Negative Strompreise

In den Netzausbau. Beispiel: Früher gab es im Süden von SH 3 AKWs an der Elbe und sonst war da nicht viel Stromerzeugung. Heute hat SH 15 GW an EE-Kapazität. Das meiste davon im Nordwesten. Bis 2030 soll die noch beträchtlich wachsen. Dazu speist seit 2021 ein neues Kabel aus Norwegen (Nord-Link) bis zu 1,4 GW an der Westküste ein. Die Netze dafür gab es nicht. Die mussten gebaut werden. Bis vor kurzem durften die Schleswig-Holsteiner das allein bezahlen, hatten ca. 6 Cent höhere Netzentgelte als der Bundesdurchschnitt und haben dadurch in den letzten 20 Jahren einen vierstelligen Betrag pro Haushalt zuviel bezahlt.

Allein Südlink mit dem Abzweig Süd-Ost-Link kostet wieder um die 15 Mrd. Es wollen zwar alle billigen Strom, aber eine Freileitung in der Nähe will keiner. Also Erdkabel 3-5 mal so teuer. Das findet sich dann in den Netzentgelten wieder.

Genau: Die Netzkosten werden primär durch die vorzuhaltende Kapazität bestimmt, auch wenn Du die nur eine Stunde im Jahr nutzt. Oberste Prämisse ist ja, dass das Netz nie zusammenbricht.

Bislang haben die Haushalte A, B, C und D jeweils 5.000 kWh pro Jahr bezogen. Das Netz dafür hat 60.000 Taler gekostet, umzulegen über 40 Jahre, mit Kapitalkosten 2000 Taler im Jahr. Es waren 0,1 Taler Netzkosten auf die kWh umzulegen. Jetzt haben A, B, und C PV-Anlagen und beziehen nur noch 1.677 kWh pro Jahr aus dem Netz. Das Haus von D steht unter Denkmalschutz und der darf kein PV errichten. Dann müssen 0,2 Taler pro kWh statt bisher 0,1 Taler pro kWh umgelegt werden, weil bei unveränderten Netzkosten in Summe nur noch 10.000 statt früher 20.000 kWh aus dem Netz bezogen werden. A, B und C zahlen trotz erhöhtem Netzentgelt dann 333 statt früher 500 Taler Netzentgelt pro Jahr. D zahlt 1000 statt früher 500 Taler Netzentgelt pro Jahr. Oder man findet das dann ungerechnet, stellt fest, dass es eigentlich um Fixkosten für die Vorhaltung von Kapazität geht und jeder Haushalt zahlt zukünftig 500 Taler für das Netz - unabhängig davon, ob er dann 500, 5.000 oder 50.000 kWh über seinen Anschluss zieht.

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Wenn Du gar keinen Netzanschluss hast, bist Du fein raus. Man braucht für Dich keine Netzkapazität, auch nicht im tiefsten Winter vorhalten.

Und genau deshalb überlegt sich derzeit die BNetzA wie man die Netzentgelte neu umlegt: Bundesnetzagentur eröffnet Diskussion über Stromnetzentgelte – pv magazine Deutschland

Es macht keinen Sinn mehr die Netzentgelte nach genutztem Stromverbrauch umzulegen. Nur weil ich mit meiner PV-Anlage vom März bis Oktober fast keine Netzentgelte zahle, kostet mein Anschluss in dieser Zeit trotzdem eine Menge. Und wenn ich einspeise, belaste ich auch das Netz. Das kostet auch.

Zitat aus dem Artikel:

Bislang müssen in Deutschland Netzeinspeiser keine Netzentgelte entrichten, sondern diese werden ausschließlich von den letztverbrauchenden Netzkunden gezahlt. Der Ausbau der Netze wird jedoch hauptsächlich durch den Zubau an neuen Erneuerbaren-Anlagen notwendig. Auch in anderen europäischen Ländern würden daher auch bereits Einspeiser an den Netzkosten beteiligt.

Das macht m.E. auch Sinn. Es kann doch nicht sein, dass Einspeiser keine Netzantgelte zahlen und Mieter ohne Möglichkeit etwas einzuspeisen zahlen im Endeffekt den großen Anteil der Netzkosten.

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Naja sind wir halt doch abhännig im Winter oder halt alternative Quellen bzw das Gas was wir nun jezt nicht verbrennen ist ja auch ein Speicher nicht sehr ökologisch zwar aber erstmal nicht verbrannnt

Ok, dann hast Du keine Vollinsel, sondern eine Insel, die zu bestimmten Zeiten keine Insel mehr ist, sondern mit dem Netz verbunden ist. Auch dafür entstehen Netzkosten, die umgelegt werden müssen.

OK, gehe ich mit, aber dann zahlen bitte alle Erzeuger Netzentgelte an Hand ihrer Einspeisung.

Sinnvoll wäre es, anhand der Leistung die Bezogen oder angegeben wird zu zahlen. Das würde die Spitzen glätten.

Ich denke wir reden die ganze Zeit deswegen aneinander vorbei weil davon ausgegangen wird, dass 84 Mio. Menschen in Deutschland von den Leitungen profitieren.

Fakt ist und bleibt, dass aber nur 25% des Stroms an private Haushalte geht. Wenn also in Schleswig-Holstein nun der Strom NUR FÜR Schleswig-Holstein genutzt wird, dann kann man diesen die 6ct berechnen für den Ausbau. Jetzt GEHÖRT das den Schleswig-Holsteinern, die haben ja dafür bezahlt. Ergo können die nun die Netzgebühren für sich auf 0 setzen und der Wirtschaft/Industrie das Netz entgeldlich zur Verfügung stellen. Haben also ALLE in Schleswig-Holstein 6ct mehr bezahlt, oder nur die Endkunden (Bürger)?

Plakativ: Es wird in meinem Dorf ein Stahlwerk gebaut und dafür wird eine 100MW Leitung benötigt. Vorher wurden 100MW für die Leute hier zur Verfügung gestellt. Also brauchen "wir" auf einmal 200MW und daher werden unsere Netzkosten von 5ct auf 10ct erhöht. Weil "wir" ja nunmal jetzt 200MW haben statt vorher 100MW damit das Netz nicht zusammen bricht.

Bei dir gibt es nur private Haushalte und die teilen das unter sich auf, je nachdem wer wie wo was bezieht und vorbehalten haben muss. Wenn also die Haushalte mehr E-Autos haben muss das Netz ausgebaut werden um jederzeit 24h/365 das E-Auto laden zu können. Für diese Vorhaltung wird jetzt von jedem Geld bezahlt in den kWh.
Das o.g. Stahlwerk existiert gar nicht in diesen Berechnungen.

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Mir klingt der Vorschlag zu sehr nach Bestrafung und Verteufelung von PV.

Bisher ist Eigenverbrauch gemessen in TWh vor allem durch Erdgas getrieben gewesen, KWK für den Eigenverbrauch von Industrieparks. Auch im Jahr 2024 ist dieses Verhältnis noch 12 TWh PV selbst genutzter Strom zu 48 TWh Erdgas selbst genutzter Strom. Aber rhetorisch eingedroschen wird auf die PV.

Dazu gilt die Logik auch für Verbrauch. Der Energie effiziente Kühlschrank ist demnach hundsgemeine Entsolidarisierung, weil man spart ja Netzentgelte, die dann durch andere gezahlt werden müssen. Wenn man also ein Art Strafsteuer auf PV einführt, kann man die gleich auch auf Energie effizientere Kühlschränke einführen oder auf Verbrenner Autos.

Meiner Meinung nach brauchen wir ein einfaches System, dass einigermaßen die wahren Kosten wiedergibt:

In der untersten Netzebene berechnet man bei Export aus dem Ortstrafo für lokalen Verbrauch das gleiche wie für Einspeisung. Dafür braucht man nur eine Messung der Flussrichtung im Ortstrafo. Lokaler Verbrauch und lokale Speicherung werden damit in Überschuss Situationen angereizt und damit die Notwendigkeit für den Netzausbau verringert.

Die Nutzung des Ortstrafos belegt man mit einfachen variablen Netzentgelten, 0 Cent bei weniger als 50% Auslastung, 5 Cent bis 75% Auslastung und darüber, 20 Cent. Wer in der Zeit einspeist, bekommt nicht nur die Einspeisevergütung, sondern auch vermiedene Netzentgelte.

Statt einer Deutschland weiten Preiszone gibt es ganz viele lokale Preise. Wenn in Niederzier (Gemeinde mit viel Wind) der Preis bei 2 Cent liegt und in Köln 30 km weiter bei 10 Cent geht die Differenz von 8 Cent an die Betreiber der Leitungen zwischen Niederzier und Köln. Gegebenfalls reicht das vollkommen, um die Kosten der oberen Netzebenen abzudecken.

Mit so einem System zahlt man nicht für Netz, dass man gar nicht braucht, und man wird für Alternativen belohnt.

Wenn lokaler Überschuss aus PV und Wind da ist, zahlt man das, was die Einspeiser bekommen. Das macht Elektroautos und Wärmepumpen super attraktiv.

Negative Strompreise gibt es bei so einem System nie, Wind und PV sind leicht abzuregeln. Im Normalfall wird man aber lokale Abnehmer finden, wenn die den Strom wirklich fast umsonst bekommen können und nicht wie heute gar nicht preislich mitbekommen, dass lokal Strom im Überfluss da ist.

Extrem hohe lokale Preise reizen Alternativen an, also zum Beispiel den Motor als Backup, die Verbrenner Heizung als Backup, das Elektroauto mit Vehicle to load, dass direkt am Windrad lädt, um den Netzengpass örtlich zu umschiffen.

@hger

Das ist aber nicht gerecht. Der Strom verschwindet nicht in den höheren Netzebenen, das ist das was ich meine. Der Strom bleibt im besten Fall in der Netzebene 7 hängen. Dann nicht bei dir, nicht bei deinem Mitbewohner im MFH sondern im Nachbarhaus. Und das macht alles der Trafo, der vorher von Netzebene 6 den Strom zu allen Haushalten geleitet hat, der leitet nun innerhalb der Netzebene 7. Da sind dann auch weniger Verluste. Und ja, damit wird ebenfalls das Netz belastet, aber nur innerhalb bis zum Trafo und nicht außerhalb. Das dann exakt genauso bezahlen zu lassen wie eben die Weiterleitung durch niedrigere Netzebenen ist ungerecht.

Eher nicht. Von Netzebene 6 kommt Strom zu 3ct und von den privaten PV kommt Strom vom Dach der dann weg ist weil die Netzgebühren höher sind, als das was man mit 3ct einfahren könnte. Sorgt dann wieder für 0-Einspeiser.

Wettbewerb. Wenn kein träges Kraftwerk heruntergefahren wird, ist Strom im Netz. Der soll weg weil jetzt viel EE kommt. Also wird EE abgeregelt. Das ist ungerecht. Das ist ja wieder das Argument der Gegenseite: Vorhaltung der Kapazität im Netz für EE. Ich habe 12KW Einspeiselimitierung, das bedeutet ich darf jederzeit mit 12KW einspeisen. Dafür dann später Netzgebühren. OB jemals auch nur eine KWh eingespeist wird ist egal....

Extrem hohe Preise würden wir dort brauchen wo wirtschaftlich gerechnet wird. Wenn der Strom für ALLE gleich hoch wäre, Netzgebühren gleich, Strompreis gleich, dann würde in großem Maßstab noch mehr EE gebaut werden, weil sich Unternehmen dann sofort und unmittelbar was kaufen würden, auch Speicher. Deswegen ist ja auch genau das passiert zu Anfangszeiten bei Russland/Ukraine. Jetzt flacht das wieder ab. Also soll der Buhmann der private PV-Anlagenbesitzer sein. Im Niederspannungsnetz. Genau dafür bräuchte man Belege. Damit die Argumentation mit der Überlastung durch das NieS-Netz nicht nur ausgeschrieben wird sondern schwarz auf weiß mit Daten und Fakten.

Vorher ist nur wieder rumdoktoren und Kosten umlegen auf "solidarische Weise" was nur bedeutet, dass das die Bürger zahlen während weiterhin geaast wird. Wie du schreibst, dann ist der energiesparende Kühlschrank letztlich für das Netz selbst ein Übeltäter weil er wenig verbraucht...

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Ja richtig, was da an wirklichen Aufwänden anfällt ist:

  1. Bagger, Leute, Kabel vor 30 Jahren, als das Stück Leitung zwischen dir und den Nachbarn verbuddelt worden ist => Abrechnung über einmalige Erschließungsgebühren
  2. Reparaturen an der Leitung => Abrechnung über Grundgebühr, Reparaturen am Kabel direkt vor Deinem Haus sind so selten da reden wir über vielleicht 5 Euro im Jahr als kostenreflektierende Gebühr
  3. Leitungsverluste, etwas Strom heizt die Erde neben der Leitung zum Nachbarn. Dein Einspeise Zähler zählt deswegen etwas mehr kWh als beim Nachbarn ankommen => so wenig packen wir pauschal in die Grundgebühr, könnte man auch 2% Verlust ansetzen und Bezug 2% teurer als Einspeisung machen
  4. Abrechnungskosten => am einfachsten in die Grundgebühr

Ich mag Peer to Peer trading nicht, das ist unnötig kompliziert, um Strom direkt an Nachbarn zu verkaufen. Den prinzipiellen Anreiz finde ich aber gut, daher die Methode Einspeisung in Cent pro kWh = Bezug in Cent pro kWh bei lokalem Überschuss.

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Wenigstens so wie das heute in Deutschland gemacht wird. Die Finanzierung der internationalen Leitungen funktioniert anders:
Ist in Norwegen der Strompreis 3 Cent und in Deutschland 7 dann bekommt der Betreiber der Leitung pro transportierter kWh die Differenz von 4 Cent. Ein eigentliches Netzgelt fällt da gar nicht an.

Finanziert werden müssen halt auch die anderen Netzebenen: Netzebene (Stromversorgung) – Wikipedia

Ebene 6 und 7 ( Umspannung zwischen Mittel- und Niederspannung, Niederspannungsnetz) kostet auch einiges, insbesondere wenn mehr und mehr Ihren eigenen Strom erzeugen und sich aus dem Netz im wesentlichen nur im Winter bedienen. Sowie im Sommer eine Menge in das Netz einspeisen.

Wenn da keine einvernehmliche Lösung gefunden wird, vermute ich, dass die Grundgebühren massiv steigen werden. Was aber auch nicht optimal ist, weil es nicht motiviert Speicher aufzubauen.

Wer? Genau darum geht es ja. Wenn die Endkunden, also in Netzebene 7, sich PV-Anlagen aufs Dach setzen, dann entlasten die diese Netzebene mit ihrem Strom. Da muss also weniger ausgebaut werden anstatt mehr. Anders sieht es bei jenen aus, die mehr WOLLEN. Wer also dann mehr WILL, der muss bezahlen. Wenn das bedeutet, dass ein Unternehmen mehr benötigt, zahlt es mehr. Es muss ja mehr vorgehalten werden. Wenn jemand sein E-Auto laden will mit 22KW, dann benötigt der mehr, also muss er mehr zahlen, weil mehr vorgehalten wird.
Wenn in der Netzebene 6 PV-Großanlagen gebaut werden, dann muss es für jene Abnehmer geben. Und wenn diese Abnehmer aber selber PV haben, dann kann es nicht sein, dass für die Großanlagen Infrastruktur gebaut wird, bezahlt wird von den Kunden, und den Kunden mehr oder minder die Anlage abgeschaltet wird oder begrenzt oder runtergeregelt mit der Begründung, es gäbe "zuviel Strom". Na klar gibts zuviel Strom. Von den Großanlagen.... Die sie mitfinanzieren.

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Bekommt dann der nicht einspeist Geld dafür, da dieser damit die Netze entlastet, wenn diese nicht benutzt werden ?

Der mit Insel der nicht einspeist - müßte dann jede selbst verbrauchte nicht netzbelastenede kWh bezahlt bekommen - als Belohnung - wird ja gefordert - es muß sich lohnen.

Mit Zähler vor der PV für produzierte Energie die Netze Entlastet - gibt es Geld

Wurde ja auch Zeit, das Insulaner irgendwie ihren Beitrag besser erstattet bekommen :slight_smile:

Das "WIR" @Guido ist aber einer subjektiven Einschätzung geschuldet. WIR ist auf gar keinen Fall die Mehrheit. Sofort erkennbar am Verkauf neuer Fahrzeuge - die Masse = Mehrheit WILL Verbrenner. Die Wahl hat auch eindeutig gezeigt - es gibt keine eindeutige Mehrheit. AFD Wähler wollen Atomstrom, Gas aus Rußland und den Rückbau erneuerbarer Energie. Die CXU will Verbrenner, will Atom - will keine Windkraft in Bayern und dort auch keinen Atommüll.

Ich bin da nicht Teil von @Guido seiner Vorstellung von WIR = ALLE.

Die Netze gehörtem den Steuerzahler - ist aber Gott sei Dank privatisiert. Das ist ja auch "zwingend" notwendig gewesen, da die Energieversorgung damit nun viel effektiver, günstiger und bunter geworden ist. Ein Vorteil für Alle. Statt staatlich kontrolliert - nun Netzbereiber, Versorger und Meßstellenbetreiber. Das ist mal transparent, das ist mal günstig, der Verwaltungsapperat ist damit schlank und handlich - alles aus anderer Hand. So eine klare Struktur und einheitliche Lösung ist gut einfach beherrschbar und für alle ein großer Vorteil. Damit kann man garantiert keine einheitliche, gunstige oder gerechte Preisstruktur erreichen - alles richtig gemacht :slight_smile:

Die Aufgabe der BNA

Die 12 TWh eigene Erzeugung aus PV entsprechen etwa 2,5% des deutschen Bedarfs. Deswegen sind die Netzentgelte nicht von 5 auf 10 Cent gestiegen. 2,5% von 5 Cent wären etwas über 0,1 Cent mehr.

Die 48 TWh eigene Erzeugung aus Erdgas da regt sich dagegen niemand drüber auf, aber kleine PV Erzeugung wird verteufelt.

Das ist das eine, zum anderen lösen Strafabgaben auf kleine PV Anlagen das eigentliche Problem nicht, die Anreize für weniger Netzausbau stimmen nicht.

Idealerweise steigt der Verbrauch auf das Doppelte und wir kriegen das größtenteils mit dem bestehenden Netz hin. Da muss dann auch niemand mehr pro kWh zahlen, da kann in Summe deutlich weniger pro kWh gezahlt werden.

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Das ist ja wieder andersherum.
Wenn 12TWh eigene Erzeugung 2,5% des deutschen Bedarfs sind, und 25% an private Haushalte gehen, dann sparen private Haushalte 10% ein. Diese 10% sind im Niederspannungsnetz gespart.

Ich verstehe auch nicht, was da soviel ausgebaut werden muss. Wofür? E-Auto kann man auch an ner Steckdose laden 12 Stunden lang. Wärmepumpe oder Split-Klima haben eine Dauerlast von vielleicht maximal 4kW elektrisch * 24 Stunden. Und selbst wenn, dann ist eher die bisherige Kostenstruktur verrückt. Dann einfach Hausanschlüsse neu absichern lassen und die Vorhaltung senken. Jeder Hausanschluss nur noch 11KW. Wer mehr will, muss mehr zahlen. Etc. pp.

Das Problem besteht beim Netzentgelt durch diejenigen mit Solaranlage wie ich, die während der Monate März bis Oktober nichts mehr für den Netzerhalt zahlen, weil sie fast nichts aus dem Netz beziehen. Aber dann im November bis Februar dann doch Strom haben wollen und im Winter das Netz ordentlich belasten und die entsprechende Kapazität vorgehalten werden muss. Da fehlt dann Geld.

Das wird man m.E. nur durch eine höhere Grundgebühr hinbekommen, die dann Teile des Netzentgelts hat.

Klar der Vorschlag kleinere Netzanschlüsse z.B. mit 11 KW, die dann günstiger sind, könnte eine Lösung sein.

Oder man nimmt das vorgeschlagene Modell der BNetzA.

Wenn man von 3000 kWh nur Normal-Strom umsteigt auf Elektroauto und Wärmepumpe und 9000 braucht, kann man 2/3 selbst erzeugen und am bezahlten Netzentgelt ändert sich genau nichts. Im Netz ist viel Reserve auch im Winter, insbesondere nachts. Statt 1/3 lastet man das Netz dann zu 2/3 aus, indem die Batterie / das Elektroauto nachts geladen wird und gut ist ohne Netzausbau.

Für ganz seltene Extremfälle bei der Wärmepumpe kann man vielleicht das Elektroauto mal extern laden oder einen REEV Motor nutzen. Ich habe mir bei der Wärmepumpe und extremen Kälte-Wellen mal mehr Sorgen gemacht. Die sind aber echt selten, gerade im Zusammenspiel mit wenig Sonne. Diesen Februar war es zwar mal sehr kalt zum Beispiel, aber da war es auch sonnig genug.

Hallo,
im Modell der BNA geht es m.A. mehr um die regionale Fairness bei den Netzentgelten. In den Küstenländern wird das Netz für Windparks on- und offshore und FlächenPV massiv ausgebaut. Das geschieht auf allen Netzebenen, doch die Kosten tragen die Verbraucher in dem jeweiligen Netz. Seit Jahreanfang werden die Entgelte der höchsten Ebene (Übertragungsnetz) bundesweit gewälzt. Dadurch ist der Preis um ca. 5 Cent je kWh gesunken.

In den Nordländer geht halt viel Netzausbau in die Erschließung der EE Quellen, doch den Strom verbraucht man nicht hier vor Ort, sondern weiter südlich. Wenn jeder Einspeiser das Netzentgelt zahlen muss und nicht nur der Ausspeiser, dann verteilen sich die Kosten regional besser.

L.G.

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Oder halt off Grid gehen

Ich habe hier mal das Ganze HIN und HER hier gelesen.
Erste Anmerkung, ziemlich egal wie man es macht es wird immer Ungerechtigkeiten geben.
Das Konzept der Netzentgelte stammt aus einer Zeit als private PV noch keine Rolle spielten, da zahlten mehr oder minder alle und es gab wenige "große" Erzeuger und "viele" Verbraucher.
Da hat die Lobby der Großen es geschafft das die Vielen das Netz bezahlen.
Heute ist es etwas anders, es gibt nicht nur die großen Erzeuger sondern auf viele kleine Erzeuger und die vielen Verbraucher sind, zumindest zeitweise, weniger geworden. Konsequenz das System scheint nicht mehr zu passen.

Mal einen Idee ins Unreine gesprochen:
Nicht nur die Verbraucher benötigen das Netz sondern auch die Erzeuger. Wenn beide (Klein wie Groß, Firmen wie Privat) Netzentgelte für die kWh die über das Netz gehen bezahlen wäre es doch halbwegs fair. Der mit der privaten PV zahlt nun für Bezug und Liefern. Die großen Erzeuger zahlen ihren Anteil weil sie das Hochspannungsnetz nutzen.

Nicht desto trotz mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien braucht es auch eine Ausbau der Speicher - Kurzzeit wie Langzeit