Sieht mir eher wie ein Dämmputz aus, der styroporgefüllt ist.
Auf jeden Fall ein wichtiger Schritt, herauszufinden, ob Feuchtigkeit vom Erdreich in die Wand eindringt. Durchfeuchtetes Mauerwerk hat sehr schlechte Dämmwirkung und überhaupt ist das die Quelle vieler Probleme.
Wir haben vor 30 Jahren die Hauswand am Hang komplett freigegraben und eine zweite Wand mit 50cm Abstand hochbetoniert.
Die Hauswand liegt dadurch nun komplett frei an der Luft.
Kalte ungedämmte Wände sind natürlich immer kritisch, besonders die Ecken oben und unten oder die Fensternischen. Ist ja reine Physik, wenn es so kalt ist, dass der Taupunkt der Innenluft erreicht wird, wird die Wand von innen feucht.
Insofern sollte man da immer ein Auge drauf haben und sein Haus kennenlernen, wie es sich wo verhält. Aber oft genug kommt man gar nicht in den kritischen Bereich oder ein kleiner Luftentfeuchter, der ab und zu mal läuft, schützt davor.
Wir haben hier im Winter oft so um 60% Luftfeuchte und in den beheizten Räumen überhaupt keine Probleme mit Schimmel. Ist ungedämmter Altbau. Nur in den unbeheizten Bereichen müssen wir gut aufpassen. Da lief diese Heizsaison schon bestimmt 200 Stunden der Luftentfeuchter.
Liebes Forum,
Wahnsinn, eure Hilfe hier ist großartig! Stark auch zu sehen, dass es andere auch in den Griff bekommen haben. Das macht Mut.
Ich habe weiter auf 30 Grad geheizt um alles an Feuchtigkeit aus den Wänden zu holen. Die Feuchtigkeit ist seit dem letzten lüften gestern von 40 Prozent auf 50 Prozent gestiegen (gemessen an der Decke). Temperatur auf Innengerät Höhe sind aktuell 30 Grad.
In den Schimmelecken ist die Temperatur mittlerweile bei 20 und 21 Grad (gemessen mit Shelly). Die Wandtemperatur muss ich gleich vor Ort manuell messen. Feuchtigkeit in den Ecken laut Shelly sind 77%.
So wie es aussieht scheint also entweder durch Luft von außen die Feuchtigkeit zu steigen oder es löst sich langsam die Feuchtigkeit aus dem wahrscheinlich durchnässten Mauerwerk.
Das Material an der außenwand scheint styropor zu sein. Bilder hatte ich oben schon angehängt. Es zerbröselt auch sehr schnell beim anfassen. Auf jeden Fall keine XPS Platte. Ich fand, dass das styropor zur Wand hin ebenfalls sehr feucht und matschig war. Ich denke, wenn das komplett vollgesogen mit Wasser ist, dann hat es natürlich einen doppelt negativen Effekt. Dann ist gerade von außen mit Matsch und kälter Nässe gedämmt und durch das styropor ist die Nässe teilweise am Haus direkt fest eingeschlossen. Das von innen über heizen zu trocknen wird wahrsch nahezu unmöglich oder extrem lange dauern.
Ggf. muss natürlich auch eine Horizontalsperre noch nachträglich geschaffen werden.
Daher denke ich führt kein Weg mehr dran vorbei das neu zu machen. Ich habe ja Glück, dass es nicht tief ist und nicht sonderlich schwer zu graben (zumindest mein erster Eindruck) und man überall ganz gut ran kommt.
Ich habe gestern auch noch mit einem Fassadenbauer telefoniert. Er wird am Montag vor Ort Messungen durchführen und wir überlegen dann, ob direkt eine neue Außendämmung drauf kommt. Er sagte auch, dass man wahrsch zunächst mit Bautrocknern innen alles trocknen würde. Daher lasse ich jetzt einfach die Klima auf 30 Grad erst mal laufen und Lüfte drei mal am Tag durch.
Kurze Frage noch zum Thema luftentfeuchter @win Wie denkst du sollte ich in meinem Fall diesen am besten aufstellen? Eher in die Mitte vom Raum oder eher in die schimmel Ecke.
Aller Wahrscheinlichkeit nach hast du nicht unbedingt eindringende Feuchtigkeit (kann natürlich auch sein), sondern eine fette Wärmebrücke. Wenn es im Innenraum kältere Stellen gibt, kann dort mitunter die Luftfeuchtigkeit kondensieren.
Am besten und langfristig wirklich tauglich wird wohl eine gescheite Sockeldämung / Perimeterdämmung sein.
@stsc ich habe ein innengerät direkt auf die gegenliegende schimmel seite gerichtet. Trotzdem bildet sich dort schimmel. Also ich kann gerade nicht wirklich feststellen, dass die Platzierung der innengerät falsch wäre. Ggf sende ich später noch Fotos dazu, wenn ich vor Ort bin
Das ist Unsinn. Das Wasser kommt per Luftfeuchtigkeit von innen.
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Nochmal, wer Schimmel in der Bude hat, der hat ein Problem und muss etwas unternehmen und dabei ist es egal ob mit Heizkörper oder Klimagerät geheizt wird. [/quote]
Nochmal, im ungedämmten Altbau ist der ungedämmte Altbau das Problem. Dagegen kann man zwar was unternehmen (Dämmung), das ist aber durchaus aufwendig.
Dagegen helfen dann Luftentfeuchter oder aktive Belüftungssysteme.
Ich habe beides im Einsatz, in Garage und Kellerräumen Luftentfeuchter, in Wohnräumen Belüftungssysteme.
Ich habe mich für die Geräte von Prana entschieden, sie haben eine Wärmerückführung und vor allem braucht man nur ein Gerät und eine Kernbohrung.
Üblicherweise braucht man ja zwei, mit einem befördert man die Frischluft in den Raum, mit dem anderen die Abluft aus dem Raum.
Prana hat 2 Kanäle und 2 getrennte Motoren in einem Gerät, was wirklich sehr genial ist:
Ich habe dieses Jahr auch einen Prana in einen Kellerraum gebaut, den ich vorher per Luftentfeuchter getrocknet habe.
DEUTLICH geringerer Stromverbrauch und noch trockenere Luft.
Bei den Luftentfeuchtern hatte ich einiges incl. Kompressoren.
Am besten hat sich dieser hier bewährt:
Das kann das Ganze im Extremfall sogar verschlechtern: wenn du mehr Luft in diese Ecke schaufelst, transportierst du automatisch noch mehr Feuchtigkeit dort hin. Wenn die Wärme ausreichen würde, um die Schimmel-Stelle ausreichend zu erwärmen, gäbe es wohl kein Problem. Es muss nicht so sein aber für mich klingt das vielleicht nach einer massiven Wärmebrücke, durch die diese Stelle kalt wird und kalt bleibt. Oft hat man dort z.B. eine Betonplatte, die bis außen reicht oder sogar direkt in einen Balkon übergeht.
In der vergangenen Zeit wurden teils Gebäude extrem dumm gebaut. Wenn man sich manche alten großen Beton-Wohnblocks anschaut, bei denen auch die Balkone aus Beton sind, steht da eigentlich nichts anderes als ein fetter Wärmetauscher mit Balkonen als Kühlrippen. Das Ganze in Klein gibt bei vielen älteren Gebäuden. Wie sieht es da bei dir aus?
Jetzt frage ich aber doch mal ganz ketzerisch: Wenn man schon eine Klimaanlage zum Heizen nutzt, warum nimmt man dann die nicht auch zum Trocknen der Luft?
Spannend, vielen Dank. Einen normalen luftentfeuchter habe ich gerade am laufen. Finde aber den von dir genannten Adsorptionsentfeuchter auch sehr interessant.
Ich habe eben auch nochmal nachmessen können, dass die unteren Ecken außenwand tatsächlich immer feucht und die niedrigsten Temperaturen haben.
Bis die Außendämmung jetzt dran ist muss ich die Zeit überbrücken. Daher läuft die Heizung höher, der Entfeuchter läuft und zusätzlich werde ich nun längliche infrarot panele direkt überall an den kritischen Stellen anbringen. Scheinbar wird es ab 50 Grad ungemütlich für den Schimmel. Ab 70 Grad sollte er nicht überleben können. Hier reichen wohl wenige Minuten Einwirkung bereits aus um den schimmel unschädlich zu machen.
Ich programmiere mir daher überall entsprechende Zeitschaltuhren und prüfe nun welche zeitliche Einwirkung hier ggf ausreicht um den Schimmel einfach direkt täglich zu vernichten und weiter Feuchtigkeit aus den Wänden zu bekommen.
Ich werde täglich nachmessen, ob dadurch die Feuchtigkeit an und in den Wänden abnimmt.
Feuchter Keller: Ganz ähnliche alte Styropor-Isolation wie beschrieben. Das bröselt nach ca 30 Jahren auseinander. Er hat alles rausgebuddelt und ungefähr 20cm dicke so grüne Isolierplatten draufgemacht. War merklich im Heizverbrauch.
Feuchte Ecken: Außenwand einmal rum ein Heizungsrohr unten in die Außenwand rein mit einer Regelung wie bei Fussbodenheizung üblich. Ich glaub da wird der Rücklauf auf 21° geregelt. Ziemlich neue Methode (für mich), nennt sich "aktivierte Wände". Vorteil: Eine WP-Heizung verwendet den Beton der Wände als Wärmespeicher, braucht nur über den Tag die Temperatur irgendwann wieder zu erreichen. Ein kostenloser riesiger Puffer. Hat erstaunlicherweise auch den Verbrauch etwas gesenkt, wohl weil die Vorlauftemperatur jetzt kleiner ist. Dieses Jahr wollen wir WP + Solar aufbauen, das gibt extra einsparungen mit dem Betonspeicher.
Nennt sich XPS oder als bekannteste Marke Styrodur. Ist im Gegensatz zu Styropor nicht wasseraufnehmend. Wer weißes Styropor anstatt Styrodur als Perimeterdämmung hat, braucht sich über Probleme nicht zu wundern.
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Feuchte Ecken: Außenwand einmal rum ein Heizungsrohr unten in die Außenwand rein mit einer Regelung wie bei Fussbodenheizung üblich. Ich glaub da wird der Rücklauf auf 21° geregelt. Ziemlich neue Methode (für mich), nennt sich "aktivierte Wände". [/quote]
Eine nichtisolierte Wand vor Tauwasserausfall auf diese Art bewahren zu wollen ist Murks. Zum Thema "aktivierte Wände" .... den Terminus kenne ich nicht, es gibt bei sehr gut isolierten Häusern thermisch aktivierte Bodenplatten, da legt man Fussbodenheizungsrohre direkt in die von unten und seitlich gut isolierte Bodenplatte und spart sich den typischen Aufbau mit Bodenplatte-Styropor-Estrich. Thermisch aktiviert bedeutet einfach ein Material mit hoher Wärmespeichervermögen (Beton) in die gut isolierte Gebäudehülle einzubringen.
Lass dich nochmal richtig beraten oder macht dich schlau, damit du weißt, wie sinnvoll welche Maßnahmen sind, kostet ja alles Geld und Arbeit.
Das Problem ist relativ unabhängig von der Beheizungsart.
Das ist eigentlich die einzig richtige Lösung. Vorausgesetzt, es handelt sich um kondensierende Luftfeuchtigkeit und nicht um von außen eindringende Feuchte.
Die Wand/Ecken zu heizen mag das Problem erstmal beseitigen....kann aber eigentlich keine Dauerlösung sein
Würde ich nicht machen.....du hast doch gerade eine gute Wärmepumpe (Splitklima) eingebaut.
Außenaufgraben. Wand ggf neu verputzen, Bitumenanstrich, Styrodur. Das wäre die richtige Lösung.
Geht auch. Wenn die Wand an keiner Stelle (auch im Wandinnern) unter 13°C hat, dann kondensiert da auch kein Wasser.
Kann helfen muss nicht. Insbesondere wenn die Temperaturen innen und außen wenig auseinanderliegen, also wenn es nur ein wenig kalt ist (Übergangszeit) und sehr nass (viel höhere Luftfeuchtigkeit außen als innen) dann holt man sich noch mehr Luftfeuchte rein.
Kurzzusammenfassung: Wenn du an und in der Wand niemals unter 13°C hast, dann hast du bei normaler Luftfeuchte kein Tauwasserausfall und keinen Schimmel. Diese 13°C kann man auf verschiedenem Wege erreichen, entweder durch vernünftige Isolierung der Wand von außen (das wäre m.E. die richtige Lösung) oder halt durch irgendwelche Versuche, die Wand lokal zu heizen oder halt den ganzem Raum viel höher zu heizen (....du merkst es vielleicht langsam selbst....das ist keine wirkliche Optionen). Luftentfeuchter funktionieren auch, wenn kein Wasser in der Luft ist kann auch keins in der Wand kondensieren. Dauerhaft zu geringe Luftfeuchte ist aber irgendwann nicht mehr gesund.
Konrad fischer kenn ich nicht. Es gibt da seit 2 Jahren größere Projekte der Uni Wien, die sämtliche Außenwände als Wärmespeicher verwenden und Häuser über solar geführte WP heizen. Das ist natürlich nach außen gut isoliert. Projektumfang von EFH bis größere Unigebäude.
@philsilb, Du wirst vermutlich nicht umhin kommen, die Außenwand soweit frei zu legen, um das feuchte Styropor entfernen zu können. Auf Dauer ist das einfach nicht gut. Bei der Dämmung unseres Hauses, haben wir die Dämmung etwas tiefer als die Grundmauern gezogen, um genau solche Tauprobleme zu vermeiden. Dazu hatten wir eine Drainage um das Haus gelegt. Der Tip kam seinerzeit von einer Energieberaterin, um gerade Probleme wie das Deine zu vermeiden.