Nur mal zur ein Ordnung, diese Überspanng TOV (Temporary Overvoltage, temporäre bzw.zeitweilige Überspannung) im Mittelspannungsnetz hat eine Wahrscheinlichkeit von 0,1%.
Wenn der N oder PEN Leiter durch trennt wird, kann es dazu kommen.
Und wird normaler Weise durch Schutzanlangen in Trafostation aufgefangen.
Wenn der N oder PEN Leiter zwischen Trafostation und Haushalt durch trennt wird (Bagger) sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 0,01%, da normalerweise nicht nur der eine Leiter durch trennt wird.
Das ist schon richtig nur hält sich die ÜSS nicht immer an diese 8/20us Regel Unter bestimmten Umständen können Varistoren bei Überlastung dauerhaft leitend werden - das meinte ich mit Kurzschluß. Wie niederohmig die dann sind (sein können), weiß ich nicht genau, es reicht wohl aber für Folgeschäden bzw. der Varistor geht u.U. in Flammen auf und steckt benachbarte brennbare Gegenstände evtl. ebenfalls in Brand. Wie gesagt, wird dies normalerweise durch spez. Maßnahmen (z.B. selbstentlötende Kontakte unter Hitze o.ä.) unterbunden, aber eben nur in den besseren Geräten. Deshalb sollte man beim ÜSS nicht übertrieben sparsam sein.
Dauerhafte ÜS halten sie in keinem Fall aus und hohe Ableitströme (max. kleine 1stellige kA) nur sehr kurzzeitig.
Wie ist das jetzt einzuordnen? Der Bagger hat wohl kaum die 110kV Leitung durchtrennt die maßgeblich durch einen Kurzschluss an dem Überspannungsscenario beteiligt war.
Ich finde es immer bemerkenswert wenn mit Wahrscheinlichkeiten hantiert wird. Ein solches Scenario verursacht massive Schäden, hohe Schadenskosten und ein gewisses Risiko das Menschen (vor allem Ältere und/oder Pflegebedürftige ihr Leben verlieren können wenn lebenswichtige- oder erhaltende Maschinen ausfallen) - da spielt es doch kaum eine Rolle wie oft das auftritt sondern eben daß es auftritt.
Man kann nicht alles absichern, siehe Straßenverkehr, da sterben wesentlich mehr Menschen als durch Überspannug, und die meisten Trafostationen haben Schutzeinrichtungen die eben die 110KV Überspannungen auf der 230/400V Seite verhindern.
Es läuft auch nicht jeder mit einem Personenschützer zur Arbeit, irgendwann kommt man an die Grenze des bezahlbaren.
Diese Überspannungen treten selten auf, und dafür haben die Netzbetreiber Versicherung, solange keine Personenschäden entstehen ist alles nur ärgerlich, mehr nicht.
Wenn vermehrt solche Schäden entstehen, wird die VDE wahrscheinlich eine Pflicht einführen das neue Gebäude mit entsprechende Schutzeinrichtungen gebaut werden müssen. Wie schon bei Überspannungen der Fall ist, es wird bestimmt aber wieder Bestandsschutz geben.
PEN-Abrisse interessieren Trafostationen ganz genau 0,00%. Es ist ausser in Spezialfällen keine Technik verbaut die ne PEN Unterbrechung erkennt und abschaltet (Niederspannungsseitig ist vor der NSHV auch nur selten überhaupt ein Leistungschalter mit Möglichkeit zur elektronischen Auslösung verbaut). Unter anderem deswegen ist eine vernünftige, relativ Niederohmige Erdungsanlage im Haus ja auch so wichtig, die Erder einer Trafostationen können quasi nicht abreissen und wenn dann in der Straße der PEN abreisst dann fließt der Strom über den Hauserder durch die Erde zum Trafoerder
Jeder Varistor-ÜSS hat eine Trenneinrichtung verbaut die bei Überlastung durch Dauerhaft Leitfähig werden öffnet und den Ableiterpfad so auftrennt. Problem: Die sind gemacht für 230V gegen Erde, im Falle der aktuellen Überspannung wo eine 110kV Leitung scheinbar auf das Mittelspannungsnetz übergeschlagen hat liegen da nicht mehr 230 sonder > 800V an (falls der Überschlag auf ein 30kV Leiter erfolgte, bei 10kV wärens über 2,5kV L-PE im Haus). Die Trennvorrichtung ist bei den meisten ÜSS in Form einer Lötstelle gelöst wo ein Leiter quasi auf Zug angelötet ist, bei Überlastet schmilzt das Lot, der Kontakt "springt" weg und trennt. Nur ebend nicht wenn noch weit über 500V anliegen, dann hast du nen Lichtbogen der vor dem dünnen Plastik nicht halt macht
Deswegen sind Kombi-Ableiter gut, die haben i.d.R. sowohl eine kleine Entladungsröhre/Funkenstrecke und einen Varistor verbaut. Die Funkenstrecke leitet bei 1,5 - 2 kV die ÜS ab, wenn sie durch Überlastung nicht verglüht und zu einem stehenden Lichtbogen wird. Gegen längere massive ÜS helfen alle diese Teile m.W. nicht und sind auch dafür nicht gemacht.
Richtig, in den Trafostationen selbst sind niederspannungsseitig in der Regel keine Leistungsschalter verbaut, das habe ich auch nicht behauptet. Verbaut sind dort jedoch passive Schutzeinrichtungen wie Überspannungsableiter, die ein direktes physikalisches Durchschlagen der Hochspannung auf die 230/400V-Seite verhindern. Damit eine solche temporäre Überspannung (TOV) das Hausnetz nicht dauerhaft schädigt, arbeitet die Station mit dem Netzbetreiber zusammen: Der übergeordnete Netzschutz detektiert den Fehler und schaltet ihn direkt im Umspannwerk binnen Millisekunden ab.