Kann den Aussagen von @linuxdep nur zustimmen. Komme bei meinen Objekten (größtenteils Plattenbauten) nicht unter 100 kWh/qm/a. Das ist zwar immer noch besser als ein alleinstehendes EFH aus den 90zigern, aber heute nicht mehr zeitgemäß. In diesem Sinne finde ich die Aschersleben Sanierung durchaus bemerkenswert. Der Dämmungs- und Sanierungskelch wird auch nicht an den gelobten Plattenbauten vorbei gereicht.
Bedeutet das LLWP + IR Panels im gleichen Raum?
Dazu eine Frage und eine Idee:
Frage: Wie schnell geben IR Panels eigentlich Strahlungsenergie ab?
Idee: Wenn die IR Panels genau so schnell reagieren wie eine Lampe, dann könnte man die Panels bedarfgerecht schalten. Also: mit Näherungsschalter wird ein Panel immer dann zugeschaltet, wenn sich eine Person im Raum befindet. Die LLWP könnte dann auf eine niedrigere Raumtemperatur eingestellt sein, ohne das dadurch das Wohlfühlen verloren geht.
Niedrigere Raumtemperatur bei LLWP = höherer Carnot-Wirkungsgrad = höherer COP = niedrigerer Energieverbrauch.
Habe in unserem Haus in allen Korridoren und allen Bädern Näherungs- und Dämmerungsschalter verbaut. Niemand berührt mehr irgendeinen Schalter, wenn er nachts aufs Örtchen muß. Geht sowas nicht auch mit den IR-Panels?
Just thinking...
Das wollte ich ursprünglich mit den roten Lampen am langen hohen Gang machen. Wäre recht teuer geworden, die halten keine 1000 Betriebsstunden. Habe da sogar was mit nur 250 std ungeprüft im Kopf.
Die starken PTC Heizfolien 240W/m² habe ich noch nicht auf Direktstrahlung getestet. Wenn die auf isoliertem Untergrund sind sollten die in ein paar Sek Wärme abgeben. (Deckenstrahler)
IR-Panels brauchen 1-3 Minuten, bis die auf Temperatur sind. Ist ja simpler Heizdraht, der einiges an Masse drumherum aufwärmen muss.
Da bleibt dann noch der steinalte Bad Strahler bzw. die Glas geschützten Heizwendeln daraus. der reagiert auch innerhalb von Sekunden. Wurde schon in der Steinzeit als IR Heizung beworben. Müsste man mal mit Phasenanschnitt runter regeln. Ein Stab braucht 600 W.
Gleich kommt der Nächste mitm Toaster...
Mikrowelle wirkt auch sofort.
Ohne massive Investition in Dämmung und Wärmerückgewinnung, machen IR Heizungen mal keinen Sinn, aber nur weil dann die Heizungen günstig sind, ist das gesamt noch lange nicht günstig. Wenn ich bei 100m² dann noch 2kW Heizleistung brauche, bin ich immer noch der Meinung, diese in die Lüftungsanlage zu integrieren wird billiger.
Aber mal auf Wiedervorlage legen in 6 Jahren, wenn die ersten Rechnungen für den Stromverbrauch kommen, nachdem sie sich an Flatrate gewöhnt haben.
Genau das ist das Problem, wenn du neben einem Fernwärmekraftwerk gewohnt hast, war es warm, Regelung über Fenster... die weiter weg wohnten, hatten das nachsehen. Machen kann man sicher viel mit diesen Bauten, kostet aber halt alles ordentlich. Gibt auch Bauten, wo Reihenhäuser draus wurden.
Bedeutet das LLWP + IR Panels im gleichen Raum?
Ne, das war eher so gemeint, dass die LLWP die Grundwärme liefert bei nicht zu extremen Aussentemperaturen und ich nur dort IR Panels zuschalte wo der Raum zu kühl wird wenn man drin ist.
Frage: Wie schnell geben IR Panels eigentlich Strahlungsenergie ab?
Idee: Wenn die IR Panels genau so schnell reagieren wie eine Lampe, dann könnte man die Panels bedarfgerecht schalten. Also: mit Näherungsschalter wird ein Panel immer dann zugeschaltet, wenn sich eine Person im Raum befindet.
Schön wäre es aber ganz so schnell arbeiten die IR Heizpanel die ich kenne jetzt nicht. Je nach Material der Strahlungsplatte geht das schon deutlich schneller als bei einer wasserführenden Heizung oder einem Ölradiator, aber dass die IR Heizung nach Art einer Glühbirne "sofort" heizt kannst du vergessen. Das dauert schon ein paar Minuten.
Aus meiner Sicht spielen sowohl Klimaanlage als auch normale Luftwasser Wärmepumpen ihre Stärken am Besten aus in dem man möglich dauerhaft niedrige Energie zuführt als punktuell die Leistung hochzufahren. Ich würde beispielsweise auch in einem leerstehenden Haus, wenn alle auf der Arbeit / Schule / etc sind die Heizung nie komplett ausmachen oder stark absenken, weil im Nachgang deutlich mehr Energie nötig ist die Bude wieder warm zu kriegen. Hängt natürlich auch vom Wärmebedarf / Dämmstatus des Hauses ab.
Für mich ist die Klimaanlage jetzt erstmal der Versuch wie gut man mit so einer Lösung über die Übergangszeit kommt. Gerade im Altbau heizt man häufig sehr lange, aber eben nicht mit hoher Leistung.
Den Leukefeld muss man nicht unterstützen, und m.E. sorgt er nur für weitere Verwirrung im derzeitigen Chaos für die Heizungsmodernisierung.
Aber selbst Fa. Vaillant sagt, dass im Neubau ab Mitte der 30er Jahre , dank Energie plus Häusern keine wassergeführten Heizungen mehr zum Einsatz kommen werden.
Den Vortrag von Alexander Schuh finde auch nach über einem Jahr immer noch aufrüttelnd.
Die Hamburger Haustechniktage kann ich neben vielen anderen Quellen immer wieder nur dazu empfehlen.
Der Link springt direkt zu 10:40 wo der knackige Satz vom Ende der wassergeführten Heizungen fällt
Herr Schuh/Fa. Vaillant spricht dann von Heizfolien , die baulich in Boden, Decke oder Wand eingesetzt werden und dort sicherlich eine preisgünstige Heizvariante für wirklich gut gedämmte Gebäude darstellen werden.
"Ich würde beispielsweise auch in einem leerstehenden Haus, wenn alle auf der Arbeit / Schule / etc sind die Heizung nie komplett ausmachen oder stark absenken, weil im Nachgang deutlich mehr Energie nötig ist die Bude wieder warm zu kriegen. Hängt natürlich auch vom Wärmebedarf / Dämmstatus des Hauses ab."
Das ist mMn nicht richtig. Die Verluste werden kleiner, wenn die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen kleiner wird. Der Haken bei der Absenkung ist, dass die zur Verfügung stehende Heizleistung endlich ist und es damit eine längere Zeit dauert, um ein ausgekühltes Haus wieder auf Temperatur zu bringen.
Ähnlich einem WW-Speicher. Nehmen wir an, der verlöre pro Tag 1kWh an die Umgebung und beinhalte 200L Wasser von 55°C, im Keller herrschen 15°C. Ich fahre jetzt acht Wochen weg und niemand zapft Wasser.
Dann betragen die Verluste, wenn ich durchheize, 56kWh.
Die in den 200L 55°C warmen Wasser gespeicherte Energiemenge liegt bei ca. 9kWh.
Durchheizen benötigt also etwa sechsmal so viel Energie, wie auskühlen lassen und wieder aufheizen.
Das gilt für das Haus genauso
Da ging es sber wohl um den 24 Std Rhythmus und nicht um Urlaub.
Dabei hängt es ab wie schnell die Räume abkühlen und wieviel Energie zum wiederaufheizen benötigt wird. Mehr als 2 Grad senke ich nicht ab.
Selbst bei Urlaub senke ich nicht unter 14 Grad ab da ich dann das Gestrüp wohl großteils werfen kann.
Ich habe bewusst so ein offensichtliches Beispiel gewählt, damit der Effekt klar wird.
Auf den WW-Speicher bezogen:
Ich unterbinde die Nachheizung für 12h, dann hat der Speicher 0,5kWh Energie an die Umgebung abgegeben. Die Temperatur im Speicher ist entsprechend abgesunken. Will ich wieder die Ausgangstemperatur erreichen, so muss ich die 0,5kWh nachheizen.
Das ist beim Haus genauso.
Wie sollen denn die höheren Verluste zustande kommen, wenn ich nicht heize im Vergleich zu kontinuierlicher Beheizung?
Das Haus verliert pro Tag oder Stunde eine gewisse Energiemenge. Diese ist umso größer, je höher die Temperaturdifferenz ist.
Nehmen wir fiktiv an, 0,2kWh pro Stunde und Grad Differenz. Beträgt die Differenz nun 20K so verliert das Haus jede Stunde vier kWh. Senke ich die Temperatur innen auf 15°C und damit auch die Differenz auf 15K, so verliert das Haus nur noch drei kWh.
Die Verluste sinken, der Komfort allerdings auch und die Zeit, bis es innen wieder 20°C hat, die wird u.U. unerfreulich lang.
Lange aufheizen, genau das ist der Vorteil der Wp beim eher konstantem durchheizen.
Durchheizen mit mäßiger Leistung gegen cop 6
Aufheizen cop 4 oder darunter.
Das ist ein häufig geteiltes Missverständnis. Was du an Energie später wieder reinstecken musst, ist immer weniger, als hättest du die Temperatur gehalten. Ganz egal, wie der Dämmstatus des Hauses ist.
Bei LWWP muss man aber den höheren Energieaufwand durch 24/7 durchheizen meist in Kauf nehmen, weil die wenig Aufheizreserve hat bzw. die dann sehr ineffizient würde oder die Regelung komplexer würde.
Bei LLWP sieht es anders aus, da klappt das mit bedarfsweisem Heizen sehr gut.
Diese Wahrheiten gelten bei Wärmepumpen nur noch bedingt. Da kommen dann der Wirkungsgrad ins Spiel.
Oliver
Genau, im ersten Schritt geht es um die Wärmemenge. Die ist immer niedriger durch Absenkung und da besteht oft das Missverständnis.
Im zweiten Schritt geht es dann darum, wie effizient man eine bestimmte Wärmemenge erzeugen kann. Und da muss man bei Wärmepumpen wieder genauer hinschauen. Bei wassergeführten Wärmepumpen gibt es zahlreiche Gründe, warum eine Absenkung eher vermieden wird bzw. nur sehr klein ausfallen sollte.
Ich hab jetzt nicht die ganze Diskussion gelesen, möchte aber meine Erfahrung eines Selbstversuchs darlegen.
Ich bin selbständig und recht unregelmäßig im Labor. Im Jahr 2023 haben wir für ca. 100m² 11000 kWh Energie aus der Fernwärme benötigt.
In der aktuellen Heizsaison hab ich umgestellt, anfangs auf Heizlüfter, dann auf Heizstrahler (diese orange glühenden Geräte).
Die Heizgeräte sind mit Bewegungsmelder gekoppelt und der Strahler wird moduliert angesteuert, also die mittlere Heizleistung zwischen 0 und 900W im 30 Sekundentakt geschaltet.
Im wesentlichen hab ich nur noch für meinen Arbeitsplatz bei den Füßen einen Strahler. Verlasse ich den Platz, ist der nach 1,5 Minuten ausgeschaltet. Komme ich zum Platz, ist er in 30s warm.
Ich konnte den Wärmebedarf somit von 11000 kWh auf geschätzte 400 kWh reduzieren (geschätzt, weil Heizsaison noch nicht vorbei ist).
Da reden wir von einem Faktor 27 weniger Energiebedarf!!
Es wird also zeitlich und örtlich perfekt optimiert geheizt.
Ohne Heizung geht die Raumtemperatur nie unter 12°C (Gebäude aus den 90er Jahren).
Mit mehreren Mitarbeitern würde sich der Bedarf vermutlich linear steigern, aber 27 Mitarbeiter hätten hier ohnehin nicht Platz ![]()
Eine Splitklima könnte hier sicherlich nicht mithalten, weil sie zu träge ist, und immer die Luft erwärmt.
Ebenso halte ich nichts von den teuren Schmuckstücken Namens Infrarotpanele - die sind viel zu träge und haben kaum Strahlungswärme.
Für ein Einfamilienhaus wäre sowas vielleicht zu viel Aufwand - man müsste ja ziemlich an allen Ecken so einen Heizstrahler mit Bewegungsmelder installieren. Aber es könnte sogar klappen. So ein Heizstrahler mit 900W kostet 40€. Es braucht dann noch den Bewegungsmelder und evt. eine Elektronik zum modulieren.
Ich finde die Ergebnisse dieses Selbstversuchs äußerst beeindruckend.
Zugegeben sitze ich nun meist mit Jacke beim PC, weil ja nur die Füße schön warm sind. Aber die tut nicht weh, und beim Wechsel zwischen drinnen und draußen braucht man sich nicht an- und ausziehen ![]()
LG
Schön, wenn das für dich akzeptabel ist.
Für die allermeisten dürfte das als Wohnraumheizung nicht so sein.
Oliver
