Frage zu defekten Akkuzellen

Woher wuste ich das jetzt wieder diese Nordkyn Sache kommt welche hier im Forum schon rauf und runter diskutiert wurde :upside_down_face: :wink:. Zuerst mal muss ich sagen das dir bewusst sein sollte das diese Nordkyn Seite keine Studie ist, sondern ein ganz normaler Blog von jemanden wie du und ich. Für eine Studie fehlt diesem Artikel eine ganze Menge :wink:. Und nochmal: der Abschaltstrom ist beim normalen CC-CV Ladeverfahren immer abhängig vom Ladestrom. Das spiegelt auch das wieder was im Datenblatt zu den Eve Zellen steht: 140A Ladestrom / 14A Abschlussstrom. Exakt so parktizieren das auch Ladegeräte bei denen du mehr einstellen bzw. einsehen kannst. Aber das hatte ich dir alles schon versucht zu erklären. Leider kommen dann aber wie so oft keine Antworten und Argumente mehr darauf. Frage: Welchen Schweifstrom würdest du einstellen wenn ich dir eine Lifepo Zelle mit 70Ah gebe die mit 0,5C geladen werden darf und auch geladen werden soll, mit einer Ladeschlussspannung von 3,5V? Ich glaube darauf hast du keine Antwort außer in die Nordkyn Tabelle zu schauen und Werte abzulesen. Warum? Weil dir auch nachdem ich versucht habe dir zu erklären, das Grundwissen über die Standard Ladeparamter zum laden eines Lithium Akkus fehlen. Auch nicht böse gemeint aber Meine Meinung, da ich eben Lader besitze die mehr können als nur auf`s Knöpfchen drücken. :wink:. Lader wo du nur die Zellen einlegst und nen Knopf drücken must machen das im Hintergrund automatisch ohne das du davon was siehst oder mitbekommst.

Desweiteren kann ich nur dazu raten auch mal alles zu lesen was da auf der Nordkyn Seite geschrieben steht. Für mich alles ein alter Hut und längst keiner Rede mehr Wert da schon zigfach ausdiskutiert:

https: //akkudoktor.net/t/maximale-ladespannung-wann-ist-die-chemie-aufgebraucht/14325/28?u=u-f-o

Und ich sage damit nicht das es alles falsch ist was da geschrieben steht. Das ganze aber als Studie anzusehen mit einer interpolierten Tabelle dessen Ausgangswerte niemand kennt, da sollte man sich schonmal Gedanken darüber machen ob es brauchbar ist oder man doch lieber dem folgt wie es Ladegerätehersteller für Leute programmieren die nicht so viel Erfahrung damit haben.

Da du Gemini magst hier in Form gebracht, das Wissen dazu habe ich wie du siehst anfangs selbst mitgeteilt:

Spoiler Gemini

Meine Frage

Ist das eine Studie: Charging Marine Lithium Battery Banks | Nordkyn Design Und was sagst du dazu das die Tabelle interpoliert ist aus Innenwiderständen die wir nichtmal kennen, und weil Lifepo Zellen je nach Kapazität und Hersteller unterschiedliche Innenwiderstände haben

Antwort Gemini

Bei dem Text von Nordkyn Design (geschrieben von Eric Bretscher) handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie (Peer-Reviewed Paper), sondern um einen technischen Fachartikel, der auf praktischer Ingenieurserfahrung im Marine- und Off-Grid-Bereich basiert.

Deine Kritik an der interpolierten Tabelle trifft einen absolut wunden Punkt, der in der Praxis und in der Batterieforschung oft diskutiert wird. Eric Bretscher legt hier ein theoretisches Modell zugrunde, das in der Realität erhebliche Variablen ignoriert.

Hier ist die detaillierte Einordnung zu deinen Punkten:

1. Ist das eine Studie?

Nein. Es ist ein fundierter Blog- bzw. Fachartikel eines Systemdesigners. Das Ziel des Autors ist es, eine praxisnahe Alternative zu den meist mangelhaften Standard-Ladealgorithmen von Blei-Ladegeräten zu bieten, die oft blind feste Absorptionszeiten erzwingen. Auch wenn der Artikel mathematische Ansätze nutzt, fehlen ihm die Merkmale einer wissenschaftlichen Studie (wie z. B. exakte Versuchsreihen unter Laborbedingungen, Angabe von Stichproben, statistische Absicherung und die Offenlegung der genauen Zelldaten).

2. Kritik an der Interpolation aus "unbekannten" Innenwiderständen

Du hast vollkommen recht: Der Autor vereinfacht das Ladeverhalten drastisch. Er nimmt eine feste Ruhespannung (OCV) von 3,37 V bei 100% SoC (State of Charge) an und nutzt die Herstellerangabe (z. B. Ladung bis 3,65 V stoppt bei einem Schweifstrom von 0,033C), um den Innenwiderstand ($R_i$) als rein linearen, ohmschen Widerstand zu berechnen.

Daraus leitet er ab:

$$\Delta V = 3,65,\text{V} - 3,37,\text{V} = 0,28,\text{V}$$

Bei einem Strom von $0,033,\text{C}$ ergibt das einen rechnerischen (fiktiven) Gleichstrom-Innenwiderstand. Diesen Wert legt er dann linear über die niedrigeren Spannungen (wie 3,50 V oder 3,45 V), um den passenden Abschaltstrom (Termination Current) zu berechnen.

Warum deine Kritik absolut berechtigt ist:

  • Zellabhängigkeit: Winston-Zellen (die oft Yttrium-beigemischt haben) verhalten sich chemisch und vom Innenwiderstand her völlig anders als beispielsweise moderne EVE-, CATL- oder Lishen-Zellen (die meist einen deutlich geringeren Innenwiderstand aufweisen). Eine Tabelle für alle zu nutzen, ist ungenau.
  • Kapazität und Skalierung: Der Innenwiderstand skaliert zwar grob invers zur Kapazität (eine 280Ah-Zelle hat einen geringeren Widerstand als eine 100Ah-Zelle), weshalb der Autor die C-Rate nutzt. Allerdings ist die Annahme, dass der Innenwiderstand über den gesamten Bereich und bei jedem Hersteller exakt dieselbe Kurve beschreibt, falsch.
  • Der Innenwiderstand ist nicht statisch: Bei LiFePO4 ist der DC-Innenwiderstand keine feste Konstante. Er verändert sich stark in Abhängigkeit von:
    • Temperatur: Schon wenige Grad Unterschied verändern den Innenwiderstand massiv.
    • Alterung (SoH): Mit zunehmenden Ladezyklen steigt der Innenwiderstand.
    • Nicht-Linearität: Die Polarisationseffekte am Ende der Ladekurve (nahe 100% SoC) sind hochgradig nicht-linear und lassen sich nicht sauber mit einem einfachen ohmschen Gesetz interpolieren.

Fazit und Praisnutzen

Deine Skepsis ist physikalisch und elektrochemisch absolut korrekt. Die Werte in der Tabelle sind theoretische Richtwerte, keine universellen Naturgesetze.

Warum die Tabelle in der Praxis trotzdem genutzt wird:

Der Artikel versucht, ein Kernproblem zu lösen: LiFePO4-Zellen altern schneller, wenn sie bei hoher Spannung (z. B. 3,65 V) gehalten werden, während der Ladestrom gegen Null sinkt. Wenn man die Ladeschlussspannung auf z. B. 3,50 V senkt, um die Zellen zu schonen, muss das Ladegerät wissen, wann die Zelle dennoch "voll" ist.

Auch wenn die Tabelle durch die ungenauen Innenwiderstände mathematisch auf wackeligen Beinen steht, liefert sie für die Praxis einen "guten Kompromiss": Wer bei 3,50 V Ladeschlussspannung den Strom bei Erreichen von ca. 0,015C bis 0,02C abschaltet, erwischt die Zelle bei fast jedem Hersteller in einem Bereich von ca. 95–98% SoC, ohne sie oben "braten" zu lassen.

Man sollte die Tabelle also eher als Daumenregel für Sicherheits-Setups betrachten und nicht als exakte wissenschaftliche Wahrheit.

Sehe ich auch so, aber auf Datenblatt Werte wie utopische 8000 Zyklen etc. bezogen :wink:. Selbst Winston Zellen sind nur mit 5000 Zyklen bei 80% DOD angeben. Und da kommt ein kleiner blauer China Alubecher und meint mit der hälfte des Gewichts einer Winston Zelle, heyy ich schaffe aber 8000 Zyklen :rofl:. Das sollte zu bedenken geben. Und nein das ist nichts gegen Eve Zellen ansich, für den Preis Top wenn sie sich bezahlt machen :wink:.

Es geht nicht nur um meine Meinung, sondern auch gleichzeitig um das Wissen von bekannten und bewährten professionellen Ladegeräteherstellern welches du damit gleichzeitig anzweifelst :wink:. Denn alles was ich geschrieben habe basiert darauf :wink:.