@ mafe68
Es ist aber sicher so: Im Sommer kannst du öfter 3-phasig laden als im Winter. Im Winter reicht es ggf. nicht aus und du musst Strom zukaufen.
Zudem fährst du eben viel. Bisher waren aber doch wohl 3 Dinge separat betrachtet.
- Haushaltsstromverbrauch
- Heizung/Warmwasser
- Auto
Nun schafft man es sicher mit PV und Akku den Haushaltsstromverbrauch zu decken. Kocht man viel kann man mit was Anderem kochen. Vielleicht hat man sowieso einen Gasanschluss. Also kocht man mit Gas. Hat man den Gasanschluss kann man damit Heizen. Und Warmwasser bereiten. Also ist auch der Stromverbrauch niedriger. Und das Auto wurde bisher betankt.
Da kann man doch nicht auf einmal nur ne PV + Akku hinstellen und sagen, die Autarkie müsse sofort klappen. Was hat man denn vorher alles bezahlt? Den Gasanschluss, den Rauchfangkehrer, die Wartung der Heizung (tlw. vorgeschrieben). Und beim Auto den Sprit.
Und jetzt fasst man das zusammen, wäre doch erst einmal wurscht ob das alles gleichzeitig klappt oder erst in ein paar Jahren. Einen Großverbraucher jedoch dazuschalten, also einen Durchlauferhitzer, ein E-Auto mit 3-Phasen-Ladestrom, einen Elektroherd statt Gas. Das alles verändert vollständig das Lastprofil. Dazu kommt, dass man das E-Auto auch zu hause stehen haben muss, um es zu laden. Die meisten sind arbeiten, da geht das gar nicht. Da würde es mit einem Hausakku funktionieren. Im Winter mit heizen? Fraglich. Aber wenn man nun SOWIESO den Netzanschluss benötigt, dann ist es auch schon egal ob man nun 2000kWh oder 2500kWh benötigt für z.B. mal eine Lastspitze fürs Auto laden oder wenn man wirklich mal alle Kochplatten und den Backofen anhat. Dort also mehr in einen dickeren Wechselrichter zu investieren wäre also Kokolores.
Worauf ich hinaus will:
Zur Inseldiskussion gehört dazu WAS an die Insel alles dransoll. Und danach richtet sich dann auch, ob 3-Phasen-Wechselrichter überhaupt Sinn ergibt. Oder doch lieber 1-Phasig. Der 1-Phasige wird auch deswegen weniger benötigen weil er immer genug Grundlast auf dieser Phase hat, und nicht in 3-Phasen aus dem Akku umwandeln muss (bitte korrigieren wenn das Intern ander verschaltet ist!).
Wenn nur der Haushaltsstrom gemacht wird, und es scheitert an 200kWh im Kernwinter, da ergibt eine größere PV oder Akku einfach keinen Sinn. Da ist es einfacher diese 200kWh irgendwie zu verlagern. Verbraucht man viel mit Warmwasser? Evtl. Brauchwasserwärmepumpe. Verbraucht man viel beim Kochen? Vielleicht ein autarkes Kochfeld mit Gas. Es geht nichtmals nur um diese 200kWh, sondern um die kompletten Grundgebühren, den Netzanschluss. Das sind dann nicht 80€ gespart, sondern 80€ Stromkosten + 120€ Grundgebühr. Sind wir schon bei 200€. Und das nur für einen Kernwinter FALLS die Sonne mal nicht scheint.
Anders sieht es dann aus wenn damit geheizt wird. Oder das E-Auto geladen wird. Aber das ist eine völlig andere Gegebenheit/Infrastrukturfrage. Selbiges: Lohnt es sich den Gasanschluss zu bezahlen oder nicht? Vielleicht kosten Klimasplits doch weniger, weil man damit auch im Übergang spart. Nun reduziert man das und benötigt nur noch 1000kWh Gas. Na dann wurscht, Gas abmelden, keine Gas-Grundgebühr, keine Gaskosten, keine Wartung.
@carolus
Für den Autarkiegedanken IST das signifikant. Auch eine Abweichung muss abgefedert werden. Wenn also 7 oder von mir aus 30 Jahre lang die Sonne im Dezember gereicht hat, und damit Werte für PVGIS erstellt wurden, dann nützt dir das einen Kehrricht, wenn dann ein Winter kommt, an dem du nicht auskommst. Bei ner Insel musst du dann gucken, wo du den Strom herbekommst. Oder du musst gnadenlos um das 3-5 fache Überdimensionieren. Denn Speicher sind, wie beschrieben, noch zu teuer für saisonales speichern.