Bei mir rechnet das BMS an den Übergängen der 4-er Gruppen wie folgt: Ukorr=Umess-Izelle*Rcomp. Durch spielerische Veränderung des Rcomp konnte ich sehr schön die Größe der Kompensation erkennen.
Das erfolgt praktisch rein in SW ohne zusätzliche Messpunkte.
Auf Basis von synchronen Strom- und Spannungsmessungen und z.B. 100 Hz Strom-Ripple eines 1PH-WR wird aus den unterschiedlichen Spannungsmesswerten bei unterschiedlichen Strömen der DC-Widerstand im jeweiligen Messpfad geschätzt .
Wie gut das funktioniert, siehst Du in dem 2. Screenshot daran, dass Zelle 5 und 13 dort keine Auffälligkeiten in den angezeigten Spannungskurven aufweisen. 25 A * 0.8 mOhm wären immerhin 20 mV
@nimbus4 Ja damit hatte ich zu kämpfen, denn ich hatte mehrere schlechte Kabelverbindungen. Teilweise 1.2mOhm ergab bei hohen Strömen bis zu 100mV Falschmessung. Ich hatte die Kabel verbessert, die neuen Kabelwiderstände ins BMS eingetragen und hoffe erst einmal den größten Fehlerbrocken beseitigt zu haben. Die 0 / 100% SOC Kalibrierung steht noch an.
Ich habe ja 4 * 10kWh parallel. Würdest du jeden Akku einzeln oder alle 4 im Verbund 0 / 100% Kalibrieren?
Ich habe bei zwei Anlagen mit jeweils 3 parallelen 15 kWh Packs die letzte Kalibrierung jeweils im Verbund durchgeführt.
Das war für mich das bequemste. Insbesondere wollte ich keine "fliegenden Wechsel" von einem leeren zu einem vollen Pack.
In Zukunft werde ich das aber vermutlich auch mal ausprobieren. Wenn man beim Wechsel die Charge und Discharge FETs der beiden BMS eine entsprechende Sequenz durchlaufen läßt, sollte das theoretisch auch problemlos möglich sein.
Mit anderen Worten: Wenn ich einen 48 Volt Rack aus Gewichtsgründen aus zwei 24 Volt Racks zusammensetze, dann bekomme ich zwangsläufig zwischen Zelle 8 und 9 ein paar Mikroohm mehr in der Verbindung wie zwischen allen anderen Zellen. Fälschlicherweise würde ein aktiver Balancer hier etwas zuviel des Guten ausbalancieren weil er eine etwas falsche Spannung misst. Beim @nimbus4 BMS sind die passiven Balancer Ströme aber so klein, daß der Widerstands Unterschied in den Verbindern vernachlässigt werden kann. Unabhängig davon wo der Abgriff angeschlossen ist, wird die Zellspannung auch im Lastfall korrekt vermessen, weil man zu Zeiten mit hohem und niedrigem Strom messen und daraus den Widerstand der Zellverbindung ausrechnen kann.
Typischerweise sogar eher einige 100 uOhm zusätzlich.
Aktiver vs passiver Balancer ist streng genommen nicht mal entscheidend, sondern auf welcher Basis ( kompensierte oder unkompensierte Zellspannungen ) der Balancer aktiviert wird.
Ein grundsätzliches Problem haben allerdings die einfachen aktiven Balancer die einfach Kondensatorbänke zwischen benachbarten Zellen hin- und herschalten. Die arbeiten ja ohne irgendeine direkte individuelle Zellspannungsmessung und Regelung.
Einen aktiven Cell-2-Cell Balancer wie beim JK könnte man aber grundsätzlich auch auf Basis kompensierter Spannungsmessungen betreiben, so dass kein Fehl-Balancing aufgrund von Spannungsabfällen über erhöhte Verbindungswiderstände auftreten kann.
Erst jetzt beim 2-ten Lesen, habe ich das begriffen .... Eine geniale Methode! ... Wer hat sich das denn ausgedacht? Warum machen das die Seplos Leute in Ihrem BMS nicht so?
Das Messen von Widerständen/Impedanzen über eingeprägte AC-Ströme dürfte viele Jahrzehnte alt sein.
Praktisch jedes LCR-Meter arbeitet so und kann durch die Auswertung der Phasenverschiebungen dann sogar zwischen ohmschen, kapazitiven und induktiven Anteilen unterscheiden.
Welches BMS so etwas als erstes eingebaut hatte, weiß ich nicht. Das REC macht das sehr wahrscheinlich aber auch genau so.
Spätestens seitdem die BMS-ICs der großen Hersteller mit synchronem Spannnung- / Stromsampling werben, ist das aber kein Geheimnis mehr.
Wie "eindrucksvoll" der 100 Hz Stromripple eines 1PH-WR an einem großen LFP-Pack aussehen kann, hatte ich hier mal gezeigt:
Wenn Du Deine Messwerte mit meinem Diagramm vergleichst, bitte bedenken, dass bei mir der Innenwiderstand der Zellen und auch die Übergangswiderstände von den Zellverbindern in die Zellen mitenthalten sind.
Man erkennt du bist lange in der Elektronikentwicklung und hast enormes Fachwissen und vor allem Erfahrung!
Jau klar ist mir: Die Innenwiderstände und Zellverbinder der Zellen erfasse ich mit meinen Messungen nicht. Ich vermute / hoffe das es da unter den 16 Zellen nicht allzugroße Abweichungen gibt. Wie gesagt ich hoffe mit meinen Aktivitäten den "großen groben" Fehler behoben zu haben.
Nun ist mir aufgefallen das beim Laden aber auch bem Entladen der 4 parallelen Akkus die Ströme nicht gleich sind. Die Bat3 (hat erst 3 Cyclen drauf) welche ich erst gestern ins System integriert hatte, fällt auf. Auch schon beim Entladen lieferte sie ein wesentlich kleineren Stromanteil, was zur Folge hatte das die SOCs auseinanderliefen.
Heute als kurz die Sonne schien hatte ich z.B. folgende Ladeströme:
Bat1 26A
Bat2 20A
Bat3 10A (ist erst 1 Tag im System, die Spannung ist mit den anderen identisch , SOC ist viel höher als bei den anderen)
Bat4 26A
Vielleicht mache ich mir zu viele Sorgen, werde das Ganze nicht aus den Augen verlieren und nach der SOC Kalibrierung nocheinmal kontrollieren.
Die Anahme dürfte in der Regel gerechtfertigt sein.
Wenn ein Pack beim Laden und Entladen deutlich weniger Strom liefert, spricht viel dafür, dass der Gesamtwiderstand im Pfad dieses Packs größer als bei den anderen ist.
Ich habe in einer Anlage z.B. einen Pack, den ich gelegentlich aus dem Verbund nehme, um damit irgendetwas zu testen. Deswegen ist der Pack mit einer dünneren ( und flexibleren ) Leitung und zusätzlichen Steckerverbindungen angeschlossen.
Wie zu erwarten liegt bei diesem Pack im Verbund der Strom immer deutlich unter den beiden anderen.
Solange man sich dessen bewußt ist und z.B. nicht nahe am maximalen theoretischen (Ent-)Ladestrom des Verbunds arbeiten, sehe ich da kein dramatisches Problem.
Was man auch im Hinterkopf haben sollte ist, dass LFP Zellen Hysterseeffekte ( z.B. Memory Effekt ) zeigen.
In Abhängigkeit von der SOC-Historie kann also die Ladespannung um einen bestimmten SOC-Punkt herum leicht abweichen.
Wenn man eine Pack auf 0% entlädt, auf 90% läd und dann die restlichen 10% im Verbund mit einem Pack, der nur bis 90% entladen wurde, so wird der erste Pack langsamer voll werden, weil er eine etwas höhere Ladespannung benötigt.
Das hängt physikalisch mit den unterschiedlichen Korngrößen in der Kathode zusammen. Die kleinen Körner sind reaktiver und werden immer zuerst (ent-)laden. Im Beispiel oben, würden bei dem ersten Pack also zum Ladeende hin vorwiegend große ( träge ) Körner geladen, während es beim zweiten Pack vorwiegend kleine sind.
Meine Packs sind alle mit identischen Kabelquerschnitten angeschlossen. Also vermute ich Unterschiede bei den Gesamtwiderständen. Die zulässigen Ströme werden nicht erreicht, im Gegenteil durch die Stromaufteilung liegen Lade und Entladeströme im schonenden Bereich von max. 0.2 - 0.3 C . Ich habe mir u. A. die Videos vom A.Schmitz zur
Akku - Haltbarkeit! Das was KEINER hören will!
angeschaut. Da bekommt man ein Gefühl was den Zellen nicht gefällt.
Ich schätze im Sommer werden meine 4 Packs immer nur zwischen 80 und 100% pendeln. Kannst du @nimbus4 oder jemand anderes beurteilen ob das schädlich ist? Ich könnte eine wöchentlich Tiefentladung mit meinem HA automatisieren und meinen 3000l Pufferspeicher (für WW-Erzeugung) so richtig vollknallen.
Im Winter werde ich die Tiefentladegrenze auf 30% einstellen. Habe gelesen das sei ein guter Wert für die dunkle Jahreszeit.
Ja dir SOC Historie ist definitiv sehr unterschiedlich bei meinen momentan 4 Packs. Daher werde das das im Auge behalten.
Und dann möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich für all eure (@nimbus4 & @calolus) Hinweise bedanken. Ich werde dennächst mal 19,99€ in den AKKU-Topf legen.
Wenn man nur einen kleineren Teil seiner Akkukapazität täglich nutzt, und nur eine geringen Teil akut als Notstromreserve benötigt ( z.B. im Sommer, wo man eigentlich nur über die Nacht kommen muss ), sollte man LFP Zellen um einen möglichst geringen SOC zyklen, wenn man die Haltbarkeit maximieren möchte.
Bei einem Verbund aus Akkus wäre es dabei dann vermutlich sogar sinnvoll im z.B. Wochenrythmus einzelne Packs via BMS in "Urlaub" zuschicken, da durch jedes Laden Degradation-Mechanismen rund um das SEI aktiviert werden, die Batterie also in einen Zustand erhöhter Degradation versetzt wird, der erst langsam wieder abklingt.
Vermutlich ist es schonender einen LFP Akkus 7 Tage von 20 % bis 80 % zu nutzen und dann 7 Tage ruhen zu lassen, als täglich von 35% bis 65%.
Hallo ich bin neu hier. Ich habe auch einen Sunket 10 kWh LV Wandspeicher. Könntest Du mir bitte mitteilen wie man diesen öffnet also den Deckel abnimmt. Die kleine Schraube an der Unterseite habe ich entfernt. Der Deckel lässt sich aber nicht abnehmen.
Vielen Dank für die Hilfe