15-20 kWp auf dem Dach?
Speicher-Strategie: Hochvolt oder Niedervolt? Ist ein 32 kWh Akku bei 20 kWp Solar überdimensioniert oder bei Wärmepumpe + dynamischen Tarifen genau richtig?
Ich will das Dach einmal "richtig" vollmachen, um zukunftssicher zu sein. Trotzdem sollen die Kosten natürlich möglichst gering bleiben. Bei Montage würde ich soweit ohne viel Erfahrung möglich einiges selbst machen (vermutlich mit Marzari-Platten wegen der Dämmung/Dichtigkeit), Anschluss und Abnahme macht der Elektriker.
Freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen!
Edit: Laderegler sind wohl sinnvoller. Außerdem tendiere ich gerade doch zum 12 kW Deye, der sollte für die allermeisten ja ausreichen und ist effizienter. Was denkt ihr darüber?
Durch schwierigen Dachbedingungen und wechselnder Verschattung habe ich meine und weitere Anlage mit jeweils mehren hoymiles hmt-2250-6t aufgebaut. Das Montioring hat gezeigt das die Trennung auf Multiple Wandler eine sehr effektive Nutzung gewährleiste. Nebeneffekt ist das keine DC-Hochspannung auf dem Dach verbaut ist und die Einspeisung 3 Phasig realisiert ist, was ich persönlich bevorzuge.
Als Speichersystem werden derzeit Niedervolt Syteme auf Basis von Victron Multiplus geplant und in kürze realisiert, die auch im begrenzten Umfang auf Notstrom umgeschaltbar sind incl. Vorbereitung für einen seperaten Generator Betrieb für die WP (1Wo im Winter ohne Strom ist aus Erfahrung nicht so angenehm und ein brauchbarer Generator existiert).
Was noch nicht abschleißend geklärt ist o im 3P-Notbetrieb die Wechselrichter aktiv genutzt werden können.
Bei uns ist die Situation ähnlich, 3 Gauben je Dachseite, habe mich ebenfalls für Microwechselrichter im Teilverschatteten Bereich entschieden, in zwei Wochen sollte die Anlage hoffentlich auf dem Dach sein, dann kann ich erste Ergebnisse posten.
Das ja zum Glück weniger komplex als Gauben mit Schrägdach und so. ggf. Optimierer für die Panels direkt neben den Gauben. Wie viel passt auf den flacheren Teil? Man könnte DC Laderegler parallel zum Deye nehmen auf die Batterie
Dez - Jan hast hauptsächlich von der Südwand. Sehr sinnvoll.
Das klingt ähnlich zu meinem Vorhaben. Hast du die Mikrowechselrichter auf dem Dach montiert?
Hast du wegen der Zugänglichkeit bei einem Defekt Bedenken?
Wie hast du die AC-Seite umgesetzt? Führst du die Leitungen der Wechselrichter einzeln in die Verteilung bzw. zum Victron, oder nutzt du eine gemeinsame AC-Sammelleitung?
Da ich in anderem Kommentar darauf aufmerksam wurde, warum nutzt du nicht lieber DC Laderegler?
Das klingt ähnlich zu meinem Vorhaben. Hast du die Mikrowechselrichter auf dem Dach montiert?
Hast du wegen der Zugänglichkeit bei einem Defekt Bedenken?
Wie setzt du die AC-Seite um? Führst du die Leitungen der Wechselrichter einzeln in die Verteilung bzw. zum Deye, oder nutzt du eine gemeinsame AC-Sammelleitung?
Da ich in anderem Kommentar darauf aufmerksam wurde, warum nutzt du nicht lieber DC Laderegler?
Wie viele Module auf die Gaube und den kleineren Bereich daneben gehen habe ich noch nicht genau ermittelt, da ich noch auf Maße der Dachfenster warte. Ich denke aber dass jeweils nur 3 oder 4 Module hin passen, mit etwas Glück reicht es auch für eine 2. Reihe.
DC Laderegler klingen prinzipiell auch sehr sinnvoll, hatte ich bisher nicht wirklich auf dem Schirm. Dann bräuchte ich eigentich ja gar keinen Hybridwechselrichter, gibt es dann auch “bessere“ Alternativen zum Deye?
Alternativ dazu wären Optimierer vermutlich deutlich einfacher in der Umsetzung oder? Aber weniger effizient?
Die Microwechselrichter habe ich im Keller montiert, es wird jedes Modul einzeln nach unten verdrahtet. Auf dem Dach habe ich bei mir keine Chance mehr an die Wechselrichter dran zu kommen. Unterm Dach haben wir keinen Platz dafür, da komplett ausgebaut ist.
Ist der Aufwand für die Einzelverkabelung nicht enorm? Vor allem bei Niederspannung über die Strecke zum Keller dürften die Verluste doch nicht unerheblich sein, oder hast du extrem dicke Querschnitte verlegt?
Spricht das bei mir dann nicht erst recht für DC Laderegler oder alternativ Optimierer? Ich könnte unterm Dach zwar wohl einen Ort finden, aber alles im Keller zu haben wäre das angenehmste.
Ich kann Dir nicht sagen, was die Südfassade bringt. Aber ich habe seit April 2024 ein Balkonkraftwerk mit Ost -West Ausrichtung, ähnlich wie Du. Meine “Ernten” kannst Du hier sehen. EFH, BJ 1950, Sanierung 2014, ca. 160 m², Göttingen
Vielleicht hilft das schon mal als Hochrechnung, was Du erwarten kannst. Ich müsste 420 Wp Module haben (4 Stück). Du kannst sehen, dass die 45° Westmodule im Winter mehr bringen als die 15° Westmodule. Von daher müsste “steil Süd” noch mehr bringen. Wobei natürlich die Frage ist, was mehr bedeutet bei den kleinen Erträgen im Winter.
Jein Natürlich kannst alles mit Ladereglern machen. Ich finde es aber eleganter, die kleinen Flächen mim Laderegler und grosse Strings mim Hybrid zu machen. Zum Beispiel bei Victron hörts mit 450V auf, aber WR kann 1000V. Man kann auch alles mit Victron bauen, aber des wird recht groß
Im Vergleich zu anderen Anlagen laufen meine paar Panels steil SO und SW im Winter sehr gut, solange die Sonne übern Berg kommt. Heut war so halb gut, Speicher voll und Boiler bei 70°
Wir haben auch auch ein Dach in SSO-Lage mit 3! Gauben! Habe mich für 3 Strings entschieden ohne Micro-WR oder Optimierer. Die Fläche hinter den Gauben, die regelmässig verschattet wird, haben wir weitgehend frei gelassen. Dennoch haben wir im Winter und Herbst/Frühj. Teilschatten auf einigen Modulen, lässt sich nicht vermeiden ist aber kein Beinbruch. Wichtig ist, dass die Stringspannung schnell über die min. Arbeitsspannung des WR kommt! Das Bischen was durch Optimierer/Micro-WR an Leistung dazu kommt, rechtfertigt m.E. den deutlich höheren Aufwand bei Anschaffung und Montage nicht! Ab März wirst Du meist eh mehr als genug PV-Leistung haben, gerade bei größerer Batterie.
Hier würde ich klar auf NV setzen, da deutlich günstiger und ggf. auch im DIY zu machen. Wir suchen gerade selber noch einen Speicher für unsere neue 14,4 kWp-Anlage. Wollte ich ursprünglich auch in DIY machen (habe schon Erfahrung mit kleinerem Akku), aber der Eli wollte nur einen Fertigakku anmelden - obwohl er sonst bei der PV und WR sehr flexibel war und unseren alten ZS umgebaut hat. Leider sind die NKON-Modelle derzeit alle ausverkauft, nichts auf Lager.
Nun denke ich schon wieder daran doch den Akku selbst zu bauen und ggf. einen Fertigakku anzumelden. Weder der Eli noch der VNB interessiert sich am Ende für WR oder Akku (so unsere bisherige Erfahrung, kann aber auch anders sein).
Wenn Du mit Micro-WR oder Optimierern in best. Situationen vielleicht 10% mehr Leistung herausholst (wäre schon viel) und dafür 30% Mehrkosten hast, bringt das m.E. nichts, es sei denn, du brauchst diese Leistung unbedingt (dann ist an der Planung was faul).
Besser einige Module mehr, wenn sie noch irgendwo hinpassen, als mit diesen Micro-WR und vielen Leitungen zu hantieren. Wichtig ist der passende WR mit hinreichend PV-Eingängen. Wir haben uns für einen 15 kW-Deye entschieden. Der hat 4 PV-Eingänge, wovon aber je 2 parallel sind, d.h. nur 2 unterschiedliche lange Strings können angeschlossen werden (und möglichst gleiche Ausrichtung und Neigung). Wir haben aber auch Gaubendächter mit Satteldach (ca. 7 Grad und 23 Grad) kombiniert - macht nicht sehr viel Unterschied am Ende.
Würdest du in meinem Fall also definitiv auch dazu raten das ganze Dach voll zu machen? Wirkt auf mich ziemlich komplex, wenn ich es verstehe bräuchte ich ja 6 Laderegler (Gaube Ost + West, kleine Fläche daneben Ost + West, Südfassade, die 2 BKW Süden). Zusätzlich die 2 Strings zum Deye (große Flächen Ost + West). Jeweils 2 Kabel –> 16 Kabel. Ich hab hierfür prinzipiell Platz im Kamin, aber ist das wirklich die sinnvollste Lösung? Oder lieber vereinfachen und auf Teil der Flächen verzichten?
kleine Fläche Ost + West mit an die 2 Strings zum Deye ggf. mit Optimizern rechts und links der Gauben, oder diese “super-Dioden-Panels” nehmen, hab vergessen wie die heißen