Das Problem ist, dass das behauptet wird, aber nicht belegt.
Zuerst einmal: Der Stromverbrauch beträgt bei Privatkunden 25% des gesamten Stroms. Diese 25% sind alle Privathaushalte zusammen. Von denen haben 50% Eigentum.
Und die machen nun mit Balkon-PV und mit privaten PV-Anlagen das Netz instabil? Die haben ein geändertes Lastprofil? Wo kann man das sehen?
Nicht schwierig. Immerhin schafft man es auch, am Wochenende den Strom zur Verfügung zu stellen. Man schafft es auch, Kraftwerke morgens und abends anders laufen zu lassen. Wo kommt denn da die Schwerindustrie und Industrie "angekrochen"?
Da stimmt, solange du davon ausgehst, dass das, wie oben beschrieben, auf jene 25% runtersolidarisiert wird. Wenn also weiterhin Mengenrabatte möglich sind, oder wie in Deutschland ein großer Teil der Energiehungrigen Wirtschaft von der EEG Umlage befreit wird. Erst dann, also wenn der große Anteil an Menschen, die Grundlasten bezahlen müssen, die sie überhaupt nicht selber benötigen, dann ja.
Aber du ziehst ja nicht vorher 3600kWh und nachher 3600kWh sondern vorher 3600kWh und nachher über vier Monate nur 1200kWh. Jedenfalls als PV-Besitzer. Oder meinst du ein verändertes Lastprofil wegen E-Auto und Wärmepumpe? Aber selbst der Großteil der Wärmepumpen und Split-Klimas kommt nicht über die Schieflastverordnung drüber. Ja, sie kommen drüber was den THEORETISCHEN Netzanschluss anbelangt. Das liegt an deren Leistungsangaben. BIS ZU xyKW kann die Split-Klima aus dem Netz entnehmen. Kauf ich nun 6 Stück dafür für meine Wohnung, werden die nach neustem Gesetzesentwurf zusammengezählt. Dass ich aber bei NAT gerade mal 10KW Wärme, und damit insgesamt nur 3,3KW Leistung mit ALLEN Geräten benötige.... das ist dann wurscht. Und auch da. Das wären 3,3KW für 24h. Das sind am Tag 240kWh Wärme bzw. 70kWh Strom.... keine Ahnung wie groß die Fläche der Hütte da sein müsste....
Wie du selber schon festgestellt hast, verändert sich die Struktur. Es wird also so wie du es schreibst dazu kommen, dass man nicht mehr 3600kWh im Jahr, sondern 3600kWh im Winter benötigt. Das bedeutet, die Kraftwerkbesitzer müssen immer noch exakt genausoviel Strom zur Verfügung stellen wie vorher, nur an anderen Monaten. Eigentlich müssten die Leitungen nun glühen. Immerhin hat man bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor bisher nur rechnerisch 9,8kWh am Tag, also vielleicht mal was zum kochen gehabt. Und da das nicht gleichzeitig passiert.... Also reichen die Leitungen aus.
Nun aber wird das in 100 Tagen passieren. Also müssen die Leitungen 3-4 mal soviel aushalten.
Nur obacht! Die 50% Mieter können TROTZDEM alle ihr Auto nicht an der privaten Ladesäule laden, weil die haben kein Eigentum die Dinger dahin zu stellen weil sie kein Eigentum haben... Das heißt die 50% sind generell einmal von einer neuen Infrastruktur abhängig. Dann der Gleichzeitigkeitsfaktor. Fahren denn ALLE gleichzeitig nach der Arbeit zum tanken? Dann bräuchten wir doch eine unsagbare Menge an Tankstellen. Oder ist es so, dass da nur immer ein Teil von hinfährt? Müssen die auch ALLE vollgetankt werden?
Genau, das hängt davon ab, wieviel die fahren, wann die tanken, wo wie was. Und alle diese Daten zu E-Autos haben wir nicht, wir haben die Infrastruktur nicht.
Und jetzt müssen ALLE solidarisch eine Infrastruktur für genau jene bezahlen? OHNE das Lastprofil zu kennen? Ohne Daten und Fakten, einfach nur aus dem Ärmel heraus? Und zwar NUR die privaten Endkunden?
Das ist das, was mich ärgert. Aber andersherum, wie immer, auch. Wenn ICH z.B. einspeise fände ich es nur recht und billig, wenn ich ebenfalls Netzgebühren zahlen müsste. Und zwar KEINE MENGENRABATTE! Nicht der Grundlastkraftwerkbetreiber bekommt sein Geld, ich werde abgeregelt. Ne. DER wird AUCH ABGEREGELT. Nur dann investiert der aktiv. So wie man hier ja auch überlegt zu investieren weil einem sonst was entgeht und das Netz zu entlasten. Soll der Kraftwerkbesitzer auch das Netz entlasten. Siehe oben, ich bezweifel ganz stark, dass die privaten PV-Anlagen überhaupt eine Signifikanz haben.
Herr Schmitz hat in seinem Video schon angemerkt, auf ganz Deutschland glättet sich das raus. Und genauso denke ich glättet sich das auch im Niederspannungsnetz raus. Nur nicht, wenn dort ZUSÄTZLICH dicke PV oder dicke Windkraftanlagen dranhängen. Denn genau dann ist es zuviel. Und abgeregelt werden sollen dann Tausende und Abertausende und neue Gesetze und Regelungen. Für etwas, was der mit der privaten PV gar nichts kann.
Und wenn doch, dann GÄBE es sie doch. Die Daten und Tabellen und Grafiken nach denen ich frage. Übrigens auch im PV-Forum frage. Auch dort bisher keine wirklichen Daten. Zu Österreich gibt es bei der e-control (für die Netzanbieter in Österreich die übergeordnete Stelle) den Hinweis, dass die Lastprofile für private Haushalte BERECHNET werden. Es gibt also entweder keine Daten, oder man WILL sie bewusst nicht nutzen. Wenn mir als Energieunternehmen, welches weiterhin PV, Wind, Erneuerbare Energien zubaut, der Netzanbieter gehören würde, ICH würde die Kosten des Netzausbaus, für den ich selbst verantwortlich bin, auch auf die kleinen Anlagen und auch auf die Verbraucher runtersolidarisieren. So mache ich die PV-Anlagenbesitzer auch noch passiv zum Buh-Mann. "Guck mal, weil DER ne PV hat müssen WIR ALLE mehr bezahlen! Der Asoziale Arsch der!"