Großer Rückschlag - Schimmel beim heizen mit Klimaanlage

So ein Adsorptionsentfeuchter hat seine Anwendung wenn es darum geht kühle Luft zu entfeuchten, also einen kühlen Keller als Beispiel. Im Einsatz in bewohnten Räumen tun es die "normalen Kompressor-Entfeuchter auch, IMHO sogar effizienter, da sie dabei auch noch eine Heizwirkung haben sind die eigentlich ideal um zu feuchte beheizte Räume vor Schimmel zu bewahren.

Adsorptionsentfeuchter brauchen vor allem irrsinnig viel Strom.

Oliver

Hast du den Schimmel noch nicht entfernt? Das würde ich zuerst mal machen. Dabei Schutzmaske tragen. Ich würde erstmal DanKlorix aufsprühen, um den Schimmel abzutöten und dann mit Schwamm/Lappen ordentlich entfernen. Tapeten, die verschimmelt sind, entfernen.

Und dann ganz wichtig: Bei Schimmel sollte man nicht wild drauflos agieren. Es geht darum, die Ursache zu finden, die vielfältig sein kann. Eine durchfeuchtete Außenwand kann ein Problem sein. Genauso kann es einfach nur kondensierende Feuchtigkeit von Innen sein. Bei innen kondensierendem Wasser ist die Wand meist nur oberflächlich feucht.

Ich würde da erstmal mit einem kapazitiven Wandfeuchtemessgerät messen, ob die Wand feucht ist. Würde ich innen und außen mal machen. Gerät z.B. Trotec BM31.

Es ist keinesfalls so, dass ein ungedämmter Altbau immer mit Schimmelproblemen zu kämpfen hat. Man muss vielmehr verstehen, wie sich das Haus bei welchem Heiz- und Lüftungsverhalten verhält und wo die kritischen Bereiche sind. Schimmeln tut es immer zuerst an den kritischen Stellen, die muss man im Blick haben. Da ruhig wöchentlich kontrollieren, so lange man die Probleme des Hauses noch nicht so richtig kennt. Ein IR-Thermometer ist sehr wichtig, um die Wandtemperaturen zu kontrollieren. Noch besser ist eine Wärmebildkamera.

Mit dem richtigen Wissen kann es sehr einfach werden, Schimmel in den Griff zu bekommen. Mit Hauruck-Aktivismus verpulvert man viel Energie mit ungewissem Ausgang.

1 „Gefällt mir“

@philsib wenn tatsächlich das Styropor in dem aussenputz nass ist kommst du um abdichten und isolieren nicht drumherum. Alles andere ist rumpfuschen am Symptom.

Zu dem isolieren gehört außer dem bitumenanstrich auch eine Sperrlage Noppenfolie.

Diese Folie kostet fast nix macht aber einen deutlichen Unterschied. Die hält erstmal das Wasser von dem Styrodur fern.
Lässt
du die weg wird dir auf kurz oder lang das Wasser wieder hinter das styrodur kriechen. Dann bist genau wieder da wo du jetzt stehst.

Und nur so nebenbei ... die Shelly Feuchtemesser sind nicht ab Werk "kalibriert".
"echte Werte" kann man da nicht ablesen, oder wurden sie kalibriert ?

Ich nutze sie nur um Richtungen / Unterschiede zu messen. Dazu sind sie gut.

Ein Kollege sagte mal die Teile liegen gerne mal 10-20% ! daneben .... wenn man sie kauft und einfach so nutzt.

Also 50% oder 70 % Feuchte ist SEHR relevant bei Schimmelbildung :slight_smile:

Ich habe meine mal ( in ner Folie mit Salzwasser -> googeln) versucht etwas besser "einzurichten" ..
da lag ich schon 12% daneben ( ob das dann so genau war ..naja ...)

1 „Gefällt mir“

Deutlich weniger als Kompressorentfeuchter :slight_smile:

Grüße Jochen

Meine Recherchen hatten ergeben, dass Wärmepumpentrockner deutlich effizienter sind. Beispiel mal hier ein Gerät von Trotec:

Das zieht 650 Watt und hat eine Entfeuchterleistung von 7,5 l/24h.

Im Gegensatz dazu mal einen Wärmepumpentrockner von Trotec:

Der zieht 320 Watt und hat eine Entfeuchterleistung von 24 l/24h.

Hier auch mal ein Zitat: "Zu beachten ist jedoch, dass die spezifische Leistungsaufnahme von Adsorptionstrocknern systembedingt stets höher ist als jene von Kondensations-Luftentfeuchtern. Grund hierfür ist die mit 120 °C recht hohe Temperatur, die zur Regeneration des Rotors benötigt wird. Sie sollten daher dort eingesetzt werden, wo besonders niedrige Restfeuchten (< 6g/kg) oder niedrige Umgebungstemperaturen den entsprechenden Energieaufwand rechtfertigen oder Kondensations-Luftentfeuchter die geforderte Entfeuchtungsaufgabe systembedingt nicht lösen können. "

(Adsorption vs. Kondensation)

Nach meinen Tests bei etwa 60-70% Luftfeuchte und 14-15 Grad Temperatur kam ich bei mehreren Geräten so um 1,1-1,6 kWh pro Liter. Wäre interessant, wenn jemand mal Werte für Adsorptionstrockner hätte, weil man den Herstellerangaben nur wenig realitätsnahe Werte abgewinnen kann.

@philsib hat doch schon eine Klima laufen. Was wird da noch ein zusätzlicher Entfeuchter benötigt? Meine Vorstellung ist, das nach Beseitigen des eigentlichen Problems, die Klima den Raum während des Heizens auch trocken halten wird.

Beim Heizen kann eine Klima nicht trocknen. Das geht prinzipbedingt nur beim Kühlen.

Natürlich trocknet man den Raum, wenn man gut heizt und regelmäßig lüftet.

Aber du hast schon recht, wenn die Ursache beseitigt ist, reicht es, den Raum hinreichend zu beheizen.

1 „Gefällt mir“

Am besten die Beiträge von @rasti nochmal lesen. Er hat das Problem und die Lösungsmöglichkeiten sehr zutreffend und ausführlich beschrieben.

Gestern konnte ich meine Analysen mit einer Wärmebildkamera weiter führen. Die Kombination aus Infrarot Temperaturmesser, Wand-Feuchtigkeitsmessgerät, Shellys und Wärmebildkamera war sehr interessant und es gab einige neue Erkenntnisse zum Problem.

Fest steht für mich, dass es definitiv einige bauliche Probleme gibt, die ich beheben muß. Ich würde gleichzeitig sagen, dass eine Fußbodenheizung in meinem Fall die bessere Alternative gewesen wäre, da ich vor allem die Probleme in Bodennähe und in den Ecken habe. Diesen Bereich könnte man besser mit einer Fußbodenheizung erwärmen. So gerne ich meine Split Klima mag und so überzeugt ich auch davon bin, in diesem Fall wäre sicherlich eine Kombination oder die reine Fußbodenheizung die bessere Alternative gewesen, um Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen.

Bevor ich den Boden in den Innenräumen wieder aufreisse, werde ich aber erst mal die baulichen Mängel beheben und prüfen, ob die Maßnahmen ausreichen um meine Probleme in den Griff zu bekommen.

Folgende Erkenntnisse hatte ich gestern noch:

Vorab der Hinweis, es handelt sich um ein Haus Baujahr 1938 mit angebauter Garage von 1980 und dann wiederum angebauter Einliegerwohnung von 1990.

  1. Es gibt mehrere Wärmebrücken zum Haus die extrem sind. Die Einliegerwohnung teilt sich eine Wand mit einem Haus inkl der angrenzenden Garage. Bei der Garage gab es scheinbar eine vorherigr Tür, wo sich jetzt das Schlafzimmer befindet. Mit der wärmebildkamera sehe ich aus der der Garage mit Blick auf die Einliegerwohnung (quasi durch die Wand), dass dort der alte Tür Ausschnitt massiv Wärme an die Garage abgibt. Die ehemalige Tür wurde scheinbar nicht wieder zugemauert. Die ehemalige garagentür wurde offen gelassen und dann wurde die Einliegerwohnung direkt angebaut. Diese Stelle zieht Wärme kühlt mein Schlafzimmer an der Stelle aus. Genau an der Stelle habe ich unten in der Ecke massive schimmel Probleme innen.

Hier ein Bild vom Schlafzimmer mit Blick zur Garage hin. Oben rechts noch ein Teil des Klima Innengeräte. Das Bett ist unten der helle warme Teil. Oben warm auch die Kältemittel Leitung. Mit der wärmebildkamera sieht man sogar die Umrisse der einzelnen poroton Steine...

Hier noch ein Bild mit Blick von Garage zum Schlafzimmer hin. Das helle ist die ehemalige garagentür, der Teil ist sozusagen offen gewesen und die Einliegerwohnung wurde offen angemaurert...

Im Keller die alten Fenster vom Haus zur Einliegerwohnung hin sind auch massive Wärmebrücken. Vor die alten Kellerfenster wurde nachträglich die Einliegerwohnung gebaut aber die Fenster wurden nicht verschlossen. Mit der Wärmebildkamera sehe ich, dass die gesamte Kellerwand durch die Einliegerwohnung beheizt wird, aber besonders schlimm sind die ehemaligen Fenster die nicht zugemauert wurden.

Keller und Garage sind aktuell deutlich Kühler, wie die Einliegerwohnung.

Maßnahme 1: alles dicht machen um Wärmeverluste zu Haus und Garage zu begrenzen.

  1. Riss im Mauerwerk von außen zu sehen. Gestern putz an der Stelle aufgeschlagen. Hier lief im letzten Jahr laut Nachbar aufgrund einer defekten Wasserrinne massiv Wasser gegen die Wand. Innen an der Ecke unten schimmel. Mauer innen und außen feucht, konnte ich messen.

Maßnahme 2: Inenn und außen Trocknen und zu Spachteln, damit die Poroton Steine wieder dicht sind.

  1. Dann ist das Problem, das unterer Teil der Aussenfassade (die ersten ca 30cm vom Boden aus) deutlich mehr Wärme abgibt, wie der obere Putz. Daher ist wahrscheinlich in der Einliegerwohnung rundum unten alles deutlich kälter. Es ist ja normal, dass es oben wärmer und unten kälter ist. Bei mir ist es denke ich aber in relation am Boden in den Ecken viel zu kalt. Und bin außen würde ich davon ausgehen, dass mit der wärmebildkamera bei anderen Häuser die Wärme Verluste oben höher sein sollten und nicht unten. Bei mir sind sie wie gesagt unten am höchsten.

Hier noch das Bild der wärmebildkamera dazu. Man sieht, dass unten rund um die Einliegerwohnung ein Streifen heller ist... Also höhere Wärmeabgabe unten, bevor die obere Putz Fassade beginnt. Dadurch ist sicherlich im Inennbereich unten auch deutlich kühler.

Zusätzlich ist wie gesagt die Styropor Dämmung im Erdreich nass und vollgesogen mit Wasser. Das heißt die Wand dort gibt sowieso schon besser Wärme ab, wie im oberen Teil und dann ist diese noch voll mit kaltem Wasser rundum. Massiver fusch also, den ich erst durch ausgraben und Messungen entdeckt habe.

Zu prüfen wäre natürlich noch, ob darüber hinaus irgendwelche Wasserschäden unter oder an der Bodenplatte vorhanden sind.

Maßnahme 3: Dämmung Außenwand im Erdreich bis zum Beginn des Außenwand Putzes.

  1. Wasser rund um Einliegerwohnung wird komischerweise oft zur Einliegerwohnung geleitet. Beim aufgraben habe ich ebenfalls entdeckt, daß die Wasserführung fragwürdig gemacht ist. Teilweise sind gartenrandsteine ums Haus und das betonfundament führt Wasser direkt zur Einliegerwohnung hin. Das heißt, wenn Wasser an der Fassade runterkommt, dann wird dieses zum Haus hingeleitet statt weg vom Haus. Totaler Schwachsinn.

Maßnahme 4: Siehe Maßnahme 3, provisorisch haben wir jetzt Platten rund um die Einliegerwohnung gelegt, die das Wasser bei Regen weg führen statt zum mauerwerk.

  1. Wände sicherlich auch vom vom Bau und Leerstand (Haus und Einliegerwohnung über zwei Jahre leer).

Hierzu habe ich ein interessantes Video zum Thema Poroton Steine und Feuchtigkeitsverhalten gesehen. Durch den Kapillareffekt kann massiv Feuchtigkeit gebunden werden und es dauert natürlich tagelang um diese Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zu bekommen.

Quelle: https://youtu.be/qC277y1l6es?si=RXd-Pbt595eKKViz

Maßnahme 5: weiter alles trocknen durch massives heizen und luftentfeuchter.

Wow. Top Analyse.
Statt der Fussbodenheizung vielleicht noch eine alternative Idee. Bei uns war beim Einzug der Boden im UG ordentlich Fusskalt. Es gibt keine Dämmung zum Erdreich hin. Mit Bodenplatte, Estrich und Fliesen war baulich genüge getan. Wir haben den Boden durchgängig mit Laminat ausgelegt. Das Laminat wird dabei auf eine Luftpolsterfolie gelegt. Das reicht bei uns völlig aus keine kalten Füsse mehr zu bekommen. Sprich, das Temperaturgefüge ist besser.

Auch die Tagesschau setzt auf Dämmung. Artikel wie bestellt, vom 03.02.2024.

Eigentlich ist es ganz einfach: wenn du ein lebenslanges Hobby haben möchtest, dann stelle Entfeuchtungsgeräte auf, verlege Heizungsrohre in kalte Ecken, baue eine neue Fußbodenheizung ein usw. Da haste die nächsten 30 Jahre nie Langeweile.

Oder du wartest auf wärmere, sonnige Tage, buddelst deine Außenwand auf und lässt die Sonne für 14 Tage die Trockenarbeit erledigen. Dann Bitumendickbeschichtung, mit der du die Perimeterdämmung aufklebst. Je nach Bodenbeschaffenheit oder Feuchtigkeitsgrad dann noch Noppenfolie davor und alles wieder zubuddeln.

Aber dann hast du leider kein Hobby mehr nach der Maßnahme... :wink:

https://www.obi.de/magazin/energiesparen/daemmung/kellersanierung/perimeterdaemmung

1 „Gefällt mir“

Ich kann dir nur zustimmen. Mir klingt das alles nach einer kalten feuchten Ecke, die durch eine Wärmebrücke entsteht. Und wenn es noch zusätzliche Feuchtigkeit ist, die von außen eindringt, dann schadet das Aufgraben, Abdichten und Dämmen erst recht nicht.

1 „Gefällt mir“

OK, dann hat sich da in den letzten 15 Jahren doch was bewegt, vor dieser Zeit hatte ich nämlich mal einen Kompressortrockner und er hat sehr viel Strom gebraucht.

Ich muss auch 2 Garagen trocknen, bei denen die Temperatur auch mal Minusgrade hat, da geht dann nur ein Adsorptionstrockner, die Effizienz der Wärmepumpentrockner sinkt nämlich mit der Außentemperatur und bei +5° ist Feierabend.

Die Adsorptionstrockner sind auch deutlich leiser, als ein Kompressor, was beim Einsatz in Wohnräumen auch den Unterschied machen kann.

Grüße Jochen

,
2 „Gefällt mir“

Genau. Das mache ich.

Baue gerade noch zusätzlich diese heizkabel hinter die fussleisten. Also genau an den kältesten Stellen. Ggf hilft das dann schon mal kurzfristiger, bis alles aufgegraben ist.

2 „Gefällt mir“

Allein durch die Renovierung hast du erhebliche Feuchtigkeit in dem Raum. Wer schon einmal selbst verputzt hat, weiß, wie viel Wasser man da an die Wand bringt.

Falls du einen Heizlüfter hast, würde ich die feuchten und schimmeligen Stellen damit trocknen. Mach das 2 Stunden am Tag und lüfte danach ausgiebig. Die Stromkosten dafür sind im Verhältnis zu anderen Maßnahmen auch eher gering.

Und im Sommer dann die Außenwände isolieren und dämmen... :+1:

Bei deinem jetzigen Heizverhalten bist du weit weg von irgendwelchen Schimmelproblemen. Zumindest, wenn man deine Thermogramme so sieht. Wenn du 21 Grad Raumtemperatur hälst und die Luftfeuchte auf 60% begrenzt, liegt der Taupunkt bei 13 Grad. 3 Grad Sicherheit draufgerechnet, dürfen deine Wände dann nicht unter 16 Grad gehen.

Hier ein Taupunktrechner:

Das billigste wird im Moment sein, eher moderat zu heizen auf 21 Grad, dafür aber die Luftfeuchte deutlich zu reduzieren, z.B. auf 50%. Entfeuchten ist immer deutlich billiger, als heizen.

1 „Gefällt mir“

????? Er schreibt doch, dass es ein Schimmelproblem gibt. Und wenn Wasser von außen in die Wand zieht, ist die Taupunktberechnung sinnlos...