Dezentral und in der Hand der Bürger und regionalen Unternehmer ist ja schön, aber es muß halt auch als Geschäftsmodell funktionieren und zwar nicht nur für den Projektentwickler. Wenn man gegen Großinstallationen erfolgreich anstinken will, muß man deren Vorteile die sie durch Skaleneffekte haben, etwas entgegensetzen können.
Hier sehe ich bei dem was Du von Tesvolt schreibst, noch nicht mal die formellen Sicherheiten wie Du sie bei geschlossenen Fonds hättest. Du sollst ein Stück Hardware kaufen, was Du im Ernstfall vermutlich nicht mal selber anderweitig betreiben könntest und nach dem was Ironmaster grob abgeschätzt hat, ist sehr fragwürdig, womit das Geld eigentlich verdient werden soll, das Gewinn, Projektbetreiber und Investition finanzieren soll.
Wenn Du in dem Bereich wirklich für Dich aktiv werden willst, würde ich erstmal einschlägige Messen besuchen und dort mit den Firmen reden und ein Grundwissen erarbeiten. Oder einer Energiegenossenschaft beitreten. Ist noch nicht spruchreif, aber auch bei uns (Begeno) gibts Überlegungen unsere regionalen und vergleichsweise kleinen Solarparks und Windkraftanlagen mit Speicher aufzurüsten und so die vorhandenen Anschlußpunkte mit zu nutzen (bin selber nicht im Vorstand oder Projektgruppen aktiv, kann Dir da also leider auch nicht konkret helfen).
Genauso ist es. Das Akkus sind hilfreich für die Netzstabilität sind, bestreitet niemand. Aber ob das Angebot jetzt dann nur ein Versuch ist, arglosen Menschen, die was Gutes tun wollen, das Geld aus der Tasche zu ziehen, muß schon genauer verstanden werden.
Aber letztendlich darf ein mündiger Bürger tun, was er möchte.
Nicht ganz außer Acht lassen sollte man dabei aber, daß aktuell die Netzbetreiber mit Anträgen für Großakkus geradezu überschwemmt werden, und unzählige Projekte schon am Netz oder im Bau sind. Und die werden alle ohne fragwürdige Investitionsmodelle für Privatleute finanziert.
32kWh Akku mit 15KW kostet 3000€ als Fertiglösung von NKON. 16 Einheiten sind skalierbar.
Wir nehmen also 6 Einheiten. Das sind dann 192kWh mit 90KW Leistung für 18 000€.
Dazu brauchen wir dann noch die richtigen Wechselrichter. Nochmal 10 000€?
Aber ok, ist Bastellösung. Daher:
215kWh und 100KW. 48 000€. Was genau bekommt man jetzt für 80 000€?
Hier noch ne Ansage, was ein tutti completti Speicher mit Trafo etc. etwa kostet:
Stand März 2025 schreiben sie dort 250 bis 350 Euro/kWh für ne 0.5C Anlage, also dürfte das ganze Ding zwischen 45000 und 63000 Euro kosten für die 180 kWh/90 kW, inklusive der kompletten Anbindung etc.
Also einen Faktor 2-3 zu teuer, Stand März 2025.
184kWh inkl. 92 kW wechselrichter. Verbaut sind laut Tesvolt hochtemperaturzellen die weniger degeneration im warmen Zustand haben. Und somit 15.000 Zyklen aushalten sollen.
Hast du denn dann irgendwo alternative Angebote von anderen Anbietern, die dann ebenfalls das trading bzw. Day ahead Bereitstellung oder auch regelenergie etc. übernehmen? Selber bauen kommt halt nicht in Frage, weil ich kein Elektriker bin und das Ding in sich geschlossen und zertifiziert sein muss. Ich habe jetzt viele Anbieter mit angeschaut die zum Beispiel auch keine integrierte feuerlöschanlage haben. Dann bräuchte ich nämlich als Eigentümer wieder eine entsprechende Versicherung, die ich dafür dann vermutlich garnicht bekommen werde.
Ich denke man sollte ebenfalls auf die verwendete akkutechnologie schauen. Ich habe mir mal einen kleinen 3kWh Home Speicher gebaut. Allerdings musste ich dann feststellen, dass die angeblich neuen Zellen aus China uralte waren zumindest laut dem QR Code der auf die Zellen gelasert war und der QR Code als Aufkleber garnicht der richtige war.
Nein das war nicht gemeint. Beantworte mir bitte folgende Frage: Ist Dein Ziel ein gutes Investment für dein Geld zu finden oder willst du was gutes tun?
Wenn du investieren willst, halte es wie Warren Buffet: investier nicht in etwas das du nicht verstehst.
Wenn dir das Geld egal ist können wir weiter darüber diskutieren wie du es am besten nutzt um das Netz zu stützen.
Ne, hab ich nicht, will da ja nicht einsteigen. Hat mich nur interessiert, was man examplarisch anderweitig für die Hardware inkl. Komponenten für die Anbindung bis ans Mittelspannungsnetz so zahlt, die man braucht, um da ernsthaft mitspielen zu können (und nicht nur als Zweitnutzung eines Akkus der anderweitig genutzt wird, aber auch zentral gesteuert Regelenergie liefern könnte). Klar, Du willst für Dich keine 2-10 MWh kaufen, aber als Pool von Investoren müßt Ihr ja auch in der Liga spielen, wenn das Sinn machen soll. Wer sowas professionell anbietet, wird wohl auch Lösungen haben und Partner benennen können, die das versichern, Garantien und Wartung übernehmen. Vielleicht gibts ja auch schon Firmen, die sich auf das Trading spezialisiert haben und das als Baustein für andere anbieten.
Ich will beides miteinander kombinieren. Speziell im Sommer haben wir letztes Jahr noch extrem große Preisunterschiede gehabt. Speziell im mittagspeak. Natürlich wird sich das alles mit der Zeit angleichen, je mehr Speicher gebaut werden.
Meistens ist da nur der reine energiespeicher mit gemeint. Ohne sonstige Kosten. Natürlich, je größer die Teile, desto günstiger der Preis. Wenn man jetzt bei 1MWh ist, dann ist der Preis im Verhältnis deutlich niedriger als bei 200kWh. Das ist vollkommen logisch.
Genau so ein Angebot hatte ich ja geschrieben. Tesvolt würde da alles übernehmen. Das wäre ja genau diese Speziellösung für kleine Gewerbespeicher. Wenn ich jetzt bei Eon anfragen würde, dann wollen die nur Investoren ab 10MWh. Mit was kleinerem brauch ich da nicht anzukommen. Je größer die Speicher, desto mehr Sinn macht es natürlich. Das steht ja vollkommen außer Frage.
Aber wenn ich Dich richtig verstehe, willst Du mit dem kleinen Gewerbespeicher ja nichts anders machen, als den irgendwo bei Tesvolt aufgestellt bekommen haben, wo er für Netzstabilisierung benutzt wird und für Testvolt und Dich Geld erwirtschaftet. Da kann es Dir egal sein, ob Du jetzt Eigentümer von einem Stück Hardware bist oder 5% Anteil an einem Container hast, wenn es günstiger ist, den anderweitig als mit solchen Gewerbespeichereinheiten aufzubauen.
Vielleicht gibts ja auch schon geschlossene Fonds für solche Investitionen? Analog zu Immobilien, zumindest früher Windrädern und Schiffen? Dürften vermutlich härteren (Prospekt)haftungen unterliegen als Tesvolt mit einem Verkaufs- und Servicevertrag Konstrukt.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der schon in der einen oder anderen Weise an sowas beteiligt ist.
Wobei es der Tradingfirma halt vermutlich egal wäre, wie die Hardware realisiert wird, so lange die entsprechenden Schnittstellen und Specs gegeben sind.
Kommt mir bei Tesvolt halt sehr so vor wie bei Enpal mit "Cloudspeicher" und tollen Preisversprechen für den ge- und verkauften Strom, die nach ein paar Jahren dann oh Wunder nichts mehr wert sind.
Das wäre interessant. Die großen Lösungen (Haufen 40’ Container mit Netz ab 110kV aufwärts) brauchen weit weniger Investition pro Leistung, und wenn das eine Erweiterung einer Erzeugungsanlage ist, gibts weitere Synergien
Speicher um die 250kWh sind vermutlich eher interessant für Betriebe oder für kleine Einspeiser. Daß die Investition bei standalone wieder reinkommt ist weniger wahrscheinlich.
Und das ist der Knackpunkt mit dem alles steht und fällt.
Ich habe von Testvolt nix gefunden wie die deine Rendite erwirtschaften wollen.
Und so lange das nicht geklärt ist, zusammen mit dem überzogenen Preis ist das für mich der letzte Sargnagel.
Wenn man wie oben verlinkt ein fast äquivalentes System für den halben Preis bekommt ist es komplett egal ob da super duper tolle Hochtemperatur Zellen drinnen sind die länger halten weil es sehr sehr wahrscheinlich ist, dass die Speicherpreis weiter sehr stark fallen werden.
Schau dich lieber nach z.B. Windparks/Solarpark mit Bürgerbeteiliigung um, das ist deutlich hilfreicher: Hier bekommt man einen ganz guten Einblick wie so was funktionieren kann: https://www.youtube.com/watch?v=Hm86nAlWQ7c
Ich habe jetzt auch mal ein wenig gerechnet.
ich nehme jetzt einfach den Januar als Vergleichswert, also eher einen geringen spread. hier haben wir in etwa um 6 uhr morgens einen Strompreis von 82€/MWh und im Tagesverlauf ca. 120€/MWh. also ein spread von in etwa 40€ am tag. Im Sommer sieht das natürlich anders aus. Da sind wir im Sommer bei ca. 0€ um die Mittagszeit und 120€ tagsüber.
Netzentgelte werden bei dem Speicher nicht berechnet, da hier eine Befreiung genehmigt ist. Im jahresmittel kann man also durchaus mit einem spread von 80€ rechnen.
Wenn ich das nun annehme mit der größe des speichers, dann kann man pro tag.
Die kapazität der Akkus wir nur zu 90% ausgenutzt, also
90% kapazität =163kWh
2 Zyklen pro tag = 327 kWh/Tag
durchschnittlicher spread/Tag: 0,08 €/kWh
ergibt ca. 26,2€/Tag erlöse
ergibt ca. 9567€/Jahr
rendite in etwa 8-9% ausschließlich durch trading
das wäre jetzt die rechnung für das erste jahr. jetzt kommt noch der effekt von 2% degradation pro jahr hinzu, dann wären wir in etwa bei:
2027: 9374€
2028: 9187€
2029: 9000€
2030: 8820€
2031: 8646€
In summe also 54500€ in etwa in 6 Jahren. Somit ist man bei einer amotisationszeit von in etwa 12 Jahren, wenn man nur den Day Ahead Preis annimmt und ausschließlich diesen handel betreibt.
wenn überhaupt, dann müsste man noch andere einkommensquellen wie Regelenergien und Intraday Optimierung mit einfließen lassen. Ob der Spread am Tag dann weiterhin so hoch sein wird, ist auch fraglich, wobei die Rechnung eher recht konservativ ist. Kann anfangs auch höher liegen, aber dann im Nachhinein stärker fallen.