Heizlösung mittels mehrerer Wärmepumpen gleichzeitg - LWWP+LLWP als "Verbund"

Vorlauftemperatur Gas:

Man kann mit konstanter Vorlauftemperatur fahren, z.B. 60°. Dann ist das Abgas wenigstens 70° warm, man verschenkt einige % Wirkungsgrad. Man hat das rauschen fast geschlossener Heizkörperventile. Wird gelegentlich noch in größeren Altbauten so gemacht.

Oder man fährt witterungsgeführt. Dann sind einige Heizkörperventile (nach Abgleich die meisten) weit offen. Die Vorlauftemperatur erhöht sich bei Kälte. Höherer Wirkungsgrad im Teillastbetrieb.

Vorlauftemperatur WP:

Gleich wie oben, aber: JAZ irgendwo zwischen 2,5 und 3 bei konstantem Vorlauf. JAZ zwischen 4 und 5,5 bei variablem Vorlauf. Also etwa halber Stromverbrauch.

Wenn WP geplant ist:

FBH im Bestand ist viel Dreck. Also jetzt, im Winter, Heizkörper optimieren. VL mal 1 Tag lang runterdrehn, alle HK auf und schaun welcher Heizkörper größer muss. Den tauschen und das ganze noch mal. Wenn du da 2-300€ reintust hast das Geld auch beim Gas in 2-3 Jahren wieder eingespart. Wenn das fertig ist, VL-Temperatur bei einem 0° Tag notieren.

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Ich hab deinen Post aus dem anderen Thread zur Höchsten Effizienz kopiert.

Und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, ja es kann Sinn machen.
Bei mir ist das Erdgeschoss und die Bäder im Haus mit FBH ausgestattet und die restlichen Räume mit Heizkörpern.
Die FBH Fläche ist in den Bädern relativ klein, so dass dort auch zusätzlich noch Heizkörper sind.
Um die Bäder leicht wärmer zu haben, als die Wohnräume laufen die Heizkörper mit.
Und da der Heizkörper Kreislauf damit sowieso an ist, lass ich auch die HK in den anderen Räumen auf niedriger VLT mitlaufen. Nur tagsüber mach ich in den HK Räumen (außer den Bädern) die Klimas an, wenn jemand sich dort länger aufhält, bzw. abends vor dem Schlafengehen, damit es etwas kuscheliger ist.
Die VLT für die Heizkörper ist nur 3-5K höher als die VLT der FBH so 30-35°C, ich prüf das immer am zentralen Steuergerät.
Die Heizkörper geben dadurch nicht so viel Wärme ab, halten aber sehr gut die Grundwärme und die LWWP läuft genauso effizent wie mit der FBH.
Du kannst die Wärmeabgabe der HK entsprechend der Vorlauf- und Rücklauftemperatur berechnen. Dazu gibt es ein Buch von den Autoren Recknagel Sprenger, wo die Grundlagen, die Berechnung und verschiedenen Heizkörpertypen erklärt sind.
Wenn du ohne die Theorie nur schnell eine Berechnung machen willst, dann geht das auch mit diesem Online Rechner -> Link: Heizkörperrechner | BWP | waermepumpe.de
Das ist recht übersichtlich und die Ergebnisse decken sich mit meinen Berechnungen für meine HK.

So nun zu dem energetischen Sinn:
Durch ein weiteres Gerät, das nahezu dauernd läuft hast du eine Betriebsgrundlast dieses Gerätes. Die VLT für Heizkörper liegt meisten 5-10K höher als du für Klimageräte als Auswurftemperatur brauchst. Daher vermute ich, dass die Anlage im SCOP bei 0,2-0,5 schlechter läuft als eine reine LLWP.

Im Sinne des Komforts können die HK durchaus ein Gewinn sein, da kein Lüftergeräusch und kein Luftzug, der gerade in Schlafräumen als störend empfunden wird, vorhanden sind.
Bzgl. Tauwasser und möglicher Schimmelbildung ist der Erhalt einer Grundwärme (min 15.16°C) in jedem Raum durchweg empfohlen.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Ich habe vor 3 Jahren auch meine 30Jahre alte Gasheizung ausgetauscht und durch eine LWWP ersetzt.
Dein Wunsch die alte Gasheizung zu erhalten wird vermutlich sehr schwierig bis unmöglich, da du die Heizkreisläufe entsprechend designen musst und auch der Platz für die Innengeräte der neuen Heizung vermutlich gebraucht werden.
Als ich die Entscheidung zum Austausch der Heizung getroffen habe (ca. 1 Jahr vorher), waren weder Geräte noch Heizungsbauer verfügbar, so dass ich in der Auswahl eingeschränkt war. Ich habe dann die LWWP sehr nahe an der Heizlast meines Hauses gekauft und für "Notfälle", also die Tage in der die Außentemperatur unter die NAT fällt noch eine Klimamultisplit installiert.
Mit dieser Kombi halte ich seit drei Wintern die Räume in meinem Haus auf Wohlfühltemperatur, bin aber immer noch am optimieren/experimentieren, um den möglichst geringsten Energieverbauch für die geforderten Innentemperaturen und den Komfortanspruch meiner Mitbewohner zu erreichen.

Herzliche Grüße
Eclipse

Die 100% (oder auch mal 109% in der Werbung) sind aber bezogen auf den Heizwert, nicht den Brennwert, den man letztlich auch bezahlt? Ich hab mir bei der Überlegung, ob ne LWWP bei uns sinnvoll wäre, vor paar Jahren einen Wärmemengenzähler (mit nicht mehr ganz frischer Eichung, günstiger) gekauft und in den Heizkreis einbauen lassen, primär auch um die Volumenströme mal messen zu können und wann die Strömungsgeräusche bei uns anfangen zu nerven. Damit hab ich für unsere 15 Jahre alte Brennwerttherme einen auf den Brennwert bezogenen Wirkungsgrad von so etwa 85% abgeschätzt (mußte Warmwasser entsprechend der Zahlen aus der Nichtheizzeit rausrechnen), obwohl das Ding erwartungskonforme Mengen an Kondensat produziert hat. Mag sein, daß das so schlecht ist, weil das Ding nahe an der unteren Modulationsgrenze gewerkelt hat und ein WMZ ist ja auch kein Präzisionsinstrument. So oder so solltest Du aber schon mit einem gewissen Abschlag beim Wirkungsgrad der Gastherme rechnen und ihn auf jeden Fall auf den bezahlten Brennwert beziehen.

Wenn Du ne LWWP verbaust, ist ein eigener WMZ auch nicht verkehrt, könnte als ggf. auch für Dich hilfreich sein. Wenn LWWP dann würde ich auf jeden Fall die Gastherme rauswerfen, die Kombination kostet nur Effizienz der LWWP und Du hast weiterhin die Fixkosten des Gasanschlußes, Schorni und ggf. Wartung, wenn Du sie nicht auf Verschleiß fährst.

Wovon ich leider gar keine Ahnung habe, ist, ob es Heizkörperventile gibt, bei denen man ferngesteuert direkt den Durchfluß steuern könnte, nicht nur die Zieltemperatur und dann nur mehr oder weniger an/aus. Idee: Selber die Raumtemperatur und die Rücklauftemperatur präzise messen (SHT40 Serie mit 0.2 Grad, I2C Schnittstelle) und das ganze so steuern, daß die Rücklauftemperatur für die LWWP möglichst gleich ist. Mit der Kenntnis ob die LLWP läuft oder nicht könnte man Heizkörper in entsprechenden Räumen zu machen, da die LLWP ja vermutlich effizienter ist als die LWWP. Die Vorlauftemperatur würde die eigene Regelung dann natürlich auch so der LWWP vorgeben, daß der Wärmebedarf gerade gedeckt wird (sieht ja, wenn die Nachfrage aus den Räumen nachläßt) und nicht über irgendwelche Außentemperaturfühler und in Stein gemeiselte Heizkurven. Das ganze könnte sich dann auch veränderten Anforderungen anpassen, wenn z.B. über die Weihnachtsfeiertage Besuch kommt und sonst ungenutzte Räume höher geheizt werden sollen. Verzeiht mir bitte, wenn ich hier ggf. als Blinder von der Farbe = Unsinn rede, meine beiden Splitklimas laufen aktuell ja (noch) einfach nach manueller Vorgabe per Fernbedienung und die Gastherme, die als Fallback noch da ist, ist diesen Herbst noch nicht zum Einsatz als zweite Wärmequelle gekommen.

Ich sehe das folgendermaßen:

Das jetzige System funktioniert. Das würde ich, sofern nichts kaputt geht, so lasse. Wenn es kaputt geht, es sind immer noch die Splits da. Ärgerlich, aber möglich. Paar Elektrokonvektoren parken falls die Gasheizung ausfällt.

Das ist das Eine. Dann: Da es sowieso schon da ist, würde ich es einfach versuchen. 60°C auf 55°C stellen. Gucken ob das eine Auswirkung hat. Und dann langsam nach unten. Wann reicht das? Wann nicht mehr? So bekommt man einen Überblick, was die jetzige Heizungsanlage kann und was nicht. Wenn dann mal ausgetauscht wird, irgendwann, dann WEISS MAN wie die Heizkörper laufen können. Ich mache exakt dasselbe für meine Schwiegermutter mit ihrem Kokskessel (in welchem Holz verfeuert wird). Die Heizungsanlage schafft es selbst bei -2°C (kühler war es bisher nicht) mit 45°C VL die Wohnung zu erwärmen. Leider konnte ich nicht weiter testen, weils dann außen wieder wärmer wurde. Aber ich gehe davon aus, dass 40°C VL möglich wären. Wenn durchgeheizt würde. Habe jetzt auf 42°C gestellt, bisher keine Beschwerden. Und wie war es vorher? Vorher wars so: Wenn mit dem Holzkessel geheizt wurde, dann wurden 70°C, 80°C, 85°C durch die Heizkörper gejagd. Der 1000l Puffer war schnell leer, die Wohnung eine Sauna. Jetzt ist der 1000l Tank von abends 22:00 (70°C) bis morgens 8:00 noch warm (25°C). Reicht völlig. Es geht ums Prinzip. Wenn ich davon ausgehe, kommen wir wirklich sicher runter auf 40°C. Und das ist dann in der Effizienz schon um Ecken besser als 60°C oder 85°C…. Das sorgt aber jetzt auch schon für Holzeinsparungen. So wenig Holz wurde bisher noch nie verbraucht.

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Die Gastherme zu erhalten, wäre im Grunde ein elementarer Bestandteil von meinem angedachten Konzept.

Meinen Überlegungen zu Grunde liegen die “basics” bzgl. effizienter Betrieb von Wärmepumen:

  • möglichst geringer Temperaturhub
  • möglichst hoher Volumenstrom

Nun ist es bei mir so, würde mann per wassergführte Heizung “komplett” heizen wollen:

  • geringer Temperaturhub? no way, keine Flächenheizungen - Heizkörper alleine zu klein ohne Potential die sinnwoll so sehr zu vergrößern
  • möglichst hoher Volumenstrom? Nur sinnvoll möglich wenn das ganze Haus beheizt wird.

Daraus entstand dann folglich die Idee, alles - als Grundwärme - dauerhaft mit niedriger VL Temp. zu heizen.

Ohne zusätzliche Gasheizung würde dann bedeuten, dass die Räume ohne LLWP kaum ordentlich beheizt werden können auf Wohlfühltemperatur.

Das macht keinen Sinn und würde ich in keinem Fall machen. Um viel Geld eine Verschlechterung zu erzielen ergibt keinen Sinn.

Mit dem Hintergrund erschien mir das als gute Idee.

Vielleicht unterliege ich einem Denkfehler??? Die Funkthermostate öffnen doch - wenn man eine hohe Temp. einstellt - “stur” das Ventil zu 100% und warten dann darauf, dass ausreichend warmes Wasser kommt um die eingestellte Temp zu erreichen. Bei der LWWP würde das aber dann nie passieren, also würden die sich dann auch nie mehr bewegen - so lange man nichts ändert.

Ja, das wird das sinnvollste sein. Leider hatte die Heizung dann nachts doch wieder mit Fehler abgestellt, war aber auch zu erwarten;)

Es scheint, als macht eine wassergeführte WP in dem Fall wohl keinen Sinn. Das ist ja auch eine Erkenntnis. Im Moment sieht es eher so aus, als wären “im Zweifel” sogar - falls nötig - noch zusätzliche LLWP sinnvoller, als eine LWWP…

…was ggfs. ein Grund mehr wäre, sich ev. bzgl. Wärmepumpe auf die LL zu konzentrieren.

Generell ist hier eben der Vorteil, dass:

  • einerseits bei der LLWP nur jeweils EIN Wärmetauscher aussen + innen existiert. Es fällt der zusätzliche “Umwandlungsprozess” weg, der bei wassergeführter WP das Wasser wärmt - da eben direkt die Raumluft erwärmt wird.
  • aus dem Grund die Geräte auch schon die benötigten Wärmetauscherflächen mitbringen (Größe je nach Effizienz) - während eben die wassergeführte WP bauseitig dann extrem auf maximal große Wärmetauscherflächen / Flächenheizungen angewiesen ist.

Auch bzgl Modulation / Leistungssteuerung ist die LLWP im Vorteil, weil hier “nur” die Lüfter passend angesteuert werden müssen und keine Einschränkungen bzgl. Durchflussmengen etc. existieren.

Die LWWP macht Sinn. Wenn man die Gegebenheiten kennt und den Rest berechnet. Nichts anderes wird beim Energieausweis berechnet. Und dann kommt der hydraulische/thermische Abgleich und man möchte aber im Bad 25°C haben und im Schlafzimmer nur 16°C und so funktioniert Vergleichbarkeit nicht. Deswegen wollte ich die ganzen Infos haben. Du würdest mit dem System, so wie du dein jetziges betreibst, nicht glücklich werden können.

Was du hier als Anforderungen nennst ist kein Widerspruch zu einer LWWP und warm wird es in den Räumen auch.
Die Auslegung erfordet nur eine genaue Kenntnis des Wärmebedarfs der so geheizten Räume und der Wärmeabgabeleistung der bestehenden Heizkörper.
Auch mit einem größeren Temperaturhub wird eine LWWP nicht unwirtschaftlich, sie ist nur weniger effizient als mit dem gerigeren Hub.
Wenn du es schaffst die Räume mit den HK auch bei 40, 45 oder 50°C Vorlauf auf die Wohlfühltemperatur zu bringen wird die WP in 95% der Zeit immer noch wirtschaftlicher sein als die Gasheizung und damit im Gesamtjahr wirtschaftlicher als eine Gasheizung.
Ob die Räume bei niedrigerer VLT warm werden kannst du ja jetzt schon mit deiner GasHeizung ausprobieren.
Weiterhin ersparst du dir beim Abschaffen der Gasheizung den Grundpreis für den Gasbezug, den jährlichen Preis für den Schornsteinfeger und die Kosten für die Reinigung der Heizung ein.
Das waren bei meiner Gas-Heizung so rund 300€/Jahr und da ist der Strom, den die Gasheizung zum Betrieb braucht noch gar nicht drin.
Für 300€ kannst du bei 30ct/kWh allein schon 1000kWh Strom kaufen und "sinnlos" verheizen.
Ich tippe mal, dass du für die Zeit, in der du die speziellen Räume warm brauchst weniger als die 1000kWh zusätzlich brauchst.

Betrachte mal alle Vor- und Nachteile der Gasheizung und der LWWP zusammen mit den Gesamtkosten beider Lösungen um eine zuverlässige Entscheidungsbasis zu bekommen, bisher liest sich das eher wie ein Gefühl.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Ja, das ist das übliche Verhalten dieses IoT Spielkrams. Müßte aber ja nicht so sein und ich gehe mal davon aus, daß es hier stetig geändert wird, da es sonst einen Abgleich ja nicht ersetzen könnte: Automatischer hydraulischer Abgleich – Effizienz für Ihr Heizsystem | Homematic IP

Hab da wie gesagt keine praktische Erfahrung mit, finde das Konzept aber halt interessant, gerade in so Situationen mit mehreren Wärmequellen.

Es kostet ihn aber auch nichts, solange die Gasheizung funktioniert, sie weiter laufen zu lassen bis Exitus. Danach ist sowas schon sinnvoll. Auch Warmwasser wird dann von der WP bereitet. Gerade wenn er noch überlegt eine “kleine” PV-Anlage zu bauen, 5kwp reicht da schon aus, betreibt er WW quasi ein halbes Jahr mit. Und würde auch seine Klimasplits im Sommer damit betreiben können.

Die Kombination aller 3 Systeme. Aber: Heizen mit PV-Strom im Kernwinter ist nicht. Das ist aber gänzlich egal. Ob man nun das Eine oder das Andere kaufen muss.

Die Grundtemperierung hätte noch einen weiteren Vorteil, das ist dann aber schon sehr viel Glaskugel zu den Strompreisen in Deutschland.

Wenn er komplett auf Strom geht spart er die Grundkosten des Gasbezugs und der Heizung, wie beschrieben ca. 300€/Jahr, weiterhin spart er beim Betrieb der LWWP auch Heizkosten ein im Verhältnis zur Gasheizung.
Bei mir sind die Kosten selbst bei Vollbezug Strom für Haushalt, LWWP, BWWP und Klimas im Vergleich zur Strom/Gas Kombi, die ich vorher hatte, um über 1500€ pro Jahr zurück gegangen.
Vorher:
Gaskosten: 2652€ (inkl. Grundpreis, Schorni, Reinigung)
Stromkosten: 1812€ (Gesamthaushalt inkl. Grundpreis)
Summe: 4463€
Nachher:
Stromkosten: 2881€ (Verbrauch Gesamthaushalt inkl. Heizung mal Grundversorgungstarif zzgl. Grundpreis)
Ersparnis: 1582€ pro Jahr
Für das Geld amortisiert sich bei mir der gesamte Umbau (LWWP, BWWP und Klima Multisplit) unter 20 Jahren, wenn ich von den Umbaukosten noch die Kosten für eine neue Gasheizung, die ich sowieso gebraucht hätte abziehe, ist es eine Amortisation von deutlich unter 10 Jahren für die Zusatzkosten.
Ich habe alles ohne irgendeine staatliche Förderung erworben und errichtet.
Als Bonus habe ich jetzt im Sommer auch noch kühle Schlafräume. :slightly_smiling_face:

Daher bleibe ich bei meiner Empfehlung alle Kosten rechnen und dann entscheiden.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Nicht bei 60°C Vorlauf. Und nicht, wenn er dann nur bedarfsgerecht heizt.

wenn ich von den Umbaukosten noch die Kosten für eine neue Gasheizung, die ich sowieso gebraucht hätte abziehe

Eben.

Den Thread habe ich quergelesen und kann @win nur beipflichten. Ohne die Ermittlung der mindestens notwendigen VL-Temperatur kommst Du zu keiner planbaren Lösung. Du hast ja Zeit, da die Gasheizung weiterhin läuft. Somit würde ich den Winter nutzen und versuchen das Verhalten am VL gegenüber Außentemperatur zu ermitteln.

Drehe also die Regler aller Heizkörper voll auf und stelle die Gasheizung so ein, das im ganzen Haus in den Nebenräumen die angedachten 18°C dauerhaft gehalten werden. Notiere dir regelmäßig (täglich) die VL-Temperaturen mitsamt Außentemperaturen (min, max) sowie den täglichen Gasverbrauch. Die Türen stehen für eine freie Luftzirkulation typischerweise offen, Ausnahme die mit Split-Klima individuell beheizten Räume. Nach einer Weile hast Du ausreichend Daten über verschiedene Außen-Temperaturniveaus hinweg. Idealerweise kannst Du auch den täglichen Gasverbrauch mit notieren. Das hilft bei der Leistungsbestimmung der späteren LWWP.

Bezogen auf die Nebenräume, ob einzelne Heizkörper mehr leisten als andere ist für den Moment erst mal nicht wichtig. Die Türen stehen ja offen und die Wärme kann frei zirkulieren. Somit wird die erzeugte Wärme durchgängig im Haus verteilt. Bei den mit Split-Klima gewärmten Räumen sind die Türen natürlich geschlossen.

Die Idee, mit LWWP das ganze Haus über die bestehende Zentralheizung auf 18 °C zu heizen halte ich für sinnvoll. Wir betreiben seit 3 Jahren eine LWWP ohne Pufferspeicher mit einer alten Zentralheizung (70er Jahre) usw. Das gesamte Haus wird gleichmäßig auf ca. 20°C beheizt. Wiederholt hatten wir ca. 10 Tage pa , meist klare Nächte, in denen die Temperatur unter -5 °C fiel (Region vorderer Odenwald). In diesem Fall ergänzt ein Durchlauferhitzer. Was bei Euch durch die Split-Klimas bereits abgedeckt ist. Dafür spielt die ZH mit 18 °C die Nebenrolle. Somit solltet ihr auf den Durchlauferhitzer/Heizstab verzichten können. Wenn die Nebenräume ein paar Frosttage lang die 18 °C nicht halten würden, dann wäre das sicher kein Problem.

Wenn Du in Deiner Region einen Termin findest, schau Dir mal einen Vortrag vom Energiesparkommissar zu WP im Altbau an. Darin zeigt er gegen Ende des Vortrags eine sehr spannende Tabelle mit Anzahl Tagen und der Häufigkeit der Temperatur über den Winter hinweg. Die Tabelle öffnet Augen. Bevor es also um technische Lösungen und Produktauswahl geht, sollten erst die Kerndaten ermitteln, sprich, Wissen aufgebaut werden. Danach fällt die Lösung meist automatisch ab. Bei uns war es letztlich eine Pool-WP geworden. Ist hier im Forum auch dokumentiert.

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Hier gibts auch ein gutes Tool:

Im Reiter Temperatur sieht man ein Diagramm, was zeigt, wieviele Stunden im Jahr man bei einer bestimmten Temperatur erwarten kann. Achtung: Es wird ein Dezimalpunkt verwendet, kein Komma und man hat 3 Nachkommastellen. Das kann Anfangs verwirren.

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Wow! Bei uns in Bremen gerade mal 75h unter -5 Grad.

Wobei man einschränkend sagen muss: Das sind Durchschnittswerte. Kann durchaus mal einen Winter geben, wo es 10 Tage hintereinander -10 Grad sind. Aber dann auch wieder 10 Jahre nicht.

Man braucht also für diese Ausnahmen einfach eine zusätzliche Heizstrategie. Im einfachsten Fall ein paar Heizlüfter, die zusätzlich Wärme reinschaufeln, falls der Rest des Heizungssystems sehr knapp ausgelegt ist. Die LWWP machen es ja nicht anders mit dem Heizstab, also auch direktelektrisch.

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Danke für eure Antworten!

Ja bzw. “JEIN” ?

Macht Sinn - oder nicht - kann man wohl (wie eh kaum jemals wo) so pauschal sagen…

Ich bin da “hin ung hergerissen” - bekomme aber zusehends den Eindruck, dass es eher eine “GANZ oder GARNICHT” Sache ist?

Also entweder komplett wasserführende Wärmepumpe bzgl. Heizung oder gar nicht.

Weshalb:

Die Kombination aus Gasheizung + wasserführende WP soll wohl eurer Meinung nach “schwierig” bis ev. nicht möglich sein.

Genau das wäre aber nötig, um bei Bedarf dann Räume ohne “weitere Heizung” wie Pelletofen und / oder LL WP zu beheizen. Also kein Problem in WZ / Küche, in den anderen Räumen schon.

Genau. Das für mit wasergeführte WP dann eben nur so funktionieren, dass immer ALLE Räume auf “Wohlfühltemperatur” sind… Das bedeutet dann aber: Entsprechend dimensionierte WP, vor Allem aber auch entsprechender Verbrauch.

Dazu kommt dann eben die geringere Effizienz, da nur Heizkörper vorhanden sind. Also höhere VL Temperatur nötig.

Also “Bedarfsgerecht” ist somit schwer / nicht sinnvoll möglich.

Ja, warm wird es dann ggfs. Aber nicht in einer Zeitspanne, die bedarfsgerechtes heizen dann noch sinnvoll macht.

Ja, ich nehme aber an - dass es ohne durchgehend heizen nicht sinnvoll möglich ist.

Das stimmt - in dem Fall würde es aber (so macht es den Anschein) mehr oder weniger mit dauerhafter Beheizung einher gehen. Die Kosten dafür kommen dann (bei gleichzeitig gesteigertem Komfort) hinzu.

Ja, genau das muss ich machen.

Aber es passiert wohl oft, dass sich Leute dann zur WP noch einen Zusatzofen einbauen “um es warm zu haben” ?

Also ich möchte mir so eine Situation zumindest nicht wissentlich “einbauen” :thinking:

Ja, aber leider ist die eben nicht mehr ganz ok und zeigt sporadisch einen Fehler…

Zwar habe ich im Sommer sehr viel Sonne, im Winter aber einige Zeit überhaupt keine. Das würde die Bilanz nat. schon sehr negativ beeinflussen.

Ja, blöd wäre dann halt, wenn:

  • Die Gasheizug raus muss für die WP
  • Wp nicht oder nicht schnell genug nach Bedarf einzelne Räume warm machen kann.

Wenn sie nicht genutzt werden nicht. Sonst schon.

Und deshalb habe ich wohl auch eine 22kW Gasheizung im Haus… :wink:

Stimmt, aber irgendwo hat man auch ein bestimmtes “Anspruchsdenken” wenn man viel Geld in eine neue Heizung steckt…

Also bzgl. Komfort wäre die vorhandene - oder eine Neue - Gasheizung zweifellos die beste Option. Also gilt es zu berechnen, wie sich das in Zahlen auswirkt…

Bei Gas kann man sich problemlos ein paar kW mehr leisten, da ist das ja wenig ein Problem.

Bei Wärmepumpen hingegen steht man mitunter vor dem Problem, deutlich höhere Verbräuche zu haben, nur weil man auch alle 10 Jahre mal die -20 Grad auffangen will. Da macht es dann schon Sinn, eher sparsam zu dimensionieren. Ist aber auch kein Problem, bei LWWP hat man ja einen Heizstab, der dann anspringt. Also gleicher Komfort.

Nur bei LLWP, die knapp dimensioniert sind, müsste man dann über Heizlüfter nachdenken.

Apropos Heizlüfter: Wenn du nur sehr selten bestimmte Räume mal auf Wohlfühltemperatur hochheizen musst, kannst du durchaus über Heizlüfter oder andere direktelektrische Heizlösungen dort nachdenken. Ist ja nicht viel Energie, wenn du die Grundwärme von 16-18 Grad über eine kleine LWWP in die Räume bringst.

Ist eine Frage des Heizkonzeptes, also wirklcih leistungsfähige LWWP, die alle Räume auf Wohlfühltemperatur bringen kann oder nur kleine LWWP, die Grundwärme zur Verfügung stellt. Rest dann mit LLWP.

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Die Kombination aus Gasheizung + wasserführende WP soll wohl eurer Meinung nach “schwierig” bis ev. nicht möglich sein.

Das geht, ist aber kompliziert. :wink:

Genau. Das für mit wasergeführte WP dann eben nur so funktionieren, dass immer ALLE Räume auf “Wohlfühltemperatur” sind… Das bedeutet dann aber: Entsprechend dimensionierte WP, vor Allem aber auch entsprechender Verbrauch.

Mh, ja, aber, und… Du kannst das auch Bedarfsgerecht machen.

Dazu kommt dann eben die geringere Effizienz, da nur Heizkörper vorhanden sind. Also höhere VL Temperatur nötig.

Der springende Punkt. Das weisst du nicht, weil du noch nicht die minimale VL-Temperatur hattest, weil du nicht durchgängig heizt. Würdest du also mit deiner jetzigen Heizung mit 58°C VL durchheizen. Mit 55°C VL. usw. usf. dann könnte man das abschätzen. Der Rest, also Pellets oder Klimasplit, das ist dann ja zusätzlich, nichts anderes wie jetzt. Aber die VL muss so weit runter, dass es die 18°C im Raum hält.

Ja, ich nehme aber an - dass es ohne durchgehend heizen nicht sinnvoll möglich ist.

Nicht effizient. Sinnvoll ist schwer einzuschätzen.

Aber es passiert wohl oft, dass sich Leute dann zur WP noch einen Zusatzofen einbauen “um es warm zu haben” ?

Es passiert wohl eher öfter, dass aufgrund von Unwissenheit des Benutzers vollkommen übertriebene Anlagen gebaut werden, die dann auch übertrieben teuer sind. Weil der Kunde meint an jeder Schraube nachregulieren zu müssen. Deswegen ist bedarfsgerecht mit LWWP möglich, aber wenn du dann in den Räumen alle paar Stunden so wie du lustig bist die Temperatur verstellst, dann wird es ineffizient. Nicht weil die WP ineffizient wäre, sondern weil permanent Parameter verstellt werden, die eigentlich die WP verstellt. Und warum macht sie das? Um den optimalen Betriebspunkt zu ermitteln und auszuführen, um effizient zu laufen. Das untergräbt man dann mit eigenen Eingriffen.

Zwar habe ich im Sommer sehr viel Sonne, im Winter aber einige Zeit überhaupt keine. Das würde die Bilanz nat. schon sehr negativ beeinflussen.

Für Winter ist die PV nicht. Die ist dafür da, dass du im Sommer deinen Haushaltsstrom und Warmwasser decken kannst. Im Übergang oder Winter musst du sowieso Strom kaufen weil es nicht ausreichen wird. Vielleicht kannst du damit aber an einigen sonnenreichen Tagen den Tagesbedarf decken. Gerade wenn man im Haus mehr oder minder nur auf Strom setzt sind auch solche Tage von Belang.

Wp nicht oder nicht schnell genug nach Bedarf einzelne Räume warm machen kann.

Wie geschrieben, dafür ist sie nicht. Du kannst das machen, aber das wird nicht effizient laufen. Permanent herumlaufen und die Raumtemperaturen ändern.

Also bzgl. Komfort wäre die vorhandene - oder eine Neue - Gasheizung zweifellos die beste Option.

So wie du die Heizung nutzen willst evtl. ja.

Wie geschrieben, dafür sind LWWP nicht ausgelegt. Die werden eingestellt, den Rest machen die selber. Permanent die Gegebenheiten händisch ändern wird gehen, aber Effizienz kosten. Wieviel Effizienz, das kann niemand vorhersagen, weil ja niemand berechnen kann, wann und wie du jetzt was wärmer haben willst und was nicht.

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Und dazu ein ausreichend groß dimensioniertes Notstromaggregat. Nur für den Fall, daß die ganze Nachbarschaft die gleiche Idee hatte…

Oliver