Inselanlage mit Umschalter. Ist das erlaubt?

Wo immer Du das aufgetan hast, das klärt die Inselfrage doch. Eine USV ist üblicherweise, zum Aufladen, an das Netz angeschlossen. Wird nun ausschließlich die Batteriekapazität zum Zweck der genutzt, so löst das keine Registrierungspflicht aus. Erst wenn eine “Netzbeeinflussung” denkbar ist, wird die Registrierung gefordert.

Kurzform: Keine Netzbeeinflussung möglich, keine Registrierungspflicht. Wie sollte nun ein VNB, mit dessen Netz die Inselanlage nicht verbunden ist, werden soll oder mittels Umschalter verbunden werden könnte, von selbiger Kenntnis erlangen?

“Ein mittelbarer Anschluss liegt vor, wenn die Einheit im Haus … angeschlossen ist, das an das Stromnetz angeschlossen ist.” Siehe mein Hühnerstallbeispiel, Touchdown. Würde ich sagen.

So kann man sich irren…

Oliver

Aha:

“Bei „Unterbrechungsfreien Stromversorgungssysteme“ (USV-Systeme) und Sicherheitsbe leuchtungsanlagen ist die Registrierung im MaStR nach Auffassung der Bundesnetzagentur entbehrlich, wenn sie  ausschließlich zu dem nach den einschlägigen technischen Normen dafür vorgesehenen Zweck eingesetzt werden und Stand 17.06.2025 Seite 1  den mit den zugehörigen Stromerzeugungsanlagen (Akku o.ä.) erzeugten Strom aus schließlich für diese Zwecke verwenden.”

Jepp, stimmt.

Oliver

Aus technischer Sicht ja, aus bürokratischer Sicht nein.

Ist eine Nulleinspeisung ein unterbrechungsfreies Stromversorgungssystem?

Eine Nulleinspeisung stand hier nicht zur Debatte, wenn ich mich nicht täusche. Die ist, nach meiner Interpretation, von der “Zustimmung” / Abnahme des VNB abhängig. Hier geht es um eine Insel mit Umschalter, meine Einschätzung: Nicht zulässig. Abweichend davon Inselanlage ohne jede Verbindung zum Netz des VNB, keine weiteren Pflichten und auch bei Objekten mit Netzanschluss zulässig.

Ansonsten wären auch die DC-PV-Heizstäbe für den heimischen Boiler verboten / melde- und genehmigungspflichtig, weil mit entsprechendem Aufwand die Module mittels µWR doch wieder ans Netz angeschlossen werden könnten.

Ganz verwegen über einen Thermoschalter, der bei Erreichen der Zieltemperatur die Module vom Boiler auf den µWR umschaltet und dann eine Versorgung des Hauses ermöglicht.

wie wäre es, diesen Raum einfach in der Klemmdose dort an das Inselnetz zu klemmen.

Also FI Haus raus; Leitung von der Unterverteilung der Insel in diesem Raum; die Zuleitung zu diesem Raum vom Haus blind stellen, die Zuleitung von der Insel anklemmen. Beide FI wieder rein.

… ich habe diese Texte nicht erstellt, sondern sie stammen aus dem Hilfstext des Marktsammdatenregisters.
Die Verlinkung ist auch dabei - also sollte man die original Stelle zum Zitat finden.

Die Diskussion entführt mich gedanklich in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als es auch "strengstens verboten" war, ein Modem ans Telefonnetz anzuschließen.

Höchstens das jenige, dass der Oberpostingnieur (nach wahrscheinlich großzügigen incentives) für "würdig" eingestuft hatte. Der Preis dafür war natürlich astronomisch.

Ach ja - natürlich musste das dann erst aufwendigst eingemessen werden!

Die Argumente waren damals genauso irre wie heute ("Wenn man sich verwählt, und eine Oma hebt ab und kriegt dann vom Modemgedudle einen Herzinfarkt" - wurde tatsächlich so argumentiert).

Nun - wir wissen was daraus geworden ist....

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Aktuell kann man das ja alles sehr entspannt sehen.

Wenn sich allerdings die Gerüchteküche bewahrheitet, dass selbsterzeugter PV-Strom (wieder) mit Steuern oder Abgaben belegt wird, wird es da für alle PV-Inselbetreiber sehr schnell sehr interessante Diskussionen mit den Netzbetreibern geben.

Ob’s so kommt, keine Ahnung, aber wenn’s um Geld geht, hört beim Staat der Spaß bekanntlicherweise auf.

Oliver

Selbsterzeugter Strom - also meiner - ist mit 19% Mwst. belegt, die der Abnehmer an mich bezahlt, die ich dem Staat/Finanzamt überweise.

Was meinst Du mit....

Ich meine damit die Ideen unserer Regierung, die in der Presse zu lesen waren, und hier auch schon in mehreren Threads diskutiert werden.

Oliver

Welche Ideen sind das in Detail ?

Tipp den Nachnamen unserer Bundesnetzagentur hier in die Forensuche, und schau, was da so kommt.

Oliver

https://www.heise.de/hintergrund/Netzentgelte-im-Umbruch-Warum-es-fuer-PV-Anlagenbesitzer-teurer-werden-koennte-11276297.html

Hab leider selber keinen heise+ Zugang mehr, aber der Anfang gibt Dir schon ne Idee für weitere Suchen.

Man sollte das trennen. Selbst erzeugte Strom in Eigenverbrauch und einspeisestrom teilen. Eigespeister Strom kann mit steuern und Abgaben belegt werden. PV Leistung, die man selbst verbraucht kann nicht so einfach mit steuern und Abgaben belegt werden. Jeder, der viel Eigenverbrauch hat, kann sich zurück lehnen.

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Mir war so als gäbe es das schon mal? Auf Eigenverbrauch musste doch die Umsatzsteuer entrichtet werden oder? Das war bevor wir mit PV aktiv starteten.

Nun, welchen Datenstand hat die KI, das ist immer die spannende Frage.

Richtig, wir haben auf keinen Fall die Absicht die AC IN der Multiplus2 mit dem Netz zu verbinden. Ob das geht oder nicht, ist vollkommen zweitrangig. Dabon abgesehen, was hätten wir davon ins Netz einzuspeisen - rein gar nichts.

Und da, und du kannst das noch so oft wiederholen, halte ich immer wieder dagegen. Bei der Nulleinspeisung gehe ich mit, denn wenn nicht dreiphasig ausgeführt oder asymetrische Last, dann ist es 1. physikalisch keine Nulleinspeisung sondern nur die Bilanzierung in € am Zähler, es wird aber dennoch eingespeist. Hybride aus HV Systemen kenne ich zu wenig.

Aber nur weil die MP2 die Möglichkeit hätten, bemerke illegal und ohne jede Vergütung, ins Netz einzuspeisen sollen sie nicht inseltauglich sein halte ich für viel zu dünn in der Argumentation. Denn, wie du selbst schreibst, der Inselbetreiber hat überhaupt nicht die Absicht für umsonst, oder jemals, einzuspeisen. In Kombination mit Netzumschaltung wechselt nur die Last den Erzeuger.

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Genau darauf läuft es doch hinaus :wink:

Und genau das ist das Problem. Statt beteidigt zu werden und mut/mitmachen zu können, wird mit "Repressalien" gedroht.....

Von wegen "jede kWh zählt" - es zählt nur die, für die jemand zahlt.

Der Weg zur Insel erscheint attraktiver, als sich dem Regulierungszirkus zu unterwerfen.

Und das konzentriert sich damit auf die erste/letzte Trennstelle - der Umschalterei.

Das Ganze wird zudem - zumindest für mich - schwierig, ohne auf Gas, Benzin, Diesel, Holz oder andere CO² Energieträger zurückzugreifen.

Den einstigen auch funktionalen und materialisierten Gedanken "BHKW" - wird damit nicht mehr "supportet".

Damit ist eine Lücke, die mit Zukauf von elektrischer Energie gefüllt wird

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Es ist die Definition, die Möglichkeit mit dem Stromnetz verbunden werden zu können, disqualifiziert hybrid Dinger.

Das erkenne ich als einfach, verständlich, technisch nachvollziehbar und sinnvoll.

Ach je, kann man nicht?

Die EEG-Umlage auf selbstverbrauchten PV-Strom gab es schon, und es hindert überhaupt niemanden irgendwen daran, so etwas oder auch ganz andere Abgaben darauf wieder einzuführen.

Oliver