Gewerbegroßspeicher - was muss man beachten?

Solange man keine Abschreibung auf die Investition vornimmt ...

Es gibt natürlich eine steuerliche Abschreibung, da es sich hierbei um ein bewegliches Wirtschaftsgut handelt. Die steuerliche Abschreibung beträgt 10 Jahre.
Der hersteller garantiert mindestens 10500 Zyklen fahren zu können, was in etwa 14 Jahre sind bei je 2 Zyklen pro Tag. Die Garantie beträgt 15 Jahre auf Funktionalität. Allerdings habe ich noch nichts gefunden bezüglich des SoH. Wenn das dann auch noch garantiert wird, dann sieht das gharnicht mal mehr so schlecht aus.

Ja, und das ist genau die Rechnung, bei der mein Milchmädchen Schluckauf bekommt.
Er investiert 126k€, und hat nach 13 Jahren 124k€ wieder raus, und dazu einen wertlosen Akku, als entsorgungspflichtigen Sondermüll.

Vielleicht doch nochmal drüber nachdenken…

Oliver

Die Akkus haben eine 15 jährige Garantie bei 2 Zyklen pro tag. und eine angestrebte Lebensdauer von 20 Jahre. Zudem wird davon ausgegangen, dass der Akku nicht wertlos ist. Der Wechselrichter ist ja auch noch dabei. Ich denke nicht, dass die Zellen so stark in die knie gehen wie ältere LFP Zellen. Aber ja, es ist mit den Zahlen ein Investment, was man weiter prüfen müsste. Aber bisher kamen ja so gut wie keine alternativen. Außer Bastellösungen oder China Akkus ohne Garantie und Lösungen die nicht Netzentgeltbefreit sind.

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Offtopic Sammelthread

Die Lösung zielt also nicht darauf ab, das Netz zu entlasten, sondern soll dadurch Geld erwirtschaften indem die 130 000€ abgesetzt werden können über 10 Jahre?

Weil das bisher nicht vorkam. Dieses Forum hier ist eher im Bereich der Eigenerzeuger und Selbstverbraucher als damit gewerblich Geld zu erwirtschaften. Bzw. wird es ja nicht, da es in 13 Jahren 0 Euro Plus gemacht hat sondern nur Vermögen erhält.

Wenn ich erst nach 13 Jahren das Kapital unverzinst raus habe (steuerliche Abschreibung mal abgesehen) und die Annahmen dafür schon reichlich unsicher sind, dann ist das für mich einfach nicht sinnvoll. Gibt genug andere Möglichkeiten im Energiesektor ökologisch wirksam Geld anzulegen. Wer garantiert Dir, dass die ganze Anlage so lange betrieben wird und die Firma nicht zu macht? Was ist dann der Plan B mit dem Speicher?

Naja du musst, um das system nutzen zu können, ein gewerbe anmelden. Das kannst du auch als Privatperson machen. Das hat ausschließlich steuerliche Hintergründe.

Da gebe ich dir auf jeden Fall recht. Wenn das System sich innerhalb von 5 jahren rentieren würde und dann eine Garantie bis 15 Jahre Laufzeit hat, dann wäre das was anderes. aber eine Rentabilität erst ab 10 Jahren Plus ist schon sehr gewagt.

Ich will auf jeden Fall investieren. Die Frage ist auch ob dann nicht sogar ein Solarfeld mit Speicher sinnvoller wäre, oder eventeull ein Windrad. Wobei ich da schon fast eher bei einer größeren Solaranlage bin.

Meine Sicht: Entweder man kann den Großteil des Stroms selber nutzen, privat oder gewerblich wenn es etwas mehr sein darf, oder man muß richtig ranklotzen und das ist dann was für Profis, entweder in rein kommerzieller Forum oder als Genossenschaft.

Ich sehe da auch große Risiken, wenn die Firma pleite geht. Dann hat man teuren Elektroschrott rumstehen. Gerade in diesem Bereich sind schon viele Firmen pleite gegangen.

Ich verstehe das Konzept noch nicht: Kaufst du die Hardware und die steht dann bei dir zu Hause oder auf deiner Gewerbefläche? Oder bauen die irgendwo einen Speicher, der dann zum teil dir gehört?

Die Rechnung ist eher optimistisch

Du hast Kosten für Anschluss, Betrieb und Wirkungsgradverluste vergessen.

Außerdem sind 2 Zyklen an Tag nur bei Wind realistisch. Also mit dem spread

1 „Gefällt mir“

Merz hat vor 2 Tagen angekündigt sich mit den Russen mittelfristig zu vertragen.

Mögliches Ergebnis: in 2-3 Jahren beziehen wir wieder sehr billiges Russengas. Gaskraftwerke gleichen die Dunkelflauten sehr günstig aus….

Die hohen Strompreisschwankungen sind Geschichte.

Rendite der Speicherbetreiber? Nur noch 1% oder 3% oder … Pleite …

Ich hab Zweifel, daß die Prognose zutrifft. 2025 war der spread in AT zwischen 3 und 20 cent pro kWh. Schon die im Bau befindlichen Großspeicher werden den spread wesentlich reduzieren. Ich denke, daß in 2028 nicht mehr allzu viel davon übrig ist.

Förderung für Speicher gibts nur in Verbindung mit einer Erzeugungsanlage. Da teit sich die PV bzw der Wind dann den Platz und den einen Anschluss mim Speicher. Das wird sich rechnen.

Man kauft sich einen Großspeicher, der dann zu 100% dir gehört. Dieser steht auf einer Gewerbefläche bei einer Firma die noch einen freien Stromanschluss für die Leistung hat. Der Speicher kann dann so verwendet werden wie du es gerne hättest. Bzw. wenn du das über die Firma machst, dann haben die die trading algorythmen und steuern quasi alles. dafür zahlst du dann aber keine netzentgelte, weil der eigenverbrauch über eine separate Leitung bzw. einen extra Zähler läuft und daher das gesamte Gerät von den Netzentgelten befreit werden kann.

Anschluss und Betrieb sind da schon mit eingerechnet. Die Wirkungsgradverluste sind bei dem Zelltyp in etwa bei 5-8% weswegen ich auch mit 90% gerechnet habe.

nein, die 2 Zyklen sind jeden Tag möglich. du hast immer einen vormittags und einen Abendpeak. im Winter sind die Preise eher konstanter als im Sommer. Aber laut SMARD kannst du tatsächlich jeden Tag 2 Zyklen fahren.

Der Speicherbetreiber bin ja dann ich. Die Firma ist Dienstleister. Im Zweifel macht dann nur der Investor insgesamt gesehen Verluste. Generell sehe ich aber nicht, dass man sich in den nächsten 2-3 Jahren mit den Russen vertragen sollte oder könnte. Da würde Polen massiv was dagegen haben.

Ja das wäre auch meine nächste alternative. Ich hatte bereits Ideen gehabt, eine große 40 kWp Anlage aufs Dach zu machen mit nem Speicher und dann richtung Mieterstrom zu gehen. Somit könnte man auch dynamische Stromtarife nutzen und einen Konstanten Strompreis an die Mieter weitergeben. Allerdings ist das noch sehr aufwendig.

Wie viel Leistung ist möglich vom Dach? Reicht das für alle Mieter und den Allgemeinverbrauch?

Mit einem Hauptzähler und dahinter (eigenen) Mieterzählern wirds einfacher

Tut mir leid, ganz ehrlich, erklär das doch bitte. Dieses Konzept rentiert sich erst nach 13 Jahren. In diesen 13 Jahren darf der Dienstleister nicht pleite gehen, die Kosten dürfen nicht steigen, die Netzkosten müssen weiterhin kostenlos sein, die Spanne muss ca. 8ct betragen oder mehr, nichts darf kaputt gehen.

Das ist doch 13 Jahre lang “warten aufs Christkind”, also Hoffnung, nichts ginge kaputt. Wenn das steuerlich geltend gemacht werden kann, wie geht das dann? Also was hat man dann im Jahr an Steuervorteil (in Euro) wenn man das macht? Denn bisher erscheint das bei 13 Jahren mit zuvielen Variablen nicht lohnenswert, sieht man auch an der Entwicklung des Strommarktes.

Nur wieder als Beispiel, statt solch einen Speicher zu kaufen könnte man auch 4 E-Autos kaufen mit V2G und um die 60kWH die da einfach hinstellen. Viel Speicherkapazität und viel Lade/Entladestrom. 3 davon hängen dann quasi permanent am Netz und ein Viertes kann gefahren werden.

Nein, tut es nicht. Legt man das Geld 13 Jahre lang mit nur 2% Zinsen an, ergibt das schon so viel, daß das Super-Duper-Speicher-Invest das niemals aufholen kann, selbst wenn der Speicher nach 13 Jahren noch nicht kaputt ist.

Oliver

Das Konzept für sich allein genommen. Man kann auch statt PV das Geld nehmen, anlegen mit Zinsen und denn rentiert sich das/oder auch nicht. Für sich genommen ergibt sich die Einsparung aus dem, was man spart.

Da das hier bei dem Konzept nicht so ist, muss man doch irgend einen anderen Vorteil bekommen um auf 8-9% zu kommen.

So wie ich es verstehe: Wenn ich z.B. Gewinn aus einem Unternehmen nutze, um damit was zu investieren, dann ist mein Gewinn niedriger. Weil mein Gewinn niedriger ist, zahle ich weniger Steuern. Das funktioniert über Abschreibung von 10 Jahren. Also die 140 000€ die ich ausgegeben habe, zahle ich letztlich nichts, da mein Gewinn kleiner war, ich also weniger Abgaben hatte und daraus resultiert sich dann 8-9% Rendite.

Umgelegt auf einen Privathaushalt: Ich nehme das erwirtschaftete Geld aus meinem Lohn, und kaufe mir für 50 000€ ein Auto. Meine Lohnsteuer beträgt im Jahr 5000€ also setze ich das Auto für 10 Jahre lang ab und zahle daher 0€ Steuern, habe ich nach 10 Jahren das Auto geschenkt bekommen. Die 5000€ wären ja sowieso jedes Jahr weg…. Dumm nur: Klappt nicht! :wink:

Ich glaube, hier wurde der Begriff Rendite falsch genutzt. Man investiert hier in etwas, was jährlich an Wert verliert. Und es braucht 12 Jahre, bis es sich überhaupt erstmal amortisiert hat und auch nur dann, wenn es gut gelaufen ist. Erst ab Jahr 13 kann man überhaupt erstmal von einem Gewinn sprechen.

Wie @oliverso schon schrieb, ist es vermutlich attraktiver, sein Geld 2% verzinst als Festgeld anzulegen. Denn ewig werden die Akkus nicht halten, da würde ich eher von 15 Jahren ausgehen. Die können also gar nicht das wieder reinbringen, was man mit 2% Festzins erwirtschaftet.

Insofern erscheint mir das mit all den Risiken völlig unattraktiv.

100.000 Euro über 15 Jahre bei 2% ergeben mit Zinseszins 134.586 Euro.

ich glaube das ist mit der relevante Punkt. Die Rendite geht ja davon aus, dass der Wert des Speichers konstant bleibt. Der Wert des Speichers ist allerdings abfallend mit der Zeit. Das erwirtschaftete Geld ist also mehr oder weniger nur eine Kompensation vom Wertverfall. Am ende der Laufzeit hat man also quasi nur noch Schrottwert bzw. Gebrauchtwerte hinsichtlich des WR.
Ich gehe dann also mal von ca. 20 Jahren Laufzeit aus, bei 10 Jahren Amortisation. wobei die letzten 10 Jahre vielleicht 2000€/Jahr verdient werden. Also hat man am ende das Geld für 20 Jahre angelegt und bekommt von (vereinfacht gerechnet) 100.000 nach 20 Jahren 120.000€ wieder. Das wäre auf eine Laufzeit von 20 Jahren eine Rendite von 0,9% pro Jahr.

Fazit: es lohnt sich absolut null.

2 „Gefällt mir“