Hallo in die Runde,
endlich habe ich es auch geschafft: Bevor die nächsten warmen Tage kommen, dieses Wochenende eine Klimaanlage im Schlafzimmer montiert (Midea Xtreme Save Blue).
Die Tipps und Hinweise hier im Forum waren eine große Hilfe.
Nach der Inbetriebnahme aber relativ schnell die Ernüchterung: Sie ist im aktuellen Zustand ein recht passabler Lüfter, aber keine gute Klimaanlage. Es findet keine messbare Abkühlung des Raums statt. Mit der Wärmebild-Kamera ist recht schnell zu sehen, dass nicht einmal die Hälfte des Verdampfers überhaupt nennenswert kalt wird. Diese Hälfte dafür richtig. In weniger als 10 Minuten kommt es hier zur ersten Vereisung. Die Einspritzleitung am Innengerät wird dabei bis -20°C kalt.
Nach ca. 5 min Betriebszeit auch einmal Druck und Temperaturen am AG gemessen:
- Saugleitung: 22 °C und 2-3 bar
- Einspritzleitung: 9°C
Erster Gedanke: Kältemittel-Mangel. Die bestellten 5 m Leitungen (bereits gebördelt) waren real eher so 550 cm bis 560 cm lang, aber das sollte ja hoffentlich kein solches Problem auslösen. Also wohl eher eine Undichtigkeit als Ursache. Und dafür, dass die Inbetriebnahme direkt nach dem Einströmen des Kältemittels erfolgte, müsste das Leck schon erheblich sein. Beim Aufbau habe ich folgendes gemacht:
- Anschluss aller Bördel mit Drehmoment-Schlüssel (18 und 40 Nm)
Dabei immer darauf geachtet, die Bördel gerade anzusetzen, dann die Überwurfmutter handfest angezochen, zuletzt mit Drehmomentschlüssel fest gezogen. - Drucktest: 60 min bei 25 bar mit Stickstoff, in der Zeit keine erkennbare Veränderung des Drucks (auf dem Schätzeisen von Manometer). In dieser Zeit alle Bördel erst mit Lecksuchspray (fand den Umgang damit wenig erquicklich) und im Nachgang mit Spüli-Wasser Gemisch überprüft. Damit habe ich keinerlei Auffälligkeiten gefunden.
- Dann die Leitungen und das Innengerät vakuumiert und ca. 20 h stehen lassen. Nach dieser Zeit war keine Veränderung auf dem Manometer ersichtlich, die Auflösung ist in diesem Bereich aber so gering, dass ich da nicht viel drauf gebe.
Ein zweiter Gedanke: Knick in der Leitung. Die Kältemittelleitungen gehen vom Gerät aus auf der rechten Seite nach oben in den Dachboden. Da ist es also erforderlich, die Leitungen im Gerät um 180° zu drehen (natürlich tordierend). Da würde ich sagen, sah alles gut aus. Allerdings ist einhängen an der Wand und damit dem gleichzeitigen "hochschieben" der Kältemittelleitungen schon ein wenig Druck und ggf. Biegung auf die Leitung gekommen. Gefühlt nicht übermäßig viel, aber jetzt reicht es um mich zu verunsichern. Insbesondere die Tatsache, dass die Einspritzleitung so extrem kalt wird, als ob es dort in der Nähe zu einer ungewollten Expansion kommt.
Soweit mit meinen Gedanken. Kann jemand mit diesen Infos evtl. einen guten Rat geben? Oder gibt es noch etwas was man prüfen, messen, tun könnte, um das Fehlerbild klarer einzugrenzen. Und ggf. die nächsten Schritte die sinnvoll wären. Insbesondere: Gäbe es noch etwas was man ohne Ablassen der Anlage machen könnte?
A3 sichere Vakuumpumpe ist vorhanden, ebenso eine Stickstoff-Garnitur (Klymakit 900), Manometer
Ansonsten kommt mir nur noch in den Sinn:
- Ablassen der Anlage und erneuter Drucktest + Leckagesuche
oder
- Ablassen der Anlage und Demontage des Innengerätes zur Überprüfung der KM-Leitungen
Beides keine besonders lustigen Beschäftigungen, ich weiß nur nicht welche erfolgsverspechender ist und daher zuerst dran wäre.
Viele Grüße
CanisLupus


