How to - Manuelles Balancing und Verbesserung der Hardware einer "schlecht verarbeiteten Batterie"

Schon nochmsl davon zu hören, und Glückwunsch für das erworbene Wissen!
Danke für das Teilen....

Sehr gute Beschreibung der Auswirkung des Übergangswiderstandes und der Reduktion des Ladestromes.

Ich denke auch daß ein Balancer nur versucht einen eingetretenen Schaden zu begrenzen. Vor allem die aktiv Balancer. Wenn die ständig arbeiten dann droht m.M.Gefahr.

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Ich versuche gerne zu helfen.

Ich habe diese eine Zelle nun bereits das 2 mal auf das Level der anderen gebracht. Es fehlten mehr ca. 20Ah, also ca. 10% der Gesamtkapazität der Zelle. (sehr bedenklich)

Nach ca. 2-3 Woche waren wieder diese deutlichen Spannungsabweichungen 170mV vorhanden.

Mit einfachen Worten: ich vermute diese eine Zelle leckt.

Ich habe den gesamten Block nach Absprache mit dem Sunket Support denen überlassen. Dort erwarte ich in 4 Wochen eine Antwort. Von einem kompletten Austausch wurde gesprochen. Ich bin gespannt …

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Es fehlt also Ladung, die du wieder "dazubalanciert" hast ? (Das wäre Selbstentladung)

Es ist also nicht so, das ordentlich balanciert eine Zelle früher leer ist ? ( Dann fehlt Kapazität)?

Für beide Fälle (besonderes dem ersten) gilt aber:
Betrieb einstellen, Akku "leer" entladen, Zelle tauschen... Schnell.

Das leer entladen nimmt den größten Teil der Gefahren weg.

Heisst der Akku ist schon abtransportiert? Gut.

Und was passiert wenn in einer Parallelschaltung von 4 Akkus der eine schadhafte Akku immer wieder mit seinem Balancer ansetzt um die hohen Zellen auf die niedrige zu ziehen. (ich bin gespannt auf eure Antworten)

Ich kann es mir vorstellen und habe es auch sehr gut beobachten können.

Jau der Akku ist abtransportiert.

Eigentlich nix schlimmes. Ausser das der Balancer nicht kalt wird.
Das Problem ist nicht die Balancierei, sondern ein voll geladene todkranke Zelle.

Jau ich vermutet so ist es!

In anderen Foren gibt es “Elektrikaas” die solche Effekte mit aktiven Balancer wegbügeln und dann oberglücklich Ihre 2mV Differenz posten.

Manche machen auch Isolierband um die undichte Gasleitung.

Genau

Was bei ‘Leckzellen’ (Selbstentladung) zur Identifizierung hilft ist eine gute Wärmebildkamera! Die Energie wird ja in Wärme umgesetzt und da sind dann oft deutliche Unterschiede im IR-Bild erkennbar, die man mit der Hand oft gar nicht erfühlen kann. Vor allem dann, wenn die Zellen in großen Packs versteckt sind.

Da widerspreche ich.
Grundsätzlich habe ALLE Zellen ein bisschen Selbstentladung. Das ist Physik und nicht zu vermeiden. Man bekommt das nicht beliebig klein.
Probleme entstehen als aus den Unterschieden von "etwas mehr oder weniger als ein bischen" , also den "Toleranzen".
Für all das ist der Balancer der Master, der sich wie der Platzwart um den Rasen kümmert.
Diese Selbstentladung verschlimmert sich idr auch mit Alterung nicht.
Und wir reden da von Selbstentladungen, die auch in zwei Jahren den Akku noch lange nicht leer machen.

Nur dann, wenn sich diese Selbstentladung massiv vergrößert, so dass man einen signifikanten Schaden hat isses blöd: weil der sich in der Regel langsam verschlimmert. Und das ist das eigentliche Problem.

Das mag bei den 18650ern die sog. "Heater" finden, die bei Ladeendspannung heiss werden. Für den gängigen LiFePo hilft die Warmebildkamera bei den Verlusten am Anschluss, aber nicht bei Selbstentladung.
Moglicherweise bei hohem Strom und erhohten Innenwiderstand, aber das ist kein gängiges (Einzel) Schadensbild.

Ok das Problem ist klar … vollgeladene totkranke Zellen sind gefährlich …

doch dazu kommt …

Bei der Parallelschaltung (über BUS BAR) von mehreren Akkus sollten die Spannungen der Packs eigenlich immer gleich sein. Wenn das nicht der Fall ist fließen auch im Stillstand Ausgleichsströme zwischen den Akkus.

Der Balancer der schlechten Batterie gibt erst Ruhe wenn er die Hohen den Tiefen angeglichen hat. Das hat eine Verminderung der Gesamtspannung diese Packs zur Folge. Durch die Paralellschaltung von den 4 Akkus werden dann 3 immer Ausgleichsstrom nachliefern.

was für ein sinnloser Prozess …

Korregiere mich bitte wenn ich mit meiner Theorie da falsch liege.

Warum nicht? Weil die Wärmeentwicklung zur Erkennung nicht reicht? Mag im Einzelfall natürlich sein, aber eine sich selbstentladende Zelle wird im Vgl. zu den anderen immer etwas wärmer sein und dadurch i.d.R. erkennbar. Am besten natürlich bei hohem Ladestand - dann ist die Selbstentladungsrate am höchsten. Und wenn hohe Übergangswiderstände an den Anschlüssen erkennbar werden, ist es natürlich auch hilfreich.

Vollkommen richtig. Wobei der ausgleichsstrom nicht höher sein kann als der Balancerstrom.

In der Summe ist der Verlaust aber mit parallelen Akkus nicht höher als beim Einzelnen.

Ok ich bin sehr gespannt was der Sunket / Sakete Support bringt und werde dann in ca. 4 Wochen hier nocheimal auftauchen …

Da widerspreche ich.

Ich kenne vim board keinen Fall, wo man mit Der IR defekte Lifepo gefunden hat. Verschraubung ja, zelle selbst nein.

Wir reden hier von Selbstentladung beginnend mit fast kompletter Entladung in einem Jahr.

Sagen wir 300 Ah. Macht max eine Ah pro Tag.
Macht 40 mA Selbstentladung.
(@nimbus4 : wie definierst du das?)

Macht 120 mW Verlustleistung.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du 150 mW Verlustleistung an einer 6 Kg schweren Zelle mit der IR siehst.

Bei den ~ 250 großformatigen LFP Zellen, die unter meiner Kontrolle betrieben werden, habe ich keine Zelle, die auch nur annähernd in den Bereich von 60 mA Selbstenladung kommt.

Ein Zelle hat wohl einen “Herstellungdefekt” und hatte von Anfang an eine Selbstentladung von ~ 2.5 mA. Unter meinen ersten Zellen, die wohl refurbished waren, und inzwischen vermutlich ~8 Jahre alt sind, haben einige Zellen Werte von ~ 1.5 mA. Die meisten meiner Zellen dürften eher bei < 1 mA liegen. Wenn hier eine Zelle auf einmal eine Seltstentladung, die um mehr als eine Zehernpotenz größer ist, aufweisen sollte, wird dieser Zelle sofort aus dem Pack fliegen, da es offensichtlich in der Zelle zu massiven Veränderungen gegenüber dem Status-Quo gekommen sein muss.

Dass man bei einem Pack im normalen Betrieb mit vertretbarem Aufwand Unterschiede in der Selbstentladung ( wir reden hier meiner Erfahrung nach von ~ 5 mW ) thermisch auswerten kann, halte ich für unwahrscheinlich und wüßte auch nicht warum man das wollen sollte. Beim Balancing bekommt man diese Information quasi automatisch geliefert. Dass praktisch kein BMS diese nutzt, ist mir seit Jahren ein völliges Rätsel.

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