Klimatechniker schwört auf Samsung Windfree - was denkt ihr darüber?

Ein Freund (Klimatechniker) schwört auf Samsung, auch wegen Windfree-Technik.
Ich möchte mein gesamtes Haus mit Multisplit (4+5 Räume, 2 Aussengeräte für 2 Geschosse wegen Abrechnung) damit ausstatten, auch zum Heizen und Ersatz für Gasheizung (kein Warmwasser). Das würden wir dann zusammen machen.
Was haltet ihr von der Auswahl? Alternativen?

Ohne Daten können wir nicht schätzen und helfen.

Es geht mir nur um die Geräteauswahl, nicht um die Berechnung!
Gesteuert wir das Ganze dann über iobroker

Gewählt habe ich

Kennt er die Anlagen auch aus persönlicher Nutzung im Heizbetrieb?

Viele Kältetechniker haben mit Anlagen, die sie installieren, maximal im Kühlbetrieb Erfahrungen, aber nicht im Heizbetrieb. Und gerade im Heizbetrieb gibts viele Anlagen, die das nicht gut hinbekommen. Multisplits erst recht.

Schau dir mal den Sammelthread zu Samsung hier im Forum an. Nach meiner Erinnerung waren die Erfahrungen im Heizbetrieb nicht so optimal.

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gibts die Teile nicht auch 3-Phasig?

Heizen, das ganze Haus, dazu nur A++,

alternativ zu Gas.

Ob das Sinn macht?

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warum nicht? eine A+++ Luft Wasser Wärmepumpe hat keinerlei Vorteile ohne Fussbodenheizung

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Hier geht's doch um Luft/Luft. Und scop4,1/ cop 4,3 bzw. scop 4,6/ cop3,9 ? Da war meine alte Tick-Tak Single split zumindest beim cop auch nicht viel schlechter. Ich werf sie sofort wieder an wenn das egal ist :wink:

warum sollte die schlechter sein wenn sie volles Rohr läuft?
es geht hier im eine Multisplit die sind immer schlechter als Single Split Anlagen

und ja die Aussage steht, eine Luft-Luft WP ist bei einer Hütte mit Radiatorenheizung nicht weniger effizient als eine Luft Wasser WP

Man sollte es halt auch nicht überbewerten sondern sollte auch die Gesamtkosten im Blick haben.
SCOP4 muss wenn die Anlage dafür günstig war nicht zwingend schlecht sein.
Wenn der COP wirklich erreicht wird schlägt man andere Heizkonzepte damit trotzdem noch.

Irgendwelche Datenblatt-COP von 5 oder 6 muss man im echten Leben am Ende auch erstmal wirklich erreichen.

Womit es für mich steht und fällt ist wie gut die Anlagen am Ende als Multi regeln.
Und die Preisfrage ist da einfach... sollte man überhaupt Multi nehmen?

Kann man die Anlage hinterher mit Home-Assistant verbessern indem man sinnlose Taktvorgänge vermeidet? Oder muss man damit leben wie es out of the box arbeitet weil man keinen Zusatzaufwand will?

Oder nehme ich dann vielleicht nicht lieber eine Anlage mit der beim Heizen insgesamt auch mehr Erfahrungsbereichte existieren? Das muss jeder selbst überlegen.

Wenn ich es wäre würde ich ne 2er und ne 3er Multi nehmen von Daikin, Faikout und Home-Assistant dazu weil ich dann wüsste, dass man die ganze Taktproblematik mit etwas Gehirnschmalz zu 100% in den Griff bekommen kann.
Die andere Frage ist aber natürlich ob man sich diesen Arbeitsaufwand und die rumbastelei wirklich antun will.

Wenn es Multi sein MUSS und das wirklich das alleinige Heizkonzept ist... würde ich zumindest drüber nachdenken.

Und wenn ich nicht basteln will würde ich zumindest die Anlage nehmen, die laut Forenerfahrung ohne jeden weiteren Eingriff am Ende am besten bzw. am wenigsten suboptimal läuft.
Am Ende ist das auf 10-20 Jahre gesehen ja nicht unbedingt nur eine Frage der laufenden Betriebskosten. Sondern eine zu oft taktende Anlage ist für mich auch ein nervender Komfortaspekt.

Ich meine vielleicht ist die Samsung ja gut. Aber mit wenig Erfahrungsberichten ist es halt immer schwierig selbst daraus sein eigenes Pilotprojekt zu machen weil es für Experimente ja einfach zu viel Geld ist.

Ich habe mehere Samsung Free 1x9000btu 2x 12000 in D aber wir kühlen damit nur und das seit 5 Jahren laufen die Geräte sehr gut .In Thailand ist das Haus mit 12/18 und 24 btu ausgestattet weil dort der Service und Preis sehr gut ist und die Dinger Kühlen sehr angenehm ruhig und leise.

Zum Heizen kann ich nix sagen

Insbesondere bei "Wasser Wärmepumpen" sagt man ja, man sollte eher tendentiell die verbauen womit sich die ausführende Firma bzw. deren Techniker auskennen. Weil dann halt die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die die auch optimal einstellen und bei Problemen optimal helfen können.

Bei den LLWP bzw. Split Klima ist das - aus meiner Sicht - etwas anders. Die Geräte bedürfen grundsätzlich keinerlei "komplizierter Einstellungen" :grin: wie bei zb. LWWP.

Da Aussengerät + Innengerät eine Einheit bilden und sich aufeinander abstimmen, ist das eine völlig andere Voraussetzung wie bei Wasser WP. Denn dort ist der "Wärmetauscher" bzw. die WT ja im Haus in Form von (idealerweise) FBH oder Heizkörpern.

Multisplit ist zweifellos eine tolle Sache, weil man damit nur ein Aussengerät für mehrere Innengeräte benötigt. Manche, zb. @Marl84 - schwören darauf.

Andere - ich zb. - haben sich für einzelne Mono Anlagen entschieden, weil diese ebenso viele Vorteile bieten - aber halt den Nachteil ggfs. vieler einzelner Aussengeräte.

Der Vorteil für Multisplit liegt auf der Hand, als Nachteile fallen mir ein: Fehlende Redundanz (einzelner Fehler kann gesamte Anlage außer Betrieb setzen), meistens mehr oder weniger Einbußen in der Effizienz, keine geringeren Anschaffungskosten (trotz "nur 1 Außerngerät"), möglicherweise Geräusche in eigentlich abgeschalteten Innengeräten, berichtet wird auch tw. von "schlechter Regelung" im Vergleich zu Monosplit. Letztens auch bei jemandem der beides hat vom selben Hersteller.

Am Ende halt die Frage was überwiegt, die Nachteile oder der Vorteil von nur einem Gerät.

Samsung wird sicher nicht schlecht sein, ich würde aber vorher versuchen noch möglichst Erfahrungsberichte davon zu sammeln wie win es angesprochen hat - falls du welche findest.

Die zb. Daikin sind halt Preis / Leistung sehr interessant, weil du da zb. eine gute Anlage (auch bei heizen mittlere Klimazone A+++) mit 2,5kW in it für ab € 700.- bekommen kannst. Was dann schon gute Mittelklasse ist. Noch besser - als Daikin - dann für ca € 1000.-

Aber hier im Forum ist hauptsächlich Daikin vertreten, wohl auch wg. gutem Preis / Leistung und insbesondere auch Funktionen wie "Bedarfssteuerung" - die wohl nach meinem Wissen andere Anlagen nicht haben (was aber sicher nicht zwangsläufig ein Problem ist - ich habe das noch nie genutzt bei meinen Daikin)

Mach das mal mit der Samsung. Wir brauchen hier im Forum Erfahrungsberichte zu Samsung. :wink:

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Hallo,

ich kann einige Erfahrungen zur Samsung Windfree Elite 12000 BTU Monosplit liefern (SCOP 5,1, Modell von 2022/23, also noch nicht die Version S2). Ich heize seit 3 Wintern damit mein Wohnzimmer (23m2) und das Esszimmen (12m2, 1,4m breiter Durchgang zum Wohnzimmer durch das die warme Luft kommt). Es handelt sich um das Dachgeschoss eines älteren Gebäudes von 1972 mit entsprechend schlechter Dämmung. Zum direkten Vergleich habe ich im anderen Stockwerk auch eine Daikin Perfera 12000BTU (auch noch altes Modell von 2023).

Mein Fazit zur Samung:

  1. Das Gerät ist im Heizmodus sehr sparsam und mit Daikin vergleichbar. Bei mir gibt es weder beim Heizen noch beim Kühlen takten. Das Gerät passt die Leistung also sehr gut dem Heiz-/Kühlbedarf an und hält die Temperatur. Die niedrigste elektrische Leistungaufnahme im Heizbetrieb ist ca. 130W. Es moduliert also sehr gut runter.
  2. Die Windfree-Funktion nicht überbewerten. Im Heizbetrieb funktioniert sie nicht bzw. wenn Heizleistung gefordert wird, müssen die Klappen aufmachen und dort Luft durch. Die KI sagt, dass Windfree im Heizbetrieb wohl auch funktioniert, wenn geringer Wärmebedarf herrscht. Das kommt bei mir im Altbau aber praktisch nicht vor bzw. als ich es ausprobiert habe sind die Lüfterklappen offen geblieben, da wohl zu viel Heizleistung benötigt wurde. Die Windfree-Funktion im Kühlbetrieb kann bei Leuten die keinen kühlen Luftzug wollen sinnvoll sein. Allerdings ist der Luftstrom und damit auch die Kühlleistung im Windfree-Betrieb auch deutlich eingeschränkt. Ich verwende Windfree im Wohnzimmer nur, wenn ich den Raum vorher im normalen Modus runtergekühlt habe und nur die Temperatur halten will. Durch den geringeren Luftstrom im Windfree-Betrieb wird dann aber das daneben liegende Esszimmer nicht mehr ausreichend gekühlt.
  3. Die Temperatur lässt sich bei Samsung nur Gradweise einstellen. Bei Daikin 0,5 Grad Schritte.
  4. Abtauen im Winter funktioniert gut. Bei Nebel und um 0 Grad Außentemperatur, kann es sein, dass unter den ungünstigsten Bedingungen einmal in der Stunde abgetaut wird. Meiner Ansicht nach taut die Daikin etwas seltener ab als die Samsung (Daikin hängt an Südfassade, Samsung an Ostfasade). Das ist aber schlecht vergleichbar, da Räume mit unterschiedlicher Heizlast dranhängen und Außengeräte an unterschiedlichen Seiten der Fassade hängen.
    Das Umschalten des Kältemittelkreislaufes beim Abtauen verursacht bei der Samsung etwas lautere Geräusche als bei Daikin. Dies kann natürlich auch an den unterschiedlichen Wegen der Kältemittelleitungen liegen.
  5. Negativ bei der Samsung ist dass, die Position der Horizontallamellen beim Abschalten nicht gespeichert wird. Ich hätte gerne bei jedem Einschalten, dass die Klimaanlage schräg vom Wohnzimmer durch den Durchgang ins Esszimmer bläst. Das geht nicht, da bei jedem neuen Einschalten die Horizontallamellen wieder gerade sind.
  6. Ein großes Plus der Samsung ist die Trocknungsfunktion beim Abschalten im Kühlbetrieb. Da lauft noch einige Minuten der Lüfter nach, um das Innengerät zu trocknen, damit kein Schimmel entstehen kann. Das hat meine Daikin nicht.
  7. Subjektiv: Von der Optik gefällt mir das Samsung Innengerät wesentlich besser als das von Daikin.
  8. Fazit: Bei gleichem Preis würde ich mir eher eine Daikin Perfera All Season kaufen, da neues schwereres Außengerät (vermutlich weniger Abtauvorgänge beim Heizen nötig), die Leistung kann besser reduziert werden (wobei Samsung auch einen einfachen ECO-Mode hat) und man kann mit der neuesten Perfera den aktuellen COP anzeigen lassen kann (geht bei meiner alten bisher nicht). Wenn man allerdings die Samsung Windfree Elite S2 als Auslaufmodel 200-300€ billiger als die Perfera bekommt, dann wurde ich Samsung kaufen. Falls man das in einer Mietwohnung installieren will, würde ich auch Samsung kaufen, da man mit der automatischen Trockenfunktion im Kühlbetrieb Schimmel am Innengerät vermeiden kann und Wartungs-/Reinigungsarbeiten spart.

Grüße
Oliver

P.S.: Das sind natürlich nur meine Eindrücke für Monosplit und bringt für die Entscheidung bei Multisplit nicht so viel. Aber die grundsätzlichen Dinge werden bei Multisplit ähnlich sein. Wenn immer möglich, würde ich statt Multisplit immer mehrere Monosplit verbauen, da besser COP und bessere Ausfallsicherheit. Meist sind sogar die Kosten für mehre Monosplits nicht mal höher als für die entsprechende Multisplit.

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Da würde ich aber als kleinen vielleicht interessanten Einschub anmerken, dass ein paar Minuten Lüfter laufen lassen tatsächlich nichts bringt.
Ich habe das bei meiner Daikin probiert weil ich dachte ich blas nach dem Kühlen einfach per Automation das Innengerät trocken.
Habe Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren in der Ansaugung und im Ausblaskanal nachgerüstet.

Innerhalb von 12 Stunden(!) Lüfter laufen lassen gleicht sich die Ausblasfeuchtigkeit NICHT der Ansaugfeuchtigkeit an weil es scheinbar noch immer nasse Bereiche im Wärmetauscher gibt.
Es dauert allein schon 6 Stunden bis die Ausblasfeuchtigkeit überhaupt unter 99% gesunken ist.

Habs dann aufgegeben.
Das Einzige was passiert ist, dass der Raum noch feuchter wird als er eh schon ist.
Bei einem ausgeschalteten Innengerät dauert das komplette trocknen (bei mir) übrigens 30-45 Stunden.

Erstaunlich, ich hätte aus dem Bauch heraus gedacht, dass da 30min reichen, um den Wärmetauscher zu trocknen.

Kann ich mir im Moment nicht erklären, warum das so lange dauert.

Danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht.

Hast du mal beobachten können, wie Eco die Leistung limitiert?

Und was auch noch interessant wäre: Kann man bei der Samsung die Lüfterdrehzahl fest einstellen? Also das z.B. Lüfterstufe 3 immer auf 3 bleibt und die Automatik nicht runter fährt, falls wenig Leistung abgefordert wird? Daikin hält ja die eingestellte Lüfterdrehzahl nicht, sondern sieht sie eher als oberes Limit, wo die Automatik oft auch tiefer fährt.