@redhot
Die “Masse” scheint sich eben einig zu sein, dass die genannten höheren Termperaturen den Legionellen jedenfalls schaden. Was dann damit im Detail passiert geht wohl schon ein wenig in den Interpretationsspielraum rein - da fehlen dann wie du ja genannt hast wohl auch wirklich valide Daten.
Die Masse, also die Ausführenden sind Handwerker, müssen sich an Gesetze halten. Wenn vorgeschrieben ist, dass ab 400l eine Zirkulationsleitung rein muss, dann muss da eine rein. Auch wenn sie selbst der Meinung wären, dass das bei zwei Parteien mit täglichem Baden Unfug wäre. Selbst dann. Weil sie haften. Selbst wenn sie also diese Meinung hätten, sie können sie auch nicht publizieren. Und das bedeutet, dass es zwar keine direkte Zensur gibt, immerhin kann auch ein Handwerker anonym im Netz schreiben. Das kann aber, beispielsweise, ich auch. Und mich als Handwerker ausgeben. Die glaubwürdigkeit ist also nicht gegeben und Meinungsvielfalt gibt es in der Richtung nicht, weil sie Konsequenzen hätte. Wieso etwas anzweifeln, was man nicht ändern kann bzw. was Unmengen an Arbeit kosten würde Gesetze ändern zu lassen, während man in der Zeit Geld verdienen kann? Wie geschrieben, ist hier nicht die einzige Berufsgruppe. Erklärt aber, warum sich das nicht ändert und eine vorherrschende Meinung herrscht. Als Beispiel wäre da der Spinat und sein Eisengehalt.
Ist ja auch verständlich, dann ein Hersteller von so einem Gerät unterliegt am Ende dem selben Zielkonflikt wie derjenige der es nutzt und energiesparend betreiben will auch.
Der Hersteller darf nicht direkt was falsches sagen - muss aber gleichzeitig auch sicherstellen, dass nicht der Eindruck entsteht sein Produkt wäre schlecht geeignet.
Das würde bedeuten, dass BWWP gar nicht mit unter 50°C betrieben werden dürften….
Ihr sagt aber - ungeachtet dessen - das geringe Temperatur im Wasserspeicher dennoch kein Problem ist
Nein ich sage, dass ich nicht sagen kann, was SCHLIMMER ist. Ein Tank der auf 60-65°C aufgeheizt wird, um die Legionellen im Tank zu vernichten, den Rest in den VBNC-Zustand zu bringen (und ob die sich davon wieder in einen normalen Zustand bringen können), wobei bei der höheren Temperatur sich mehr Kalk ablagert, was mehr Biofilm bedeutet, was mehr mögliches Millieu bedeutet für eben jede Art von Dingen die im Wasser sind. Oder ob es besser ist eine niedrige Temperatur zu fahren, damit die Gefahr der Vermehrung erhöht ist.
Dazu kenne ich keine Studie und keinen Beitrag, keine Zahlen und keine Einschätzung.
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Und nun meine Einschätzung dazu, meine eigene Meinung, keine professionelle:
Wenn du eine BWWP kaufen wolltest, dann kannst du das tun. Und wenn du nun Angst vor Legionellen hast kannst du entweder den von mir vorgeschlagenen UV-Filter benutzen. Da man ALLE Legionellen NIE bekämpfen kann, es sind immer welche da, kann man damit den Großteil eliminieren. Dazu muss man wissen, wieviele Liter maximal durch die WW-Leitung fließen sollen. Dazu die Leitung alle 24h an einer möglichen Ablaufstelle entleeren lassen (sofern nicht an dem Tag Wasser entnommen wurde).
Und die andere Möglichkeit ist die Temperatur auf beispielsweise 45°C erhöhen und eine Frischwasserstation anzuschließen. Damit bleibt das Wasser quasi in der BWWP drin und wird nur durch einen Plattenwärmetauscher gepumpt. Oben heiß raus, unten kalt rein. Das Frischwasser wird direkt an der Kaltwasserleitung angeschlossen, geht dann ebenfalls in den Plattenwärmetauscher und nimmt dort die Wärme des BWWP-Wassers auf. In diesem Wärmetauscher ist nicht mehr Wasser drin als in einem Durchlauferhitzer.
Das ist meine Meinung. Der Rest ist eigenes Risiko. Du hast Recht, wenn man den Informationen, die herausgegeben werden, und den GESETZEN zur Wasserinstallation vertrauen MUSS, dann muss man sicher sein, dass da alles einkalkuliert wurde. Für EFH/MFH kann das eine Stufe zu hart sein. Aus diesem Grund gibt es auch die 3L-Regel (in unserem WW Rohr sind im Ring 2,8l Wasser). Da sollte mal genauer geforscht werden. Wie wirkt sich Zirkulation aus (prozentuale Gefahr), wie weit wirkt sich die Speichertemperatur aus (prozentuale Gefahr), wie der Umlauf des Speicherinhalts (p…) etc. pp.
Da man sehr wenig von befallenen Systemen hört, aber die dennoch kontaminiert sein könnten (!), denke ich, dass bei einer Anhäufung sicherlich ebenfalls in den Gesetzen eine Verordnung vorhanden wäre für EFH/MFH oder eben BWWP gar nicht erst tiefer einstellbar wären. Ebenfall jedoch jede WW-Bereitung. Man kann ja auch Boiler nur auf 40°C stellen, die wären genauso hoch gefährdend. Wie geschrieben, weil man davon so gut wie nichts liest halte ich das Risiko, für MICH, für so niedrig, dass ich das Risiko eingehen werde. Wäre ich gefährdet oder hätte Angst, dann würde ich die o.g. Frischwasserstation kaufen oder eine UV-Sterilisation. Damit ist der Tank in jedem Fall als Quelle irrelevant.