Große Schäden durch Stromausfall in Schleswig-Holstein

Hey Leute,

in den Medien wird von großen Schäden durch den Stromausfall (oder eher Überspannung?) im Bereich der SH Netz am 18.10.2026 berichtet. Es kursieren auch Bilder von komplett abgefackelten Verteilungen.

Falls ihr aus der Region stammt: Seid ihr betroffen von den Schäden? Was ist alles kaputt gegangen?

Und gerade bei den DIYlern: Gab es Auswirkungen auf die Akkus, Wechselrichter oder Batterieladegeräte?

Grüße,

Martin

auf fb mehrere explodierte shellys gesehn

Das ist doch normal :face_with_hand_over_mouth: :face_with_peeking_eye:

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Vielleicht doch schauen, dass der FI/RCD bei Überspannung auch auslösen kann.
Also ein Gerät haben, dass dann "künstlich" einen Fehlerstrom erzeugt, um das Auslösen zu erzwingen?

DIe "Sicherungen" (Leitungsschutzschalter) lösen bei Überspannung nicht aus und die Überspannungsschutzgeräte sind für sehr kurzzeitige Überspannungen ausgelegt um sie im normalen Fehlerfall abzuleiten.

Haben denn bei dem Ereignis die Überspannungsschutzgeräte geholfen? Oder sind diese Haushalte ebenso betroffen?

Aus anderem Thema:

Nachtrag:

Hier mit netten Video, am Ende zeigt der Heizungsbauer seinen abgefackelten ?Zählerkasten.

(Stromausfall: Diese Schäden melden die Gemeinden in SH | ndr.de

Wäre interessant, wer Schäden hatte und ob ÜSS eingebaut war oder nicht.

Auf dem Bild

von hier rauskopiert

sieht man sehr schön wie sich ein Überspannungsableiter zerlegt hat, und ein mit Elektronik vollgestopfter RCD von Doepke es überlebt hat

Läuft die Elektrik da noch?

hier würden die Multiplus bei >253V das Haus vom Netz trennen, dadurch ist dann hoffentlich die gebildete Insel geschützt.

Eben darauf kann man sich wahrscheinlich nicht verlassen. Wenn die Überspannung hoch genug ist um den Luftspalt in den Trennrelais zu überbrücken oder es so schnell Eintritt das der Wechselrichter garnicht mehr reagieren kann, hilft der NA Schutz auch nichts. Der NA Schutz ist ja auch nicht dafür konzipiert, Überspannungsschäden zu verhindern sondern um das Netz zu schützen.

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Inzwischen nutze ich Shelly 1pm Gen3 und stelle die Overvoltage Protection suf 253V und Autorecovery auf off zusätzlich zu den T1 bis T3 Transienten Überspannungsschutz von Dehn. Das sollte die Wärmepumpen schützen.

sonnige Grüße

mobilsolar

Seit Software 2.01 ist die Messfrequenz nur noch 1x pro Sekunde. Reicht das?

Zu dem Video vom NDR hätte ich mir gewünscht, dass man die Ursache für den Brand im Zählerkasten und ggfs. geeignete Maßnahmen erläutert hätte.

Dazu bin ich gespannt, wie lange die BNA noch das Narrativ des "sichersten und stabilsten Stromnetz überhaupt" aufrecht erhalten kann.

Das ist halt die Herausforderung, in dem genannten Fall in SH ist es keine transiente Überspannung sondern eine Konstante über einen längeren Zeitraum. Da raucht der SPD dann weg (wenn seine Auslöseschwelle überhaupt erreicht wurde) und die Überspannung liegt meist weiterhin an da der SPD selten vorgeschaltete Sicherungen auslöst.

@hf_spsler da steht das Wort "zusätzlich" in dem Satz. Falls du mit "SPD" surge protection device meinst hast du nicht verstanden, dass das Hausnetz mit T1, T2 und die Wärmepumpe mit T3 abgesichert ist. Was bitte bedeutet abgeraucht in dem Zusammenhang? Wenn der Varistor zB in T3 leitend wird, ist die Transiente weg und der Varistor defekt. Stünde dann noch oder aber auch nur mehr als 253 V AC an, soll der Shelly ab Gen3 die WP vom Netz nehmen und so schützen - und nicht wieder einschalten

und

Derzeit schützt diese Kombination mit einem RCBO für die WP zusammen. Mehr halte ich nicht für sinnvoll. Weniger aber auch nicht... :slight_smile:

Ein paar nähere Infos zur Art der Überspannung wären auch hilfreich. Lese hier heraus, dass es eher um eine länngerfristige und 'gemässigte' Überspannung handelt, keine kurzfristige Transiente wie bei einem Blitzschlag? Die meisten SPDs sind für hohe, kurzzeitige Überspannung (Induktionsspitzen, Blitzschlag) konzipiert und lösen erst bei ÜS von 1-2 kV aus. Wenn hier die Spannung 'nur' auf 260...300V gestiegen ist, verstehe ich auch die Schadensbilder nicht so recht.

Das sieht mir doch nach einer deutlich höheren Spitzenspannung aus, wo eigentlich viele SPDs auch hätten auslösen sollen? Man muß den unterschiedlichen Aufbau der Typen von SPDs (T1, T2 und T3) und deren Komponenten und Arbeitsweise verstehen, um das Schadensbild zu verstehen. T1 ist der erste Schutz und soll vor großen Überspannungen mit hohen Ableitströmen (Blitzeinschlag etc.) schützen. Hier werkeln in erster Linie Funkenstrecken, die bei entsprechender Spannung leitend werden und hohe Ströme kurzfristig ableiten können. Auslösespannung liegt hier typ. bei 1,5 - 2 kV - vorher passiert da nichts. Typ 3 ist dann der letzte Schutzbaustein direkt vor empfindlichen Geräten. Dort sind meist nur Varistoren verbaut (spannungsabhängige Widerstände) die bei Überspannung leitend werden und i.d.R. nur kleine Ströme ableiten können. Sie sind danach oft defekt oder teilweise defekt - was nicht immer erkennbar ist. Im worst case sind sie nach einer Auslösung sogar dauerhaft leitend - was dann zu einem Kurzschluß und Brand führen kann. Bei besseren SPDs ist dafür Sorge getragen, dass bei einer Auslösung sich ein Kontaktband (über die Hitze) trennt und damit ein Kurzschluß verhindert wird. Bei billigen Chinaimporten ist das aber oft nicht der Fall. Beim SPD zu sparen ist dann leider an der falschen Stelle gespart. Es muß aber auch nicht unbedingt der Dehn all-in-one Ableiter für 200+ Euro sein...

Vermutlich wurde mein Post nicht vollständig gelesen, Verständnisprobleme sehe ich in diesem Fall bei mir keine. Warum T1, T2, T3 in dem Fall in dem es in diesem Thread geht unwiksam sind habe ich (zum Typ1 hat es paddy72 erläutert) bereits beschrieben.

Was ich mit "abgeraucht" umgangssprachlich erwähnte hat @paddy72 nochmal fachmännisch erläutert.

Sofern der Shelly für eine dauerhafte Überspannung ausreichend spannungsfest ist und schnell genug abschalten kann mag deine Lösung wohl funktionieren - das kann ich nicht beurteilen, wird im Fall der Fälle nur die Praxis zeigen.

Worauf ich im Grunde hinaus wollte ist, dass es sich bei dem Vorfall in SH offensichtlich um eine längerfristige Überspannung handelte die lokal mit so hohen Werten auftrat dass elektr. Geräte und sogar elektr. Betriebsmittel in den Hauptverteilungen beschädigt wurden und hier keinerlei SPD egal welchen Typs Abhilfe schafft.

Nur gut das, das ganze Zeug sowieso nix bringt, oder sagen wir mal recht wenig wenn es mal richtig Kracht. Wir hatten zwei bzw. drei Fälle: Blitzeinschlag im Nachbargebäude, ein Haus mit allen drum und dran also Blitzableiter, Überspannungsschutz etc. und PV-Anlage, die anderen beiden ohne. Das Haus mit dem ganzen Firlefanz: Wechselrichter, Solarmodule, Fritzbox, Telefonanschlussdose. Bei denen ohne PV auch die Fritzbox, Telefonanschlussdose, Hifi Anlage... Und ein Elektriker hat es bestätigt: Wenn es richtig kracht bringt alles nix. Der Blitz drückt auch durch`s Erdreich ins Haus.

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Das sieht genauso aus, soweit ich weiß.

Direkter Biltz hat Magnetfelder etc..
Da müssen Geräte nicht einmal angeschlossen sei..

Ist schon richtig, aber um Blitzschlag, ob direkt oder indirekt, geht es hier ja meines Erachtens nicht. Gegen höhere Gewalt ist man meist ziemlich machtlos. Aber Probleme im Netz die nicht auf Unwetter oder Gewitter basieren sind keine höhere Gewalt.

Die Datenblätter der Varistoren stützen sich in der Regel auf diesen 8/20µs Impuls und auch kleine Typen können relativ große Ströme ableiten. Aber das nur als Impuls. Außerdem wird hier auch kein "Kurzschluss" erzeugt, sondern die Klemmspannung über einem z.B. 275V AC Varistor ist typischerweise über 400V und kann bis 700V gehen. Und für dauerhafte Belastungen sind die Bauformen mit 0,5 bis 2W überhaupt nicht geeignet. Und da dürften die Ursachen für die Brände liegen. Die Spannung war dauerhaft so hoch das die Varistoren leitend wurden und durch die Verlustleistung in Brand gerieten. Und zum Auslösen von Sicherungen war der Strom halt zu klein.

Und am Ende hat sich der neue teure nach allen Regeln des VDE gebaute Verteilerkasten dann doch in Rauch aufgelöst. Weil für solche Fälle braucht es dann doch einen Anlagenschutz wie er halt in den Wechselrichtern zu finden ist.

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Auf dem Bild sieht es aus als wenn was verdampft wäre und es dann vorbei war.