Midea Xtreme Save Blue - Vereisung nach Inbetriebnahme | Lösung: Kältemittelmangel ab Werk

bzgl. Undichtigkeit müssten dann natürlich auch die unter den Kappen liegenden Ventile undicht gewesen sein. Die schliessen im geschlossenen Zustand ja glaube ich metallisch, im offenen Zustand per Dichtring?

Falls diese Ventile nicht 100% dicht waren, könnte bzw. müsste bei einem Drucktest der Leitungen dann auch Stickstoff bzw. Luft in das Kältemittel gelangt sein. Je länger der Drucktest, um so mehr. Ebenso würde dann beim Vakuum ziehen evtl. Propan in die Vakuumpumpe gezogen.

Soweit alles Theorie, aber das könnten weitere (problematische) Konsequenzen sein.

Ich gehe eher vom Schrader des Serviceports aus, der undicht ist.

Wenn die Inbusventile nicht 100% dicht sind im zugedrehten Zustand, wäre das in der Tat eine Gefahr, sich Fremdgase ins Kältemittel zu holen, wenn man einen Drucktest macht.

Der kann aber bei neuer Anlage die ab Werk Kältemittelverliert noch nicht schuld sein?

Ok, gut denkbar. Schrader könnte natürlich durchaus auch bei der Inbetriebnahme beschädigt worden sein. Allerdings könnte der Kältemittelverlust dann erst ab Inbetriebnahme passiert sein, und die Kappen hätte dann ja nicht das Werk angezogen, sondern der Installateur?

Oh ja, Denkfehler. Stimmt, dann müssten die Inbus-Ventile nicht richtig geschlossen worden sein. Und zusätzlich dann die Kappen nur handfest drauf.

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Ich habe hier schon zweimal Anlagen umgezogen (MEL & TCL). Beim abschrauben der Abdeckkappen gab es ausnahmslos immer ein leichtes Zischgeräusch. Die Schraubventile sind nicht 100% dicht. Deshalb auch metallisch dichtende Kappen.

Gruß

Ciwa

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Im aufgeschraubten Zustand kenne ich das auch. Wie es im geschlossenen Zustand ist, wäre die Frage. Also Auslieferungszustand. Das kann durchaus anders sein, also dort z.B. metallisch dichten.

Hallo, hier dasselbe Problem. Habe im August 2 Midea Extreme Blue gekauft. Die erste habe ich gestern installiert und siehe da, genau die gleichen Syntome wie hier im Forum beschrieben. Vereisung der Flüssigkeitsleitung am Aussengerät, innen kaum Kühlleistung, Rechts am Innengerät kühler als links und heizen geht ohne Probleme…. Leider bin ich nun unterwegs und kann erstmal nicht weiter recherchieren bzw. neu befüllen. Aber nächste Woche bin ich am anderen Standort und nehme dort die zweite Midea in Betrieb. Mal sehen wie es dann da läuft. Hört sich irgendwie nach einem Werks Chargenproblem an…. wahrscheinlich aufgrund der hohen Nachfrage im heißen Sommer die Qualitätskontrolle vernachlässigt :enraged_face:. Bin gespannt wie viele Fälle hier noch auftauchen.

Gruß Rene

Wie lange hast du gewartet und die Anlage ruhen lassen nach dem befüllen ? Habe ich nun auch vor mir,… Gingen die 380g Problemlos rein im ausgeschalteten Zustand mit den beiden Dosen ? Keine Probleme beim Dosenwechsel ?

Befüllen war an sich kein Problem, die 380g gingen problemlos rein. Da das Kältemittel beim Befüllen auch in der Flasche schon kalt wird, kommen da bei weitem nicht die 370g raus, die da pro Flasche drauf stehen. Eher so knappe 300g. Ist aber bei der Anlagengröße kein Problem, man braucht eh zwei Flaschen und hat damit mehr als genug.

Und in Betriebnahme kurz danach. Mit dem neuen KM nochmal mit dem Schnüffler alles abgesucht, auf dem Dach das Werkzeug eingesammelt und dann nach einem Abstecher zum Sicherungskasten eingeschaltet. Vielleicht 5 bis 10 Minuten? Ich habe die Zeit nicht gestoppt. Aber nach meinem (unqualifizierten) Verständnis sollte ein Wartezeit auch nicht notwendig sein, da zwischen Serviceport und Kompressor ohnehin ein Flüssigkeitsabscheider sitzt.

Beim Umbau auf die zweite Flasche muss man ein wenig aufpassen, damit nicht irgendwo auf einmal flüssiges Propan austritt. Dabei gilt immer: Ventile schön langsam, Stück für Stück aufdrehen.

Daher hier einmal der Ablauf mit dem es gut geklappt hat.

Vorab

Auch wenn es abgedroschen klingt:
Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht! Sowohl die Drücke, als auch das flüssige R290 sind kein Spaß, wenn irgendwas nicht ganz nach Plan läuft!
Und es wird in dem Prozess (planmäßig) Propan freigesetzt. Drüber nachdenken, was das bedeutet und alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Das Evakuieren der Anlage habe ich ohne Monteurhilfe und einem Minimum an Schläuchen gemacht, um unnötige Undichtigkeiten und Engstellen zu vermeiden. Also:
(echte A3-) Vakuumpumpe - Kugelventil - Testo 552 - Schraderdrücker - Serviceport des AG
Danach dann den Schrader geschlossen und zügig auf das "Befüll-Setup" umgebaut.

So hat es bei meiner Anlage geklappt, wenn das verbesserungsfähig ist oder Teile überflüssig sind, mögen die Experten hier das gerne hier anmerken.

Aufbau

Verwendet wurde eine 3-Wege-Monteurhilfe.

  1. Vakuumpumpe (VP) (und mit vorgelagertem Kugelventil absperrbarem Testo 552) an einem seitlichen Abgang der Monteurhilfe
  2. R290 Einweg-Flasche kopfüber mit entsprechendem (geschlossenen) Ventil auf einer Waage in der Mitte der Monteurhilfe angeschlossen. Dabei darauf geachtet, dass der Schlauch komplett in der Luft hängt (also reproduzierbar die gleiche Kraft auf die Waage ausübt, auch nachdem man die Flasche wechselt)
  3. Verbindung zur Klimaanlage am zweiten Abgang der Monteurhilfe (mit Schraderdrücker am Außengerät (AG))

Schläuche evakuieren

Hier habe ich bei jedem Schritt das Vakuum auf unter 0,5 mbar gezogen, das "Nacheinander-Zuschalten" der Schläuche gibt eine zusätzliche Indikation, dass wirklich jeder Schlauch leer gezogen wurde (Vakuum gibt kurz nach und kommt dann wieder, VP wird kurz lauter)

  1. Alle Ventile (Monteurhilfe, Schraderdrücker, KM-Flasche) zu
  2. Vakuumpumpe einschalten, ersten Schlauch leer ziehen
  3. Ventil 1 (VP) an der Monteurhilfe öffnen → damit wird der Schlauch zur KM-Flasche leer gezogen
  4. Ventil 2 (AG) an der Monteurhilfe öffnen → damit wird der Schlauch zum AG leer gezogen
  5. Jetzt nochmal den Schraderdrücker öffnen (fürs Gefühl, es sollte keinen nennenswerten Unterschied im Vakuum machen, da die Anlage ja bereits evakuiert wurde und der gut vorbereitet Umbau keine Minute gedauert hat)
  6. Alle Ventile wieder schließen (Schraderdrücker, Monteurhilfe), Vakuumpumpe kann ausgeschaltet werden.

Befüllen (Flasche 1)

  1. Ventil an der Flasche öffnen, Flasche dabei kopfüber halten. Flasche wieder auf die Waage stellen → der Schlauch bis zur Monteurhilfe füllt sich mit flüssigem Propan
  2. Ventil 2 (AG) an der Monteurhilfe öffnen → Schlauch bis zum AG füllt sich
  3. Waage tarieren, die KM-Menge in den Schläuchen wird so nicht mitgezählt, denn die kommt nachher nicht ins Gerät.
  4. Schraderdrücker am Serviceport öffnen → KM strömt in die Anlage, Waage beobachten, bis nichts mehr aus der Flasche kommt.
  5. Alle Ventile (Schraderdrücker AG, Monteurhilfe, KM-Flasche) schließen. Bisherige Füllmenge merken / aufschreiben und Restfüllmenge berechnen.

Umbau der Flaschen

  1. Vakuumpumpe von der Monteurhilfe trennen, stattdessen ggf. einen Schlauch zum Ablassen des KM anschließen (EDIT: Mit dem Schlauch das austretende Propan an einen "ungefährlichen" Ort / in den Wind leiten)
  2. Nochmal prüfen, dass das Eckventil an der KM-Flasche geschlossen ist.
  3. Langsames öffnen des Ventils 1 (ehemals VP) an der Montuerhilfe. Damit wird der Schlauch von KM-Flasche zu Monteurhilfe geleert.
    Warum so aufwändig und nicht einfach die Flasche abschrauben? Da ist flüssiges Kältemittel im Schlauch (je nach Länge schon mal 10 bis 30g). Den einfach abzuschrauben ist nicht cool. (Also eigentlich sehr, sehr cool :cold_face:, so cool, dass es schon wieder uncool ist; SCNR :see_no_evil_monkey:)
  4. Wenn da nichts mehr kommt, Ventil schließen.
  5. Schauglas der Monteurhilfe prüfen, da darf keine Flüssigkeit mehr sichtbar sein.
  6. Flasche vom Eckventil Abschrauben, Eckventil auf neue Flasche aufsetzen.
  7. Vakuumpumpe wieder an der Monteurhilfe anschließen und einschalten
  8. Vakuumpumpe einschalten, ersten Schlauch leer ziehen
  9. Ventil 1 (VP) an der Monteurhilfe öffnen → damit wird der Schlauch zur KM-Flasche leer gezogen, Ventil 2 (AG) nicht öffnen, in dem Schlauch ist noch "gutes" KM
  10. Alle Ventile wieder schließen, Vakuumpumpe kann ausgeschaltet werden

Befüllen (Flasche 2)

  1. Ventil an der Flasche öffnen, Flasche dabei kopfüber halten. Flasche wieder auf die Waage stellen → der Schlauch bis zur Monteurhilfe füllt sich mit flüssigem Propan
  2. Ventil 2 (AG) an der Monteurhilfe öffnen → Schlauch bis zum AG ist noch gefüllt, da passiert dieses Mal nicht viel
  3. Waage tarieren
  4. Schrader am Serviceport öffnen → KM strömt in die Anlage, Waage beobachten, bis die notwendige Restmenge erreicht ist, dann Schraderdrücker schließen
  5. Alle weiteren Ventile (Monteurhilfe, KM-Flasche) schließen.

Abbau des Füll-Setups

  1. Vakuumpumpe von der Monteurhilfe trennen, stattdessen ggf. einen Schlauch zum Ablassen des KM anschließen (EDIT: Mit dem Schlauch das austretende Propan an einen "ungefährlichen" Ort / in den Wind leiten)
  2. Langsames öffnen des dazugehörigen Ventils an der Montuerhilfe. Der Schlauch zur KM-Flasche wird damit geleert.
  3. Nochmal prüfen, dass der Schraderdrücker geschlossen ist, dann Ventil 2 (AG) an der Monteurhilfe langsam öffnen. Der Schlauch zum AG wird damit geleert.
  4. Schauglas der Monteurhilfe prüfen, da darf keine Flüssigkeit mehr sichtbar sein.
  5. Nun sind alle Schläuche wieder drucklos und es kann alles abgebaut werden.
  6. Kappe am Serviceport aufschrauben mit vorgegebenen Drehmoment festziehen.
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Wow, vielen Dank Dir für die ausführliche und tolle Beschreibung :blush::+1:t3: Werde mich daran orientieren. Leider kann ich es erst in 4 Wochen machen, aber der nächste Sommer kommt bestimmt :sun:

Hi, sehr schöne Beschreibung.

Du schreibst ja jeweils zwei mal Schlauch an Monteurhilfe (VP) anschließen, damit das KM aus den Schläuchen bis zur KM-Flasche entleert wird. Wenn man direkt die Flasche abschraubt würde man ggf. in Kontakt mit dem Kältemittel aus dem Schlauch kommen. Aber wo geht das Kältemittel über den Schlauch hin. Willst du mit dem Schlauch nur sicherstellen das es nicht in deiner Nähe deiner Hände entweicht oder ist dort noch etwas angeschlossen ?

Tatsächlich einfach nur ein offener Schlauch, da ist nichts anderes dran.

Damit ist das austretende Propan als erstes weit weg von meinen Händen und zweitens kann der Schlauch ggf. so gelegt werden, dass sich das Propan (welches schwerer als Luft ist) z.B. nicht unkontrolliert in Regenrinnen, Kellerluken etc. sammeln kann, sondern im Idealfall schön in den Wind (oder zumindest eine möglichst große freie Fläche) verteilt wird und damit schnell "unschädlich" wird.

Danke. Dann habe ich es richtig verstanden. :+1:

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Hier nochmals ein kurzes Feedback. Habe heute „versucht“ meine zweite Midea Xtreme Blue R290 in Betrieb zu nehmen. Selbes Problem, Flüssigkeitsleitung vereist -18 Grad, Saugleitung 11,6 grad, Ausblastemp. schwankt aber ca. 14-18 Grad. Innengerät vereist auf der rechten Seite.

Interessant der Druck am Serviceport im ausgeschalteten Ruhezustand ist ca. 8bar. Im Kühlbetrieb sinkt er aber auf bis zu 2,8-1,5 Bar !!!. Also nach den Syntomen eindeutig. Habe jetzt auch für diese Anlage nochmals 2 Dosen bestellt.

Midea scheint hier echt ein Chargenproblem zu haben bei den August oder davor Geräten. Ich habe beide Geräte im August bei Prosatech gekauft. Komisch das man offiziell noch nichts hört, scheint ja aktuell wenn man hier ließt oft vorzukommen….

viele Grüße, sage am Samstagabend dann Bescheid was das befüllen gebracht hat :wink::+1:

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Verdampfungsdruck von Propan bei 20°C liegt bei 8bar, dh egal wieviel in der Anlage drin ist, hast du immer ca 8bar, auch deine Grillgasfladsche hat immer 8bar egal wie voll...

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Genau, statischer Druck liegt immer beim Dampfdruck, so lange noch 1 Tropfen Kältemittel im System ist. Insofern uninteressant. Interessieren tut nur der dynamische Druck, wenn das Gerät läuft.

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Hallo zusammen, ich würde mich gerne hier auch einmal melden. Habe vor einigen Tagen ebenfalls meine Xtreme blue (bestellt bei Prosatech) in Betrieb genommen. Bei mir zeigen sich leider die gleichen hier beschriebenen Symptome, was mich natürlich sehr ärgert da ich froh war die Anlage im DIY montiert und in Betrieb genommen habe.

Vielen Dank @CanisLupus42 für die ausführliche Beschreibung deiner Arbeitsschritte. Mich würde noch im Detai interessieren, wie du das Kältemittel abgelassen hast. Wirklich einfach nur über das Schrader Ventil Stück für Stück abgelassen und dann das gesamte System neu evakuiert?

Korrekt. Schraderdrücker an den Serviceport, daran dann einen Schlauch um das Propan an der Regenrinne vorbei in den Wind abzulassen. Schön langsam, hab mir da bestimmt 5 bis 10 Minuten Zeit für gelassen.
Dabei bleibt aber natürlich Propan in den KM-Leitungen zurück. Ich hatte eine vertrauenswürdige A3 Vakuumpumpe zur Verfügung. Auch mit einer Restmenge an Propan im System hatte ich also keine Bedenken beim evakuieren.
Ansonsten wurde hier schon geschrieben, dass es ggf. sinnvoll ist System einmal mit Stickstoff zu spülen, um zu vermeiden, dass die Vakuumpumpe mit Propan in Berührung kommt.

Danke, ich habe leider keine A3 Pumpe zur Verfügung. Ggf. müsste ich mir eine ausleihen, da kaufen für dieses eine Mal sicherlich zu teuer wäre. Das Propan schließe ich dann am service Ventil an mit Druckminderer und mache auch die Ventile zur Außeneinheit auf? Und dann montiere ich die obere KM Leitung ab zum spülen? Nur so kommt der Stickstoff ja auch ins gesamte System. Danach KM Leitung wieder montieren und Druckprobe mit Stickstoff, Evakuieren und dann Füllen.