Ich hab letztens bei 10 Grad eine Anlage evakuiert. Da reichten 60min noch nicht. Im Sommer hingegen können auch 30min reichen.
Du siehst das sehr gut, wenn du nach einer gewissen Zeit des Evakuierens die Monteureinheit zudrehst und beobachtest, wie der Druck am Testo552 wieder steigt. Vorausgesetzt, die Anlage ist dicht und der Druckanstieg entsteht nicht durch eine Undichtigkeit.
Spannende Diskussion. Ich frage mich nur ob es dafür nicht auch eine Lösung geben sollte?
Ich meine, das betrifft ja nicht nur LLWP sondern auch LWWP die ausschließlich zum heizen eingesetzt werden oder große Kühlaggregate, zum Beispiel in Supermärkten. Es kann ja nicht sein das all diese Geräte bei einem defekt im tiefsten Winter manchmal wochenlang still stehen müssen, bis die Anlage nach einer Reparatur wieder in betrieb genommen werden kann bei >5 Grad.
In Fachbüchern steht dazu: Aufwärmen. Bei kleinen Anlagen Arbeit unter dem Zelt, was beheizt wird. Bei großen Anlagen abschnittsweise evakuieren, also Anlagenabschnitte, die man separat absperren kann.
Bei LWWP werden ja oft Monoblocks verbaut, da spielt es keine Rolle.
Aber stimmt schon, gerade die ganze Wartung im Winter ist nicht so trivial. Oft reicht es aber, den Kältekreislauf nicht zu öffnen, sondern nur abzusaugen und nachzufüllen. Wirklich evakuiert werden muss nur dann, wenn der Druck im Kältesystem bis auf den Umgebungsdruck abgesackt ist, was eher selten der Fall ist. Ein klein wenig Überdruck reicht aus, damit kein Wasser eindringt.
Hm, unsere Inbetriebnahme wurde für die nächsten Tage angekündigt, bei ca. 2-3 Grad wenn der Wetterbericht stimmen sollte. Meint ihr es macht Sinn einen 2.5kw Infrarotstrahler für den Außenbereich direkt auf die Außenliegenden Teile auszurichten? Das Außengerät und ca. 3m Leitung sind auf eine Loggia.
Das Außengerät brauchst Du nicht zu erwärmen. Das ist bereits mit Kältemittel vorbefüllt, steht unter Druck und wird nicht mit evakuiert.
Das sollte man sich generell vor Augen halten: Bei einer Split-Klimaanlage ist nur das Leitungsstück vom Außengerät bis zur Wanddurchführung das Problem. Warum? Na ganz einfach:
Außengerät wird nicht evakuiert, s. oben.
Innengerät befindet sich im warmen Innenraum (üblicherweise um die 20°C) - da hat man das "Winter-Problem" nicht
Kältemittelleitungen im Innenraum sind auch warm
Nur die zwei Leitungsstücke von den Bördelverschraubungen am Außengerät bis zur Wanddurchführung sind problematisch. Die müssen evakuiert werden, und sind im Winter kalt.
Deswegen sind Split-Klimas dahingehend wahrscheinlich recht unempfindlich. Die zwei kritischen Leitungsstücke haben auf der Innenseite keine arg große Oberfläche. Und nur auf dieser Fläche können Wassermoleküle adsorbiert sein, die man im Winter nicht gut wegbekommt. Insofern ist es in absoluten Zahlen nicht arg viel Wasser, mit dem man sich im Zweifelsfall in den Kältemittelkreis kontaminiert. Dennoch - lange pumpen und ggf. Leitungen erwärmen ist sicher besser.
Das komplette äußere System ist ganz kurz hinter den Verschraubungen am AG abgesperrt. Also auch der Wärmetauscher. Wie Alexx schrieb, es geht nur um die Kälterohre, die außen liegen.
Ich werde die nächsten Tage ein Aussengerät tauschen lassen und war etwas besorgt bzgl. der Evakuierung, weil die Aussentemperaturen um 3 Grad liegen werden.
Wenn ich mir das untenstehende Diagramm anschaue , sieht es so aus als ob "vereistes" Wasser bei einem Druck von 200Micron (ca. 0.25mbar) bei ca. -35 Grad sublimiert (verdampft). Bei extrem wenig (flüssigem) Wasser in der Leitung dürfte dessen Verdampfung die Leitungen nicht weit unter den Gefrierpunkt bringen. Sprich: Leitungstemperatur bleibt weit über - 35 Grad .
Angesichts der kurzen Leitungslängen (4m) (davon 2m im beheizten Innenbereich) und der Tatsache dass das neue AG bereits befüllt ist, mache ich mir eigentlich keine grossen Sorgen. Vielleicht erwärme ich trotzdem die 2m Aussenleitung im Kabelkanal mit Warmluftfön.
........REFCO Manufacturing Ltd. empfiehlt, einen Vakuumwert unter 500 micron bzw. 0,65 mbar zu erreichen. Viele Kältetechniker ziehen Vakuum bis 200 micron bzw. 0,25 mbar. Wichtig ist, stets die Herstellerangaben zu berücksichtigen und zu erfüllen. Beim Druck von 500 micron hat das Wasser eine Verdampfungstemperatur von -24,5*...........
Gibt es hier neue Erkenntnisse zum "Vakuumieren" im Winter ? Meine Anlage ist fertig installiert, das Wetter in der Prognose die nächsten 14Tage 2-3°C Tagsüber. Da die Anlage als Heizung gedacht ist möchte ich nicht bis zum Frühling warten.
Bei mir Laufen 1.5m Leitung im Äußeren, Südseite. Ich würde jetzt einfach ein paar mal Testvakuum ziehen und dann an einem Sonnigen Tag nachmittags final.
Druckprüfung würde ich überspringen und mittels Leckagesuchgerät abschnüffeln.
Wenn du ein digitales Vakuummeter hast, kannst du es gut beobachten, ob du die Zielwerte erreichst und ob die nicht zu schneller wieder steigen, weil noch Restwasser vorhanden ist. Spülen mit trockenem Stickstoff kann auch helfen.
dann wäre das KM aber schon im System...
Wenn man es selber macht, kann man die Leitung ggf. auch warm föhnen. Dann aber auch abwarten, bis die Temperatur sich stabilisiert hat, bevor man das Vakuum bewertet...
Wenn Stickstoff verhanden wäre, ist Spülen (sofern man bei einem Zugang von Spülen sprechen kann) sicher nicht verkehrt
Ja, das mit dem Helium Ballongas hatte ich auch schon gelesen. Klingt ja erstmal recht einfach umsetzbar.
Ich hatte hier aber auch gelesen das es ggf. reichen könnte für einige wenige Sekunden Kältemittel freizugeben und dann anschließend mit dem "Schnüffler" zu kontrollieren.
Wie ist denn der Aufbau bei Nutzung einer Helium Gasflasche. Benötige ich einen Ventildrücker ? Oder einfach Helium->Schlauch->Monteurhilfe->Schlauch->Klimagerät ?
Ventildrücker brauchst du hier nicht, beim Evakuieren aber solltest du ihn haben.
Du musst natürlich schauen, dass dein Füllschlauch einen passend eingestellten Ventildrücker beinhaltet. Also das kleine Metallteil, was mittig im Schlauch am Ende sitzt.
Danke für die Super Antwort. Beantwortet alle meine Fragen. Ich hatte zuerst vermutet, dass der Druck das Ventil drücken würde, quasi wie beim Fahrradschlauch.
Hintergrund war, dass mein Ventildrücker Probleme macht, beim Öffnen drückt es dort raus auf der Rückseite. Ich habe aber nun aber noch einen funktionierenden Ventildrücker gefunden.
Ich habe die Anlage jetzt mit Helium auf 10bar gesetzt und den Ventildrückerhahn zugedreht.
Leider fällt der Druck im Manometer langsam ab. D.h. irgendeine weitere Komponente im Messaufbau ist undicht.
Morgen früh werde ich die Messleitungen bis zum Gerät wieder unter Druck setzten auf 10bar, und dann das Ventil am Gerät öffnen. Dann sollte bei einem Druckverlust im Kältekreislauf der Druck abfallen am Manometer.
Morgen sollen dann auch 5°C Mittags erreicht werden, dann wird evakuiert.
Blasenlecksucher vorhanden?
Ja, wenn es in der Strecke bis zum Ventildrücker undicht ist, könnte man Glück haben.
Wenn aber die Strecke danach undicht ist, findet man das Leck jetzt am einfachsten mit Überdruck.
Ich würde auch jetzt schon das Leck vor dem Drücker suchen, dann ist wenigstens sicher, dass da mindestens eins ist.
Mit hochlaufendem Vakuum findest du das Leck nicht mehr so einfach.