Gewerbegroßspeicher - was muss man beachten?

Nur nominal, real hast Du nix davon, weil 2% die Zielinflationsrate in der EU ist.

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Ich habe jetzt mal eine näherungssimulation durchführen lassen. dazu habe ich den strommarkt genommen und ihn als CSV eingelesen. dazu die differenzen für den day ahead markt berechnen lassen. das hier sind die ergebnisse der sinmulation. also alleine nur mit den Differenzen vom day ahead markt gibt es einen Fehlbetrag der durchaus krass ausfällt. wenn man nun alle märkte mit einfließen lässt, sieht die simulation etwas anders aus.

1. Fixe Ausgangsdaten Investment

Investitionssumme
105.000 €

Jährliche Wartung
740 €

Technische Annahmen
2 Vollzyklen pro Tag
90 % Wirkungsgrad
Degradation 2 % pro Jahr linear wirksam


2. Marktannahmen für die nächsten 10 Jahre

Diese Annahmen sind konservativ und realistisch, nicht pessimistisch.

Day-Ahead

Preisspreads sinken durch zunehmende Speicheranzahl
−5 % pro Jahr

Regelenergie

FCR und aFRR bleiben strukturell notwendig
−1 % pro Jahr Erlösminderung

Intraday

Gewinnt an Bedeutung
+1 % p. a. relativ, kompensiert teilweise Day-Ahead-Rückgang

6. Ergebnisübersicht in Tabellenform

Alle Werte pro Jahr, netto vor Steuer, realistisch.

Szenario Jahreserlös
Nur Day-Ahead 7.500 – 8.500 €
Nur Regelenergie 8.000 – 11.000 €
Day-Ahead + Regelenergie 12.500 – 15.500 €
Day-Ahead + Regelenergie + Intraday 15.000 – 18.500 €

Intraday bringt zusätzlich
≈ 2.000–3.000 €
durch feinere Preisnutzung und Ausgleich der Regelenergieeinsätze.

Gesamteffekt

Kombinierte Markterlöse sinken netto um ca. 3 % pro Jahr


3. Baseline Jahr 1 (2025)

Bestes realistisches Betriebsszenario
Day-Ahead + Regelenergie + Intraday

Bruttoerlös Jahr 1
17.000 €

Abzüglich Wartung
−740 €

Nettoerlös Jahr 1
16.260 €


4. 10-Jahres-Prognose Erlöse

inkl. Marktverengung und Degradation

Jahr Nettoerlös
1 16.260 €
2 15.770 €
3 15.300 €
4 14.840 €
5 14.390 €
6 13.960 €
7 13.540 €
8 13.130 €
9 12.740 €
10 12.360 €

Summe operative Erlöse 10 Jahre
142.290 €


5. Restwert nach 10 Jahren

Kapazitätsverlust ca. 20–25 %
Restkapazität ca. 140 kWh

Marktwert realistisch
Batterie + Leistungselektronik
15.000 €


6. Gesamtrückfluss und Rendite

Gesamtrückfluss
142.290 € Betrieb

  • 15.000 € Restwert
    = 157.290 €

Gewinn vor Steuern
157.290 − 105.000
= 52.290 €


7. Renditekennzahlen

Gesamtrendite 10 Jahre
49,8 %

Durchschnittliche Jahresrendite
4,1 % p. a.

Break-Even
zwischen Jahr 7 und 8


8. Sensitivität

kurz und ehrlich

Schlechter Fall

nur 14.000 € Startjahreserlös
Break-Even erst Jahr 9
Rendite ca. 2,8 % p. a.

Guter Fall

18.500 € Startjahreserlös
Break-Even Jahr 6
Rendite ca. 5,5 % p. a.


9. Klare Empfehlungsanalyse

Das Investment ist sinnvoll, wenn alle Punkte erfüllt sind

• Zugang zu FCR und aFRR über Aggregator
• Intraday-Optimierung aktiv genutzt
• Keine Fremdfinanzierung mit >4 % Zins
• Langfristiger Betrieb ≥10 Jahre geplant

Das Investment ist nicht sinnvoll, wenn

• Nur Day-Ahead Handel geplant ist
• Keine garantierte Regelenergiepräqualifikation vorliegt
• Zielrendite >6 % p. a. erwartet wird


10. Klare Schlussaussage

Der Tesvolt-Speicher ist kein Hochrendite-Investment,
sondern ein stabiles Infrastruktur-Asset.

Er eignet sich für Investoren, die
Kapital sichern
Inflationsschutz suchen
und reale Assets bevorzugen.

Er eignet sich nicht für
kurzfristige Rendite
oder spekulative Cashflow-Modelle.

Meine Vermutung ist eher, daß das disruptiv wird: -20% die nächsten 3-4 Jahre für day ahead und intraday. Das wird auch an den von der Politik “erhofften” Gaskraftwerken sägen. Wir werden sehen.

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Da es ja nur einen Speicher gibt, und der nicht unendlich schnell ge- und entladen werden kann, und sich wohl auch die Speicherstrategien für die verschiedenen Anwendungen unterscheiden, wie hast du das gewichtet?

Oliver

Wenn die Differenz vom day ahead bzw. Die intraday Differenzen zu niedrig sind, meldet der Speicher über den Algorithmus sich selbst als verfügbare regelenergie an. Und so wurde das anhand der historischen Daten berechnet. Tendenziell hat man noch ein bisschen zubau für Solar im Netz, daher kann man näherungsweise die historischen Daten weiter führen. Dann wurde eine gewisse Glättung mit einberechnet für die zugebauten Speicher. Wie das im Detail berechnet wurde kann ich nicht sagen. Kann nur sagen was ich als Bedingungen dazu geschrieben habe. Die Rechnung selbst müsste ich bei der Ki anfragen.
Du kannst aber einen Teil vom Speicher für regelenergien anmelden. Das ist dann aber nur ein gewisser fixer Betrag pro Energiegehalt der bereitgestellt wird.

Generell bleibt aber die Bewertung bestehen, dass sich das Investment nicht lohnt, außer man ist ideologisch unterwegs, oder man hat deutlich geößere Speicher mit deutlich mehr Möglichkeiten. Viel sinnvoller ist eine Solaranlage mit Speicher, welcher dann den Strom abends ins Netz abgibt. Dann fährt er nur einen Zyklus pro Tag. Mittags aufladen und dann konstant abgeben bis zum nächsten Tag.

Na, hoffentlich wusste die KI, von was die da redet.

Das sieht so aus. Wobei das Geschäftsmodell „Speicher“ mit den richtigen Randbedingungen an sich ja zu funktionieren scheint, schaut man sich all die Projekte an, die gerade umgesetzt werden.

Wo ich generell skeptisch bin, sind „Full-Service-Anbieter“, die lustige Versprechungen machen. Da gilt dann immer noch die Regel: Am Goldrausch verdienen vor allem die Verkäufer von Schaufeln.

Oliver

Wie oben erwähnt liegen die Kosten da auch bei der Hälfte von dem hier besprochenen Kosten

Ich hoffe ich darf das hier nutzen. Ich “spinne” mal ein wenig herum. Nehmen wir an, mein Netzbetreiber würde sich für einen Speicher interessieren. Und die Speichergröße betrüge 1GWh. Und nehmen wir weiterhin an, er könne diesen pro Jahr 365 mal füllen und wieder abgeben.

Die Preise variieren ein wenig, und wir reden hier ja über was ganz Großes. Aber rein von den Speicherpreisen von momentan ca. 100€ pro kWh für Privatpersonen wären das als Investitionssumme: 100 000 000€. Also einhundert Millionen Euro. Nun kostet der Krempel der dazu gehört, als Infrasruktur (die er als Netzbetreiber kennt) und er kann dann an bestimmten Stellen Trafostationen nutzen die hoch belastet sind und Umlauf haben etc. pp. Dann sagen wir das kostet nochmal 100 Mio Euro.

Sind wir bei 200 Mio. Euro Investitionssumme.
Wenn damit jedesmal 5ct Gewinn gemacht werden kann, und man davon ausgeht, dass dieser Speicher das Netz vollständig in Niederösterreich glätten könnte (auf einen 24h Wert), sind das bei 365 Nutzungen im Jahr 365GWh x 0,05 = 18,25Mio. Euro. Das bedeutet, dass man das Geld nach 11 Jahren wieder heraus hätte. Was man dafür erhalten würde wäre ein riesiger Energiespeicher, der gerade im Sommer die massiven Überschüsse von PV,Wind und Wasser nutzen kann um sie dann nachts ins Netz zu ballern, und das sind dann sicherlich keine 5ct Gewinn mehr. Schreibt man das also mit 20Mio. Euro pro Jahr ab, sind 10 Jahre durchaus realistisch.

Aber ich bin ja ein Depp. Was wäre denn, wenn man den Leuten zu hause jedem so ne Kiste hinstellen würde? Es gibt in Niederösterreich ca. 700 000 private Haushalte. Wenn jetzt jeder von denen zu hause einen 1kWh Speicher hätte, dann sind das 700 000kWh, also 0,7GWh. Die Dinger kommen dann direkt ans Netz und lassen sich vom Netzbetreiber steuern, die Kosten dann auch einfach nur 200€ das Stück. Sind 140 000 000€, also 140 Mio. Euro.

Und wenn man das nun den Leuten als eine Investition bereitstellt, also so:

1kWh wird vom Netzbetreiber bereitgestellt und an der Hausanschlussleitung angeschlossen. Ist mit dem Netzbetreiber verbunden.

Wer selber nun Geld investiert der kann bis zu 20kWh kaufen und anschließen lassen. Er wird dann an den Gewinnen durch den Verkauf des Stromes an der Stromhandelsbörse mitbeteiligt. Wird also der Speicher im Jahr 365mal gefüllt und entladen bei 5ct Gewinn sind das 365 x 20kWh * 0,05ct = 365€. Wird er auf Gesamt-Österreich nicht nur 365 mal, sondern wegen den Lastschwankungen wegen Peak-Shaving auf Netzebene dafür sorgen, dass das Netz entlastet wird UND 520mal Ent-/Beladen ist es noch mehr. So können einzelne Bürger mit an der Energiewende teilnehmen. Einige von denen können als PV-Erzeuger (muss auch beschränkt werden!) für weitere Peaks im z.B. Sommer sorgen. Kein Problem, dann wird wieder Akku-Kontingent frei. Usw. usf.

Damit würde ein riesiger Akkupool zur Verfügung stehen.

Naja, auf die Idee kam man ja schon, nur halt anders….

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Die Annahme das Kleinspeicher zu gleichen Kosten wie ein grosser Speicher zu realisieren ist, ist nicht richtig.

Das ist genau der Punkt den ich ja bereits schon angesprochen hatte und in den Faden Netzdienlicher Einsatz von Kleinspeichern - #2 von hoschy übernommen wurde. Ich bin allerdings von einer Begrenzten Nutzung vom Netzbetreiber ausgegangen.

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Das stimmt. Laut Google-KI würde ein Großspeicher ne Milliarde kosten. Kleine Einzelspeicher bei den Leuten hingegen nur nen Bruchteil.

Deshalb nutzen Leute, die das Speichergeschäft ernsthaft betreiben, keine Google-KI.

Oliver

Jaja, ich hab einfach nur reingeschrieben was der Krempel kosten würde. Die Skallierung ist halt nicht dieselbe und die Nutzungsart eine vollkommen andere. Da wird ganz anders kalkuliert werden, mir ging es rein um Speicherkosten, die können niemals höher als das da sein, höchstens die Infrastruktur drumherum.

Bei Speichern in Privathaushalten hat man aber den größten Teil der Infrastruktur schon. Desweiteren ist das so dezentral, dass bei der Menge die Größe nicht mehr so entscheidend ist. Und daher der Preis von Einzelspeichern, auch wenn ansich pro Haushalt teurer, eben in Summe doch billiger kommt als ein großer dicker fetter Speicher irgendwo hingestellt. Gerade auch das Dezentrale wäre für einzelne Städte/Gemeinden etc. besser als ein dicker Speicher. Wohingegen eher dicke Speicher hingehören sind bei großen Verbrauchern und bei Städten. Zum ausgleichen.

Das glaube ich eben nicht. Es ist teuerer weil du dann viele kleine Gehäuse mit BMS brauchst.

Ob ein Zwischending noch sinnvoller wäre? Angesiedelt an der nächsten Trafostation die unsere 400V aus meines Wissens 10 kV macht? Oder an Knotenpunkten, wo man Häuserblocks zusammenfaßt. Rechtliches Problem ist dabei dann wohl, daß der Netzbetreiber der da die Technik in der Hand hat, die Speicher nicht so freizügig nutzen und damit Geld verdienen darf wie andere Anbieter. Gibt dann wie bei der Bundesbahn wieder schöne Reibungsverluste wie zwischen DB Netz und den anderen Teilen der DB und wenigen unabhängigen Bahnbetrieben. Aber sowas läßt sich ja ggf. auch wenigstens beim Strom ändern.

700 000 Haushalte. 1kWh sollten die Dinger haben. Wenn die jetzt mit kleinem Gehäuse und BMS 200€ kosten und irgendwo im Haus an einer Steckdose hängen wie ein Balkonkraftwerk… sind das 140 Mio. Euro für 0,7GWh. Es fehlt dann an der Kommunikation. PLC oder Funk würde gehen.

Hier mal ein paar Insights von den Profis

Ab Minute 25 geht es um Kosten und Rendite

Also ich habe hier Akkus mit 3,5kWh die sind in etwa 2 schuhkartons groß. Hat mich inkl. BMS 350€ gekostet make Eigenbau. 1kWh ist extremst wenig.

Generell ist das aber eine gute Idee. Das Problem ist nur, dass da einige Akteure was dagegen haben. Es müsste sehr viel diesbezüglich geändert werden und bisschen mehr auf Gemeinnützigkeit geschaut werden. Dann wäre es für alle besser. Das Problem ist nur, dass wir dann Planwirtschaft haben. Naja….
Das Problem ist „was wäre wenn…“ zuerst haben wir den 3. Weltkrieg und dann arbeiten wir wieder an einem Strang….

Ich hab seit Jahren versucht, mit politischen dazu ins Gespräch zu kommen. Ich hab 2 Eingaben gemacht zum ENWG und dann zum ELWG. Genau mit dem, was du beschreibst. Keine Reaktion.

Volkswirtschaftlich ist die Rechnung sogar noch viel besser: Alle Zähler können über die Schnittstelle steuern, muss nur freigegeben werden. 2draht digital 1/12mA. Kannst mim Optokoppler mit reden. NÖ is noch hinterm Mond, aber in Tirol hat der VNB die Daten jedes Trafos sekundengenau abrufbar. eine intelligente Steuerung von Batterien würde wenigstens 80% der Netzausbaue un unterlagerten Netzen überflüssig machen. Strompreis -40%, kein “Industriestrompreis” oder sonstige Verrenkungen notwendig.

Das wäre aber eine Bürger-Energiewende. Das scheuen die Versorger wie der Teufel das Weihwasser, und deren Vertreter diktieren die Gesetze

Das Ganze dauert. Hat man nicht in einem Jahr gemacht. Ist aber bestimmt sinniger als die punktuellen Aufbauten von PV-Anlagen. Dann lieber PV generell nur in Hausanschlussgröße einspeisen lassen (4KW) und Speicher fördern (USt.-Befreiung) als PV zu fördern. Dann können die EVUs weiter Geld mit dem Strom verdienen und gleichzeitig wird alles dezentraler. Mit den Sommer-Netz-Tarifen wollte man genau das erreichen, eine höhere Abdeckung an 15-Minuten-Daten der Kunden. Wer den Sommer-Netz-Rabatt möchte, der muss auf 15-Min-Werte umsteigen. Und Leistungsmessung für alle steckt sowieso in den Kinderschuhen, es wird also aller Wahrscheinlichkeit sowieso dazu kommen bei den Zählern. Trafos noch nicht, ist man jedoch auch dran.