Klimaanlage zum Heizen für Niedrigenergiehaus

Es geht um ein EFH (BJ2011, 130 qm WFL, gedämmt, 3fach verglast, unbeheizter+gedämmter Nutzkeller). Problem: Die Fernwärme ist sau teuer und da bisweilen ein Anschluss- und Benutzungszwang herrscht, will ich dieses Problem nun (nach langem Gezeter) mit LLWP adressieren. Die FW wird auch bleiben, aber meine Hoffnung wäre, den Heizbedarf zu vielleicht 2/3 per LLWP abzudecken. (DIY-PV (9,6 kWP) und DIY-Akku (16,5 kWh) sind vorhanden.)

Unser Wärmebedarf liegt bei 6,5 MWh/a, wovon etwa 4,7 MWh für’s Heizen verwendet werden - wird reden also von etwa 36 kWh/qm*a. Raumtemperatur ist normalerweise 20 bis 21 Grad. Der Wärmemengenzähler der FW bietet leider nicht wirklich gute Möglichkeiten zum automatisierten Auslesen, aber ich kann grob sagen, dass unser Wärmebedarf bei 0 Grad AT zum Halten der Temperatur so etwa bei 2 bis 2,5 kW liegt. Glaub mehr als 3,5 kW habe ich auch bei strengem Frost da noch nie gesehen. Zum Einsatz kommen HK; im kleinen Bad (EG) und großen Bad (DG) befinden sich Fußbodentemperierungen. Die Küche ist selbst gar nicht beheizt.

Meine Idee war nun, in EG und DG jeweils ein IG zu installieren. Im EG wird das im Wohnzimmer hängen und im DG im Flur. Ganz generell kann man sagen, dass bei uns quasi die meiste Zeit mehr oder weniger alle Türen offen stehen.

EG:
Kombinierter Wohn/Esszimmerbereich mit etwa 35qm. Daran angrenzend Flur und Küche, wobei die Küche Türen zum Esszimmer+Flur hat. Dass sich die Wärme in diesen drei Räumen gut verteilen wird, daran habe ich null Zweifel. Es gibt noch ein Arbeitszimmer und ein kleines Bad. Im kleinen Bad wird vermutlich die Fußbodentemperierung eingeschaltet bleiben. Im Arbeitszimmer muss man mal schauen: Ich bin komplett im Home-Office und habe quasi nie dort die Heizung an - die Wärme verteilt sich hinreichend gut. Ich denke im EG wird das Ganze gut funktionieren.

DG:
Hier gibt es die beiden Kinderzimmer, das Schlafzimmer, das große Bad und einen sehr kleinen Flur (3qm vielleicht) mit direktem Treppenabgang. Die Fußbodentemp. im Bad soll eingeschaltet bleiben aus Komfortgründen. Die Heizung im Schlafzimmer läuft quasi nie. Über die Dachfenster der Kinderzimmer (Südseite) sind bei gutem Wetter solare Erträge vorhanden. Das IG für den Flur würde ich wohl über die Tür des Bads hängen, so dass es in Richtung der Kinderzimmer bläst. Nicht immer, aber sehr oft, sind deren Türen geöffnet. Und dort wird die Wärme hauptsächlich gebraucht. Ich könnte sie auch über die Türen der Kinderzimmer hängen, aber dann landet die Luft eher im Bad, wo ja eh schon die Fußbodentemp. ist.

Frage:
Ich dachte an eine Daikin Perfera 2MXM40A9 mit 2x (FTXM25A oder FTXM20A). Ich bin aber auch nicht auf Daikin festgelegt. Etherea hatte ich mir auch angeschaut, hatte aber gelesen, dass die Perfera weiter runtermodulieren kann? Also über Meinungen hinsichtlich der Auslegung und möglicher Gerätschaften wäre ich dankbar. Essentiell für mich ist, dass ich die A/C lokal per Smarthome (OpenHAB / HA) steuern kann. Das scheint per Faikout ja der Fall zu sein. Wobei eine Etherea von Natur aus wohl offener ist per Modbus wenn ich das richtig verstanden habe.
Kurzum: Für Tipps hinsichtlich Geräte und der Dimensionierung wäre ich sehr dankbar!

Würde ich von abraten. Deine Kinder sind vermutlich noch jünger. Sehr unwahrscheinlich, dass die als Teenager noch auf “offene Türen um es warm zu haben” stehen.

Die Aussage ist korrekt und auch durchaus Teil meiner Überlegungen gewesen. Ganz grundsätzlich ist meine Hoffnung so ein bisschen die, dass das mit der FW hier früher oder später geöffnet wird, so dass ich auf LWWP umsteigen kann. Also was ich sagen will: Mein LLWP-Konzept hat jetzt nicht den Anspruch, das bisherige Heizkonzept komplett zu ersetzen. Und insofern ist mir natürlich vollends klar, dass ich zu meinen Kindern nicht sagen kann: Entweder ihr habt die Tür auf oder es ist halt kalt. Aber die sind zB morgens auch in der Schule. Im Schlafzimmer brauche ich die Wärme halt nicht und im Bad auch nicht (weil da schon welche vom Boden kommt). Von daher erscheint mir diese von mir angedachte Variante halt noch die beste zu sein.
Ich könnte natürlich auch sagen, dass ich das oben komplett sein lasse. Jedoch ist es halt so, dass es speziell im OG im Sommer zuweilen schon gut warm wird und es zum Kühlen daher sinnvoll wäre.

Aber ich höre mir auch gerne Alternativvorschläge an :slight_smile:.

Wie du sicher schon gelesen hast: Immer erstmal Single-Split prüfen, hat einige Vorteile, z.B. deutlich bessere Effizienz. Wenn das nicht geht, gefällt mir die Lösung mit der 4kW Daikin ganz gut.

Ein Problem wirst du vielleicht haben: Die Wärme aus dem Flur wegbekommen. Wenn da ein IG in einem 3m² Flur hängt, wird der Flur sich schnell aufheizen, das IG schaltet ab und startet irgendwann wieder. Das ist zwar kein Takten, kostet aber trotzdem Effizienz, weil das AG nicht gleichmäßig durchlaufen kann.

Klar, wenn du direkt in Richtung Tür bläst, kann es sein, dass du da einen großen Teil der Wärme da reinblasen kannst. Ist schwer einzuschätzen, wie gut das funktioniert.

Das IG ins Kinderzimmer packen, geht nicht?

Ja, das hatte ich schon gelesen. Ich meine der SCOP bei meiner vorgeschlagenen Variante lag bei 4,6 während Single Split bei 5,1 oder so liegt. Also an die Hauswand unseres Fertighauses mag ich's nicht hängen, es würde mich allerdings nicht schocken, das AG auf dem Norddach zu installieren. Ich hab zwar durchaus auch Höhenangst, aber ich hab auch die PV installiert - da kriege ich das auch hin. Ich weiß allerdings nicht, wie das wäre, wenn ich mal nen Techniker bräuchte. Die werden ja vermutlich nicht erpicht drauf sein, durch's Dachfenster auf's Dach zu krabbeln (wie ich das immer mache). Und was mir auch passieren kann: Vielleicht kriege ich ja doch noch den Rappel und will auch die Nordseite mit PV belegen irgendwann. Dann beiße ich mir in den Arsch :rofl:. Das ist zwar ziemlich am Rand, aber man muss das AG auch noch erreichen können.
Dafür sprechen würde klar, dass ich keine Kabelkänäle legen müsste: Bin ich auf dem Dach, dann komme ich über den ungedämmten Spitzboden ganz problemlos von oben an alle Zimmer dran. Ich hab auch Strom (2,5 qmm) im Spitzboden und da hängen nur Lampen dran. Das ginge für A/C problemlos.

Ja, das weiß ich tatsächlich auch nicht, ob das Konzept so aufgeht. Dafür fehlt mir die Erfahrung in dem Bereich. Im Kopf hatte ich das natürlich schon.

Gehen tut das schon, ich komme über den Spitzboden von oben ziemlich einfach an die Zimmer - muss nur schauen, dass keine Kehlbalken an den jew. Stellen im Weg sind - das sieht man von oben aber alles. Aber dann bräuchte ich in jedem Kinderzimmer ein IG. Und aber im Schlafzimmer noch eines, damit es im Sommer auch da kühl ist. Also es fühlt sich ehrlich gesagt für mich ziemlich nach Overkill an.

Ne andere Möglichkeit wäre, es halt so zu versuchen und wenn es sich nicht ausgeht, dann das IG oben nur zum Kühlen zu verwenden. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist es eher doof in Sachen Effizienz, nicht alle IG in Betrieb zu haben, oder? Das würde dann doch wieder für 2x Single Split sprechen.

Aufs Dach finde ich eher ungünstig, aber klar, irgendwo muss man immer einen Kompromiss machen.

Was du im Flur machen kannst: Temperatursensor des IGs verlegen recht weit nach unten im Raum und auch noch ordentlich gedämmt, so dass die ganze Regelung deutlich träger wird. Darüber lässt sich viel rausholen.

Womit man auch noch etwas beeinflussen kann, sind Lüfter, die man irgendwo hinstellt oder montiert.

Aufstellen ebenerdig geht nicht?

Ja doch, das hatte ich jetzt für die Multiplit so geplant: Unter dem Carport auf der Nordseite. Der ist nach drei Seiten komplett offen. Aber ich glaube an zwei Stellen möchte ich kein AG auf dem Boden stehen haben. Auf dem Carport wäre theoretisch noch eine Option - der hat ein Glasdach, was für den Kondensatablauf praktisch wäre. Aber zur Befestigung müsste man dann vermutlich doch wieder an die Hauswand dran. Und davon ab, ist da auch unser Schlafzimmer. Wenn da was brummt oder so, dann geht mir das im Zweifel auf die Nerven. Das lasse ich besser sein.

Gedanklich habe ich das alles schon xfach durchgespielt. Die minimalinvasivste Variante wäre 2x Single Split mit 1x Boden und 1x Dach. Aber mit dem Dach muss man halt auch auf's Dach, wenn was ist.
Oder halt 2x Multiplit unter dem Carport.

Ich habe mal noch zwei Fragen:
a) Macht das eigentlich tatsächlich nen Unterschied, ob man da drinnen jetzt 2 oder 2,5 kW hinhängt? Also wenn ich zB sage, dass ich unten 2,5 kW und oben 2 kW nehme - oder ist das mehr oder weniger egal?
b) Hänge ich das IG über die Badtür, dann könnte ich sagen, dass ich ein Loch in's Bad bohre und das Kondensat im Sommer über die Dusche abfließen lasse. Vielleicht ist das auch geraffeliger, als ich mir das vorstelle. Alternativ brauche ich eine Kondensatpumpe, weil der Flur ist halt mitten im Haus. Von der Installation her ist eine Kondensatpumpe im Spitzboden an sich kein Problem. Ich hab nur schon auch gelesen, dass Kondensatpumpen auch gerne mal kaputtgehen und man die Steuerleitung zwischen IG und AG auch durch die Pumpe unterbrechen können muss. Gibt's hier Meinungen/Tipps dazu? Hört man sowas deutlich?

Ob 2kW oder 2,5kW ist fast egal. Sind komplett baugleich, da könnte maximal die Regelung der Anlage leicht andere Lüftergeschwindigkeiten einstellen.

Kondensatpumpe: Funktioniert grundsätzlich, aber es gilt die Regel, vermeiden, wenn es irgendwie geht. Die Dinger hört man oft auch, gerade Nachts. Wobei ihr bei dem gut gedämmten Haus die Anlage Nachts auch komplett ausschalten könnt.

Also dann würde ich lieber eine ordentliche Kondensatpumpe wählen und gut ist.

Beim Kühlen wird die Kühle Luft tendenziell eher die Treppe herunter verschwinden. Insgesamt wird zwar etwas kühler, aber deutlich besser ist es schon, wenn die Innengeräte in den zu kühlenden Räumen verbaut sind.

Beim Heizen wird es sich durchaus eher in dem Flur stauen. Also Türen, auch wenn sie offen sind, sind schon ein Hindernis, was man durchaus merkt.

Würde ich auch vorschlagen.

Also hier im Forum wird immer ganz extrem zu Single-Splits geraten, die sind etwas effektiver, das ist schon richtig, aber Multi-Splits sind jetzt auch nicht schlecht und ich kann auch absolut verstehen, dass nicht jeder sich alles mit Außengeräten zustellen möchte.

Ich persönlich würde wohl an deiner Stelle eine 3er Multisplit für die drei Schlafzimmer nehmen und eine Single-Split für das Erdgeschoss.

Es liegt nicht primär an der Effizienz. Sondern daran, dass die Multisplit-Außengeräte nicht soweit herunter modullieren können. Das heißt, sie sind zwar effizient, liefern aber genau dann 1200-2000W Heizleistung, wenn man die nicht braucht. Dann sind da auch noch drei Räume. Das bedeutet, wenn ein Raum größer/kleiner oder eine andere Heizlast hat wie die anderen Räume, und das Außengerät schaltet ab, wird sich das früher wieder einschalten um den Raum zu heizen. Und dann werden wieder alle 3 Räume geheizt. Mit etwas Glück und dem richtigen Hersteller läuft das dann auch sehr wenig an, mit Pech läuft das aber höher an, weil erst einmal das Öl und Kältemittel zurückgeholt wird. Und wenn dem so ist, dann überheizt es wieder schneller. Also schaltet das Gerät wieder ab. Und dann wieder… also taktet.

Dazu kommt, wohin mit der Wärme? 1 Raum kühlt deutlich ab, der bräuchte nun Wärme. Die anderen beiden Räume nicht. Dann fließen von den minimalst 1200W Wärme 100W in Raum 1, 100W in Raum 2 (Lüfter drehen nicht), und 1000W in Raum 3. Raum 3 wird dann zu schnell wieder warm. Also schaltet das Außengerät ab. Beim wieder hoch fahren dasselbe Problem. Idealer wäre alle 3 Räume mit 400W und dann beim nächsten Einschalten wieder alle 3 mit 400W. Aber auch da kann es passieren, dass dann die Räume , die eigentlich keine Wärme bräuchten, überheizen.

Und all das wird mit Single-Split eher nicht passieren. Zum werden Single-Split weniger vereisen. Jedes Außengerät ist ja dann viel zu überdimensioniert, läuft also nicht auf volle Möhe. Gleichzeitig sind diese Geräte aber kleiner als ein AG bei einem Multisplit. Es ist viel mehr Tauscherfläche vorhanden pro Raum, und der Kompressor kommt weiter runter.

Ein paar Überlegungen (alles bezogen auf Heizbetrieb)

  1. Wird denn die Fernwärme nur nach Verbrauch abgerechnet oder wie ist da die Kostenverteilung?

  2. Zu Single vs. Multi-Split. Bei mir ist es “extrem”; wir haben hier eine 3x und eine 5x. Bei der 3x habe ich keine Probleme, auch mir nur ein Innengerät laufen zu lassen. Auch bei 10° Außentemperatur taktet das nicht (für ca. 21° innen). Der Wohnraum ist allerdings auch schlecht gedämmt. Irgendwann geht es natürlich auch mal aus, aber dann meist für Stunden, weils draußen auch einfach warm genug ist.

Bei der 5x sieht es auch nicht ganz so schlecht aus; ab ca. 2 Innengeräte läuft die Kiste an sich rund. Ich hab nichtmal die Bedarfssteuerung an. Dadurch, dass eine Einheit im Keller ist und einiges an Leistung benötigt, scheint das “genug” zu verbrauchen.

Ich sehe daher bei 2x und 3x Multisplit gar nicht so das riesen Problem; wie es sich im konkreten Fall ausgestaltet, kann ich natürlich schlecht einschätzen, sondern nur meine Erfahrungen wiedergeben. Eine 5x würde ich auch nicht mehr kaufen (lieber eine 2x + 3x), aber zum Anschaffungszeitpunkt herrschte leider Zeit und Kostendruck.

Ich würde inzwischen überlegen: Welche Einheiten laufen meist eh zusammen, welche eher getrennt, und danach die Aufteilung machen. Und bei nur 2 Einheiten, die meist nicht zusammen laufen, lieber 2 Single.

  1. Einige Daikin-Innengeräte (berichtet bei Stylish und selten auch bei Perfera) haben ein für einige Menschen unangenehmes Fiepen. Ich wusste das vorher nicht und habe nun 8x Fiep-Geräte und versuche, die tauschen zu lassen. Viele stört das nicht, andere hören es gar nicht, andere (wie mich) treibt es in den Wahnsinn. Siehe hier: Lautstärke Daikin Stylish Innengeräte - #50 von Florian_NDD

Du kannst die Inneneinheiten zum Glück wohl “Probehören” wie ich gelesen hatte, d. h. nur Strom dran, Lüftermodus an und dann halt hören. Noch bevor das Ding aufgehangen oder gar die Kältemittelleitung angeschlossen ist.

Viel Erfolg :slightly_smiling_face:

Theoretisch stimmt das natürlich, in der Praxis sieht das aber bei weitem nicht so dramatisch aus.

Gerade wenn wir drei ähnliche Räume nehmen (z.B. Schlafzimmer) passt das ganz gut. Zumal auch 3er Multisplits wie z.B. die 3MXM40 recht weit runtermodulieren können.

Ich hatte es ja beschrieben. Wenn du NICHT drei gleiche Räume hast, bekommst du solche Probleme. Wir hatten sie. Die Lösung war dann der Austausch der Multisplit gegen drei Einzel-Splits. Das haben wir auf Kulanz bekommen, weil die Anlagen HÄTTEN eine bessere Regelung gekonnt, die der Hersteller aber ABGELEHNT hatte. Er hätte also entweder die Geräte auf seine Kosten entfernen und unsere Wohnung teilrennovieren können, oder eine andere Lösung vorschlagen können. Seine Lösung: Austausch des Außengerätes gegen drei Außengeräte.

Wie geschrieben, das muss nicht so sein. Das kommt eben auch auf das Gerät an. Aber das war darauf gemünzt, wie das Forum hier Multisplitanlagen sieht. Es gibt Gründe dagegen. Deswegen immer sammeln: Was habe ich? (Räume mit selbem Heizwärmebedarf) Was will ich? (nur ein Außengerät, Heizleistung minimal/maximal) Was will ich ausgeben?

Die 2MXM40 moduliert sehr weit runter, die ist dafür wirklich interessant. Geht runter bis 0,67 kW Heizleistung bzw. 103 W elektrisch. Unter welchen Bedingungen sie das wirklich kann, muss man natürlich noch experimentell herausfinden. Aber grundsätzlich ist die damit nicht schlechter, als eine Single-Split.

Eurovent:

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Was wäre denn beispielsweise ne ordentliche Kondensatpumpe? Ich habe ein Video von Ronnie gesehen, da hatte er glaub 5 Stk oder so. Wo im Schlauch wird so ein Teil eigentlich platziert? Also wenn ich jetzt vom Innengerät ausgehe, dann brauche ich von dort vermutlich so 4-5 Meter Schlauch.

Diese Bedenken hatte ich durchaus auch schon, obgleich das das Aufhängen des IG über der Badezimmertür diesbzgl. noch am besten wäre. Hänge ich es über die Türen der Kinderzimmer in den Flur, würde ich Richtung Bad und Treppe blasen.

Ich bin da ja echt zwiegespalten, ob ich da wirklich so in die Vollen gehen will. Kühlen sind halt doch nur wenige Tage im Jahr, wo der Öffnen der Fenster abends/nachts ohne zusätzlichen Ventilator nicht ausreicht. Also hier ist es auch leise nachts und Allergie ist auch nicht wirklich ein Thema.

Zum Thema heizen und die preisliche Sicht komme ich gleich nochmal.

Also wenn man da halt Plätze hat, wo das nicht auffällt, ist das alles ok für mich. Aber so an der Hauswand finde ich das wirklich hässlich muss ich sagen. LWWP habe ich inzwischen schon in dezenter/hübscher gesehen, aber LLWP noch nicht.

Ok, muss ich mal drüber nachdenken.

Das ist tatsächlich schon was, was ein Problem sein könnte. Unsere Heizung geht aus, wenn die AT über zehn Grad ist. Normalerweise reicht das von der Wärme, wenn's allerdings mehrere Tage trüb ist, dann muss ich auch wieder bisschen zuheizen. Interessanter ist aber vermutlich so der Bereich zwischen 5 und 10 Grad. Ganz anders war's jetzt zB im März: Da hatten wir viel Sonne und nachts teils Frost. Wenn da aber viel die Sonne scheint, wärmt sich die Hütte genug auf, dass ich die Heizung auslassen kann, wenn ich toleriere, dass es morgens mitunter auch mal nur noch 19,x Grad sind. Im EG habe ich diesen März punktuell einfach mit dem Backofen zugeheizt :->
Bei der Fernwärme kann ich, das ist ihr Vorteil, halt auch einfach nur exakt das aufnehmen, was ich brauche. Wie gut das auf LLWP skaliert, dazu fehlt mir die Erfahrung - ganz klar.

Also ganz generell sind die Kinderzimmer und das Schlafzimmer gleich groß (je 18 qm). Das Bad hat glaube ich 12. Außer im Schlafzimmer ist überall die Heizung an und dadurch, dass die Türen üblicherweise alle offen ist, gleicht sich die Temperatur +/- in allen Räumen an. Und es sind auf jeden Fall nicht die Thermostate sondern die relativ niedrige VL-Temperatur der Heizung, die dann über die gesamte Heizfläche dazu führen, dass es da +/- 20 bis 21 Grad überall ist.

Also für den Fall, dass die Türen offen stehen, kühlen die einzeln nicht aus. Also die Wärme verteilt sich schon sehr gut - auch wenn in einem Raum nicht geheizt wird.

Aber kommt eine LLWP überhaupt so weit runter? Also dass die Heizleitung so niedrig ist?

Da sind wir uns auf jeden Fall einig. Wobei ob das auf "volle Möhre" laufen wird, ist mal fraglich. Vermutlich alles nicht so einfach. Im Falle der LWWP hat man zum Modulieren solch kleiner Leistungen vermutlich den Pufferspeicher.

Die Kostenverteilung ist so, dass der qm beheizte WFL mit 4,15 € gerechnet wird und da kommen nochmal rund 91 € an Messgebühr drauf. Daraus ergeben sich dann schon Grundgebühren von >600 € im Jahr. On top kommt dann der Arbeitspreis mit 17,3 Cent/kWh.

Daraus ergeben sich zwei Dinge:
a) Bei allem, was ich mit LLWP treibe werde: Die Grundgebühr werde ich nicht los.
b) Dadurch, dass die Grundgebühr in der Gesamtrechnung so prominent ist und dadurch, dass unser Heizbedarf vergleichsweise gering ist, ist das Geld, was ich mit LLWP einsparen kann, irgendwo auch überschaubar.

Das sind letztlich auch die Gründe, weswegen ich nur so eine kleine LLWP-Lösung anstrebe. Weil die FW ist eh da und ich muss die Grundgebühr auch eh bezahlen.

Ne weitere Sache, die mich umtreibt, ist der Wärmespeicher. Dieser hat keinen Anschluss für eine Heizpatrone und ich hätte aber schon auch einiges an PV-Überschuss. Hier frage grade ich mich gerade, ob ich

a) die Fernwärme quasi offensiv "angehe" und einfach eine BWWP installiere. Der Keller hat im Winter so 15 Grad und der ist außen mit 10cm Styrodur gedämmt. In dem Raum stehen auch Wechselrichter, Akku-WR, Akku, WaMa, WP-Trockner. Der Raum ist so 12qm groß - auch hier steht üblicherweise die Tür auf. Hier ist mir unklar, ob die rund 150 kWh WW-Wärme pro Monat quasi den Keller übermäßig abkühlen würden bei einer BWWP im Umluftbetrieb.
b) einen "einfachen" Wärmespeicher installiere mit der Möglichkeit, eine Heizpatrone einzubauen.
c) einen "besseren" Wärmespeicher installiere (+Heizpatrone), der vielleicht auch mit einer LWWP in spe sinnvoll genutzt werden kann.

Wir haben hier bei der FW so ein Dreiergespann aus:

  • Wärmeerzeuger
  • Netzbetreiber / Wärmevermarkter
  • Stadt

Die Stadt schreibt Anschluss- und Benutzungszwang vor und verbietet das Heizen und die WW-Erzeugung mittels Strom. Die Stadt weiß, dass das grad ziemlich doof ist. Sie mag den Zwang aber bis auf Weiteres nicht aufheben, da sie das Problem kommen sieht (kann auch nachvollziehen), dass sich das nicht jeder leisten kann, auf WP zu wechseln. Gleichzeitig würde es für diese Leute aber immer teurer werden, je mehr Leute das FW-Netz verlassen. Wie man aber inoffiziell hört, haben alle drei Parteien inzwischen keine Lust mehr auf diese Konstellation. Rechtlich ist der Zwang ohnehin fragwürdig, da er gegen EU-Recht verstößt. Und zwar insofern, weil die Fernwärme zu 2/3 aus Gas generiert wird, wohingegen das EU-Recht sagt, dass man das kündigen kann, wenn man zu ich glaube 65 % die Wärme aus EE generiert.

Kurzum: Die Fernwärme war noch nie billig, aber die ganzen Jahre mit 10 Cent/kWh irgendwo noch in einem Rahmen, wo sich irgendwelche Maßnahmen nicht wirklich gelohnt hätten. Das hat sich seit dem Ukraine-Kriege aber deutlich nach oben bewegt und ich sehe nicht, dass sich das nochmal bessern wird. Vor dem Hintergrund könnte ich jetzt klagen, wie es bereits jmd hier aus der Nachbarschaft quasi gemacht hat. Das zieht sich jetzt aber schon seit Jahren kann und geht nicht vorwärts. Oder, und das ist jetzt quasi mein neuer Ansatz: Ich versuche einen größeren Teil mit LLWP und neuem Wärmespeicher anderweitig zu decken und hoffe langfristig drauf, dass ein Wechsel auf LWWP doch in den nächsten Jahren mal möglich sein wird. Ich könnte halt echt im Strahl kotzen, wenn ich vom Radfahren komme und beim Duschen die Fernwärme zukaufe, während ich nen vollen Hausakku habe.

Sorry für den langen Text :slight_smile:
Also Ziel meinerseits ist auf jeden Fall, dass ich den Anteil der FW reduziere. Aber es muss sinnvoll sein und nicht um jeden Preis.
=> Ich höre mir sehr gerne Vorschläge dazu an, weil ich denke über das Thema schon seit Jahren nach und drehe mich immer wieder im Kreis.

Oh, das ist ja besser, als ich dachte. Ich muss leider dumm fragen: Wo genau liest man das raus? Oder ist das ein Erfahrungswert?

Danke auf jeden Fall an alle, die sich so engagiert hier beteiligen - das hilft mir!

Schau mal hier:

Zitat: "Interessant ist Heating PL Cond D, weil man hier in aller Regel die unterste Modulation ablesen kann. Niedriger kann die Anlage nicht modulieren."

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Unterschätze den Komfort nicht. Das kann dann durchaus auch sein, dass du die von Mai bis September fast jeden Tag laufen hast.

Das klingt sehr nachvollziehbar. Das sind ja etwa 68€/Monat, die maximal einzusparen sind, wenn ich das richtig gerechnet habe. Ich persönlich sehe Potential darin, ein paar Jahre zu warten und das Geld dann (hoffentlich) in die angestrebte LWWP investieren zu können. Ansonsten baue die Klimaanlagen so ein, dass sie Dir im Sommer guten Kühlkomfort leisten, da hast Du dann auf jeden Fall etwas von, zumal der Betrieb im Sommer durch die PV ja sehr kostengünstig ist. Dann kannst Du auch gut mit dem Heizmodus experimenieren und schauen, ob/wo da besonders Potential liegt.