Nutzen statt abregeln: Kostenloses Überschußladen!

Ja, weil:

  • Die EE Leistung wird ja aktuell ab Erzeuger abgeregelt, teilweise aber vergütet. Mit dem Vorschlag wird sie aber auch genutzt.
  • Es gibt auch keinen Verzicht auf Netzgebühren, das wird aus dem negativen Großhandelserlös über ein Verrechnungskonto gedeckt (*1).

Es gewinnen alle:

  • Mehr EE werden genutzt !
  • Der Umstieg auf BEV gefördert !
  • Die Luft wird für alle besser !

Aber natürlich meint immer ein Einzelner, er gerade hat davon nichts - ist halt so ! Wohnen an der Alster und gleichzeitig den Blick auf das Matterhorn zu haben, geht nun einmal nicht.

*1 siehe Petitionstext.

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Es funktioniert nicht bzw nur eingeschränkt. Normalpreis 79ct. Das Ladestellenunternehmen kriegt Industriestrompreis. Den runter bleibt 74 cent. Davon mal z.B. -10ct negativer Strompreis runter bleibt 64 cent an der Ladesäule, aber nicht null.

Steckdose zuhause kostet nur die Hälfte vom Schnellader.

Als Pilotprojekt in Regionen mit hoher EE Erzeugung (also dort, wo es häufiger zu Abschaltungen kommt) kann ich mir das schon vorstellen. Wenn es bundesweit funktionieren soll, brauchen wir stärkere Netze.

Das verstehe ich nicht. Kann es mir jemand erklären. Den § 13 EnWG gibt es derzeit schon so her, wie es zur jeweiligen Netztopographie passt:

".... die Betreiber von Übertragungsnetzen mit Regelzonenverantwortung legen der Regulierungsbehörde spätestens zum 1. April 2024 ein detailliertes Konzept für die Umsetzung der Absätze 1 bis 5 vor. Das Konzept enthält mindestens

  1. die Bestimmung einer oder mehrerer geographisch eindeutig abgegrenzter Gebiete als Entlastungsregionen, in der oder in denen die Entlastungsanlagen angeschlossen sein müssen, mit einer Begründung, inwiefern durch die gewählte Gebietsdefinition die Reduzierung der Wirkleistungserzeugung von Anlagen nach § 3 Nummer 1 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes effektiv verringert werden kann;..." (Zitat Ende)

Bundesweit einheitliche Preise oder Preisrabatte kann es demnach nicht geben, oder?

Noch einfacher: x Stunden Preisvorschau. Dann weiß man im Voraus, wann es sich lohnt.

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Das ist schon klar, aber darum ging es ja auch nicht. Es wurde eine Idee in den Raum geworfen mit Schnellladern als potente Last die Mittagsspitzen weg zu laden statt negative Strompreise und/oder steuerfinanzierte Abregelung zu bekommen.

Wenn man nun die Kosten die du aufgezählt hast über das EEG Konto decken würde, dann hätten wir, oder ein paar, wenigstens noch eine Gegenleistung bekommen (geladene BEV) - heute aber wird da richtig Geld aus dem Fenster geworfen. Ich höre immer die Schreie von einer bestimmten Klientel dass wir jährlich zweistellige Milliardenbeträge für fossile Energie aus dem Fenster werfen/verschwenden. Das stimmt erstens so nicht, wir bekommen eine Gegenleistung in Form von Kohlenwasserstoffen und das uns negative Strompreise und Redispatch und Subvention der stillstehenden/abgeregelten Anlagen ebenfalls Milliarden kosten - jedoch ganz ohne Gegenleistung (!), das wird sehr gern von der Klientel verschwiegen.

Von daher finde ich den Ansatz an sich erst mal gut. Aber ich vermute das System wäre dermaßen komplex dass eher die Speicher ausgebaut sind um Spitzen abzufangen als das hier irgendwas zum vergünstigten Überschussladen erreicht wird - ich denke da nur allein an die Planungszeit (!) einer Neubelegung von bereits existierenden Hochspannungsmasten.

Eine Anlage kann aus 3 Gründen abgeregelt werden, obwohl sie produzieren könnte:

  1. Netzüberlastung - der bereits verkaufte Strom kann nicht durchgeleitet werden (Redispatch)
    Ergebnis: EE-Betreiber regelt ab - der verlorene Umsatz an der Börse wird vom Netzbetreiber erstattet (der es auf seine Entgelte umlegt). Das Ganze geschieht unabhängig vom EEG.
  2. Die Anlage ist im Marktprämienverfahren, vermarktet also selbst. Die Strompreise sind negativ und die Anlage fällt unter die 6-/4-/3-/0,25-Stunden-Regel.
    Ergebnis: Vergütung fällt temporär weg - Betreiber müsste für Einspeisung zahlen. Abregeln kostet hingegen nix, darum schaltet er freiwillig ab
  3. Im Marktprämienverfahren bestimmt die Differenz zwischen Förderwert (anzulegender Wert) und Marktpreisen die sogenannte Marktprämie, die jeden Monat gezahlt wird. Sagen wir mal die x-Stunden-Regel wird nicht ausgelöst (oder wir fallen nicht darunter), die Preise sind stark negativ.
    Ergebnis: In dem Moment wo Börsenpreis + (erwartete) Marktprämie <0 macht der Betreiber Verlust! In diesen Zeiträumen ist nicht einspeisen die wirtschaftlichere Lösung. Auch hier erfolgt eine freiwillige Abschaltung.

Das Szenario “steuerfinanzierte Abschaltung” gibt es hingegen nicht!

Korrekt ist, dass Anlagen mit Fixvergütung weiter laufen, sie haben keinen direkten Anreiz, bei Negativpreisen nicht einzuspeisen. Dass die Vergütung auch bei -50ct/kWh an der Börse voll ausgezahlt wird sorgt folglich für einen hohen Differenzbetrag → hohe EEG-Kosten. Aber nirgends wird für Abregelung gezahlt.

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Ja schon. Nur daß die Kosten dafür u.U. noch weit höher sind und dem Eigentümer der Schnellader-Kette zugute kommen. Dazu grad in D man stelle sich vor, im Norden geht fett der Wind und in München sind die Schnellader kostenlos. Dann wird dazu noch ordentlich Gas verbrannt.

Es braucht allerwenigstens eine Teilung in eine Reihe Strompreiszonen. Dann 100% smartmeter. Und dann kann man über Marktpreis was machen

Nun, mit

meinte ich natürlich nicht, dass man diesen “Probetrieb” dort startet, wo es am weitesten von der Überschussproduktion weg ist :wink:

Okay, danke für die Aufklärung, hier lag ich bis dato also falsch. Aber unterm Strich bleibt es herausgeworfenes Geld was, von Wem oder wie auch immer, gezahlt werden muss ohne jede Gegenleistung. Dazu streicht Vater Staat dann auf die Netzentgelte noch die Mehrwertsteuer ein.

Thema abschließen?

Warum? Ich fand den Faden bisher sehr gut mit interessanten Ideen, Lösungsansätzen, Hypothesen und Kritiken am aktuellen System gefüllt. Dabei blieb es sachlich - und ich für meinen Teil habe dazu gelernt. Warum sollte man das jetzt stoppen?

Hallo,
weil es mit den Beiträgen der anderen Foristen deutlich wird, warum das nicht zielführend ist.

Die Nutzerinteressen der BEV sind darauf gerichtet, kontinuierlich laden zu können. Ziel des § 13 EnWG "Nutzen statt abregeln" ist es, lokale Übermengen bei Bedarf durch zusätzliche zuschaltbare große Lasten zu verwerten.

Das kann man mit den Nutzerinteressen nicht in Einklang bringen, denn das wären Ladesäulen, die nur dann laden, wenn es im lokalen Netz zu Überschüssen kommt.

Die Ladesäule wird also im Interesse des Nutzers stets Strom zur Verfügung stellen und kann daher nicht als zusätzliche Last dazu geschaltet werden. Damit dient sie nicht mehr der Netzstabilität.

Kann ja ohne eigenes Auto (wenn ich selten mal eines brauche, hab ich drei Carsharing Stationen in der Nähe) nicht wirklich mitreden, just my 2 cents:
Muß ja nicht schwarz/weiß sein. Manchen sind die Kosten egal oder haben zeitlich keine Wahl, wann sie laden, andere können auf Preissignale reagieren und die Säulen sind dann in Niedrigpreiszeiten einfach höher ausgelastet als in Hochpreiszeiten. Wem das alles zu blöd ist oder variabel drauf zahlt, weil er zu Billigzeiten auch von der eigenen PV genug Strom hat, sucht sich einen Vertrag mit fixem Preis, wie beim Strom für daheim auch.

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Jup, erlebe ich seit 2 Jahren auch so. Die Langstrecke wird getankt was Tesla haben will (um 50 Cent Tags bzw. Guthaben). Am Zielort angekommen tuts dann oft auch ein langsamer 29 Cent Anbieter, die es ja viele gibt.

Zu Hause ist mir selber aufgefallen das ich immer mehr langsam lade, also meist 3-4 kW. Nur in seltenen Fällen mal die 7,4 kW. Schont den Hausakku bzw. im übertragenen Sinne das Stromnetz. Deshalb verstehe ich auch den Drang nach 22kW Mauerkisten nicht. Braucht doch keine Privatperson. Auto kann doch problemlos zum Startzeitpunkt hin z.B. Morgens 7 Uhr mit geringer ladung “Zielladen”.

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Dazu grad in D man stelle sich vor, im Norden geht fett der Wind und in München sind die Schnellader kostenlos. Dann wird dazu noch ordentlich Gas verbrannt.

Das ist DER zentrale Kritikpunkt an der aktuellen Umsetzung der dyn/flex Tarife.

Es benötigt dringend (3) Strompreiszonen um genau dieses zu unterbinden. Denn damit verdient natürlich wieder die fossile Fraktion - und genau deshalb wird die Diskussion darüber auch versucht zu unterbinden.

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Das kann man mit den Nutzerinteressen nicht in Einklang bringen, denn das wären Ladesäulen, die nur dann laden, wenn es im lokalen Netz zu Überschüssen kommt.

Das ist so nicht richtig, denn es geht ja gerade um Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, nur das Nutzer motiviert werden, es jetzt (!) zu tun und nicht später.

Nachfolgende Grafik zeigt die Erzeugung und den Verbrauch in unserem Netzgebiet. Die rote Linie Verbrauch ist unterhalb der Erzeugung, damit wird Strom exportiert.

Wenn der Netzbetreiber, der bei uns auch mehrere Ladesäulen betreibt, das Laden kostenlos macht (bei zeitgleich negativen Preisen) hat er mehrere Vorteile:

  • Er selbst "verdient", abhängig von seiner kundenfreundlichen Preisgestaltung.
  • Die Werbung für ihn ist fast unbezahlbar, ggfs. kommen Eigner aus der Nachbarstadt (keine 3 km) zum Laden. Auch die BAB Abfahrt ist keine 5 km entfernt.
  • Die Ladesäulen werden für weitere Kunden interessanter und bekannter.
  • Und wer zu diesem Zeitpunkt laden kann, lädt möglicherweise nicht "morgen", wenn der Strom importiert werden muß: Denn dann müßte der Netzbetreiber anteilig Netzentgelte an vorgelagerte Netzregion abgeben.

Nutzen statt abregeln, ein 100% Vorteil für die erneuerbaren Energien: Machen !

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Überlegen was sinnvoll ist. SH + HH, Nordwest, Nordost, S/S-A/ Th, Mittelgebirge, Ruhrpott, BW, BY? Das wären 8 Zonen. Grossräume B, F, M, Chemiedreieck sinnvoll? Dann wären das schon 12 Zonen. Mit 3 ist es noch zu grob. Österreich könnte man in 3 - 5 zonen teilen

Bitte nicht zu kleinteilig "denken". Erzeugung und Verbrauch sollten in der Strompreiszone grob passen.

Vorschlag könnte sein:

  • SPZ 1: Gebiet 50Hertz
  • SPZ 2: Tennet TSO, oberhalb "Main", Amprion "West"
  • SPZ 3: Unterhalb von gedachter Mainlinie (West - Ost: BaWü,Bayern)

Es muß ja meßbar bleiben.

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Die Petition will sich ja gerade für die BEV Inhaber stark machen, die zur Miete wohnen und keine Wallbox haben. Die sind immer auf Ladesäulen angewiesen. Ich kenne einige, die sich gerade deshalb gegen ein BEV entschieden haben. Dabei spielte der Preis an der Ladesäule keine Rolle, es war die offene Frage der Verfügbarkeit. Das "Gedrängel" dürfte nur größer werden, zur "Niedrigpreis Zeit".

@uschi würde keinem Mieter die kostenfreie Ladesäule weg nehmen. Die meisten anderen Eigenheimbesitzer mit Dach PV und Wallbox vermutlich auch nicht. Die "happy hour" Ladepreise werden die Sorge um verfügbare Ladesäulen kaum mindern und daher sehe ich keinen Vorteil, zumal derjenige, der sich als "Stromsenke" beim V-Netzbetreiber bewerben will, dann auch nachweisen muss, wie er die MW abnehmen will. Wenn er nur ein paar 11kW Ladesäulen im betroffenen Netzgebiet betreibt, wird er das nicht darstellen können und andere, die er in anderen Netzgebieten vorhält, helfen nicht.

Ob 3 Zonen reichen, wird in der Fachwelt diskutiert und bis zu mehr als 20 wurden schon vorgeschlagen. Da werden die Auslastungsgrade der Netzknoten analysiert usw. Ist nicht meine Baustelle, aber hoch interessant.

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Hm, ja, einfach weil es schon heute -ganz entgegen der Aussagen aus der Politik- noch viel zu wenig Ladeinfrastruktur gibt. Sehe ich ja in unserer Gegend. Ein großer Baumarkt in der nächsten Stadt baut jetzt gerade drei Schnelllader, auf einem Parkplatz mit 200 Stellplätzen - Wow. Und natürlich, in Parkbucht Form wo man schön den Anhänger abkoppeln muss bevor man an den Lader rankommt, ganz großes Kino.

Da geht Vieles sicher noch wesentlich besser als es heute umgesetzt wird.

nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser werden könnte :grinning_face:

Das gilt auch für die Petition