Öl-Heizung ersetzen

Hallo, ich würde gerne ein paar Ratschläge einholen. Mein Vater würde gerne in seinem Haus Baujahr 1995 die Öl-Heizung rauswerfen. Er hat ein Angebot für eine LWWP. Diese würde auch das Warmwasser erwärmen.
Ich habe aber jetzt meine Zweifel, ob das so sinnvoll ist. Die WP ist so ausgelegt, dass sie das ganze Haus schafft (220 qm Wohnfläche). Laufend bewohnt werden allerdings nur die Küche (mit Holzofen beheizbar) und ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer. Dieser Zimmer sind allerdings mit Panasonic Etherea ausgestattet und könnten demnach per LLWP beheizt werden.
Die Förderung erscheint zwar aktuell attraktiv. Aber gleichzeitig frage ich mich, ob das ganze überhaupt Sinn macht, jetzt eine "große" Wärmepumpe einzubauen, die ja dann eigentlich für die derzeitige Nutzung überdimensioniert ist?
Weiterhin würde mich interessieren, ob man das Warmwasser nicht ggf. per Brauchwasserwärmepumpe erwärmen sollte? Bzw. derzeit im Warmwassertank ein Heizstab verbaut, der im Sommer mittels PV Strom betrieben wird.
Was meiner Meinung nach für die große Lösung spricht, ist dass das Haus damit perspektivisch wertiger wird. Aber aus rein energetischer Sicht, habe ich meine Zweifel?

Ja Wasser lässt sich auf mehrere Arten erwärmen. Für eine Person kann auch simpler Boiler mit PV Unterstützung sinnvoll sein.
Soll das Haus länger gehalten werden?
Die 10..20.000 Euro jetzt ist fraglich ob man die in xx Jahren wieder bekommt.

Meine Eltern sind Mitte 60. Wir würden uns sehr freuen, wenn der Herrgott noch zwei bis drei Jahrzehnte Nutzung möglich macht.
Mich beschäftigt halt nur, ob die LWWP dann nicht überdimensioniert ist (für die derzeitige Nutzung), wenn man eben bedenkt, dass die Küche im Winter mit Holz geheizt wird und im Wohnzimmer ja auch die LLWP (Etherea) hängt.

Das würde ich machen. Brauchwassererwärmung umstellen. Wenns doch schon split kliimaanlagen für die genutzen Räume gibt, auch noch einen Holzofen, dann würde ich die öl zentralheizung nicht raus werfen. Das geld lieber in PV-Anlage stecken, eigenen Strom produzieren.
Ich selbst habe PV -Anlage, mein haus ( auch 90er jahre) mit einigen Split Klimaanlagen nachgerüstet. Brauchwasser kommt noch von der öl zentralheizung, es gibt allerdings auch ein Brauchwasser Solar. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe lohnt erst, wenn z.b. der Brauchwasserspeicher defekt ist. Wenn sowieso geld in die hand genommen werden muss.
Meine olle buderus öl zentralheizung läuft auch sehr gut. Die kann ich jederzeit aktivieren. Das ist nicht zu verachten. In zeiten, wo stromversorger in zukunft möglicherweise die Leistung begrenzen können. Dann würde die wärmepumpe zeitweise auf halber kraft laufen, macht das haus dann nicht so warm, wie man es gerne hätte.

Warmwasser und Heizung würde ich getrennt machen.
Wärmepumpen Leistung so auslegen das das gesamte Haus geheizt werden kann an "normalen" Wintertagen.
Für die paar extremen Tage sind ja noch Holzofen und Klimaanlage zur Unterstützung da.

Bei dem zu beheizenden Raum wird es sich nicht um eine kleine WP handeln.
Interessant wäre der Heizölverbrauch - über 2000l pa ?
Vermutlich dann 6000l oder mehr Heizöl ?

Zudem ist anzunehmen, es gibt bereits eine WW Bereitung - die ist wie umgesetzt - außer Heizpatrone ? - Ist immer ein schwieriges Thema

Ein BWWP ist bestimmt interessant - nur irgendwie komisch, will man eine zweite zur Erwärumg des Heizwassers installieren.....

Nach wie vor "mag ich persönlich" Hygienstationen zur WW Bereitung aus einem Pufferspeicher. Damit erleidigt sich eine hohe BW-Temperatur/Legionellen usw. 50°C als Puffertemeratur sind vollkommen ausreichend. Kalk fält nicht aus, keine Legionellen, keine Opferanode usw....

Ein Pufferspeicher kann elektrisch, mit WP oder Holzofen geladen werden. Die Heizungen laufen entsprechend auch direkt mit Strom, WP oder dem dreckigen, umweltvernichtenden Holz.

was soll denn mit den restlichen Räumen passieren?
sind die 220m² irgendwann voll in der Nutzung, oder bleibt es bei den wenigen Räumen heute

Heizkörper oder gar schon FBH ? sprich ist zukünftig eine umfassende Sanierung absehbar/notwendig?

Bei 220 m2 kann man über einen umbau nachdenken, eine kleine wohnung zu machen, diese zu vermieten. Da ist Geld gut investiert.
Eine grosse Renovierung der Heizung würde ich nur machen, wenn dies aktuell auch benötigt wird. Jahr für jahr werden neue, bessere Wärmepumpen entwickelt, auch PV Anlagen, Akku etc. Ich würde abwarten, erst gross renovieren wenn dies auch benötigt wird. Dann kann die neuste Technik eingesetzt werden.

Genau - warten bis es zu spät ist - ....

Sehe ich bei Vielen die jetzt nicht mehr können und der Tenor klingt "Hätte ich man vor 20 Jahren PV installiert..."

60+20 =80 :wink:

Betrachten wir das mal mit Warten - den Öltank mit 6000€ füllen
Hat doch genau eins - keine Zukunft

Gehe davon aus, dass sehr viele alte Solaranlagen nach den 20 jahren laufzeit mit garantierter einspeisevergütung verschrottet werden. Dann werden neue, viel effizientere Anlagen erstellt, diesmal mit maximalem Eigenverbrauch. Auch alte waschmaschinen, Trockner usw. Werden verschrottet, obwohl sie noch gut funktionieren. Weil neue geräte sich nach kurzer Zeit amotisieren über den eingesparten verbrauch. In wie weit das alles ökologisch sinnvoll ist ? Alles was mal mit gehörig Aufwand hergestellt wurde zu verschrotten, nur weil sich neues "rechnet". Aber warum sollen das die kleinen Leute nicht machen, wenn die grossen Konzerne das nicht machen, ein maximaler Gewinn im vordergrund steht.
Vor wenigen jahre waren private PV Anlagen für den Eigenverbrauch viel zu teuer, auch funktionell nicht mit heutigen Geräten zu vergleichen.
Der kleine Mann muss sehen wor er bleibt, damit er nicht unter die Räder kommt. Unsere gewählten Volksvertreter sind dafür zuständig, das in eine gute richtung zu lenken, dafür wurden sie gewählt. Wenn diese das nicht machen, ist der einzelne kleine Mann nicht schuld. Er muss sehen wo er bleibt, gerade wenn er massiv ran gezogen wird, die "Klimawende" zu bezahlen.

Wenn irgendwann jeder liter Heizöl per giesskanne für 5 Euro verkauft wird . . . . . . Ja, ja, es wird nicht soweit kommen. Zukunft ist aber nicht vorhersagbar.

Die werden halt zwei bis drei Wochen im Jahr genutzt, wenn wir Kinder im Urlaub oder so zu Hause sind. Ansonsten werden die auf absehbare Zeit die meiste Zeit leer stehen.
Es sind große Heizkörper und im Bad und Flur eine FBH.

Da wäre doch eine Entkopplung der Warmwasererzeugung im Sommer sinnvoll.
Eine große Wärmepumpe im Teillastbetrieb erscheint mir da nicht wirklich sinnvoll.

Die Brauchwasserwärmepumpe kann ja via ausreichend großem Balkonkraftwerk und Speicherbatterien im Sommer gut betrieben werden und das nach einer Amortisationszeit fast kostenlos.
Im Winterbetrieb halte ich es für sinnvoller, mit der großen Wärmepumpe oder einem anderen Heizsystem, das komplette Aufgabengebiet abdecken zu lassen.

Da ist in meinen Augen die zusätzliche Zeit mit der Warmwasserwärmepumpe eher versenktes Geld.

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Bei der Erneuerung unserer Gasheizung haben wir die Vorlauftemperatur drastisch gesenkt. Erst bei Temperaturen unter null steigt der Vorlauf auf 45°C - ....

Mir ist es lange klar - die Vorlauftemperaturen bei alten Kesseln sind viel zu hoch und Thermostate im Wasserkreislauf regeln die Raumtemperatur.

Es gibt meistens auch genau keine Möglichkeit zu erklären, dreh die Thermostate voll auf, mache einen hydraulischen Abgleich. Das ist bei Heizen mit einer WP vermutlich zwingend notwendig, nur ist das in den Köpfen nicht durchgängig angekommen, es ist unverstanden.

Fossile Energie wird weniger verbraucht/benötigt, verzichtet man auf diese. Ob Gas Öl oder Holz - alles Dreck.

Die WW Bereitung im Sommer über die HeizWP ist mindestens genau so effizient, wie ein elektrischer Heizstab (der auch im Heizwasserpuffer sitzen kann und eine Friwa speist). Auf jeden Fall sei ein Heizstab gleich mit einzuplanen. Damit kann (wenn der im Pufferspeicher sitzt) im Winter beim Ausfall der WP die Bude geheizt werden oder eventuell zugeheizt usw.

Heizstäbe sind so unglaublich günstig, daß es dumm wäre so etwas nicht einfach mit einzubauen....

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Noch eine Zusatzinfo: Der Ölverbrauch lag zuletzt noch bei 700 Liter, weil eben die Klimaanlagen und der Holzofen viel abnehmen. Das Angebot für eine Bosch Compress Wärmepumpe liegt halt bei 28000 Euro. Zieht man die Förderung ab, liegt man noch bei ca. 14.000. Das wäre eigentlich nur das zentrale Argument, dass man die Förderung noch "mitnimmt".

Das ist eher ein Argument - kein Boschkram zu kaufen.

700l Öl meint - eine kleine WP wird reichen.....

Zur Ansicht:

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Bei 700 liter Heizöl ist eine umstellung sinnlos. Was soll da gespart werden ? Man kann das machen, damit der Erbe diese Kosten nicht mehr hat. Aber wie gesagt, in 25 jahren ist das auch wieder alt und es gibt neue, bessere Geräte. Für mich ist es kein Argument, dass das für zukünftige Bewohner gemacht wird. Weil die zeit dagegen arbeitet.

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Edit: hab gerade erst das Datenblatt der Bosch hier im Faden gesehen.

Mir fehlt bei der Betrachtung die Gesamtheizlast des Gebäudes

Wonach legt der Heizungsbauer aus? nur nach 7000 kWh/anno Heizöl ?

Die Bosch scheint schon ganz vernünftig zu sein, wenn man Warmwasser machen möchte und evtl. den Kamin langfristig aus der Wertung nimmt. (wer weiss, wie scharf die Rauchgasbestimmungen in 15 Jahren sein werden. Ich zum Beispiel werde mir keine Filteranlage für meine Kaminkassette holen )

Gedimmt nach §14a wird maximal bis auf auf 4,2 kW Anschlusswert.

Wenn da nur 6 bis 7 kW Heizlast benötigt werden, kann selbst ´bei Dimmung nach 14a die Wärmepumpe durchlaufen.

Da lese ich schon seit Wochen. Auch wegen den Panasonic Monoblock Anlagen. Wir haben die PV und die Split Geräte auch größtenteils selbst installiert. Ich weiß halt nur nicht, ob man das dann auch mit der Monoblock so einfach hinbekommt?

Ja KLAR

Man hat beim Monblock ja nur mit Wasserleitungen zu tun :slight_smile:

Also eher Banane - Interessant ist da der hydraulische Kreislauf....

Die Auslegung ist dann doch einfach - 4kW elektrisch - maximale Leistungsaufnahme und OHNE Heizpatrone im System/Angebot. Es wird gern die Summe der Einzelleistungen angewendet....

Falls die bauseitigen Vorraussetzungen erfüllt sind und die Heizlast korrekt berechnet wurde bestimmt:

DIY Wärmepumpe - günstigste Möglichkeit ohne Schnickschnack

Speziell Panasonic:
Dennis Nörmann - Energiewende selber machen - YouTube

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