Große Sorgen bezüglich der Energiewende

Den Bedarf an Speichern sehe ich eher deutlich höher.
Wir wollen Wind und PV verdoppeln, dann müssen wir den Abend, die Nacht und den Morgen aus Speichern versorgen. Bei der Analyse mit dem steigenden Energiebedarf, sehe ich den Speicherbedarf eher beim 10-fachen der aktuellen Anmeldungen.

Für den finalen Ausbau liegen wir mindestens bei 500-700GWh im konservativen Szenario. Den Rest wird dann der Markt regeln über Preisdifferenz Batterie vs. Gas/Wasserstoff. Wenn man die Na-Ion Zellen dann für 15€/kWh bekommt, werden Batterien auch für mittelfristige Speicherung interessant - dann wirds easy in die TWh gehen.

Also.
(1) Wer halbwegs autark unterwegs sein will, braucht wenigstens einen Tag Speicher (der größere Wert aus Erzeugung und Verbrauch), besser 2 Tage. Das ist die sinnvolle Speichergröße, und das gilt auch für Balkonkraftwerk. Ich hab ca. 6kWh im Garten stehn und das reicht knapp. Erzeugung max. 400W morgens, max. 800W nachmittags.
(2) MMS können üblicherweise 8 Tarifstufen oder mehr verarbeiten. Diese können aus der Ferne aufgerufen werden, die Schnittstelle (egal welche, hier in AT isses ein Stecker) kann die Tarifstufe ausgeben. Mit z.B. 5 cent Stufen isses zwar grob, aber für rudimentäre Belastungssteuerung knapp ausreichend. Es muss jeder stromanbieter, auch Gemeindewerk kleinkleckersdorf, einen variablen Tarif anbieten. Der Tarif soll sich orientieren am Strompreis in Verbindung mit der Belastung aller überliegenden Netzebenen.
(3) In D sind speicher steuerfrei. Nutzt das aus! In AT sind die nur steuerfrei in Verbindung mit PV-Neuinstallation, max. kWh=kWp. Deswegen machens hier gigantischen Netzausbau, verdoppelt Stromkosten.

Die hier diskutierten Lösungen scheinen kaum über die eigene Anlage hinauszusehen:

  1. Jedes Watt (das nicht auf Grund eines Plans oder Wetterprognose eingespeist wird), muß durch negative Regelenergie vernichtet werden.
  2. Das Preisdelta für den Gewinn aus dem versetzten Verkauf wird sich nivellieren, sodaß sich netzdienliche Speicher nicht lohnen.

Die Lösung kann nur die Teilnahme am Regelenergie- oder am künftigen Kapazitätsmarkt sein.
Um das EEG-Kostenproblem, die Netzüberlastung zu lösen, helfen smart-meter für ALLE (inkl. BKW) mit Einspeisevergütung entsprechend dem Börsenpreis.

Hallo an Alle. Ich hab da zuletzt erst zusammen mit einem guten Freund drüber nachgedacht wie diese Aufgabe zu meistern wäre. Mal angenommen es gäbe eine Art "Volks-Speicherbox" - sagen wir mal 3 kwh und in der Größe von einem Bierkasten etwa. 75% der Menschen würden hiefür vermutlich Platz finden. Netzwerkanschluss / WiFi +1x Netzanschluss 230V zum Laden / einspeisen + 1x 230v Steckdose. Das Gerät müßte "günstig" zu haben sein, und sich über ein paar Jahre refinanzieren weil man einen gewissen Bonus bekommt wenn man hier mitmacht , (den Bonus gibt´s aber nur wenn das Gerät sagen wir mal zu 90% der Zeit online ist) . Die Verwaltung ob Energie rein oder raus müßte "übergreifend" über das Netzwerk gesteuert werden - Quasi könnte der Netzbetreiber mal schnell lokal ein paar Hundert solche Speicher in einem Stadtteil z.B. zum Laden freigeben wenn punktuell Überschuss herrscht und bei Strom-Mangel eben umgekehrt.... Als kleinen zusätzlichen Anreiz könnte man definieren dass in dem Gerät IMMER min. 1kw/h als Rest-Energie verbleibt damit die Besitzer bei Stromausfall eine kleine Backup Lösung für ihre wichtigsten Geräte haben. Selbst wenn das ganze finanziell für den Besitzer eine Nullnummer ergäbe würde so mancher sich das Gerät anschaffen - zusätzlich könnte man das ja dann auch möglicherweise ausnahmseise mal manuell laden und dann zum Campen mitnehmen oder in den Schrebergarten.....

Ich komme bei wenigst PV mit 6kWh knapp aus, wenn ich auch 1 Regentag fürs nötigste halbwegs überbrücken will. - Regulatorisches Dilemma: BKW + AC-Speicher zusammen dürfen als Dummie-Schutz zusammen nur 800W leisten. Kann ja (recht häufig) sein, daß beide an der gleichen Leitung hängen

Wenn jeder (der will) ein smartmeter für den normalen preis eines stromzählers bekommen würde, könnte ein Akku zu zeiten eines niedrigen strompreises geladen werden und dieser strom dann verbraucht werden, wenn der strom mehr kostet. Da braucht es keine steuerung von aussen. Der strompreis ist niedrig wenn zu viel strom im netz ist. Gut, es kann deutschlandweit einen kleinen bezirk geben, wo das nicht zu trifft. Dafür aber das grosse gedöns auffahren und von aussen alle privaten akkuspeicher schalten zu können halte ich für überzogen.
Die smartmeter werden einiges mehr als zweirichtungszähler kosten, das macht den betrieb eines stromspeichers, der billigen strom speichern kann, unrentabel. Das ist auch nicht gewollt.
Es geht eher ums geld verdienen als um klima retten. Wir verbraucher sollen möglichst viel strom kaufen, dafür auch steuer zahlen.

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Eine variable Komponente für die Netzauslastung kann eigentlich auch nicht so schwer beim Preis sein. Dafür muss ebenfalls nicht extern gesteuert werden. Ein einfaches Preissignal ist mir am liebsten

Das problem ist das korrekte abrechnen des strompreises. Sicher könnte ein speicher mit internetverbindung laden, wenn der strom günstig ist und abgeben wenn der strom teuer ist. Nur wie wird das dann abgerechnet ? Alle haben einen gleichbleibenden strompreis . Der speicher würde das netz entlasten, aber keinen finanziellen vorteil bringen. Deshalb müsste das über einen smarten stromzähler abgerechnet werden. Wenn der nicht mehr gebühr als ein zweirichtungszähler kostet, kann man einen variablen stromtarif abschliessen. Wie viele kleine regionale stromversorgungsunternehmen da wohl dafür sind ?

Wenn unsere Abgeordneten etwas positives fürs Vertrauensverhältnis tun wollen, sollten sie auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Netzbetreiber nicht willkürlich abregeln können. Ich sehe nämlich einen Interessenskonflikt, wenn Netzbetreiber auch gleichzeitig Energieversorger sind. Es darf nicht sein, dass sie dann bei hohem Börsenstrompreis einzelne Heim-PV-Anlagen drosseln, nur damit sie selber mehr verkaufen können.

Da ich selbst für einen großen Konzern arbeite, weiß ich, dass der Kampf zwischen Profit-Gier und Moral selten zu Gunsten der Moral entschieden wird.

Diese Bedenken sollte man mit nach Berlin nehmen.

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Hallo nochmal, 3kwh sind im "Normalbetrieb" natürlich im nu weg - wir haben bei uns 2 Haushalte und verbrauchen auf 24 Stunden meistens etwa 25 kwh. Wenn jetzt Stromausfall wäre und man hängt an den Akku nur das nötigste - z.B. ein Radio + eine Lampe oder ggf. noch den Kühlschrank - dann reicht da 1 kwh auch eine Weile. Ob das mit "vielen kleinen Speichern" überhaupt praktikabel ist, bleibt offen - aber ich finde der Ansatz ist echt eine tiefere Überlegung wert. da wäre auch ohne viel zusätzlichen Netzausbau noch so Manches möglich. Im Moment fehlt halt bei vielen Dingen einfach der Anreiz was zu tun. Ich hab z.B. auch eine PV und Speicher - aktuell bei dem Wetter geht alles was an Energie kommt entweder sowieso gleich in den Verbrauch oder aber in die Batterie - in ein paar Monaten wird es wieder so werden, dass die Batterie um 14:00 Uhr voll ist - dann schaltet sich mein Kompressor 1x ein und danch der Heizstab - aber wenn auch der Pufferspeicher voll ist , speise ich ein. Ich könnte dann z.B. ja auch früh morgens einspeisen - falls da Strom benötigt wird - und meinen Akku erst später laden - aber was hab ich davon ? - NIX - im ungünstigsten Fall zieht dann Schlechtwetter auf und ich muss Nachts Strom 5x so teuer zukaufen als wie ich früh morgens dafür bekommen hätte. Solang die Gegebenheiten so sind , schaut jeder erstmal auf sich...

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Meines Wissens zahlt derzeit der Netzbetreiber deinen Ausfall ( Ausfallvergütung ) wenn er dich abriegelt.

In welchen Fällen steht Anlagenbetreibern bei Abschaltungen ihrer Anlagen eine Entschädigung zu? | Clearingstelle EEG|KWKG.

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Vielen Dank, wieder was gelernt.

die bayern und die in den neuen bundesländern können rechnen. :slightly_smiling_face:

aber ich verstehe nicht warum bei uns in bw das so schlecht ist, gefühlt ist hier auf jedem zweiten haus ne pv

Kennt ihr eigentlich Powerledger? Das ist ein Blockchain Anbieter für P2P Handel. So etwas in der Art werden wir langfristig brauchen. Ich stelle mir gerade vor wie ich ein E-Auto an der Strassenlaterne mit meinem Strom von zu Hause lade. Wäre dann auch von jedem Mieter nutzbar. Auch kann das System den lokalen Handel stärken und reduziert dadurch den Netzausbau.

Das wäre die zukunft. Dass ich meinen überschuss direkt dem nachbar verkaufen kann. Der netzbetreiber ne provision bekommt. Das könnte alles automatisiert werden, bis hin zum örtlichen Abstand, bis zu dem das funktioniert.

Jetzt werden ja schon akku verkauft, die (laut werbung) "ohne Solarpanel" funktionieren. Da geht es darum, den Akku dann zu laden, wenn der Strompreis niedig ist, ergo wenn zu viel strom vorhanden ist. Das ist aber ohne einen smarten Stromzähler nicht zu machen.
Diese Akku könnten in jedem haushalt/Wohnung einfach aufgestellt werden. Man kann viele prognosen erstellen, wie sich das auswiken könnte. Geht man davon aus, dass 100 W grundlast von Akku von 18.00 bis 8.00 versorgt werden, das wären 1,4 kwh pro tag/nacht pro haushalt, mit der eine stromüberproduktion abgefangen werden kann. Ist natürlich ne viel zu kurz gegriffene Aussage, das zeigt aber, dass mit solchen speichern, wenn die denn flächendeckend eingesetzt werden, einiges möglich wäre.
So sachen werden nie kommen, es geht ums geld verdienen, nicht darum mit energie verantwortungvoll umzugehen.

Und ich glaube wie bei Nutzung der "Dimmfunktion" muss der Netzbetreiber dann auch Ausbaupläne vorlegen.

Das ist ja alles nur für Extrem/Grenzfälle gedacht, z.B. Pfingstmontag wo die Erzeugung sehr hoch sein kann, aber der Verbrauch gering ist.

Das ist schon geplant.
Du findest es im Entwurf zum Energiewirtschaftsgesetz, Seite 52:
§ 42c Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie aus Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien
Ob das Gesetz noch vor der Bundestagswahl beschlossen wird, ist nicht sicher.

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Ich würde erwarten, daß man die Redispatch Kosten dadurch reduziert, daß man an der Strombörse auch für den Transport zahlen und sich entsprechende Kontingente sichern muß. Dann würde sich vielleicht der eine oder andere Unsinn auf Kosten der Allgemeinheit erledigen.

Im Prinzip müßte es einen stundengenauen Tarif geben an jedem Stromzähler bzw. an jedem Trafo. Da ist aber die Trennung zwischen Stromverkäufer und Netzbetreiber hinderlich. Ein Dilemma.