Planung Batteriespeicher - Ladung über Netz, Generator und PV

Ich grabe den Thread mal wieder aus, da es jetzt wieder aktueller wird. :slight_smile:

Die Entscheidung ist auf Victron + Pytes gefallen:

  • 3× MultiPlus-II 48/5000/70-50
  • 4× Pytes E-BOX-48100R-C TE+ à 5,12 kWh → 20,48 kWh Gesamtkapazität
  • Cerbo GX MK2 + GX Touch 50 als Steuerung/Anzeige
  • VM-3P75CT als Netz-Energiezähler
  • 2× Lynx Power In als DC-Verteilung

PV kommt wie geplant später dazu (ca. 40 m² Flachdach), erstmal nicht so entscheidend.

Ich hab mir dazu ein Systemschaubild erstellt (Grid → MultiPlus-Cluster → Hausverteilung, DC-Seite mit Lynx/Batterien, GX-Kommunikation) und würde mich sehr über eure Einschätzung freuen, bevor es an den Aufbau im Herbst geht.

Paar allgemeine Punkte:

  • DC +/- von den Invertern zu den Lynx würde ich in 50mm² ausführen (max. 2m Länge)
  • die Leitungen von den Batterien zu den Lynx in 25mm² (original von Pytes, ebenfalls 2M Länge)
  • 3 x B32A als Absicherung auf der AC-Seite passt zu der Absicherung des Versorgers

Ein Punkt, bei dem ich unsicher bin sind die Sicherungen: 200 A auf den Leitungen zu den drei MultiPlus, 125 A batterieseitig. Passt das Verhältnis?

Zur Erdung: PE aller drei MultiPlus, der Batterien, Grid-PE (aus dem vorgelagert aufgetrennten PEN) und Fundamenterder laufen auf eine gemeinsame Schiene. N-PE-Bonding im Inselbetrieb (also wenn das Netz mal wieder aussteigt) übernimmt bei allen drei MultiPlus das interne Ground Relay (Werkseinstellung, laut Handbuch bei parallelen Geräten überall identisch zu konfigurieren). Passt das so?

Danke schon mal fürs Draufschauen und eure Unterstützung :slight_smile:

PS: Farben bei L2 und L3 vertauscht, bitte ignorieren :smiley:

Habe bisher nur kurz das Schaubild geschaut. Aber auch nur selektiv.

Habe zwei Punkte gesehen, die mir sofort aufgefallen sind:

1: Verkabelung DC

Würde gemäß 3. Battery bank wiring die Leistungslängen zu den Akkus gleich machen.

Da Du die original Kabel verwenden willst, würde ich das schwarze und rote Kabel von den Lynx nicht an dasselbe Pytes-Pack bei beiden Päärchen anschließen. Schließe das rote Kabel an den anderen Akku des Akkupares an. Dann sind die Leitungslängen insgesamt (Summe Plus und Minus) gleich lang. Analog zu dem dritten und vierten Bild im Handbuch (siehe "There are four ways to correctly wire a parallel battery bank:").

Wenn Du das nicht machst, wird das Akkupack, das nicht am Lynx ist weniger stark geladen und es kann sein, dass das BMS unterschiedliche SOCs misst, obwohl sich insgesamt wieder später alles ausgleicht.

Hatten schon einige Threads dazu.

2: Smartmeter

Beim VM-3P75CT bin ich mir nicht sicher, ob das Ramp-Down (als schnelle Reduzierung der Last bei Reduzierung der Lasten der Verbraucher, z.B. taktende Herdplatten) genauso schnell wie beim EM-540 ist. Zumindest früher war im VenusOS fest kodiert, dass nur der EM540 ein schnelles Ramp-Down hat. Mag sein, dass sich das geändert hat. Würde ich an Deiner Stelle aber vorher genau überprüfen. Die Baudrate allein sagt nichts aus. Wenn immer noch nur der EM540 das schnelle Ramp-Down hat, würde ich diesen klar bevorzugen.

Schau Dir mal die damalige Diskussion unter Regelverzögerung beim Victron Multiplus an. Zumindest damals war der EM540 wesentlich schneller.

Update. Gerade mal beim Master im github geschaut. Die Fastloop scheint immer noch nur der EM540 zu haben. Siehe Zeile 77 bei dbus-cgwacs/software/src/ac_sensor.cpp at master · victronenergy/dbus-cgwacs · GitHub

Wenn sich das bestätigt, würde ich den EM540 klar bevorzugen. Frag am besten sicherheitshalber bei Victron an.

Ansonsten würde ich den Schaltplan mit Deinen Elektriker durchgehen, der die Anmeldung beim VNB macht. Sehe im Schaltbild keinen FI, keinen Überspannungsschutz, FI, etc. Die Anbindung an den VNB mit 3 x B32, finde ich zumindest sehr ungewöhnlich und habe es so noch nie gesehen......

Das sollen die Spezialisten hier bewerten.

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Danke für die ausführliche Durchsicht!

Verkabelung DC: Guter Punkt, hab ich übernommen. Habs jetzt mal so eingezeichnet wie im Handbuch unter "There are four ways to correctly wire a parallel battery bank" beschrieben. So siehts jetzt aus:

Passt, oder?

Smartmeter: Hab mir auf deinen Hinweis ac_sensor.cpp selbst angeschaut, du hast recht: supportFastloop() gibt tatsächlich nur bei Em540Protocol true zurück... :expressionless_face: "Only the EM540 really supports the faster updates...". Der VM-3P75CT taucht da gar nicht auf. Wechsel auf den EM540 wäre eine Option. Werde trotzdem mal bei Victron nachfragen und die Antwort hier posten, falls wa zurückkommen sollte.

FI, Überspannungsschutz, Absicherung, Netzanschluss: Bzgl. der Absicherung, das ist im Schaubild stark vereinfacht dargestellt und war mehr als Platzhalter gedacht, Hinweis ist natürlich berechtigt. Stand jetzt kommt ein LSS mit 3P+N (z. B. ABB S203-C32NA) sowie ein Überspannungsschutz von Dehn auf die ACIN-Seite. FI ist an der Stelle noch offen - bin natürlich auch vor Vorschläge offen!

Zum Hintergrund, warum die 3x32A der Sicherung ungewöhnlich wirkt: Der Netzanschluss hier in Bosnien ist etwas "abenteuerlich", nicht vergleichbar mit den HAKs, die wir in Deutschland haben. Die Zuleitung kommt per Freileitung, geht in einen Verteilerkasten am Mast und ist dort mit einem "Standard"-LSS C32A abgesichert, dann geht's weiter zum Haus. Also kein NH-Sicherungstrennschalter, SLS oder etwas in die Richtung. Ich habe dann am Übergabepunkt ins Haus selbst einen LT052 von Hager montiert (gerade noch mit 50A pro Phase abgesichert, muss ich auch noch korrigieren, die Arbeit geht nicht aus). Kann hier später auch mal ein paar Bilder posten, falls das jemanden interessiert. :slight_smile:

Ja, die Anbindung der DC-Kabel an die Akkus finde ich jetzt so ok.

Ok. Dachte die Anlage ist in DE oder AT.

Victron gibt in den Handbüchern an, dass auf jeden Fall ein FI an AC-Out soll. Habe ich jetzt nicht herausgesucht. Mag sein, dass Du das schon bei HOUSE hast.

Bei AC-IN würde ich persönlich auch einen FI installieren, insbesondere wenn die Leitung zwischen Hausanschluss und MP2 etwas länger durch das Haus geht. Bin aber kein Elektriker. Sollte jemand bewerten, der sich da zu 100% auskennt.

Ok, hier nochmal die angepasste ACIN Seite:

  • RCCB: ABB F204 A-40/0,03
  • LSS (3P+N): ABB S203-C32NA
  • Überspannungsableiter: DEHNguard DG M TNS 275

Habe auch noch ein paar Infos zum GRID hinzugefügt und das EMS540 als Alternative zum VM-3P75CT eingetragen.

Hier nochmal ein Update des Systems;

  • Megafuses raus, dafür ABB XLP00-1P-2M8 mit 125A NH00 in den Batterie-Zuleitungen sowie ABB XLP1-1P-2M10 mit 200A NH01 zu den Invertern.
  • EM540 für die Grid-Messung; das VM-3P75CT nutze ich für die Messung von ACout1 (liegt eh rum)
  • Erdung für die Lynx Power In fliegt raus (nicht notwendig laut Victron)
  • Spannungsversorgung Cerbo GX eingezeichnet

Hab so langsam das Gefühl, dass es das ist. Paar Leitungen fehlen noch, aber ist mehr oder weniger Selbsterklärend.

Die Lynx haben noch Anschlussstellen für 2 MPPT, also wenn irgendwann mal die PV Anlage kommt.

DC Leitungen der Inverter würde ich mit 70m² ausführen - schlägt Victron meine ich auch vor.

Bei den Batterieleitungen bin ich mir noch nicht sicher mit dem Querschnitt.:expressionless_face:

Meinungen? :slight_smile:

Wenn Du den so und so hast, würde ich den auch nutzen und keinen EM540 kaufen. Wußte nicht, dass Du den schon hast. So viel werden die taktenden Verbraucher auch nicht kosten.

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Alles gut - bisschen Overkill muss sein :smiley:
Kann ja mal ein paar Tests fahren