Genauso hab ich damals auch angefangen.
Mein Haus ist Baujahr Anfang der 1990er Jahre.
Ich hatte keine Daten zu irgendwas, weder U-Wert von Wand noch Fenster, etc. nur das Baujahr und den jährlichen Verbrauch eines atmosphärischen Gaskessels.
Dann hab ich erstmal Wärmebedarfsberechnung gemacht und habe mich anhand von Vergleichsdaten zu verschiedenen Mauerwerken den Daten meines Hauses angenähert.
Zur Ermittlung des Wärmedurchgangswertes deiner Hauswand kannst du ubakus.de nutzen.
Da gibt es viele Beispiele von Mauerwerkstypen.
Wenn dein Haus von 1994 ist, dann sollte die erste Wärmeschutzverordnung schon berücksichtigt sein, so dass der U-WERT um die 0,5 oder darunter liegen sollte. Bei den Fenster aus dieser Zeit kannst du bei Doppelverglasung von 1,5-1,8 als U-Wert ausgehen, mit dreifach Verglasung oder Wärmeschutzbedampfung sogar noch darunter. Das kannst du selber testen, Anelitung dazu gibts auf Youtube beim Energiesparkommissar. Auch zu Dachdämmung und Verbesserungen zum Wärmeschutz in deinem Haus hat der Kommissar viele nützliche Tips.
Für die Wärmebedarfsermittlung habe ich damals das Resideo-Tool aus dem Android APP-Store verwendet. Suche nach Resideo Heizlastberechnung, das Tool ist bisher kostenlos und hat auch einige hilfreiche Vorgaben für die Berechnung.
Bezüglich deiner Heizung, bis du entschieden hast, was du installieren willst, habe ich folgende Empfehlung:
Senke die Vorlauftemperaturen und die maximale Heizkesseltemperatur auf das notwendige Maß ab.
Ich hab das damals bei meiner Heitzung gemacht, die Kesseltemperatur Stand auf "auto", weil der Installateur das so haben wollte und hat das Kesselwasser im Heizkreislauf immer auf 75°C oder mehr aufgeheizt.
Da mein Brauchwasser nie mehr als 50°C haben musste und auch sonst im Haus keine höhere Temperatur als 50°C gebraucht hat, konnte ich die Kesseltemperatur auf 55°C einstellen. Nur das allein hat meinen Verbrauch von 27000kWh, die ich sonst jedes Jahr gebraucht habe auf 20000kWh gesenkt. Da sind also nur durch die Wunscheinstellung des Installateurs über 25Jahre lang jedes Jahr 7000kWh sinnlos durch den Schornstein gejagt worden. Der Installateur hat mein Haus nie wieder betreten.
Wenn du für die Heizlastberechnung lieber mit Excel Tabellen als mit der Resideo App arbeiten willst kannst du mal hier schauen, da gibt es ein DIN Arbeitsblatt für die Heizlastberechnung, das ist aber deutlich aufwändiger.
Link: DIN EN 12831 - Heizungsanlagen in Gebäuden - Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast
Direkter Link zur Excel Tabelle:
Link: http://www.bosy-online.de/DIN_EN_12831/DIN_EN_1283-eigene_Entwurf-neu.xls
Für eine grobe Einschätzung der Heizlast kannst du auch die Tabellen unter dem folgenden Link heranziehen.
Link: Heizlast und Stromverbrauch von Wärmepumpen berechnen | Klimaworld
Für die Berechnung nach Schweizer Formel anhand deines bisherigen Verbrauchs kannst du folgenden Online Rechner nutzen.
Link: Heizlastberechnung online für eine Gasheizung
Auch hier im Forum gibt es noch viele hilfreiche Tipps, falls du die noch nicht gefunden hast.
Link: Anleitung einfache Heizlastberechnung
Auf diesen verschiedenen Wegen, habe ich mich dem Wärmebedart meines Hauses angenähert und war dann in der Lage über die Größe der LWWP zu entscheiden.
Das Teil ist jetzt den dritten Winter in Betrieb und ich bereue die Entscheidung nicht.
Herzliche Grüße
Eclipse