EFH, BJ 1950, Sanierung 2014, ca. 160 m², Göttingen

Wir sind eine sechsköpfige Familie (48, 45, 15, 13, 10, 6). Hier Angaben zu unserem Haus:

GEBÄUDE

-2014 sanierten Altbau von ca. 1950 (14 bis 18 cm EPS Dämmung, 3-fach Verglasung) mit ca. 160m².

-EG, OG, Spitzboden, ca. 1/3 unterkellert. Decke OG zum Spitzboden mit Mineraltwolle aus den 1980igern (ich schätze 14cm) gedämmt. Im Rahmen der Sanierung haben wir im OG in den meisten Zimmern noch eine Dampfsperre + 4 cm Mineralwolle-Dämmung eingebaut. Kellerdecke mit 6cm Mineralwolle gedämmt.

-Bedarfsorienterter Energieausweis im Rahmen der Sanierung von 2014 sagt 95 kWh/(m² a). Realität ist 40-50 kWh/(m² a).

-Heizungsrohre alle von 2014. 6 Heizkörper von 2014, 4 Heizkörper noch aus 1980.

-Was nicht saniert wurde: Dach und Elektrik im OG, die sind aus 1980. Dach sind Betonziegel und kommen damit langsam an das Ende ihrer Lebenszeit.

HEIZUNG / WARMWASSER:

-Gas-Brennwert Therme von 2014 (Remeha Calenta 15 kW) im Obergeschoss, dadurch kurze Wege mit Schornstein und Solarthermieleitungen. Steht damit im beheizten OK.

-Solarthermie-Unterstützung (4 Flachkollektoren Remeha sol D230, Ausrichtung Westen, Neigung ca. 15°). Die Ausrichtung ist Mist, weil die Kollektoren im Winter selbst bei klarem Himmel nicht warm genug werden um Energie zu “ernten”. Aber wir haben von spätestens Mai bis mindestens September die komplette Warmwasserversorgung über die Thermie

-800 Liter Wasserspeicher (Schichtspeicher). Keine Zirkulation. Der Weg zum Badezimmer oben sind nur ca. 4m Rohr, daher nur ca. 5 Sekunden bis die Temperatur OK ist.

-Im Winter stellen wir den Speicher auf eine Temperatur von 42°C ein, damit das Bade- und Duschwasser noch ausreichend warm wird. Die Heizung könnte im milden Winter auch mit weniger arbeiten.

-Spülmaschine ist ans Warmwasser angeschlossen. Waschmaschine hat ein Vorschaltgerät und mischt sich die gewünschte Temperatur dann selber.

-Heizstrategie: Wir heizen das ganze Haus eigentlich mit zwei Heizkörpern, die 24h am Tag laufen (Bei der guten Isolierung wird es bei einer Nachtabsenkung nicht wirklich kalt): 1.) EG 45m² Wohnküche. 2.) Treppemhaus im EG, was dann das ganze OG mitheizt. In den Bädern machen wir auch im Winter nur ganz ganz selten die Heizung an, und meine Frau hat sich noch nicht beschwert :slight_smile: . Wenn im Obergeschoss die Türen offen stehen, haben die Räume oben eine vernünfige Temperatur. Wohnzimmertemperatur im Winter ist 20°C.

-Weiter unten kommen die Verbräuche als Tabelle. An dieser Stelle will ich aber schon mal anmerken, dass wir bei starker Kälte (z.B. 9.1. bis 11.1.24) einen mittleren Gasverbrauch von 77 kWh/Tag hatten und damit eine Heizleistung von 3,2 kW. Die mittlere Tagestemperatur war in den genannten Tagen: mittlere Temperatur -7,7°C, Tiefstwert -11°C, Höchstwert -3°C.

STROM:

-Beleuchtung alles LED.

-Tiefkühlschrank, Kühl-Gefrier-Schrank, Waschmaschine A+++. Wärmepumpentrockern A+, läuft aber nur im Winter oder bei Regen.

-Kochen läuft nicht mit Strom sondern Gas. Stromkabel liegt aber schon, könnte sehr einfach umgerüstet werden.

-seit April 2024 eine Balkonsolaranlage, auf dem Dach installiert ( 2 x Ost-Ausrichtung, ca. 45° Neigung, einmal West ca. 15° Neigung, einmal West ca. 45° Neigung; Module haben 400 Watt. Hoymiles Wechselrichter HM1500 müsste es sein). Kein Speicher.

-AUTO

noch kein Elektroauto, kommt jetzt aber. Problem: Unser Haus liegt in zweiter Reihe und der Weg zu uns ist so schmal, dass man nicht mit dem Auto vor das Haus fahren kann. Laden wäre also nicht so einfach möglich.

VERBRÄUCHE:

Gasverbrauch in kWh
2023 2024 2025 2026
Januar 1200 1680 1540 1726
Februar 1100 990 1400 1226
März 1080 806 840 639
April 350 485 75
Mai 25 32 24
Juni 25 32 24
Juli 25 32 24
August 25 32 24
September 25 32 24
Oktober 233 284 440
November 910 1050 1090
Dezember 1385 1400 1288
Summe 6383 kWh 6855 kWh 6793 kWh

Mai-September Gasverbrauch nur durch Kochen. Im Sommer habe ich keine Gasverbräuche notiert. Daher habe ich den Verbrauch von Ende April bis Anfang Oktober gleichmäßig verteilt.

Strombezug aus Netz in kWh (ab April 2024 mit Balkon PV)
2023 2024 2025 2026
Januar 239 229 192 232
Februar 227 188 157 176
März 220 186 133 147
April 192 123 108
Mai 177 96 99
Juni 150 84 90
Juli 98 56 65
August 150 90 88
September 162 102 118
Oktober 177 164 170
November 213 198 218
Dezember 236 223 240
Summe 2241 kWh 1739 kWh 1678 kWh
ERZEUGUNG BALKONKRAFTWERK
PV Erzeugung ein Modul (in 2025) ein Modul (in 2025) zwei Module (in 2025)
2024 2025 2026 West 15° West 45° Ost 45° (je Modul)
Januar 0 26 18,13 7 8 5
Februar 0 54 42,95 15 15 12
März 0 128 110,9 38 37 27
April 115 175 50 47 39
Mai 186 201 56 51 47
Juni 188 203 59 54 45
Juli 188 165 48 44 36
August 182 170 50 46 37
September 123 108 31 29 24
Oktober 62 50 15 14 11
November 25 30 8 9 6
Dezember 15 21 5 6 5

Unser Haus liegt am leichten Hang. Daher kriegen die Ostmodule erst spät Sonne, die Westmodule dafür deutlich länger. Das erklärt die unterschiedlichen Erträge.

Mittelfristig möchte ich den Gasanschluss stilllegen. Alleine von den 100 Euro Grundgebühr für den Gasanschluss könnte man schon 330 kWh Strom beziehen. Und wenn ich meine grob 7000 kWh Gas durch ca. 1750 kWh Strom (SCOP bzw. JAZ 4) ersetze, wären das fast 20% davon. Aber meine Gedanken dazu schreibe ich mal in einem anderen Beitrag.

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Hast du noch Gas-Verbräuche vor Sanierung? Wäre interessant, wie viel die Dämmung + neue Fenster gebracht hat. Deine 6500 kWh sind auf jeden Fall sehr gut, ungedämmt würde ich eher Faktor 2-3 schätzen.

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Hallo Win,

wir haben keine Werte für Zeit vor der Sanierung. Wir haben das Haus 2013 gekauft, es stand vorher 1-2 Jahre leer. In der Nachbarschaft sind die Häuser alle ähnlich beschaffen und ähnlich alt, haben aber mittlerweile unterschiedliche Sanierungsstände. Ein Nachbar hat eine dünne Dämmung (ich schätze mal 4-6 cm), hat eine Gasheizung aus den späten 1990igern, Zweifachverglasung, heizt im Winter sehr viel mit Holz, und hat einen Gasverbrauch, der doppelt so hoch wie unserer ist.

Ein anderer Nachbar hat sein komplettes Obergeschoss neu gemacht (inkl Dachstuhlerhöhung, neue Gauben, dicker Dämmung im Dach, Außenwänge Obergeschoss gedämmt. Er war vor der Sanierung bei 25000-27000 kWh und ist jetzt noch bei 15-17.000 kWh Gas (er heizt aber auch noch mit Holz zu). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich würde sagen, ein Faktor 3-4 ist realitischer als 2-3.

Wobei dann ja immer noch der Einfluss der Solarthermie im Sommer und die modernere Heizung einen Einfluss hat.

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Wir sind mit unserem RMH von 17000 kWh der Vorbesitzer - ohne WW - auf etwa 6000 kWh Gas inkl. WW gekommen. Mit WMZ in der letzten Heizsession gemessen 3500 kWh Wärme fürs Heizen. Details in meinem Faden hier in der Kategorie “Meine Verbrauchsdaten”. Seit Anfang Februar haben wir jetzt zwei Splitklima, mal sehn, wie weit wir damit kommen und wann ich mich traue, das Gas abzumelden. WW mit BWWP

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