Gasheizung ersetzen (Haus BJ 1983)

Bevor wir hier weiter machen würde ich gerne nochmal kurz klären, worum es vorwiegend geht.

Möchtest du, so oder so, auf eine andere Wärmequelle als Gas umsteigen? Dann sind Amortisationsrechnungen “egal” weil du umsteigen willst. Ferner brauchen wir über den Weiterbetrieb von Gas nicht sprechen, weil du umsteigen willst.

Geht es um Kosteneinsparung pro Jahr mit den vorhandenen Mitteln und wie sieht deine Amortisationszeit aus? Soll es langfristig sein oder soll es sich schnell rentieren?

Nur mit diesen Angaben kann man, so denke ich, Empfehlungen herausgeben. Der Rest ist Glaskugel.

Was im übrigen ebenfalls Glaskugel ist, ist was Strom oder Gas in den nächsten Jahren kosten wird. Keiner kann prognostizieren ob Gesetze das eine günstiger oder teurer macht.

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Ja, aber steht ja in den Sternen ob im vorliegenden Fall die überhaupt erreicht werden? Am Ende müsste man ja jede “Maßnahme” die sich daraus ergibt reinrechnen. Also nicht nur wenn mal der Heizstab anspringt, sondern auch wenn jemand mal einen Heizlüfter aufdreht weil im zu kalt ist etc.

Ja, “allerunterste Grenze” vermutlich :wink:

Aber wohl eh nicht relevant bzw. denkbar in dem Fall.

Ist recht müßig unsere Diskussion denke ich. Mir fehlt zumindest die Erfahrung, was bei so einem Haus wohl möglich ist als JAZ und ob die Hydraulik ohne Wände aufreißen überhaupt
die nötigen Durchflüsse erlaubt etc. kann man wohl auch nur vor Ort klären. Mein Ansatz wäre halt, die verschiedenen Alternativen mit unterschiedlichen JAZ Annahmen und verschiedenen Investitionskosten mal durchzurechnen. Und am Ende steht und fällt ja eh alles damit, ob sie dort wohnen bleiben oder nicht.

Ich würde sogar sagen, dass andere Möglichkeiten mehr erbringen, also schneller. Z.B. Durchlauferhitzer gegen einen Boiler tauschen. PV ist vorhanden, mit den Boilern könnte man, ohne Speicher, dafür sorgen, dass Überschüsse im Sommer ins Warmwasser gehen. Auch hier sind Kosten/Nutzen abzuwägen. Wenn 2 Boiler für 1000€ installiert werden, und man dann 1000kWh damit verschieben kann, Verluste mit eingerechnet, dann sind wir bei 250€ Einsparung. Also 4 Jahre. Nur so Pi mal Daumen. Wieviel WW verbraucht wird weiss man nicht.

So wäre auch beispielsweise eine Klimasplit zu rechnen. Die kann durch die PV vielleicht noch zusätzlich Stromkauf einsparen im Übergang. Gegenüber einem anderweitigen Wärmeerzeuger. Und wenn es 10-20% sind (nicht Gesamtheizbedarf sondern für jenen Raum). Usw. usf.

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Ne Splitklima mit der die Schwiegermutter leicht und schnell auf ne höhere Wunschtemperatur im Wohnzimmer heizen kann, erlaubt vielleicht auch die VL der Gastherme abzusenken, bischen mehr Brennwert, weniger Verluste im Rohrnetz. Erfolgreicher schrittweiser Ansatz von Andreas mit seiner immer weniger genutzten Ölheizung.

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Letztlich ist das ein wenig wie mit einem BEV:

Dort wo es “passt” und ohnehin eine Neuanschaffung ansteht: PERFEKT.

Wenn man aber ein Auto hat, mit dem man zufrieden ist und dieses noch viele Jahre fahren kann (und will) dann ist ein BEV sehr schnell nicht nur finanziell ein Desaster, sonder schränkt zusätzlich auch noch den Nutzwert ggfs. drastisch ein.

Dann hat man letztlich doppelt verloren, obwohl der Ansatz eigentlich gut war (oder viel mehr sein sollte)

So auch bei der Heizung: Wenn die noch gut läuft, spricht erstmal nichts degegen, dass sie das auch noch in Zukunft tut. Wenn man mit dem Heizergebnis zufrieden ist, dann kann das ja auch so bleiben.

Ich denke, damit sich so eine LWWP wirklich rechnet, müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein. Dann muss man immer noch aufpassen - aber “over all” kann man dann durchaus in Bereiche kommen wo man mit Glück sogar spart, aber wenigstens keinen Verlust einfährt.

Wenn nun aber die Voraussetzungen schlecht sind, dann wird das immer noch schwieriger - bis unmöglich hier keinen Verlust einzufahren…

Wenn man das als “nice to have” dennoch machen möchte, ist das ja ok. Aber jemand Fremden dazu raten :thinking:

Fazit: Je schlechter die Voraussetzungen, je kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwie Preis / Leistung jemals Sinn ergeben kann.

Eine “LLWP Lösung” tastet eben die vorhandene Heizung (die sich zweifellos bewährt hat und wo nur Betriebskosten anfallen) nicht an… Ob die dann nur mehr als “Reserve” dient oder aber “hybrid” genutzt wird oder auch wenn´s draussen kalt ist zu 100% - egal. Da entsteht eine Redundanz und Wahlmöglichkeit um auf Einflüsse wie Strom / Gaspreise reagieren zu können. Damit man weniger ausgeliefert ist. Wobei die Preise letztlich eh zusammenhängen und zusammen steigen werden.

Mit einer “LWWP only” ist man dann erst Recht auf einzig Strom angewiesen… Ob man will oder nicht. Redundanz gibt es dann garkeine, wenn irgendwas an der Anlage ausfällt steht die komplette Heizung. (Wie es aktuell nat. bei der Gasheizung auch der Fall ist.)

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Unmöglich ist es wohl nicht: Einrohrheizung mit Wärmepumpe - Ist das möglich?

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(fast) nichts ist unmöglich. Aber nur weil etwas möglich ist, ist es nicht automatisch sinnvoll….

Hallo tfnico,

könntest Du eventuell Deine PV-Anlage mit einbringen?

Wir haben auch unsere Gasheizung ersetzen müssen. Folgende Lösung haben wir bei uns.

Wir haben einen Pufferspeicher von Paradigma mit 800L.
Der versorgt Frischwasserstation, Heizkreis für Heizkörper usw.

Alles von Paradigma, nur die neue Gastherme ist von Viessman.
Ich verwende 2 x SOL-THOR (DC-Regler)der Fa MyPv , mit 12 x 455w Solarpanelen.
Den Puffer beheize ich mit einer Hydraulik-Einheit, einem Tuxhorn TUBRA ETHERM C9+ mit Wasserkreislauf für Vor- und Rücklauf. Damit habe ich eine optimale Schichtung.
Der hat intern einen 3fach Heizstab mit 9kw. 2 davon beheize ich jeweils mit einem SOL-THOR mit je
3kw, zusammen 6 kw wenn die Sonne voll da ist.
Der eTherm ist am Puffer am obersten Rohr für Vorlauf und unten am Rücklauf angeschlossen.
Läuft seit Juli 2025, Gasheizung habe ich erst Mitte November eingeschalten. Davor lief alles mit Solar-Strom.
Erreiche im Puffer Spitzentemperatur bis 75°C. Die Temperaturregelung macht der eTherm, wenn überschritten, schaltet er ab.

Uns reicht die erzeugte Warmwassermenge und auch das Heizen in der Heizperiode sehr gut. Wird ja automatisch gesteuert.

Der SOL-Thor ist eine reine DC-Strom Regeleinheit Liefert mir 230V gepulsten Gleichstrom.

Wenn Du Deinen PV-Strom einspeist, könntest Du mit dem AC Thor 9S von MyPv so eine Hydraulik-Einheit ansteuern , 3 Heizstäbe mit 230 V AC(Wechselstrom).

Die Energieeinsparung ist enorm. Selbst im Winter, sobald die Sonne scheint, wird aufgheizt und damit weniger Starts der Gastherme.

Die Anlage hat ohne Solar-Panels knapp 30.000€ gekostet.

Gruß Edwin

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Es wird hoffentlich sowieso elektrische Lösungen werden, egal ob mit Luft oder Wasser :slight_smile:

Hier eine Übersicht des PV Überschusses letztes Jahr.

Dazu gehört auch, dass ich das e-Auto bei der Arbeit laden kann (zur Zeit für 20 Ct.). Eine elektrische Heizung könnte ich also priorisieren.

Ich habe auch ein 2 kW Heizlüfter im Frühling und Herbst händisch eingeschaltet wenn ich merkte dass es Überschuss gab als es noch kühl war. Keine Ahnung wie viel, das war zu unregelmäßig.

Im Frühling habe ich leider die Zahlen aus der Wallbox nicht bereit.

  • Jan/Feb: So gut wie kein Überschuss
  • Mär:
    • Gas-Heizungsbedarf: ca. 4000
    • Überschuss: 256
    • Im E-Auto wurde einiges geladen, ich weiß aber nicht wie viel von der PV war. 50 vielleicht?
  • April:
    • Gas-Heizungsbedarf: ca. 2000
    • Überschuss: 783
    • Im E-Auto, vielleicht 50.

Im Herbst:

  • Sep:
    • Gas-Heizungsbedarf: 420
    • Überschuss: 443
    • PV-Strom ins e-Auto: 87
  • Okt:
    • Gas-Heizungsbedarf: 1800
    • Überschuss: 24
    • Wallbox: 36
  • Nov/Dez: Kein Überschuss

Also wir können im März und Oktober ein bisschen durch die PV sparen. Im April und September sollten wir “komplett mit PV heizen” können.

Wenn wir Wasser mit WP warm machen würden, statt DLE, wäre noch etwas mehr fürs Heizen übrig im Herbst und Frühling. Ich habe ein Angebot für eine Brauchwasserwärmepumpe mit Installation letztes Jahr bekommen: um die 5000 €. Das kann sich nie lohnen.. Nimmt auch Platz weg und braucht mehr Wartung schätze ich.

Ich fürchte, der DLE wird so oder so primär aus extern zugekauften Strom betrieben (abhängig davon, welche Leistung Dein WR mit Hilfe des Akkus maximal bereitstellen kannst, wenn Du wie ich nach dem Aufstehen duscht). Wenn Du die BWWP installieren lassen mußt, würde ich an Deiner Stelle auch die Finger von lassen. Kannst Du ja machen, wenn Ihr doch umzieht und Euch ein Haus mit zentralem WW anlacht, wo die Bäder bleiben können.

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Das selbe Problem wirst du eben mit einer LWWP auch haben. Wird das Haus nicht verkauft, wird es sich in der Laufzeit der WP nicht lohnen. (unter den gegebenen Voraussetzungen).

Wenn du diese Voraussetzungen änderst (also zb. FBH, dämmen etc.) dann würde es sich im Bezug auf die WP alleine lohnen - insgesamt aber in Anbetracht der enormen Kosten doppelt nicht. Dafür wäre dann aber dieser Umbau vergleichsweise nachhaltig, weil es in Zukunft auch mit anderen Wärmepumpen erhalten bleibt, während eine Wärmepumpe alleine eine doch recht begrenzte Lebensdauer haben wird. Auch der Komfort einer FBH ist dann etwas ganz Anderes - speziell auch im Vergleich mit HK + geringe VL Temperatur, wo die angenehme Strahlungswärme eines HK dann großteils wegfällt.

Sollte aber doch verkauft werden, wird dir die neue Heizanlage keiner bezahlen. Da wärst du vermutlich in einer besseren Position, wenn du dieses gesparte Geld also vergleichsweise “schon auf der Seite” hast weil du es gar nicht aufwenden musstest.

Deswegen hatte ich ja geschrieben, ein popeliger Boiler kostet viel weniger, aber den kann man, vor allem im Sommer, wunderbar erwärmen mit PV-Strom. Und wenn dann wer abends/nachts/morgens duscht/badet, Wasser ist da. Es muss nicht immer das Optimalste sein, es reicht auch schon das Optimalste für die Gegebenheiten.

Daher die Frage, was du bezwecken willst mit dem Umstieg auf Wärmepumpe. Geld kann dir keiner sagen ob Gas oder Strom teurer werden.

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Da wir beiden häufig im Home-Office bin, schaffen wir öfters zu duschen in der Mittagspause an sonnigen Tagen. Dann haben wir 10 kW vom Dach plus 5 kW aus dem Speicher. Damit sparen wir ungefähr 75% des Strombedarfs ein.

Aber klar, ein Boiler wäre praktisch und würde sich bestimmt schnell rechnen. Traue mich ungerne an Wasserleitungen - ich habe nahezu alle Wasserhähne im Haus mal getauscht, aber vor den Rohren im Keller habe ich Respekt. Also müssen wir da mal schauen.

Ich bin heute wieder dran mit dem Thema dieses WEs und lese mich jetzt in Ruhe durch alle Beiträge hier. Ich versuche dort zu antworten, wo ich noch etwas offen hatte.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle für die rege Teilnahme an der Diskussion. Wenn ich mich z.B. mit einem Heizungsmonteur unterhalte, geht mir viel verloren, da ich weder mit Deutsch noch mit so einer Heizung aufgewachsen bin :smiley: Hier das kontextspezifische Wissen über unser Haus und ähnliche Gebäude durchlesen zu können, ist sehr, sehr wertvoll für mich.

Es ist auch irgendwie beruhigend für mich, von euch bestätigt zu bekommen, dass es für unsere Situation keine einfache oder offensichtliche Lösung gibt. Ich brauche mich also nicht dumm zu fühlen, weil ich nicht direkt in Option X investiert habe.

Mit euren Tipps habe ich jetzt folgenden Plan im Kopf:

  1. Günstige und einfache Optimierungen im Haus zuerst machen: Rolladenkästen dämmen, undichte Fensterrahmen abdichten, Schornstein prüfen etc.

  2. Dämmung innerhalb des Hauses, um zu verhindern, dass die Wärme im Keller und in der Garage verloren geht.

  3. Eine Split-Klima im Obergeschoss diesen Frühling installieren, wenn wir das richtige Angebot bekommen. So können wir Erfahrung sammeln und anfangen, etwas Gas zu sparen – und meine Schwiegermutter kann kühlen und heizen, wie es ihr gefällt. Die Erfahrung ist auch wertvoll zu haben, falls wir in ein anderen Haus umziehen.

  4. Den Gasverbrauch durch Konfiguration reduzieren: Den hydraulischen Abgleich und die Optimierung der Heizkurve habe ich vor ein paar Jahren gemacht, aber vielleicht geht noch mehr. Gerade sind alle Heizkörperventile voll geöffnet und jedes Zimmer hat ca. 21 Grad.

Ziel ist es, im nächsten Winter die Vorlauftemperatur unter 40 Grad halten zu können. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir schauen, was wir am Rohrsystem, den Heizkörpern oder eventuell mit einer Fußbodenheizung machen.

Und wie sieht es mit einem Hauswechsel aus? Gerade sieht der Markt so aus, dass wir uns nur ein Haus leisten könnten, das genau so viele alte Macken wie dieses Haus hat :smiley:

Wenn wir in diesem Haus bleiben wollen oder müssen, können wir eine gut überlegte Wahl zwischen einer zentralen LWWP oder weiteren Klimaanlagen treffen.

Erkenntnis: Wir brauchen nicht versuchen, den Wert des Hauses durch diese Investitionen künstlich zu erhöhen - das Geld kriegen wir beim Verkauf wahrscheinlich nicht zurück.

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:+1:

:+1: :+1:

Jeder “Schnellschuß” ist da verkehrt und verbrennt nur unnötig Geld - klingt gut was du da vorhast :wink:

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Bin sicherlich nicht der einzige hier, der Spaß dran hätte, verschiedene Haus Kandidaten zu beurteilen, was Zustand und die Potentiale für energetische Optimierungen angeht :wink:

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Wenn Eigenleistung dabei möglich ist, mehrst du den Wert des Hauses mit isolieren, Fenster, dämmen um mehr als du reinsteckst. Das bringt dir auch gleichzeitig Einsparung am heizen. Jede Wand zählt. Nord spart am meisten. Für Energieausweis (bei Verkauf) zählen alle Himmelsrichtungen gleich.

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Ah, noch was.

Wenn du basteln willst, holst dir sowas Brauchwasser Wärmepumpe in Rheinland-Pfalz - Weyerbusch | kleinanzeigen.de nimmst die Luft aus / in Garage (2 Kernbohrungen) und baust das Ding in den Rücklauf der Heizung. Das macht das auto immer trocken und die WP unterstützt heizen. ggf. nur einschalten bei PV-Produktion und Aussentemperatur <21°

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Da bringst du mich auf eine interessante Idee… Das wäre bei mir ggfs. auch umsetzbar (wenn auch schwierig). Aber macht man sich damit dann nicht insbesondere im Winter die Garage signifikant kälter? Die ist bei mir - wie beim TE - ins Haus integriert, dann würde man sich ja wieder “selber schneiden” wenn man dann die bewohnten Räume auch indirekt wieder kühlt? (Bei mir ist über der Garage das WZ).