ich bin neu hier im Forum und finde es super! – die ganzen Diskussionen und Erfahrungswerte sind besonders hilfreich!
Wir sanieren aktuell ein Haus (DHH, BJ 50er) mit 107 qm Wohnfläche + ca. 50 qm Keller. Bisher wurde mit Nachtspeicheröfen geheizt, Warmwasser kam über Durchlauferhitzer – beides fliegt jetzt raus. Da wir ohnehin alles aufmachen, stellt sich für uns die Frage: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit FBH oder alternativ Brauchwasser-Wärmepumpe + Splitklimas?
Haus / Sanierung / Dämmung (Stand & geplant):
Doppelhaushälfte
Haus im Erdreichbereich trocken gelegt und gedämmt/abgedichtet
EG: 34 cm Mauerwerk, nächstes Jahr voraussichtlich 10 cm Außendämmung drauf
Kellerdecke: Beton, nur 10 cm stark
EG-Decke: Holzbalkendecke, wird ebenfalls gedämmt
OG-Decke wird ebenfalls gedämmt (DG bleibt ungenutzt, nur Abstellfläche)
Dach wird in den nächsten Jahren komplett erneuert und natürlich auch gedämmt
Neue Fenster (3-fach verglast mit warmer Kante) werden diesen Monat eingebaut
Option 1 – Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP):
übernimmt Heizen + Warmwasser
Fußbodenheizung und Leitungen könnten wir jetzt gleich verlegen, da alles offen ist
Option 2 – Klimageräte + BWWP:
Warmwasser über Brauchwasser-Wärmepumpe im Keller
Heizen/Kühlen über Splitklimaanlagen
EG: 1 Außengerät vorne, 1 Innengerät für die offenen 54 qm
OG: 1 Außengerät hinten, 3 Zimmer, davon 2 mit Innengeräten; Flur bekommt ebenfalls ein Gerät (OG zum EG offen, keine Tür)
Schlafzimmer vermutlich ohne eigenes Gerät
Vorteil: weniger Aufwand, geringere Investition, einfache Nachrüstung
Temperaturrahmen / Kühlen:
Sommer: Durchschnittlich ~18,5 °C, gelegentlich über 30 °C
Winter: Durchschnittlich ~2 °C, Tiefstwerte gelegentlich bis −5 °C
Wir möchten auch im Sommer aktiv kühlen können
Rahmenbedingungen / Offene Punkte:
PV-Anlage fürs Dach ist geplant (nach der Dachsanierung)
Förderungen fallen meines Wissens weg, da wir viel in Eigenleistung machen
Heizlast / Wärmebedarf aktuell nicht bekannt, da sich das Gebäude mitten in der Sanierung befindet
Uns ist bewusst, dass Klimageräte die Luft reinpusten, stört uns aber nicht
Fragen / Diskussionspunkte:
Lieber jetzt in eine LWWP mit Fußbodenheizung investieren (mehr Aufwand / Kosten, dafür zentral gelöst) oder auf die Kombination Klimaanlagen + BWWP setzen?
Wie seht ihr die Praxis bei DHH mit 2 Außengeräten (vorne / hinten) bzgl. Lautstärke, Effizienz, Nachbarn?
Hat jemand Erfahrungswerte mit ähnlicher Ausgangslage (Sanierung, ~100 qm, PV geplant, möchte auch kühlen)?
Über Tipps und Einschätzungen, worauf wir achten sollten bzw. was langfristig sinnvoller wäre, würde ich mich sehr freuen – besonders auch über Praxisberichte!
Wie ist denn dein Zeitplan? Hintergrund: Heizen mit Split-Klima kann Segen oder Fluch sein, was total individuell ist. Da hast du also ein Risiko, ob ihr das überhaupt für das richtige System haltet. Deshalb würde ich da erstmal einen Winter mit einem Gerät im Wohnzimmer einen Test machen.
Nebenher: Auch wenn du auf LWWP gehst, sind 2-3 Split-Klima für den Sommer sinnvoll und in der Übergangszeit kannst die auch noch zum Heizen laufen lassen, weil die sehr schnell Wärme reinbringen und du über bedarfsweises Heizen so noch einiges sparen kannst gegenüber LWWP.
Bevor du aber irgendwas planst, muss klar sein, wie das Gebäude saniert wird, welche Dämmwerte du erreichst und wie hoch die Heizlast dann ist. Was du aber oben schon geschrieben hast dazu, hört sich das dann nach recht gut gedämmt an. Kellerdecke sollte natürlich auch gedämmt werden.
Gut gedämmt in Kombination mit LWWP und Fußbodenheizung wird sicherlich den besten Wohnkomfort bei recht niedrigem Verbrauch bedeuten. Auch den besten Wiederverkaufswert. Aber vermutlich auch recht teuer in der Gesamumsetzung.
Wir wohnen aktuell noch nicht im Haus, ein frühester Einzug wäre wahrscheinlich erst Anfang 2026, der Innenausbau läuft vorher. Eine Kombination aus LWWP und Split-Klima ist für uns finanziell nicht machbar, wir müssen uns also leider auf eine Lösung festlegen. Der Wiederverkaufswert spielt derzeit keine große Rolle, da wir langfristig (20–30 Jahre) in dem Haus bleiben möchten.
Wir würden gerne mit einem Gerät rumtesten aber praktisch lässt sich das mMn. nicht sinnvoll umsetzen, da die Sanierung inklusive Dämmung erst noch kommt. Ein späterer Test würde auch zu spät sein um beispielsweise noch eine Fußbodenheizung zu verlegen. Denkbar wäre höchstens, punktuell mit Heizlüftern ein Gefühl für die Raumerwärmung zu bekommen (ohne Dämmung/Türen…), um die Entscheidung für das endgültige System besser einschätzen zu können - mit dem Luftstrom haben wir kein Problem.
Abschließend würde mich noch interessieren, ob du aus Erfahrung sagen würdest, dass die Heizlast nach der Sanierung eher bei 5–7 kW liegt (Chatgtp gefragt), oder ob wir mit mehr rechnen sollten. Ich weiß, dass die Taktung bei beiden Optionen eine wichtige Rolle spielt, aber so wie ich es verstehe, ist diese bei einer Split-Klima nicht ganz so katastrophal wie bei einer LWWP.
-Dämmung Decke EG ist sinnlos, drüber ist ja beheiztes OG
-Dämmung Decke OG ist gut und günstig => Kaltdach
-Wenn das Dach nicht Wohnraum werden soll, wäre Dämmung natürlich auch sinnlos
Option 1 – Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP):
-Stichwort Panasonic Aquarea. Gibts komplette Sets. Monoblock = einfache Installation - d.h. alles über 15-20 t EUR vom Installateur ist meiner Meinung nach überteuert, wenn nicht weitere Arbeiten im Haus zu tun sind (Heizkörper, Elektrik). Eine FBH neu installieren zu lassen treibt den Preis natürlich enorm nach oben. FBH kann mit LWWP auch begrenzt kühlen (also hierzulande reichts immer)
Option 2 – Klimageräte + BWWP:
ich würde in den Schlafzimmern aus Geräuschgründen immer Single Split nehmen. Die kommen mit der Leistung weiter runter. Wenn ihr keins im Schlafzimmer braucht, braucht ihr wenigstens eine Luftentfeuchtung (“Bayernlüfter” o.ä.), sonst schimmelt es. Nen dezentrales Be- und Entlüftungsgerät macht aber auch Geräusche…
Außerdem lieber eine Truhe zum Heizen, als ein Gerät oben an der Wand.
Warmewasser:
Wenn man nur zu zweit ist und nur kurz duscht, rechnet sich ne BWWP nur langfristig. Dann reicht auch ein zentraler -elektronischer!- Durchlauferhitzer. Den kann man bei Basteltrieb mit Solarthermie/ kleinem Puffer kombinieren.
Hab grad nur mein Handy hier, daher kurz: Befasse Dich mal mit ubakus.de um Deine Dämmung und Heizlast richtig rechnen zu können. 10cm Dämmung außen ist ziemlich dürftig. Wenn es am Dachüberstand mangelt, ggf erst das machen. LWWP kann man auch DIY machen, aber die eigene Zeit ist natürlich auch endlich und als Laie muß man sich auch erstmal einlesen …
Um noch abschließend auf die Fragen zu antworten (ich bewohne nen 150 qm Altbau ungedämmt, beheizt mit Klimas:
-lieber auf Klimaheizung gehen, weil Verbau FBH aufwendig und teuer, wenn nicht Eigenleistung
-lieber nur Singlesplit Klimas verbauen. Je größer die Wärmetauscherfläche am AG in Relation zur Leistung ist, desto leiser laufen die AG, gerade auch bei Teillast (also meistens). Das schont auch die Nachbarn.
-lieber ein paar hundert EUR in extra Klimaleitung investieren, um die AG dorthin zu verlegen, wo sie nicht stören
ich würde auch erst das Dach machen lassen. Sonst ruinieren die Dachdecker später zwangsläufig die Dämmung der obersten Geschoßdecke.
Und dann kann man ggf auch gleich das Dach dämmen statt der Geschoßdecke.
Problematik notwendige Dampfsperre OG zu Dachboden wäre dann auch erledigt.
Wir sind aktuell zu dritt – zwei Erwachsene und ein Kind, ein weiteres Kind folgt. Die Dachdämmung ergibt für uns Sinn, da wir ohnehin am Dach arbeiten und die alten Ziegel austauschen. So können wir gleich ordentlich dämmen und behalten die Option, das DG später als Wohnraum zu nutzen, falls unsere Familie wächst. Die EG-Decke habe ich mitgedacht, weil wir den Aufbau ohnehin erneuern und gleichzeitig die Schallübertragung reduzieren wollen; dadurch ergibt sich für mich automatisch eine Dämmung. Das wäre unsere Überlegung bei einer LWWP: Sie bietet den maximalen Komfort, kostet aber mehr und erfordert zusätzlich die Verlegung aller Leitungen sowie Heizkörper oder Fußbodenheizung.
Oben würden drei Innengeräte benötigt werden (zwei Kinderzimmer plus Flur). Mit Single-Split-Geräten würde das leider drei Außengeräte bedeuten, was uns zu viel erscheint. Deshalb denken wir hier eher an eine Multisplit-Lösung. Wie laut oder leise die Geräte im Betrieb sein können und wie störend das ganze ist kann ich nicht einschätzen.
Weshalb Truhengeräte sinnvoll sein sollen, verstehe ich noch nicht ganz. Wir würden die Deckengeräte ohnehin direkt über den Türen anbringen, und die Schlafzimmertür würde vermutlich fast immer offenstehen - trotzdem noch ein Lüftungssystem nötig? hab bisher hier noch nichts in die Richtung gelesen. Die Räume oben sind übrigens alle etwa 4 × 4 m groß.
wenn man am Multisplit nur 1 IG in Betrieb hat und liegt unter der Mindestleistung des AG, taktet die Sache wild herum. Das nervt dann innen (besonders Schlafzimmer) und die AG Effizienz ist im Keller.
Beim IG Wand/Decke bildet sich bei geringer IG Lüfterleistung eine deutliche Wärmeschichtung im Raum. Kopf warm, Füße kalt.
Bei der Truhe hat man mehr den Konvektionseffekt eines normalen Heizkörpers
Danke für den Hinweis! Das Dach machen wir aus Finanziellen Gründen ebenfalls selbst - hier haben wir zum Glück Support von Freunden die in diesem Gewerk tätig sind.
Hier machen wir uns am besten nochmal gedanken - Truhengeräte sind natürlich kein KO Kriterium für uns.
Danke und klingt erstmal vernünftig. Vier AG sind leider keine Option, ggf. gibt es eine Multisplit die mit so einer Situation vernünftig umgehen kann - Dafür wurden die doch eigentlich Entwickelt oder? Das alle “mitlaufen” ist mir bekannt und ist mMn auch voll OK.
Meine 4MXM braucht für das erste IG immer mindestens 500 Watt und für alle weiteren ca 200 - 300 Watt drauf.
Single Split im Wohnzimmer 35 qm eiert dann immer unter 200 Watt rum.
Hier läuft auch nur 1 IG am 4er, mein innerer Monk begeht da jedes Mal fast Selbstmord ^^
Meine Duo Split ist aber nicht so schlimm, da gehts ab 350 Watt los.
Bei Räume die identisch von Aufbau und Nutzung sind und wo voraussichtlich die Geräte eh gleichzeitig Laufen kann man absolut bedenkenlos Multisplit nehmen.
Ich kann schon verstehen, dass man sich nicht sechs Geräte oder so an die wand tacken will
Zwei der Innengeräte würden tatsächlich so betrieben werden, wie du es beschrieben hast. Das dritte würde wahrscheinlich etwas anders laufen, aber voraussichtlich nicht unabhängig von den anderen.
So wie es derzeit aussieht, scheint für uns die sinnvollste Lösung zu sein, auf LLWP in Kombination mit BWWP zu setzen.
Hab ich selber keine Erfahrung mit, aber ein Freund hat beim Dachausbau die drei Kinderzimmer auch mit einer Multisplit Klimaanlage erschlossen zum Heizen und da Südseite auch Kühlen. Sind/waren da sehr zufrieden mit (die meisten Kids inzwischen ausgeflogen).
Ist bei mir auch so. Hab auch ne 4er Split. MXM68. Meine Frau hatte mich vor die Wahl gestellt entweder ein Aussengerät oder gar keine Klimaanlage, also war die Entscheidung klar
Das sind denke ich zwei verschiedene Paar Schuhe. Das Splitklima Gerät trocknet die Luft ja nur im Sommer, wenn wir kühlen, aber nicht in der Heizperiode. Allerdings fördert der Luftstrom verbunden mit der Erwärmung der Luft natürlich den Abtransport der Feuchtigkeit in andere Räume und die Außendämmung, die zu warmen Wänden führt und fachgerecht eingebaute Fenster, wo nicht mehr die kalte Luft von außen die Laibung abkühlt, sind auch hilfreich gegen Schimmel. Auch wenn sie gegen Schimmel (worauf meine Frau extrem stark reagiert) letztlich nicht nötig war, möchten wir unsere zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung nach 15 Jahren trotzdem nicht mehr missen und bringt sie uns auch einen guten Teil der Energieersparnis die wir bei der Renovierung gewonnen haben. Details zu unserem RMH: RHM 125 qm, Bremen
Klaro, aber warme Wände unterschreiten nicht den Taupunkt, wo die Feuchtigkeit aus der Luft auskondensiert.
Wie so oft: kommt drauf an. Wenn man die Tür zum SZ sklavisch geschlossen hält, gelangt nur wenig wärmere, feuchtere Luft aus dem Rest des Hauses hinein und dann gehts im gedämmten Haus wahrscheinlich. Wenn man immer Fenster auf Kipp hat, wirds auch gehen. Aber normal ist einen Raum nicht heizen und dann Tür offenlassen einer der Klassiker für Feuchtekondensat/Schimmelbildung, zumal nachts durch die Menschen auf Feuchtigkeit in die SZ Raumluft eingetragen wird.