das Thema Balkonkraftwerk finde ich sehr spannend und möchte mir ebenfalls eins zulegen.
Rahmenbedingungen :
Wir sind vor 5 Monaten in ein freistehendes Haus gezogen. Carport und Garage mit Flachdach. Ausrichtung nach Süd ist kein Problem, keinerlei Verschattung. Die Dächer sind stabil genug, um die Panele zu tragen.
Wir arbeiten beide von zu Hause aus, außerdem gibts eine Wärmepumpe. Da wir nur einen Mietvertrag von 5 Jahren haben, würde ich nur eine kleine Anlage wählen, 2 Panele (1000Wp). Den Wechselrichter würde ich in der Garage anbringen und dort an die Steckdose anschließen.
Einen Speicher brauche ich nicht, da ich den Strom selbst verbrauchen werde.
Digitaler Drehstromzähler ist verbaut. Ich will nicht autark sein, daher kein Speicher.
Die Überwachung per HA bekomme ich hin, Erfahrungen mit Shelly etc habe ich auch.
Wohnhaft zwischen Würzburg und Heilbronn, also viele Sonnenstunden.
Frage :
Es gibt aktuell viele Angebote zu einem günstigen Preis, zwischen 300 und 400 €.
Ohne mich jetzt noch tiefer ins Thema einzuarbeiten, spricht was grundsätzliches gegen solche Angebote? Bzw. wovon sollte ich dann lieber die Finger lassen?
Für Autarkie brauchst es mehr Module und viel Speicher. Mit einem BKW nicht zu machen. Mit dem Shelly und HA kannst du einen guten Überblick erhalten, was benötigt wird. Damit dann auswählen, vielleicht kommt ja doch ein Speicher dazu für die Zeit nach Sonnenuntergang.
Meine Anlage, vergleichbar zu dem was du dir vorstellst aber mit Speicher, hat heute 2,5kWh ins Haus einegespeist, von 9:30 bis 22:30.
Einfach nur den Verbrauch, der tagsüber anfällt, senken. Ich denke, als Einstieg in das Thema Solarstrom zu geringen Anschaffungskosten, sind das keine unlösbare Anforderungen.
Da ich dieses Setting auch nur 5 Jahre habe, werde ich nicht in eine große Anlage investieren. Aber nach 5 Jahren sollte sich so ein kleines BKW gerechnet haben
Von den 2 Module mit 1000 W wirst du nicht wirklich glücklich mit, denn an Lichtschwachen Tagen wird kaum Leistung erreicht die den GG abdeckt. Deshalb der Ratschlag ; mach 2000 W Modulleistung und 800 W Wechselrichter, allerdings wäre Festanschluss oder Einspeisesteckdose notwendig, ansonsten dürfen bei Schukostecker nur max 960 W Modulleistung angeschlossen werden. Am besten mit Vermieter sprechen und fragen ob eine Einspeisesteckdose gesetzt werden kann von Elektrofachkraft ausgeführt.
D.h. einfach eine Einspeisesteckdose neben der bestehenden Steckdoe in der Garade anbringen (durch einen Elektriker) und ich kann bis zu 2000Wp Module verwenden und in das heimische Stromnetz einspeisen?
@mcsaesch ja , entweder eine Einspeisesteckdose oder Festanschluss . Schon ein Gedanken darüber gemacht was es für ein WR werden soll? , Microwechselrichter oder kleinen Stringwechselrichter? . Bei BKW Setangeboten wird meist ein Microwechselrichter im Set sein , die entsprechend direkt unter den Modulen montiert werden und daran werden dann die Module angeschlossen. Bei 4 Modulen meist dann 2×2 , also 2 Module mit Y Adapter an einem Eingang vom MWR . Leider hat die Anbringung unter den Modulen einen Nachteil, bei hohen Temperaturen im Sommer gibt es unter den Modulen viel Stauwärme und entsprechend Warm wird der Microwechselrichter, da er ja selber eine Arbeitstemperatur entwickelt, durch die Umwandlung von DC in AC .Die Temperatur bzw die Kühlung erfolgt nur durch die Umgebungstemperatur. Wenn kein Speicher geplant ist, dann wäre es vielleicht die bessere Wahl einen kleinen String Wechselrichter zu nehmen, die werden meist im Gebäude, also bei dir in Garage montiert. Die haben Kühlrippen , somit eine größere Oberfläche, an der die Wärme an die Kühlere Umgebungstemperatur abgegeben wird. Die Module werden dann in Reihe geschaltet und es müssen dann 2 Leitungen +/- von den Modulen zum WR verlegt werden.
Am besten erstmal Kontakt mit einem Elektriker aufnehmen und mit ihm sprechen was wie wo möglich ist, denn auch die 800 W sollten über Endstromkreis angeschlossen werden.
Sehe ich genau so - wenn Du den Platz hast, mach die 4 Module voll. Die Arbeit mit dem Aufbau hast Du dann nur einmal… genau wie Versand etc.
Wenn ihr zu zweit von zu Hause arbeitet, könnt ihr auch wunderbar “Stromfresser” wie Spülmaschine, Waschmaschine etc. in den Sonnenstunden laufen lassen - und da bist Du froh über jedes Watt, was vom Dach kommt und auch dass über einen längeren Zeitraum mehr bzw. max. Ertrag kommt
@anon20291248 Schon mal besten Dank für die Infos rund um das Thema Wechselrichter. Hab mich die ganze Zeit schon gefragt, ob man die draußen irgendwo ans Dach schrauben muss. Da wir hier keinerlei Verschattung haben, wirds im Sommer richtig warm, was dann für einen Stringwechselrichter spricht.
Bzgl elektrische Prüfung, da werd ich mal unseren lokalen Strippenzieher fragen, ob der mal daufschauen kann.
@nachtwind Ich gebe dir recht, würde ich auch sofort machen. Allerdings haben wir einen befristeten Mietvertrag. D.h. ich rechne mit 4,5 Jahren, in der sich das BKW rechnen muss/sollte.
Eine nachträgliche Erweiterung sollte ja möglich sein, wenn man den WR entsprechend plant?
Du stellst die Module auf Flachdach/Carport/ Garage , da die kaum flach gelegt werden wirst du dir wohl Aufständerungsdreiecke besorgen müssen ( 10 bis 30 Grad) . Dafür wird auch eine Balastierung erforderlich sein ( je Windlastzone ab 15 kg/m2 ) , denn es wäre nicht Ratsam die Dachhaut zu Beschädigen in Form von Dübel oder Schraublöcher . Sinnvoll zb sind Betonstürze oder Waschbetonplatten , die dann auf Bautenschutzplatten gelegt werden.
Auch wenn “nur” für 4 bis 5 J in dieser Wohnung bist ,es lässt sich alles Zurückbauen ohne Schäden zu hinterlassen und du kannst das BKW zur nächsten Wohnung mitnehmen, alternativ auch an den Nachmieter verkaufen, wenn er es nimmt. Einzig 2 Dübellöcher vom WR blieben zurück und auch die lassen sich Retuschieren .
Ich hab morgen einen Termin mit meinem Vermieter, vllt kann man ja was in Richtung Übernahme nach dem Auszug verhandeln. Bzgl Strin Wechselrichter, die kosten ja schon ordentlich Geld, verglichen mit dem Preis eines BKW Sets…. Kann man den Microwellenrichter auch in einer separaten Box mit aktiver Kühlung in der Nähe von den Modulen anbringen? Damit lässt sich ggf das Temperaturproblem im Sommer lösen.
Das Ganze dann mit ein paar Sensoren in HA eingebunden und überwacht, das dürfte doch kein Hexenwerk sein
Eigentlich sind die Microwechselrichter (Microwellenrichter ist auch ein schönes Wort ;-)) auf diese Umweltbedingungen ausgelegt. Es ist aber auch kein Problem, den WR in der Garage zu montieren und die DC-Kabel einfach entsprechend zu verlängern.
Na das klingt doch dann machbar. Verlängerungskabel von den Modulen in die Garage, dort an den MicroWECHSELrichter, der leitet dann in den Stromkreis vom Haus. Fertig.
Dabei nur beachten: 800W vom Wechselrichter, 960Wp max an Modulleistung, dann kann ich den Schuko nutzen und muss nichts umbauen. Irgendwas vergessen?
Und wenn ich in 2 Jahren merke, dass ich mehr benötige (oder doch nicht ausziehen muss), dann kann ich das System erweitern.
Wer weiß welche rechtlichen Grundlagen es in 2 Jahren gibt, aber mit diesem Setting sollte ich doch erst mal starten können.
@jensdecker . Habe da leider schlechte Erfahrung gemacht. Ich und mein Nachbar haben Anfang 2019 beide das gleiche BKW Set gekauft, damals galt noch die 600 W Grenze , wir hatten in unserer Gemeinde ein Förderprogramm und 50% wurden übernommen ( max 500€ bei 1000 € Investitionen ) . Module wurden auf Dach montiert, MWR an Tragschienen, also unter den Modulen. Hat auch Anfangs gut funktioniert, nur leider sind im Hochsommer fast beide Microwechselrichter den Hitzetod erlegen. Wir haben dann beide auf String Wechselrichter gewechselt, auch 600 W die dann an kühleren Stelle montiert wurden. War zwar etwas Aufwand im Nachhinein mit der Verlegung der Stringleitungen, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Würden beide auch jetzt noch laufen, wenn nicht auf 800 W Grenze getauscht worden wäre beim Nachbar und ich auf 8 kWp Anlage gewechselt bin ( 2022) , mein BKW wurde entfernt und Angemeldet.
danke für Deinen Erfahrungsbericht! Was für einen Modulwechselrichter hattet ihr? Ich hab vor 4 (oder sind es jetzt schon 5?) Jahre mit einem auf 600 Watt abgeregelten String-WR (mit Netzbetreiber vorab geklärt) angefangen, der jetzt immer noch als Teil der größeren PV werkelt und sich um die drei Module kümmert, die von der Nachbargaube Schatten bekommen können. Hatte ich seinerzeit auch innen im Spitzboden montiert.
Hat jemand Erfahrungen mit gebrauchten Solarmodulen? Hab gerade mal geschaut, der zweitmarkt ist echt riesig. Da werden Module auch verschenkt! Ich würde mir einen aktuellen Wechselrichter holen, nach zwei passenden Modulen schauen, passende Kabel und los gehts. Das wäre für die Rentabilität der Hammer. Auch wenn die Module nicht mehr die volle Leistung bringen, so würde sich das aus meiner Sicht noch rechnen.
Es waren die Microwechselrichter von AP System. Beim Demontieren hat man schon gesehen, dass die etwas “ Aufgebläht “ waren, da vermutlich im Inneren die Kondensatoren geplatzt sind , war zumindest die Vermutung. Fakt ist, die haben eine zu geringe Oberfläche, worüber die Wärme an die Umgebungstemperatur abgegeben wird, da haben String Wechselrichter den klaren Vorteil, da die durch die Kühlrippen geschätzt die 10 > fache Oberfläche haben worüber die Wärme abgeführt wird. Da ich auch eine große Anlage habe mit einem 4,2 KW Wechselrichter, der auch diese Kühlrippen hat und auch nur Passiv Gekühlt wird, weiß ich wie Warm die werden wenn im Sommer über 10 Std eine Dauerleistung von über 4 KW kommt. Ich selbst habe noch Aktive Kühlung geschaffen und 2 PC Lüfter über Netzteil was in Steckdose ist und mit Temperatur Fühler angesteuert ist, der ab 40 • die Lüfter anschaltet .
Gruß Jörg
PS. Im Handbuch steht bzw stand drin ; WR möglichst an Kühler Stelle montieren mit ausreichend Luftzierkulation , weiterhin stand drin ,dass ab Temperaturen um 60 • der WR abregelt und sich vor Überhitzung schütz . Tja hat wohl nicht funktioniert