Bei den kleineren BMS (bis 80A glaube ich) gibt es da nur ein kleines Kabel, was auf der einen Seite am BMS herauskommt und da mußt Du dann - technisch und mechanisch korrekt - dein Last-und Ladekabel anschließen.
Die größeren BMS (ab 100-200A ?) haben meist Schraubverbindungen für Kabelschuhe. Du mußt selber dafür sorgen, dass das mechanisch stabil ist und das BMS und der Anschluß selbst nicht unter mechanischer Spannung steht.
Wenn Du direkt am Pol der Batterie anschließt, hast Du das BMS umgangen und könntest es Dir für den Fall eines hohen Fehlerstroms sparen!
Viele bauen hinter dem BMS auch noch zusätzlich eine Sicherung ein - das ist wieder ein Thema für sich.
Ich habe ja beide Batterien nebeneinander stehen, man sieht die beiden dicksten Kabel Rot und Schwarz die zum Wechselrichter gehen auf dem Foto, wo sollte ich sie den richtigerweise anschließen. Also das Schwarze Kabel, an welches BMS, und das Rote an welchen Pluspol?
Ich versuche es mal zu klären
Bei jeder Batterie schließt Du bitte das BMS an das Batterieminus
So weit sind wir ja schon (Ist B-)
Vom BMS gehst Du bitte mit der Leitung / dem Anschluss P- an eine Busbar. An diese Busbar werden alle Lasten / Ladegeräte mit ihrem Minus angeschlossen.
Jetzt kommen wir zur Plusseite
Vom Batterieplus legst Du eine Leitung zu einer zweiten Busbar
An diese Busbar werden alle Lasten / Ladegeräte mit ihrem Plus angeschlossen.
Aber jetzt haben wir ein System welches wir im Problemfall nicht mehr trennen können. Du solltest mindestens einen Trennschalter und eine für DC zugelassene Sicherung zwischen Batterieplus und Busbar für Plus einbauen.
Und eine Bitte, verwende bitte vernünftige Rohrkabelschuhe von z.B. Klauke oder besser lasse diese Kabel mit ausreichend dimensionierten Kabeln konfektionieren.
Und noch was ist mir auf dem Foro aufgefallen. Hinter der linken Batterie liegt eine Mehrfachsteckdosenleiste. Ich hoffe, darüber ist nicht der Wechselrichter angeschlossen. Diese Steckdosenleisten sind nicht für Dauerlast ausgelegt. Da kann man Fernseher oder andere kleinere Verbraucher mit versorgen, aber bitte nicht ein Gerät welches höhere Leistung einspeist oder verbraucht. Es gibt genug Beispiele für durch solche Leisten verursachte Brände.
Nachtrag:
Die Sicherung sollte unterhalb der beim BMS angegebenen bzw. genutzten 40/60A trennen.
Evtl. kann jemand anderes Dir hier eine Empfehlung geben auch für einen möglichen Trennschalter
Guten Morgen Bailey, und besten Dank für Deine Ausführliche Antwort. Auf meinem Foto ist zu erkennen, das ich zwei Busbars schon verbaut habe, an denen beide BMS und die Kabel vom Laderegler angeschlossen sind. Da ich auch irgendwo gelesen habe, das die Kabel vom Wechselrichter direkt an der Batterie angeschlossen werden sollten, habe ich diese nicht an die Busbars geklemmt, was ich jetzt aber noch machen werde. Übrigens hat die Stromleiste nichts mit der Solaranlage zu tun.
nur zur Sicherstellung:
Die Batterie ist mit der Leitung B- des BMS angesclossen und das BMS mit der Leitung P- an die Busbar. Und das für jede einzelne Batterie?
Auf dem Bild konnte ich nicht wirklich die zweite Busbar erkennen.
Evtl. nimmst Du Dir auch einmal die Zeit und ordnest die Kabel etwas strukturierter. Ist nicht nur fürs Auge, sondern auch um zu einem späteren Zeitpunkt sich schnell einen Überblick zu verschaffen.
Aber wenn es dann sauber aufgebaut ist, dann viel Spaß mit den Batterien
an dem dicken Holzbrett verschraubt, und hier habe ich noch zwei verschiedene Sicherungen (von jedem zwei vorhanden), zur Auswahl, welche würde sich besser eignen?
Hallo JKO
die MEGA Sicherung, also die auf dem Bild linke ist aus meiner Sicht geeigneter.
Denn wenn ich mir die beiden dünnen Schrauben zum klemmen des Kabels bei der rechten Sicherung anschaue dann sehe ich das kritisch.
Am besten wären NH Lasttrennschalter, deren Sicherungen sind innen mit Quarzsand gefüllt sind um den Lichtbogen beim Durchbrennen zu löschen.
Alternativ geht auch ein DC-Leistungsschalter, dabei darauf achten das diese eine Löschkammer haben. Dazu gibt es auf Youtube auch einige brauchbare Videos (auf deutsch ) welche dieses erklären.
Aber es gibt hier sicher einige, welche das besser erklären können oder in einem anderen Thread bereits erklärt haben. Vielleicht melden sie sich auch zu Wort
Danke Dir für die Aufklärung, ich werde dann mal die linke nehmen, und sie mit 40Ah Sicherungen bestücken. Ich denke das wird passen, das BMS ist ja auch für 40Ah ausgelegt.
Noch ein paar Anregungen zum Thema Batterieabsicherung:
Ein BMS (so auch beim JK) hat bereits eine max. Stromabsicherung eingebaut, sogar über App parametrisierbar. Dafür sorgen Leistungs-Mosfets am Ausgang, die bei Überschreiten des eingestellten Maximalstroms den Ausgang abschalten. Mosfets sind so schnell, dass da keine normale Schmelzsicherung mitkommt. In aller Regel werden also die Mosfets weit vor einer Schmelzsicherung abschalten.
Mosfets können bei hohen Abschaltströmen Schaden nehmen - entweder durch induktive Spannungsspitzen (die aber i.d.R. durch ein snubber network und/oder antiparallele Diode) abgefangen werden oder dadurch, dass mehrere Mosfets parallel schalten und der langsamste dann den höchsten Abschaltstrom alleine schaltet und im worst-case dabei durchlegieren kann - d.h. er wird ständig leitend. In dem Falle ist die interne Sicherung hin. Bei kleinen BMS mit 40A max. sollte das aber kein Problem sein.
Div. Sicherungen für hohen Strom bilden selbst ein Sicherheitsrisiko, weil sie sich im Betrieb erhitzen und im Fehlerfall (schlechte Kontakte etc.) überhitzen können. Wenn also zusätzliche Sicherung, dann an dieser Stelle nicht sparen. Weder bei der Sicherung selbst noch bei den Anschlüssen. Viele LSS (auch für DC) sind eher potentielle Fehlerquellen als wirkliche Sicherheitsfeatures.
Ich selber habe bei meiner kleinen Batterie mit 40A-BMS keine zusätzliche Sicherung verbaut. Das heißt aber nicht, dass dies eine gute Entscheidung war....
Ich habe jetzt mal die Sicherungen eingebaut, und lasse es jetzt mal gut sein, um die ganzen kleinen Balacerkabel strukturierter Aussehen zu lassen, fehlt mir die Lust, da müssten ja viele gekürzt oder verlängert werden.
Ich hätte da noch eine Frage zu den Batterien, wie messt Ihr, oder wie seht Ihr vieviel tatsächlich noch in den Akkus ist, also wieviel % noch im Akku sind? Gibt es da fertige Anzeigen für, ich habe da leider keinen Plan wie sowas heißt, oder wie man das macht.
Anhand des SOC (State of Charge = Ladezustand).
Und anhand dessen wird normal auch die Entladung aus dem Akku gestoppt. Dazu braucht es aber entweder die Kommunikation zwischen dem Wechselrichter und einem genauen Shunt, oder aber auch andere Lösungen je nach dem was für ein System man hat. Den SOC zeigen dir zb. auch deine BMS an, aber der angezeigte SOC der günstigen China BMS ist leider nicht zu gebrauchen da der verbaute Shunt sehr ungenau ist. Kommt also ganz darauf an was du überhaupt für ein System hast und was du erreichen willst. Schonendes enladen bis 20% SOC zb. geht nur mit einem guten Shunt wie es die Victron Shunts sind. Es gibt aber auch Leute die einfach nach Spannung zb. bis 3V/Zelle entladen, dann sind noch etwa 5% im Akku. Oder aber du schaust wo die Spannung der Zellen bei deinem Akku unter Last liegt wenn du zb. 80% der Kapazität entladen hast. Da die Spannungskurve eines Lifepo Akkus aber sehr flach ist, und die Spannung über einen sehr breiten Bereich gleich ist trotz Unterschiede im SOC gestaltet sich das ganze nahezu unmöglich, außer wenn voll oder leer... google Ladekurve Lifepo oder schau mal hier und lies dir das mal durch:
Kein Gewehr ob das alles so stimmt mit den Werten die er da angibt (ich habs mir nicht durchgelsen, aber Grundlegend ist es nicht verkehrt um es erstmal einigermaßen zu verstehen.
Wenn es vernünftig sein soll kommst du um einen guten Shunt jedenfalls nicht drum herum, und der würde dir im Falle des Victron Shunts noch einiges mehr an nützlichen Infos über den "Zustand" des Akkus bieten. Wie zb.: Verbrauchte Amperestunden, Restlaufzeit des Akkus bis SOC XY, Tiefste Entladung in Ah, Letzte Entladung in Ah, Durchschnittliche Entladung, Ladezyklen, Insgesamt entnommene Ah, Geringste Spannung, Höchste Spannung, Entladene Energie in Kwh, Geladene Energie in Kwh usw.. Nur um mal die weiteren Vorteile neben einem wirklich sehr genauen SOC im Falle des Victron Shunts zu nennen .
Also was für ein System und was möchtest du erreichen?
Nebenbei: Das oder die BMS sollten nur im Notfall abschalten, und im normalen Betrieb sollten Dinge wie OVP, UVP usw. nie erreicht werden, also das BMS nie abschalten. Und es sollte auch auch nicht dazu genutzt werden um zb. die Entladung eines Akkus zu stoppen. Wie das einige gerne machen, denn dafür ist es nicht gedacht... es dient einzig und allein der Sicherheit für den Akku und schützt vor Tiefentladung, Überladung, usw. wenn andere Dinge im System versagen . Und auch bei der Kommunikation zwischen den Geräten gibt es wichtige Dinge zu beachten, aber das würde hier den Rahmen sprengen.
Hallo U-F-O, ich hatte bisher einen Shunt an meinen 24V Fertigbatterien, das war aber sehr kompliziert mit dem Ding, und vielleicht auch nicht genau. Ich dachte vielleicht gibt es mittlerweile so ein Meßgerät, das man einfach an die Batterie hängt, und dann den ca. % Zustand des Akkus ablesen kann. Aber trotzdem vielen Dank für Deine Ausführliche Auskunft.
Nunja du müstest dich schon ein wenig damit befassen, ein vernünftiger Shunt muss auch vernünftig eingestellt werden. Ist aber kein Hexenwerk, und im Falle eines Victron Shunts könnte ich dir helfen, zumal ich hier auf dem Bord sogar schon eine sehr ausführliche und verständliche Anleitung zu den Einstellungen geschrieben habe.
Vielen lieben Dank für Dein Angebot, aber so komplizierte elektrische Sachen sind nicht so meins, ich war in meinem Berufsleben Maler & Lackierer, ausserdem habe ich noch einen großen Garten, der mich permanent Beschäftigt ausser in den Wintermonaten, dann mache ich auch wieder mehr mit dem Solarkrempel. Aber eigentlich suche ich nur eine einfache analoge oder digitale Anzeige die es aber wahrscheinlich nicht gibt, oder zu teuer ist. Naja, trotzdem Danke für Deine Mühe mit mir.
Also ich orientiere mich bisher ausschließlich an der Spannung - bis jetzt reicht das für mich. Naturlich sind die Werte im mittleren Bereich (von ca. 3,2 - 3,35V/Zelle) nicht besonders aussagekräftig, da die SoC/U-Kurve hier sehr flach ist und die Werte immer auch vom momentanen Lade-/Entladestrom geprägt werden. Je höher der Strom, desto verfälschter sind natürlich die Werte. Aber als Anhaltspunkt hat mir das bisher gereicht. Ich poste hier einfach mal die Werte, die ich mir als Durchschnittswerte vielen Daten aus dem Web und eigener Erfahrung ermittelt habe:
SoC (%)
Consens V
S8 (V)
100
3,4
27,2
99
3,38
27,04
96
3,375
27
95
90
3,35
26,8
85
80
3,325
26,6
75
70
3,3
26,4
65
60
3,275
26,2
55
50
3,26
26,08
45
40
3,25
26
35
30
3,22
25,76
25
20
3,2
25,6
17
15
14
3,15
25,2
10
3
24
9
5
2,8
22,4
0
2,5
20
Die Tabelle kommt hier leider etwas verhundst rüber...
Am aussagekräftigsten sind die Werte, wenn gerade keine Ströme fließen, der Akku also für mind. einige min. in Ruhe war.
Wenn es % ist, dann ist es SOC.
Und SOC ist in etwa so aussagekräftig wie die Meinung der Ehefrau darüber, wieviel Benzin noch im Tank ist, wenn sie einen Monat garnicht gefahren ist.
Das ist ein DC-Buck-Boost converter: 5....30V input, 5...30V Output mit einstellbarem Strom. Es hilft dir genau NULL den SoC deiner Batterie zu ermitteln. Mit einem guten DMM die Ruhespannung messen ist deutlich aussagekräftiger, vor allem im Bereich unter 3,1V/Zelle und über 3,37V/Zelle. Dazwischen, wie oben schon ausfürhlich beschrieben, nur Anhaltspunkte. Mit der Zeit lernst Du die Batterie 'verstehen' und den SoC einzuschätzen - so jedenfalls meine Erfahrung.