Hallo, wir heizen zur Zeit unser Haus mit Gas und suchen Ideen und Rat, wie wir mit der Situation weiter vorangehen sollen. Vorab als Warnung: Es ist ein langer Text. Weiter unten ist ein Bild vom Haus und Grundrisse.
Ziele und Rahmen
Hauptziel ist es, wirtschaftlich weiter heizen zu können und uns gegen steigende Gas- und CO2-Kosten zu schützen. Das Budget liegt zwischen 10.000 und 30.000 €.
Wir möchten kein großes Projekt mit Dämmung, Dach und Fenster/Türen machen. Es besteht die Möglichkeit, dass wir in den kommenden 2-4 Jahren umziehen, falls wir ein entsprechendes Haus in einer für uns besseren Lage finden (Schule/Aktivitäten für die Kinder sind zur Zeit etwas weit entfernt). Also ist es schön, wenn das Haus attraktiver für potenzielle Käufer wird. Könnte auch sein, das wir nichts finden und hier noch 15 Jahre bleiben.
Unsere Fragen im Voraus
-
Die Hauptfrage ist erstmal, ob wir es ähnlich wie Andreas (Akkudoktor) machen können: mit Klimaanlagen heizen. Oder richtiger gefragt: Ob es für uns in diesem Haus Sinn ergibt?
-
Wenn ja, wie viele Klimaanlagen/Innengeräte brauchen wir und wo platziert man sie am besten?
-
Oder sollten wir lieber die Gasheizung durch eine zentrale Wärmepumpe ersetzen?
-
Oder beides? Mit Klimaanlagen + Gasheizung im Hybrid-Modus loslegen und eventuell später die Gasheizung durch eine zentrale WP ersetzen, falls die Klimageräte nicht ausreichen.
-
Sollten wir nach einer Förderung suchen? Sollen wir uns beeilen wegen Geschwindigkeitsbonus und politischer Lage?
-
Habt ihr andere Ideen? Was würdet ihr machen?
Details
Das Haus ist Baujahr 1983, ca. 210 m² auf 3 Etagen verteilt.
Keller und Erdgeschoss sind eine Wohnung für uns vier (2 Erwachsene, 2 Kinder). Das Dachgeschoss ist eine Einliegerwohnung für meine Schwiegermutter.
Das Haus ist in einen Hang gebaut, in einer Art versetztem Reihenhaus, wo Teile der Ost- und Westwände im Erdgeschoss und Keller Wand an Wand mit den Nachbarn stehen. Die Wände und das Dach wurden nie extra gedämmt, aber ich glaube, es wurde für die damalige Zeit relativ gut gebaut.
Jetzige Heizung und Bedarf
Wir wohnen in der Nähe von Bonn auf ca. 100 Höhenmetern; es ist also wirklich selten, dass es kälter als -5 °C wird.
Die ursprüngliche Ölheizung wurde im Jahr 2000 durch eine Gasheizung ersetzt. Der Gasbrenner funktioniert noch gut, wäre aber natürlich reif für einen Austausch. Da gibt es natürlich Möglichkeiten für einen Förderbonus.
Es handelt sich um ein Einrohrsystem mit Heizungskörper (Typ 22 glaube ich).
Gasverbrauch liegt bei ca. 20.000 - 25.000 kWh im Jahr. Das ist nur für die Raumwärme, da das Wasser elektrisch erhitzt wird.
Gerade jetzt hat der Kessel eine Vorlauftemperatur von 50 Grad bei 2 Grad Außentemperatur. Normalerweise läuft er auf ca. 40 Grad, und in der tiefen Kälte nach Silvester lief er ab und zu gegen 60 Grad. Die Heizleistung liegt zwischen 4 und 8 kW. Raumtemperatur ist 19-22 Grad. Nachts wechselt die Soll-Temperatur 6 Grad runter, das spart tatsächlich was.
Die Heizung befindet sich in einer Ecke des Kellers, direkt unter der Garage. Einiges von der Wärme aus dem Heizungskeller geht durch den Boden, die Außenwände und durch die Decke zur (im Haus integrierter) Garage direkt darüber verloren (siehe Grundrisse).
Wir haben einen offenen Kamin im Wohzimmer der Heizungstechnisch sinnlos ist. Wir waren kurz vor einen modernen Holzofen einzubauen, aber haben es lieber sein lassen wegen des Aufwands und der Nachteile, die er mit sich bringt. Wir behalten es als mögliche Option.
Strom und Sonstiges
Warmwasser wird mit Durchlauferhitzern in jedem Badezimmer beheizt. Auf dem Dach haben wir seit ein paar Jahren eine 15 kWp PV-Anlage. Ein 10 kWh Speicher und ein E-Auto sind auch schon vorhanden. Hier der Analyse von 2025:
Kleinere Maßnahmen haben wir vor umzusetzen, so wie die Vorschläge von Andreas (Rollokasten dämmen, Acrylglas auf die Fenster, etc.). Wir befinden uns in einer relativ ähnlichen Konstellation, kann man sagen.
Zu uns
Ich habe keine Angst davor, Klimaanlagen zum Heizen zu nutzen, aber meine Frau und meine Schwiegermutter sind da skeptischer (empfindlich gegenüber Luftzug und Lärm).
Wir sind handwerklich nicht so begabt und haben einen relativ kleinen Freundeskreis ohne Handwerker. Vielleicht schaffe ich es, ein Loch in die Wand zu bohren, aber von Kältetechnik habe ich keine Ahnung. Kosten für der vermietete Wohnung können wir steurlich gelten lassen.
Ich bin beruflich Software-Entwickler und bastele gerne an meinem Home-Assistant-Setup, das zur Zeit Beleuchtung, PV und Wallbox (EVCC) steuert. Hier wäre es natürlich schön, wenn wir Heizungslösungen integrieren könnten.
Grundrisse
Auf den Abbildungen ist oben übrigens Richtung Süden/Garten. Die orangen Vierecke sollen die Heizkörper darstellen.
Fangen wir unten im Keller an: Unten Richtung Norden grenzt die Außenwand an den Berg/Hang, mit zwei Kellerschächten/Fenstern. Die Schlafzimmer müssen gut beheizbar sein, werden von den Kindern tagsüber verwendet (mit Türen geschlossen). Elternzimmer dient auch als Home-Office (Tür geschlossen). Das Badzimmer ist relativ groß mit einer hohen Decke (Infrarotheizung unzureichend?), und auf der relativ große Heizungskörper wird im Winter Wäsche getrocknet:
Weiter geht es zum Erdgeschoss: Hier sieht man diese Lösung mit Garage im Haus integriert. Die Garage hat auch im Winter bequeme 10-15 Grad, was schön für das E-Auto ist, aber blöd für die Rechnung. Gaste-WC links können wir bestimmt mit Infrarot heizen. Küche und Wohnzimmer waren früher durch eine Wand/Tür getrennt, aber das wurde abgerissen und ist jetzt eine Art überwölbte Öffnung. Es befinden sich in der Regel immer Leute im Wohnzimmer, sodass durchgehend warmgehalten werden muss:
Obergeschoss/Einliegerwohnung: Wichtig ist hier, das Wohn- und Schlafzimmer warm zu halten, da meine Schwiegermutter sich meistens zu Hause aufhält. Die Küche und das Büro werden weniger benutzt:
Außenwand/Südseite
Hier ist ein Foto, um einen Eindruck vom Haus zu bekommen. Es stört niemanden, wenn wir auf dieser Wand Außengeräte aufhängen (gegenüber sind nur Felder). Auf dem Balkon links (über Kinderzimmer/Bad) könnte ein Gerät stehen. Auf der andere Seite (Nord) ist eine Hauptstraße wo es sowieso laut ist.
So, ich hoffe ich habe die meisten relevanten Details genannt.
Auch falls das alles Geschmackssache ist, wäre ich für eure Meinungen und Erfahrungen dankbar. Man findet natürlich viele ähnliche Berichte hier im Forum, aber es gibt immer feine Unterschiede. Vielen Dank im Voraus.
PS: Da ich kein Native Speaker bin, habe ich meinen originalen Text durch Gemini leicht korrigieren lassen. Es könnte natürlich sein, dass ich trotzdem einige Begriffe falsch verwendet habe.





