Ein Freund (Klimatechniker) schwört auf Samsung, auch wegen Windfree-Technik.
Ich möchte mein gesamtes Haus mit Multisplit (4+5 Räume, 2 Aussengeräte für 2 Geschosse wegen Abrechnung) damit ausstatten, auch zum Heizen und Ersatz für Gasheizung (kein Warmwasser). Das würden wir dann zusammen machen.
Was haltet ihr von der Auswahl? Alternativen?
17 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Klimatechniker schwört auf Samsung Windfree - was denkt ihr darüber? - Offtopic
Es geht mir nur um die Geräteauswahl, nicht um die Berechnung!
Gesteuert wir das Ganze dann über iobroker
Gewählt habe ich
Kennt er die Anlagen auch aus persönlicher Nutzung im Heizbetrieb?
Viele Kältetechniker haben mit Anlagen, die sie installieren, maximal im Kühlbetrieb Erfahrungen, aber nicht im Heizbetrieb. Und gerade im Heizbetrieb gibts viele Anlagen, die das nicht gut hinbekommen. Multisplits erst recht.
Schau dir mal den Sammelthread zu Samsung hier im Forum an. Nach meiner Erinnerung waren die Erfahrungen im Heizbetrieb nicht so optimal.
Ich habe mehere Samsung Free 1x9000btu 2x 12000 in D aber wir kühlen damit nur und das seit 5 Jahren laufen die Geräte sehr gut .In Thailand ist das Haus mit 12/18 und 24 btu ausgestattet weil dort der Service und Preis sehr gut ist und die Dinger Kühlen sehr angenehm ruhig und leise.
Zum Heizen kann ich nix sagen
Insbesondere bei "Wasser Wärmepumpen" sagt man ja, man sollte eher tendentiell die verbauen womit sich die ausführende Firma bzw. deren Techniker auskennen. Weil dann halt die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die die auch optimal einstellen und bei Problemen optimal helfen können.
Bei den LLWP bzw. Split Klima ist das - aus meiner Sicht - etwas anders. Die Geräte bedürfen grundsätzlich keinerlei "komplizierter Einstellungen"
wie bei zb. LWWP.
Da Aussengerät + Innengerät eine Einheit bilden und sich aufeinander abstimmen, ist das eine völlig andere Voraussetzung wie bei Wasser WP. Denn dort ist der "Wärmetauscher" bzw. die WT ja im Haus in Form von (idealerweise) FBH oder Heizkörpern.
Multisplit ist zweifellos eine tolle Sache, weil man damit nur ein Aussengerät für mehrere Innengeräte benötigt. Manche, zb. @Marl84 - schwören darauf.
Andere - ich zb. - haben sich für einzelne Mono Anlagen entschieden, weil diese ebenso viele Vorteile bieten - aber halt den Nachteil ggfs. vieler einzelner Aussengeräte.
Der Vorteil für Multisplit liegt auf der Hand, als Nachteile fallen mir ein: Fehlende Redundanz (einzelner Fehler kann gesamte Anlage außer Betrieb setzen), meistens mehr oder weniger Einbußen in der Effizienz, keine geringeren Anschaffungskosten (trotz "nur 1 Außerngerät"), möglicherweise Geräusche in eigentlich abgeschalteten Innengeräten, berichtet wird auch tw. von "schlechter Regelung" im Vergleich zu Monosplit. Letztens auch bei jemandem der beides hat vom selben Hersteller.
Am Ende halt die Frage was überwiegt, die Nachteile oder der Vorteil von nur einem Gerät.
Samsung wird sicher nicht schlecht sein, ich würde aber vorher versuchen noch möglichst Erfahrungsberichte davon zu sammeln wie win es angesprochen hat - falls du welche findest.
Die zb. Daikin sind halt Preis / Leistung sehr interessant, weil du da zb. eine gute Anlage (auch bei heizen mittlere Klimazone A+++) mit 2,5kW in it für ab € 700.- bekommen kannst. Was dann schon gute Mittelklasse ist. Noch besser - als Daikin - dann für ca € 1000.-
Aber hier im Forum ist hauptsächlich Daikin vertreten, wohl auch wg. gutem Preis / Leistung und insbesondere auch Funktionen wie "Bedarfssteuerung" - die wohl nach meinem Wissen andere Anlagen nicht haben (was aber sicher nicht zwangsläufig ein Problem ist - ich habe das noch nie genutzt bei meinen Daikin)
Mach das mal mit der Samsung. Wir brauchen hier im Forum Erfahrungsberichte zu Samsung. ![]()
Hallo,
ich kann einige Erfahrungen zur Samsung Windfree Elite 12000 BTU Monosplit liefern (SCOP 5,1, Modell von 2022/23, also noch nicht die Version S2). Ich heize seit 3 Wintern damit mein Wohnzimmer (23m2) und das Esszimmen (12m2, 1,4m breiter Durchgang zum Wohnzimmer durch das die warme Luft kommt). Es handelt sich um das Dachgeschoss eines älteren Gebäudes von 1972 mit entsprechend schlechter Dämmung. Zum direkten Vergleich habe ich im anderen Stockwerk auch eine Daikin Perfera 12000BTU (auch noch altes Modell von 2023).
Mein Fazit zur Samung:
- Das Gerät ist im Heizmodus sehr sparsam und mit Daikin vergleichbar. Bei mir gibt es weder beim Heizen noch beim Kühlen takten. Das Gerät passt die Leistung also sehr gut dem Heiz-/Kühlbedarf an und hält die Temperatur. Die niedrigste elektrische Leistungaufnahme im Heizbetrieb ist ca. 130W. Es moduliert also sehr gut runter.
- Die Windfree-Funktion nicht überbewerten. Im Heizbetrieb funktioniert sie nicht bzw. wenn Heizleistung gefordert wird, müssen die Klappen aufmachen und dort Luft durch. Die KI sagt, dass Windfree im Heizbetrieb wohl auch funktioniert, wenn geringer Wärmebedarf herrscht. Das kommt bei mir im Altbau aber praktisch nicht vor bzw. als ich es ausprobiert habe sind die Lüfterklappen offen geblieben, da wohl zu viel Heizleistung benötigt wurde. Die Windfree-Funktion im Kühlbetrieb kann bei Leuten die keinen kühlen Luftzug wollen sinnvoll sein. Allerdings ist der Luftstrom und damit auch die Kühlleistung im Windfree-Betrieb auch deutlich eingeschränkt. Ich verwende Windfree im Wohnzimmer nur, wenn ich den Raum vorher im normalen Modus runtergekühlt habe und nur die Temperatur halten will. Durch den geringeren Luftstrom im Windfree-Betrieb wird dann aber das daneben liegende Esszimmer nicht mehr ausreichend gekühlt.
- Die Temperatur lässt sich bei Samsung nur Gradweise einstellen. Bei Daikin 0,5 Grad Schritte.
- Abtauen im Winter funktioniert gut. Bei Nebel und um 0 Grad Außentemperatur, kann es sein, dass unter den ungünstigsten Bedingungen einmal in der Stunde abgetaut wird. Meiner Ansicht nach taut die Daikin etwas seltener ab als die Samsung (Daikin hängt an Südfassade, Samsung an Ostfasade). Das ist aber schlecht vergleichbar, da Räume mit unterschiedlicher Heizlast dranhängen und Außengeräte an unterschiedlichen Seiten der Fassade hängen.
Das Umschalten des Kältemittelkreislaufes beim Abtauen verursacht bei der Samsung etwas lautere Geräusche als bei Daikin. Dies kann natürlich auch an den unterschiedlichen Wegen der Kältemittelleitungen liegen. - Negativ bei der Samsung ist dass, die Position der Horizontallamellen beim Abschalten nicht gespeichert wird. Ich hätte gerne bei jedem Einschalten, dass die Klimaanlage schräg vom Wohnzimmer durch den Durchgang ins Esszimmer bläst. Das geht nicht, da bei jedem neuen Einschalten die Horizontallamellen wieder gerade sind.
- Ein großes Plus der Samsung ist die Trocknungsfunktion beim Abschalten im Kühlbetrieb. Da lauft noch einige Minuten der Lüfter nach, um das Innengerät zu trocknen, damit kein Schimmel entstehen kann. Das hat meine Daikin nicht.
- Subjektiv: Von der Optik gefällt mir das Samsung Innengerät wesentlich besser als das von Daikin.
- Fazit: Bei gleichem Preis würde ich mir eher eine Daikin Perfera All Season kaufen, da neues schwereres Außengerät (vermutlich weniger Abtauvorgänge beim Heizen nötig), die Leistung kann besser reduziert werden (wobei Samsung auch einen einfachen ECO-Mode hat) und man kann mit der neuesten Perfera den aktuellen COP anzeigen lassen kann (geht bei meiner alten bisher nicht). Wenn man allerdings die Samsung Windfree Elite S2 als Auslaufmodel 200-300€ billiger als die Perfera bekommt, dann wurde ich Samsung kaufen. Falls man das in einer Mietwohnung installieren will, würde ich auch Samsung kaufen, da man mit der automatischen Trockenfunktion im Kühlbetrieb Schimmel am Innengerät vermeiden kann und Wartungs-/Reinigungsarbeiten spart.
Grüße
Oliver
P.S.: Das sind natürlich nur meine Eindrücke für Monosplit und bringt für die Entscheidung bei Multisplit nicht so viel. Aber die grundsätzlichen Dinge werden bei Multisplit ähnlich sein. Wenn immer möglich, würde ich statt Multisplit immer mehrere Monosplit verbauen, da besser COP und bessere Ausfallsicherheit. Meist sind sogar die Kosten für mehre Monosplits nicht mal höher als für die entsprechende Multisplit.
Da würde ich aber als kleinen vielleicht interessanten Einschub anmerken, dass ein paar Minuten Lüfter laufen lassen tatsächlich nichts bringt.
Ich habe das bei meiner Daikin probiert weil ich dachte ich blas nach dem Kühlen einfach per Automation das Innengerät trocken.
Habe Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren in der Ansaugung und im Ausblaskanal nachgerüstet.
Innerhalb von 12 Stunden(!) Lüfter laufen lassen gleicht sich die Ausblasfeuchtigkeit NICHT der Ansaugfeuchtigkeit an weil es scheinbar noch immer nasse Bereiche im Wärmetauscher gibt.
Es dauert allein schon 6 Stunden bis die Ausblasfeuchtigkeit überhaupt unter 99% gesunken ist.
Habs dann aufgegeben.
Das Einzige was passiert ist, dass der Raum noch feuchter wird als er eh schon ist.
Bei einem ausgeschalteten Innengerät dauert das komplette trocknen (bei mir) übrigens 30-45 Stunden.
Erstaunlich, ich hätte aus dem Bauch heraus gedacht, dass da 30min reichen, um den Wärmetauscher zu trocknen.
Kann ich mir im Moment nicht erklären, warum das so lange dauert.
Danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht.
Hast du mal beobachten können, wie Eco die Leistung limitiert?
Und was auch noch interessant wäre: Kann man bei der Samsung die Lüfterdrehzahl fest einstellen? Also das z.B. Lüfterstufe 3 immer auf 3 bleibt und die Automatik nicht runter fährt, falls wenig Leistung abgefordert wird? Daikin hält ja die eingestellte Lüfterdrehzahl nicht, sondern sieht sie eher als oberes Limit, wo die Automatik oft auch tiefer fährt.
@ Leon596
das mit dem langsamen Trocknen ist sehr interessante Erkenntnis. Dann scheint diese Funktion wohl eher Marketing zu sein. Es sei denn die Anlage würde vielleicht 10 Minuten auf Heizen gehen. Aber das tut sie vermutlich nicht, würde ja auch auf die Lebensdauer gehen, wenn das immer nach dem Kühlen gemacht würde. Außerdem will ja niemand bei heißer Wohnung am Ende des Kühlvorgangs noch einen Schwall warme Luft. Nach deinen Erkenntnissen ist die Samsung-Option "Automatische Reinigung (Am Ende des Kühlvorgangs wird die Feuchtigkeit im Innern beseitigt und hygienisch behandelt)" - so heißt das in der App - vermutlich nur Marketing. Leider habe ich keine Zeit das Innenteil zu zerlegen und nachzuschauen wieviel Feuchtigkeit noch in der Kondensatwanne und unten am Wärmetauscher ist (und leider habe ich auch keine Feuchtigkeitssensoren wie du).
@ Win
Die Samsung hat neben Auto noch 4 Lüfterstufen (und noch den Windfree Modus). Ich habe im Winter bisher immer Auto verwendet und die Anlage Nachts für 10 Stunden ausgeschaltet. Bei unserer niedrigsten Außentemperatur von -9 Grad die letzten Jahre, sinkt die Temperatur in unserem Wohnzimmer von 21 Grad abends auf 16 Grad morgens. Ich habe die Klimaanlage dann meist wenn ich etwas Solarleistung hatte auf Auto eingeschaltet mit einer Zieltemperatur von 20 bis 21 Grad. Dann kommt für etwa 30 Minuten ein heißer Wüstensturm (sonderlich laut ist die Anlage auch bei hohen Lüfterstufen nicht), die elektrische Leistungsaufnahme geht dabei bis 900-1000W hoch. Dann sinkt die Leistungsaufnahme kontinuierlich und auch der Lüfter läuft dann langsamer. Ich empfinde die Regelung als angenehm. Also keinerlei wildes Takten, wie z.B. bei einer von mir getesteten billigen Dimstal Split. An extrem kalten Tagen (Tagestemperatur vielleicht -6 Grad) geht die elektrische Leistungsaufnahme dann auf ca. 500W zurück. Ich habe auch an einigen Tagen versucht durchzuheizen. Der maximale Tagesverbrauch am kältesten Tag war bei mir knapp 16kWh. Beim Abtauen um den Gefrierpunkt war die maximale kurzzeitige Leistungsaufnahme bei 1200W.
Jetzt zu den Lüfterstufen: Ich habe heute beim kühlen die höchste Lüfterstufe manuell eingestellt. Diese wurde beibehalten, auch als die Zieltemperatur erreicht war. Dann lieft halt nur noch der Lüfter auf maximaler Stufe und der Kompressor war aus. Ich vermute, dass das im Heizbetrieb gleich ist, habe es aber nicht getestet.
Zum Eco-Modus: Habe ich nicht so genau getestet. Mein Eindruck ist, dass die Leistung auf 50-65% gedrosselt wird und die Regelung erst bei größeren Abweichungen zur Zieltemperatur die Leistungsaufnahme erhöht. Auch der Lüfter läuft bei Eco eher langsamer. Beim Heizen sind beim Eco-Betrieb alle Temperaturen wählbar. Beim Kühlen kann man im Eco-Betreib als niedrigste Temperatur nur 24 Grad wählen - also deutliche Einschränkung, habe ich erst heute entdeckt, als ich es getestet habe.
In Sachen Trocknung des Wärmetauschers hab ich hier mal ein extra Thema aufgemacht.
@leon596 Kannst ja mal draufschauen.
Also ich hab mal weiter geforscht und was mir nun bei Samsung garnicht abgeht sind die wohl monatlichen Kosten für die Cloudanbindung, die bis Ende 26 kommen sollen. Und API ohne Cloud is nich...
Derzeitiger Favorit ist daher wohl eher Mitsubishi mit CN105 Schnittstelle: 100% lokal, ESP32 und ZigBee fähig am Steckverbinder des WLAN Moduls, welche dann entfernt wird, mit externen Moduln für ein paar Euro. Dann hab ich zwar kein Windfree, aber dafür kann ich Gebläse und Lamellen 100% steuern in iobroker.
Hier mal ein KI-Vergleich, außer dem Preis eigentlich nur Vorteile mit CN105-Schnittstelle:
Ich bekomme am Freitag eine Samsung Multisplit-Anlage. Ein Außengerät, drei Deckeneinbaukassetten. Einbau und Inbetriebnahme nimmt dann natürlich noch ein paar Tage in Anspruch.
Für die lokale Steuerung - ohne Cloud - werde ich Home Assistant mit dazugehöriger Integration einsetzen. Ich hoffe, ich habe mich nicht falsch entschieden.
Läuft ESPHome nicht auch an Samsungs F1/F2 bus? Mit einem ESPHome adapter und dem open-source projekt esphome_samsung_hvac_bus
14 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Multisplit oder Monosplit?
interessanter thread. hab zufälligerweise für mein erstes solar- und klimaprojekt die windfree avant mit 3 x 7000 btu für drei räume mit gut 50qm gewählt.
für mich waren drei punkte ausschlaggebend: sie soll mit 16db sehr leise sein, hat einen scop wert von 4.8 und ist verhältnismäßig günstig. quasi alles, was einen newbie anspricht - wenn sie jetzt auch noch alles hält, was sie verspricht, wäre ja alles fein.
ich werde berichten, wenn es irgendwann mal fertig ist.
