LiFePo4 Zellen defekt? Wie weiter testen?

Hallo liebe Akkufreunde!

Eine Vorbemerkung: da es in Foren oftmals zuerst nicht um Hilfe geht sondern um warum? Mach doch anders! Das darfst du nicht! Und weiteres mimimi…. Es geht um die Erstellung einer Insel Anlage aus der dann mein e Auto geladen werden soll, bitte also keine Diskussionen über das warum und Elektriker und Anmeldung usw. Danke!

Jetzt zum Thema: Ich habe vor einigen Wochen eine komplette Solaranlage mit 32 prismatischen Zellen (angeblich 420Ah, ich halte 310 für realistischer da normales Maß, leider keinerlei Hersteller zu identifizieren, nur ein AliExpress Ausdruck vom Kauf wo halt 420Ah drauf stand), 10kw China Wechselrichter, 3x Dally BMS 160A, 12 Solarpanelen, Verkabelung und Schienen günstig erworben. Und ich meine wirklich günstig, deswegen war mir auch erstmal egal, ob und wieviele Zellen davon noch heil sind. Ich habe dann vier Stück aussortiert, die mehr als nur ein bisschen bauchig waren sondern eindeutig geschädigt. Dann den Rest vermessen. Alle 3,28-3,29V, Innenwiderstand bei allen Zellen zwischen 0,21 und 0,29mOhm. Danach hat das alles erstmal einige Wochen gelagert und vorletzte Woche habe ich dann erstmal 16 Zellen selektiert und diese parallel geschaltet. So haben die dann 14 Tage gestanden, es blieb bei 3,29V.

Heute dann Top Level Balancing auf dem Plan. Labornetzteil dran, Spannung auf 3,65, Strom auf 10A und los geht’s…. Der Ärger.

Zellen springen direkt auf 3,65V, Strom fällt auf 5,1A ab…bei 1S16P 304Ah Zellen kein gutes Zeichen, außer sie wären fast voll, was wiederum bei 3,29V Leerlaufspannung kaum sein kann.

Also fix in die Garage und mein RC Ladegerät geholt. Dran damit, 10A entladen eingestellt, 3,0V Entladeschlussspannung, Feuer, piep, fertig. Hmmmm, also eher leer als voll. Aber dass die Zellen bei fast 5000Ah in parallel Schaltung innerhalb von Sekunden auf unter 3V einbrechen…dann müssten 16 Zellen ALLE komplett leer sein, bei 3,29V Leerlaufspannung kaum zu glauben.

Aber auch defekt kann ich mir nicht so richtig vorstellen, die Zellen wurden 2023 produziert und hingen in einem Holzkisten Heimspeicher. Wie sehr müsste man die misshandeln, damit wirklich ALLE Zellen defekt sind?

Jetzt versuche ich denen mal mit dem Modellbau Ladegerät ein paar Teilzyklen zu verschaffen um zu sehen, was geht und was nicht. Teilzyklen deshalb, weil das Ladegerät nach 2 Stunden eine Sicherheitsabschaltung macht und eine Entladung mit Max 10A nach 8 Stunden Laden à 10A ja auch wieder ewig dauert.

Was meint ihr? Akkus defekt? Ideen für weiter gehende Tests? Hab schon gedacht, ich Klöppel die einfach mal zu einem 16S1P mit einem Dally zusammen und häng da den Wechselrichter dran und provisorisch mein Auto und Netz. Dann kann ich versuchen die so etwas zu entladen und laden, will aber natürlich auch meinem Auto nicht weh tun und Feuer in der Garage fänd ich auch suboptimal.

Bin also für weitere Ideen und Anregungen offen.

Gruß Mika

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Ich habe mal von externen Festplatten auf Aliexpress gehört, die zwar ein richtiges Gehäuse, jedoch nichts dadrin haben. Die haben dann eine billige Micro SD Karte verbaut und etwas Sand fürs Gewicht und fertig. Könnte das hier ähnlich sein?

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Was passiert denn, wenn du 3,45V nimmst, und das einfach mal eine Weile laden lässt? Und das dann mit einzelnen Zellen.

Oliver

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Das schonmal zum Anfang.

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Sind die Zellen aufrecht getestet also Kontakte nach oben? Waren die beim Test verspannt, z.B. irgendein billiger Spanngurt und 2 Platten drumrum, erstmal paar kg zugkraft? Passt das Zellengewicht halbwegs zu 270-310Ah? Haben die Zellen leer starken frost abbekommen?

Aufrecht ja

Verspannt nein

Ob das Zellgewicht stimmt, keine Ahnung. Bisher nicht gewogen

Zur Temperatur, vermute so gegen 0 Grad. Aber da sie mit 3,29V nicht leer sein sollten, hab ich da erstmal kein Problem gesehen.

würde jetzt direkt mal ein Kontaktproblem an den Polen vermuten wenn es sofort voll oder leer wird.

Gewicht nur grob abschätzen ob es eher 5-6kg sind oder sehr viel leichter

Wegen verspannen: Ich kenne das von aufgeblähten Li Ion pouches. Leichter Druck sodaß noch kein Überdruck austritt erhöht die Kapazität krass.

Eigener Beitrag gelöscht.

Hast du mal die Spannung direkt am Akkupack gemessen?
Wie dick sind deine Ladekabel?
Stichwort: Spannungsabfall
Falls ja, unbedingt sein lassen mit X Zellen parallel laden, siehe Link von Carolus oben. Normal macht man sowas am besten über Vierleiter (einzeln), geht übrigens auch Wunderbar mit einem Modellbaulader.

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Moin, ich habe gestern noch die ganze Geschichte zerlegt und in das case eingebaut. Jetzt kommt das bms da rein und dann Regel ich das alles über das bms. Da die Zellen eh ein Fragezeichen sind, kann ich auch gucken was sich mit ein paar Zyklen und am BMS tut.

Gruß Mika

Ich würde ja überall sparen, außer an den Zellen – aber egal.

Ich würde die Zellen verspannen, so wie es sich gehört. Alle Zellen einzeln prüfen und diejenigen, die sich nicht so verhalten, wie sie sollen, als defekt markieren. Das spart Zeit, Geld und Nerven, wenn du eine funktionierende Batterie willst.

Alternativ könnte man die defekten Zellen in einen Regenerationszyklus schicken. Wie der genau auszusehen hat, müsste man herausfinden – ebenso, ob es einen solchen überhaupt gibt.

Aber da die Zellen 20 Jahre halten sollen (eher länger), wirst du 20 Jahre lang immer wieder Ärger und Probleme haben. Willst du das?

Übrigens: Zellen mit 420 Ah gibt es meines Wissens nach nicht. Du wurdest also ziemlich sicher belogen oder betrogen (selbst wenn sie wirklich günstig waren).

Aber man kann daraus interessante Kenntnisse gewinnen. Zum Beispiel, ob ein Regenerationszyklus überhaupt funktioniert. Als ersten Schritt würde ich im Fünf-Minuten-Takt mit 5 A laden und entladen und dabei Spannungs- und Stromkurven aufzeichnen. Das wäre ein schönes Gesellenstück für einen Elektroniker für Geräte und Systeme, denn dafür müssten passende Geräte gebaut werden. Kannst du das? Willst du das? Oder gibt es das irgendwo zu kaufen?

viel Glück

>ich habe gestern noch die ganze Geschichte zerlegt und in das case eingebaut
Bitte lasse uns weiter Teilhaben, ich finde das wirklich spannend :slight_smile:

Ich hatte die gleiche Erscheinung beim Laden einer 12V VRLA Batterie. Dafür habe ich ein 60A Schltnetzteil ohne Strombegrenzug genommen. Am Netzteil gibt es an der Front Telefonbuchsen mit dem Text 5Amax. Weil es schön einfach war habe ich dort die Batterie angeschlossen und die Spannung so weit aufgedreht dass etwas Strom in die sulfatierte Batterie floss. Der Strom stieg nach einiger Zeit an, und fiel plötzlich ab. Drehte ich die Spannung runter und wieder rauf, konnte man dien Strom bis etwa 10A erhöhen, bis er dann wieder auf etwa 2A abfiel. Das lag daran, dass eine Rückstellsicherungvor die Buchse geschaltet war. Hätte das Gerät auch noch eine Strombegrenzug gehabt, hätte die Spannungsanzeige so reagiert wie beim TE

Hi,

Wie geschrieben, ich habe die Sachen gebraucht für ganz kleines Geld gekauft. Auch dass es keine 420Ah Zellen in dem Baumaß gibt schrieb ich ja schon. Dein Statement bezüglich Akkus und auch Ärger über Lebenszeit unterstütze ich natürlich grundsätzlich, durch einen Preis von ca 5€/Zelle ist man aber durchaus kompromissbereit :wink: Lieber nutzen und gucken wie weit sie mich tragen als wegschmeißen ohne sie je richtig getestet zu haben.

Wenn der Speicher am Ende funktioniert, habe ich alle Kosten inklusive Case und Aluprofile innerhalb von 9-11 Monaten wieder raus. Im zweiten Jahr mache ich dann ca 1000€ plus und kann mich entscheiden, ob ich das so lasse oder frische Zellen kaufe. Wenn die Akkus fratze sind, dann habe ich 283€ für ein Case ausgegeben, welches ich danach ja trotzdem verwenden kann. Der Versuch kostet mich also nix und so hab ich das beim Kauf auch gerechnet.

Das einzige, was mir ein Strich durch die Rechnung machen könnte, wäre die Tatsache, wenn der Hybrid Wechselrichter defekt wäre.

Dann müsste ich diesen nämlich tatsächlich neu kaufen und hätte meine Amortisation auf ca 2 Jahre erhöht, was wirklich furchtbar wäre :grin:

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Mir wäre das ja zu riskant mit solchen Zellen zu experimentieren… Aus welche Ecke bist Du? Ggf könnte Dir ja jemand nen Kapazitätstester leihen, mit dem Du Zyklen fahren und aufzeichnen kannst. Steht bei mir in Bremen einer im Keller.

Ach ja, der Einbau in das case ist bei gebrauchten Zellen so eine Sache…da einige Zellen sich um 1-2mm aufgebläht haben, fehlen mir bei 8 Zellen in Summe im Case jetzt fast 2cm in der Höhe, da die Cases natürlich für perfekt rechteckige Zellen und deren leichte Verspannung gedacht sind…also werde ich da wohl etwas mit Distanzhülsen und längeren Schrauben arbeiten müssen. Aber was tut man nicht alles für das angestrebte Erfolgserlebnis und die Hoffnung, einen 15kw Speicher in einem professionellen Gehäuse am Ende für ca 370€ inklusive BMS und Display realisiert zu haben.

Denn eine Holzplatten Gewindestangen Lösung war ich nicht bereit in mein Haus oder meine Garage zu stellen, da mir da im Falle des Falles die Argumente bei der Versicherung schnell ausgehen würden.

In was für einer Kiste alte und möglw. defekte Zellen letztlich stehen sollte der Versicherung egal sein. Da zählt nur: Fertigakku mit VDE-Kennzeichen oder diy-Bastellösung. Ich baue lieber selbst etwas dem ich trauen kann, als einer Fertigbox, wo die Zellen ggf. nicht korrekt verspannt sind. Was die Versicherung im Falle eines Falles macht, ist mir da erstmal egal.

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283 Euro für ein Case? Damit ist alles Gesagt und in Ordnung :wink:

Kannst Du mit einem ESP32 oder ESP8266 basteln? Dann könnte man problemlos die Spannungen Messen und über ein Relais Laden/Entladen.

Immer wieder erstaunlich, wie einige Leute Qualität aus der Ferne beurteilen können ohne auch nur ein Bild oder ähnliches gesehen zu haben…Kauf dir so ein Teil und sei erstaunt, welche Qualitätsentwicklung solche China Gehäuse in den letzten Jahren aufgrund der hohen Konkurrenz hingelegt haben. Ich hatte auch Wabbelblech, nicht entgratete Kanten, schlechte Passform und ähnliches befürchtet. Jetzt ist es noch viel schlimmer (für unsere eigene Industrie) denn die Bleche sind vernünftig dick, gut gepulvert, sauber entgratet und alle Gewinde sauber geschnitten. Ich hatte eine Schraube die eine Fehlproduktion war und zwei Bohrungen die etwas Druck erforderten, damit Bohrung und Gewinde zueinander passten, das war es aber auch. Ach ja, das Blech, das die Busbar von Akku zu BMS bilden soll, ist doch arg dünn, mehr so kostenlose Beigabe, aber hier war von mir eh Kupfer eingeplant.

Verrückt was es für unter 300€ inzwischen gibt.

Die heutigen Preise für EVE MB31 Grade A hätte dir vor zwei Jahren auch keiner geglaubt und hier stehen wir und bekommen die Dinger für 65€ in Europa gekauft.

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