Kurzer Zwischenstand.
Ich habe jetzt die erste Woche der TREI Schulung hinter mehr. Die ersten 2 Tage waren sehr normenlastig. In der Prüfung werden dann Fragen gestellt und man muss dann die exakte Stelle in der Norm benennen wo die Frage beantwortet wird. Das können Gesetzestexte sein, DGUV, DIN oder VdE.
Der Dozent stößt einen dabei mit der Nase drauf was wohl in der Prüfung drankommt, so langsam verstehe ich warum man ohne Schulung Schwierigkeiten hat, zu bestehen. Zumal der Dozent auch Prüfer in Personalunion ist plus Zweitprüfer.
Die Hilfsmittel die man verwenden darf sind aber sehr umfangreich. Man darf seinen eigenen PC nutzen so lange dieser offline ist. Da kann dann alles drauf sein was das Herz begehrt mit Ausnahme der gelösten Übungsaufgaben aus der Schulung.
Die meisten Teilnehmer arbeiten bereits als Elektriker, selbstständig oder in größeren Firmen, und machen die Schulung um ihre Sachen selbst anmelden zu dürfen. Da lässt sich also auch nochmal viel Erfahrung abgreifen.
Auch viele Ingenieure sind dabei. Ein Teilnehmer macht die Schulung nur für den Hausgebrauch
Nebenbei bemerkt kommen viele mit dem eigenen PKW zu Schulung, dabei ist nur einer elektrisch.
Mal gespannt was die zweite Woche bringt, da ist wohl auch jemand vom Netzbetreiber dabei und es dürfte viel in die Praxis gehen.
So, der Unterricht ist nun vorbei. Die zweite Woche war auch nochmal sehr aufschlussreich.
Besonders spannend fand ich einen Vortrag vom Netzbetreiber. Der Dozent sitzt auch in den Normungsgremien.
Was mir neu war: alle Zählerschränke die schon ein Sammelschienensystem haben, können weiter verwendet werden! Also so grob ab den 90igern verbaute Schränke sind ok. Auch wenn unten NH-Sicherungen drin sind.
Auch interessant: der berühmte Sammelschienen-Kombiableiter ist zwar gängig, aber nicht vom Netzbetreiber vorgeschrieben! Man kann ihn also ganz weglassen, wenn man den Anlagenbetreiber über die Konsequenzen aufklärt oder einen auf der Hutschiene verbauen.
Denkwürdig waren auch 2 Aussagen
a) der Netzbetreiber ist nicht die Elektropolizei. Die schauen sich nur das Nötigste an (sagen wir Zuleitung Zählerschrank, Erdung, Zählervorsicherung). Alles ab Zählerschrank ist denen Wumpe. Wenn ein Dienstleiter den Zähler setzt, schaut der sich gar nichts an. Volle Veantwortung liegt beim Installateur (also bei mir)
b) In den Normungsgremien sitzen auch Industrievertreter und machen Lobbyarbeit. Könnte die Tendenz zur Überdimensionierung erklären...
Am Freitag ist nun Prüfung. 1 Stunde messen, 1 Stunde HagerCAD, knapp 2 Stunden theo. Prüfung, 15 Minuten Fachgespräch
Sind denn Sammelschienen wirklich Pflicht? Ich habe nur "Klemmklötze" nix mit Schienen. Da hängt dann der SLS (Hutschiene) dran und dann geht es ab zum Zähler.
Ich würde hier noch unterscheiden zwischen einem Neubau und einer Bestandsaanlage. Natürlich ist bei Veränderung oft eine Neuabnahme notwendig und die hat nach geltenden Regularien zu erfolgen. Was in der Praxis passiert, aber oft etwas ganz anderes und in der Verantwortung der verantwortlich zeichnenden Person.
Davon ab, Dein Schrank sieht für mich wie ein gängiger Hager Schrank aus. Kann der nicht auf eine Schienenlösung umgebaut werden indem links der Einsatz getauscht wird?
Kann ja - und ja ist Hager. Aber der Elektriker hat das nichtmals in Erwägung gezogen. (Ich habe mir da ja auch Kosten gespart, von daher ist mein Interesse da auch nicht sonderlich hoch).
Solange er dafür unterschrieben hat, wäre für mich alles i.O. Ich sehe es nicht als Pflicht eines "Laien" zeichnungsberechtigtigte Fachpersonen in ihrer Arbeit zu kontrollieren. Sollte etwas passieren, wird er sich dafür rechtfertigen müssen. Aber mal ehrlich nur wegen so einer Ausführungskiste ohne offentsichtliche Größere Auswirkung auf die Sicherheit, würde ich mir auch stark wünschen "kein Fass aufzumachen". Das obliegt halt der Fachperson mit seiner Freizeichnung. Insofern, freu Dich doch jemanden mit soviel Praxisnähe erwischt zu haben.
Wenn Du mal in Haushalte kommst wo noch Leitungen mit Stoffmantel in Bleirohren liegen, dann wird man bei sowas eher entspannt.
P.S.: Wie kommst Du eigentlich an das Foto? Das ist doch normal ein Bereich der verplombt ist
Ich finds klasse und sehe auch nichts was da sicherheitstechnisch schlecht sein sollte.
Die VDE Normen sind kein Gesetz. Das Gesetz ist das EnWG, insbesondere §49. Das besagt, wenn die Normen eingehalten werden, dann sind auch die anerkannten Regeln der Technik eingehalten. Dann ist man als Elektriker auf der sicheren Seite.
Wenn man das so macht wie in deinem Bild und Kraft seines eigenen Urteilsvermögens sagen kann, da gibt es keine Risiken, die ich bei der Sammelschiene nicht auch hätte - voila, genau so gut.
Die spannende Frage, die mich wirklich interessiert:
Gilt das auch für Nicht geprüfte, deren Kenntnisse durch Ausbildung und Berufstätigkeit ausreichen, diese Beurteilung vorzunehmen?
Nach meiner Ansicht nein. Wer und Wen jeder Netzbetreiber für solche Arbeiten akzeptiert definiert er selbst und das ist üblicherweise gebunden an eine Eintragung ins Installateuersverzeichnis/Handwerksrolle was wiederum diverse Auflagen hat.
Wen es genauer interessiert, der schaut bei seinem Netzbetreiber nach der es üblicherweise genau definiert veröffentlicht.
Der Begriff "Elektriker" ist dabei für mich sehr ungenau. Ich bezeichne als Elektriker zB eine Elektrofachkraft die auch zB eine Gesellenprüfung abgelegt haben kann. Für den Netzbetreiber reicht das aber üblicherweise nicht aus und davon kann der Beitragsersteller durch seine aktuelle Schulung plus Prüfung genauer berichten. Insofern ist für mich alleine eine zugelassene Fachkraft bzw. Fachbetrieb (die Gewerbeanmeldung ist überwiegend erforderlich) für solche Arbeiten am Netz des Beitreibers legitim.
Die Antwort ist ziemlich klar: nein. Und selbst wenn du es dürftest, würde es dir nichts bringen da es ohne TREI Schein bzw. bestandenen Theo. Teil bei der Meisterprüfung keine Eintragung beim Netzbetreiber gibt. Ohne Eintragung kannst du keine Anlage anmelden. Ohne eingetragene Anlage keine Vergütung.
Was du unterm Radar in deinem Keller machst wird niemand interessieren so lange es sich nicht bemerkbar macht.
Danke!
War recht heftig gestern. Das Messen war einfach Schema-F und Verteilung zeichnen genau so.
Theorie waren 23 Aufgaben in 100 Minuten. Die meisten waren gerade bei Aufgabe 5 (erst kamen die langwierigen Rechenaufgaben) da hieß es schon "noch 30 Minuten". Ich dachte ich höre nicht richtig. Also noch schnell über die Normenfragen gehuddelt und schon war Abgabe.
Danach waren noch die 15 Minuten Fachgespräch. Man nimmt sich irgendein Betriebsmittel (RCD, Sicherung, SPD usw.) und referiert da möglichst lang drüber. Da hab ich mir einen schönen eHZ gegriffen und hatte mir vorher einen ewigen Text überlegt. Davon kam aber nicht mehr so viel raus Mündliche Prüfungen waren noch nie meins.
Naja, ich hoffe es wird trotzdem reichen, zumal es den meisten ähnlich ging. Wissen werden wir es in etwa 2 Wochen.
Drück dir die Daumen, dass du durchgekommen bist. Wäre schon super, wenn du dann bald ins praktische Tun kommen könntest. Gibt bestimmt überall Bedarf.
Das die Anforderungen bei der Prüfung so hoch sind, hätte ich nicht gedacht.
Diese Prüfung ist in der Tat eine ziemliche Hürde. Genauer gesagt ist es wohl die schriftliche Prüfung, bei der aufgrund des hohen Zeitdrucks viele scheitern. Wobei es wohl regional recht starke Unterschiede zu geben scheint.
In den Weiten des Internet habe ich hier eine Quelle gefunden, die von nur einer Rechenaufgabe berichtet, die genau der im Kurs voher behandelten entsprach und so viele Punkte gab, dass man allein mit dieser fast bestehen konnte. Dort sind dem Teilnehmer (einer von 24) nur 4 Durchfaller bekannt geworden (können aber mehr gewesen sein).
Im Gegensatz dazu wird hier von bis zu 90% Durchfallquote berichtet.
Das mit dem Zeitdruck beim schriftlichen Prüfungsteil wird übereinstimmend beschrieben, und dass man ohne vorherigen Besuch des Kurses bei der Prüfung recht sicher durchrasselt, ist auch überall zu lesen.
Schon in meiner Ausbildung musste ich fest stellen, das die Aufwändigsten A immer recht weit am Anfang stehen.
Das man sich erst mal alle Aufgaben durchlesen und auf Aufwand untersuchen sollte. Gerade Textaufgaben waren häufig mit nicht benötigten Angaben überfrachtet.
Beispiel aus meiner Berufsschulzeit:
Ein Jäger geht mit seinem Jagdhund vom Stand 18 km entfernt nach hause und ist 3 h unterwegs.
Der Hund ist doppelt so schnell und pendelt immer zwischen Jäger und zuhause.
Wieviel Weg legt der Jäger zurück.
Erkläre das Ergebnis.
Ich bin immer dann in der Reihenfolge durch gegangen:
Alle sofort richtig beantwortbaren
Alle etwas zweifelhalten (markieren)
Alle leichteren Rechenaufgaben
Aufwändige Rechenaufgaben, aufteilen nach Aufwand, ggf. nicht ganz zu Ende (gab auch Teilpunkte)
Nochmale alle 2. prüfen
Abschließen soweit es geht.
Wenn noch Zeit ist die Ergebnisse nochmals auf Plausibilität prüfen.
Damit bin ich immer gut gefahren und mache das heute noch genauso bei entsprechenden Aufgaben.
Allerdings sollte man das nicht in der Arbeitswelt mit seinen zugewiesenen Aufgaben so machen, sonst macht man immer erst die leichten und die schweren sammeln sich dann an.