Kältemittelleitungen unter WDVS verlegen

Hallo,

wir wollen unsere Hausfassade dämmen und gleichzeitig auch in den Räumen an der Giebelwand Klimaanlagen einbauen. Da die Fassade anschließend noch verklinkert wird und nicht verputzt, wollen wir die Leitungen unter der Dämmung direkt auf der Wand verschwinden lassen. Sollen wir die Leitungen in einen Kanal einziehen oder möglichst flach auf die Wand bringen, damit wir möglichst wenig Dämmstärke verlieren?

Vielleicht hat ja jemand das mal so umgesetzt und kann mir ein paar Tipps geben.

Grüße

Mattes

ich bin auch gerade am Renovieren eines Hauses, habe die Kältemittelleitungen für Splitklimas im EG und 1. Stock in der Dämmung unter der FBH verlegt. Ins DG kommt auch eine Splitklima, da wird die Leitung dann auf der Fassade verlegt und liegt dann in der EPS-Dämmung. Nicht genau dasselbe wie bei dir ich sehe da aber erstmal kein Problem.

Ich frag mich, ob man die Rohrdämmung nicht einfach weglassen kann, wenn die Rohre eh in einer Dämmung liegen. Macht es vielleicht einfacher. Klar, wo man durch die Wand geht oder aus der Dämmung raus kommt, braucht es dann wieder Dämmung.

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Dazu gab es m.E. schon mal einen Faden indem diskutiert wurde, wie das mit der oberflächlichen Kondensatbildung um das “kalte” Rohr aussieht. Mir persönlich wäre es ganz recht wenn sich evtl. bildendes Schwitzwasser nicht in die Minderalwolle wandert sondern in der Dämmung der Kältemittelrohre verbleibt.

Ja haben wir. Allerdings kommt es m.E. darauf an welche Dämmung zum Einsatz kommen soll. Wenn Polystyrol vorgesehen ist, könnte es schwierig werden die Kältemittelrohre vollumfänglich mit der Dämmung zu umschließen sodass keinerlei Luftspalt zwischen Rohren und Dämmung bleibt.

Wenn jedoch, wie bei uns, eine Dämmwolle zum Einsatz kommt verlegt man die isolierten Kältemittelrohre einfach auf der alten Fassade, fixiert sie mit Lochbändern und setzt die Dämmung darüber. Vom Platzbedarf her bzw. bei der Verlegung ist zu berücksichtigen dass neben den Kältemittelrohren auch die 4G1.5 Leitung für das Innengerät sowie die Kondensatleitung verlegt werden müssen. Die Dämmwolle ist dann halt an den Stellen wo die Rohre und Kabel liegen etwas gestaucht, aber die Verrohrrung liegt im Winter schön warm in der Gebäudehülle.

Unsere gedämmte Fassade ist in zweischichtiger Holzrahmenbauweise mit hinterlüfteter Fassadenbekleidung aufgebaut. Hier kann man ein paar BIlder dazu sehen. Leider hab ich wohl keine Detailbilder von den verlegten Kältemittelleitungen/Stromleitungen/Kondensatleitungen gemacht.

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Guter Punkt. Bei mir liegen sie auch wie bei Dir in Glaswolle. Bei Polystyrol oder anderen starren Materialien sollte man den Bereich vielleicht ausschneiden und dicht ausschäumen oder ggf. die Mauer schlitzen und die Rohre einputzen.

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Regulär haben die fertig isolierten Kältemittelrohre einen Außendurchmesser von ca. 28mm. Wenn man dann noch 10mm Putz drüber bekommen möchte der auf einem eher weichen Untergrund (der Isolation) aufliegt, dann muss man aber schon recht deftige Schlitze in die Außenschale fräsen. Von einem 115er Stein sind dann mind. 38mm weg, eher mehr da man es nicht wirklich homogen ausgestemmt bekommt. Ich hab ehrlich gesagt Zweifel dass Schlitze an der Außenschale überhaupt zulässig sind - bzw. ich selbst würde das Risiko nicht eingehen wollen.

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Müßte man die Dämmung der Rohre dann weg lassen, aber ist ja auch in der warmen Hülle. Oder besser doch in der Dämmebene verlegen ...

Für relevante Mengen Kondensat bräuchte es hinreichende Mengen feuchter Luft, die man dort ja nicht hat.

Aber so ganz sicher bin ich mir da auch nicht. Müsste man genauer untersuchen.

Vielen Dank für die vielen Anworten!

Die Giebelwand ist bei uns aktuell mit 2-3cm Putz versehen und das Mauerwerk ist 300mm dick, da sollte ein Einlassen der Leitungen eigentlich kein Problem sein. Die EPS-Platten werden soweit ich weiß mit Schaum geklebt, daher würden die Ausschnitte der Platten vermutlich auch relativ gut dicht zu bekommen sein, sogar ohne Einputzen der Leitungen.

Die Dämmung der Rohre würde ich zum Schutz der Kupferleitungen nur ungerne entfernen, außerdem habe ich da Bedenken bezüglich der Temperaturbeständigkeit.

Meine größten Bedenken sind aktuell der Bogen der Leitungen im Übergang aus der Kernbohrung in die senkrechte an der Außenwand und die Anschlussstellen. Meistens werden die Anschlüsse ja durch die Wand mit rausgeführt was ich aber unter der Dämmung tunlichst vermeiden möchte. Sehe ich das richtig, dass ich dann die Kernbohrung bei den meisten Geräten auf der linken Seite machen muss? Ich möchte eigentlich ungerne noch einen Kabelkanal anbauen, wenn ich schon die Möglichkeit habe die Rohre direkt auf der richtigen Wand außen zu führen.

Dann muss ich mich mal entscheiden, welche Geräte ich installieren will, die Firma, welche mir die Geräte inbetriebnimmt, hat mir Daikin, Mitsubishi Electric oder Hisense empfohlen.

Viele Grüße

Mattes

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So wirklich ideal stelle ich es mir irgendwie nicht vor, wenn die Rohre dann komplett so verbaut sind, dass man da nie wieder “zerstörungsfrei” rankommt. Mit Pech könnte es ja wohl mal passieren, dass zb. ein Leitung undicht wird. Das wäre ohnehin ärgerlich, aber mit Leitungen innerhalb zb. Kabelkanälen dann keine große Sache. Aber die Fassade würde man dann doch nicht deshalb aufreissen wollen…

Andererseits: Ist ja bei zb. Wasserleitungen auch so. Da muss man auch aufreissen wenn was undicht wird…

Naja, ich denke mir, falls was undicht wird, muss man halt eine neue Leitung legen dann außen auf der Fassade. Aber da ich Leitungen für 4 Innengeräte auf der Fassade verlegen müsste, wäre es schade um das viele Geld für die Riemchenfassade, diese dann mit Kanälen darauf zu verbauen.

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Stimmt, im schlimmsten (wohl unwahrscheinlichen) Fall hätte man das (schlechtere) Ergebnis mit Leitungen aufputz - was man sonst von Anfang an hätte :+1:

So gesehen nat. besser in die Wand wenn es geht.

Dazu sollte m.E. erstmal geklärt werden ob Schlitze in der Außenschale überhaupt zulässig sind.

Die Kernbohrungen möglichst mit 30 - 45° Gefälle nach außen bohren, dann sind die Bögen innen und außen schon gut entschärft. Mit etwas Gefühl biegst du die Rohre dann mit beiden Händen und den Daumen als “Unterstützung” sodass sie quasi mittig aus der Kernbohrung heraus kommen und dann flach auf der Außenwand aufliegen. Wir haben einen 65mm Kernbohrer von Amazon verwendet. Mit Kalksanstein (Innenschale) und gebrannten Hochlochsteinen (Außenschale) hatte der keine Probleme, man muss sich einfach etwas Zeit für das Bohren nehmen und den Bohrer nicht reinwürgen.

Achte darauf dass die Kondensatleitung immer auf 18Uhr Position geführt wird, also immer ganz unten. Und dass die Kondensatleitung beim Übergang aus der Kernbohrung auf die Außenschale nicht geknickt wird.

Ich hab die Innengeräte immer so montiert, bzw. die Kernbohrungen immer so gesetzt dass die Anschlüsse im Inneren, hinter dem IG, verblieben sind sodass man immer ran kommt wenn man muss. Ich hielt auch nichts davon dass die Verbindungen mitten in der Mauer liegen. Heißt z.B. bei Daikin also, mit Blick frontal auf das IG, Kernbohrung immer links.

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Kernbohrungen: Wenn du die untere Kante der Bohrung ordentlich abschrägst, also nochmal einiges wegmeißelst, entschärfst du die Situation auch gut, weil dann der Biegeradius deutlich größer werden kann.

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Hab ich voriges Jahr gemacht.
Klimaleitungen so wie geliefert (isoliert, Quickconnect + Ablaufschlauch) in ein 60er Flexrohr und dann in die Dämmung Integriert.
Weiterer Vorteil des Flexrohres: Unterschreitung des Biegeradius der Cu-Leitungen praktisch unmöglich.
Achten muss man nur auf ständiges Gefälle. Evtl. Kondensatbildung wird so von der Isolierung ferngehalten und im Bedarfsfall einfach durch das Flexrohr abgeleitet.
Anweisung dazu kam vom die Isolierung durchführenden Baumeister.
War auch ziemlich kritisch wegen Holzfaserisolierung.
Aufwand und Kosten minimal.
Die Kernbohrung in Laufrichtung der Verrohrung (mit Gefälle natürlich) und evtl ein bischen aufweiten hilft enorm.
Das mit Ablaufschlauch in 6-Uhr-Position hatte ich bei einem Innengerät nicht beachtet, wodurch der Ablauf prompt nicht funktionierte. Nachträgliche Änderung ist leider nicht geglückt, worauf ich das IG ein paar cm höher aufhängen musste, ist sich aber alles ausgegangen.

Gruß, Harald

Ich habe nochmal mit der Firma, die die Dämmung anbringt gesprochen. Es wäre kein Problem ein Rohr/Kanal zu legen, dieses wird dann in der Dämmung entsprechend ausgeklinkt. Ich vermute, dass ein Rohr für spätere Änderungen einfacher ist, in einen Kabelkanal lässt sich wahrscheinlich schlecht noch etwas einziehen.

Grüße

Mattes

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Da wäre es gut wenn sich mal jemand Erfahrener dazu äußern könnte ob man die Kältemittelrohre überhaupt in Leerrrohr ziehen kann? Ich habe Zweifel dass die sich so einfach an die Radien angleichen :thinking:

Das wird nicht gehen. Kälterohre sind starr, die kann man nicht um Kurven ziehen. Es sei denn, mal hat eine Flexleitung wie FastPipe.

Würdet ihr mir denn für die Kombi Schlafzimmer, Büro (beides OG) und Wohnzimmer EG eher zu einem Duosplit + Single oder einem Triosplit raten? Scheinbar laufen die Duosplit-Geräte reibungsloser und effizienter was ich hier den Threads so entnommen habe.

Ich würde mich dann die Tage mal an die Bestellunge der Geräte begeben wollen.

Single-Split ist vor allem interessant, weil du dann fürs Wohnzimmer mit Single-Split deutlich effizienter bist. Und das ist ja die Heizung, die am meisten zu tun hat. Ich gehe mal von aus, es geht dir ums Heizen. Wenn du nur kühlen willst, spielt es keine so große Rolle.