Meinen 15S LFP mit 324Ah habe ich aus Platzgründen auf zwei Etagen verteilt. Je nach Ladestrom fällt an der 35mm2-Brücke zwischen den Etagen etwas 1mV/A ab. Zum Ladeschluss setzt der Balancer ein und erkennt an der “Brückenzelle” eine Abweichung, die er entsprechend mit einem Balancer-Strom zu kompensieren versucht.
Die Elektrik dahinter: Zellspannung + Spannungsabfall (an der Kabelbrücke) führt bei 30A zu einer um 30mV höheren Spannung als bei den anderen Zellen. Der Balancer lässt 3A fließen, parallel zu Zelle und Brücke. Was passiert dann?
Nachtrag: bei 45A gibt es an dem Kabel einen Spannungsabfall von ca. 30mV.
Und der aktive Balancer kann keinen Strom kompensieren sondern er versucht, die unterschiedlichen Zellspannungen auszugleichen, indem er der höchsten Zelle Ladestrom entnimmt, indem er eine relativ große Kapazität parallel aufläd und diese Ladung der schwächsten Zelle zuführt? Richtig verstanden?
Nimm doch einfach ein dickeres Kabel für die Brücke oder 2 x 35mm2 - das sollte die Situation schon deutlich entspannen. Wenn der Querschnitt im Verhältnis zur Länge zu gering ist, wirst Du dort immer einen Störfaktor für das Balancing haben. Alternativ: Delta-U soweit erhöhen, dass er beim typ. Strom noch nicht balanciert. Höher als 30mV würde ich aber nicht unbedingt gehen.
Ein JK-Bms hätte unter erweiterten Einstellungen eine Tabelle namens “Con. Wire Res. Settings”, in die man Widerstände im mΩ Bruchteil eingeben kann. Die wird sicherlich für die Kompensation der Verbinder-Widerstände zuständig sein. Eine zuverlässige Beschreibung habe ich nie gefunden aber von der Größenordnung passt das gut. Falls du ein JK-BMS hast, kannst du da ja mal dienen erechneten Wert (0,66mΩ) eingeben und dann von den Auswirkungen Berichten. Wird dann die bereinigte Zellenspannung angezeigt? Und der Balancer richtig gesteuert? Bei mir sind normale Zellenverbinder eingebaut und ich habe Werte zwischen 0,05mΩ und 0,12mΩ ermittelt und dort eingetragen.
Vielen Dank für die Hinweise, die Idee, ein z.B. 2.5mm2 Kabel parallel zu der 35mm2-Brücke für den Balancer in der Mitte abzugreifen, gefällt mir sehr gut. Und dann den Beginn der Spannungsdifferenzen auf 20mV einstellen.
Ich habe mir einen Neey 4A Balancer gegönnt, der bietet leider keine Möglichkeit, Übergangswiderstände einzutragen.
Ich habe das beim JK-BMS immer so verstanden, dass er die Widerstände mißt und zur Kontrolle ausgibt. Weiß aber nicht, ob das überhaupt einen Einfluß auf das Balancing hat - habe ich noch nie von gehört. Wäre aber natürlich genial.
Macht es auch. Aber für andere Widerstände namens “Cells Wire Resistance” auf der ersten Seite unten. Die braucht das BMS um die Plausibilität der Leitungen für die Spannungsmessung zu prüfen.
ist aber nicht gut. Damit teilst du auch den Spannungsanteil, den der Balacer auswerten soll. Erst wird ein “Gewalt” Balancer angeschafft und dann gepfuscht.
Du kannst notfalls problemlos auf 30 oder sogar 40 mV gehen, wenn das reicht um den Balancer ruhigzustellen. Es ist wichtiger, dass der Balancer nicht falsch arbeitet als das die Differenz bei z.b 3,45 V unter 40 mV ist.
Dieser glaube, dass die Differenz klein sein muss ist falsch.
Die einzig notwendige harte Bedingung ist, das die niedrigste Zellspannung über 3,40 V ist bevor die höchste in OVP geht. Das wäre natürlich nicht schön, aber die mindestbedingung "Balancing" wäre erfüllt.
Habe bei mir gerade geschaut: die ‘Cells Wire Resistance’ Werte können nicht geändert werden, die mißt das BMS automatisch und zeigt sie nur an. Wenn man die Settings auf der 2. Seite öffnet, werden auch sog. ‘Connection Wire Resistance’ angezeigt, wo man die Werte in mR eintrgen kann. Hatte ich noch gar nicht bemerkt. Ob die beim Balancing dann berücksichtigt werden, weiß ich nicht - wäre schön.
Die sind auch zur Kontrolle da, ob nicht eine zuleitung einen verdächtig ( ab faktor 10) höheren Widerstand hat als die anderen. Damit man vor einer Komplettunterbrechung eingreifen/reparieren kann.
Alle Indizien deuten darauf hin: Das BMS kann es nicht selbst ermitteln und der Wertebereich passt bestens. Ich war bis jetzt nur zu bequem eine längeres Kabel als Zellenverbinder einzusetzen, um das zu prüfen. Die Batterie von @vogelgarten38 wäre dafür bestens geeignet
und damit das BMS die Information hat dass die gemessenen Spannungen nicht stimmen und es besser nicht einschalten sollte weil sonst möglicherweise ein Supergau bevorstände…
Die Sonne scheint, und so langsam wird der 324Ah-Speicher voll. Dabei verteilen sich die Ladeströme ganz ungleichmäßig, teilweise entladen sich die beiden 150Ah-Speicherblöcke sogar in den 324Ah-Speicher, und der saugt auf, was er kriegen kann. Da ich keine Anzeigen an den Pylontechs habe, habe ich mir drei Ampermeter mit Hallsensor bestellt, die sollen Mitte Juni geliefert werden.