Finanzielle Effizienz Förderung, CO2, Gebäudebereich

Bitte unterstelle mir nichts, von dem du nichts weisst.

Und wenn du es wissen willst: Ich bin gegen linken Extremismus, rechten Extremismus und grünen Extremismus. Wenn ich Extremismus bemerke, werde ich stinkig.

Entschuldige bitte.

Diese Fragen sehe ich aber eben öfter und mittlerweile reagiere ich darauf bischen über-sensibel.

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Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Marktwirtschaft macht eben keinen Spass wenn man auf der falschen Seite eines Angebotsoligopols ist. Ich habe bisher von keiner Partei gehört die daran gerne etwas ändern würde. Insofern wirds wohl so bleiben bzw. noch teurer werden.

Ich hatte 3 Heizungsbauer in den letzten Monaten hier. 2 mit so einem Porsche Geländewagen, einer mit einem BMW X7. Ich denke das erklärt woher die Preise kommen. Achja und sie wollen alle >50k€ nur für Wärmepumpe, WW-Speicher und Einbau.

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Kann mir jemand mal sachlich, ohne ideologischen Hintergrund und verständlich erklären, was genau die Energiewende sein soll?

Was ich weiß:

  • Es werden und wurden für viele Milliarden LNG-Terminals gebaut. Pipeline-Gas will man nicht mehr. (wertungsfrei).
  • Parallel dazu wird die Abschaltung der Gasnetze angestoßen und umgesetzt, was für die verbleibenden Gaskunden zu einer erheblichen Verteuerung führt (bis zum 10-fachen).
  • Parallel dazu werden aber Gaskraftwerke gebaut. Die Kosten werden aber auf die Strompreise umgelegt.
  • Diese sollen auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Der wird aber auch in nächster Zukunft nicht bezahlbar zur Verfügung stehen.
  • Gleichzeitig wird unglaublich viel Geld in Form von Förderungen an, i. d. R. gut situierte Bundesbürger für Modernisierung und Wärmepumpen verteilt. Je höher die Investition, um so höher die Förderung.

Bis hierhin verstehe ich das Gesamtkonzept ehrlich gesagt nicht. Folgende Fragen:

  • Was ist mit der Industrie? Stahl kann ich nicht mit einer Wärmepumpe schmelzen.
  • Was ist mit den Menschen, die trotz Förderung nicht die 5-stelligen Beträge für Modernisierung haben und weiterhin mit Gas heizen müssen? Sind uns die egal wenn sie ihre Existenz verlieren?
  • Was ist mit den vielen Menschen in Mietverhältnissen, die sich nicht aussuchen können, wie geheizt wird? Und die das nicht bezahlen können werden?
  • Wenn der Wärmepumpen-Markt gesättigt ist, was machen dann die ganzen Firmen die sich momentan eine goldene Nase verdienen? Die leben dann von einer jährlichen Wartung für 250 €?
  • Wie groß ist der Effekt des ganzen? Wenn wir vorher für 2 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind, wieviel sind es hinterher? 1,7 %?

Habe ich das falsch verstanden oder entspricht das dem Iststand der Energiewende und entspricht das so den allgemeinen Vorstellungen?

So ungefähr. Das Problem ist eher zu denken, dass wenig Auswirkung nichts bedeuten würde.

Beispiel:
Sich für 40 000€ eine Heizung kaufen. Ist kaputt, was kostet die Nächste?
Anders:
Haus für 40 000€ mit Kühlhausplatten dämmen. Danach ist die Heizung fast vollkommen egal, da reichen sogar Elektroheizungen für die letzen paar kWh.

Besser: Haus dämmen UND eine effiziente Heizung. Nun kannst du schreiben: Aber das Geld hat man nicht… Was passiert dann also, wenn die Heizung mal kaputt geht? Kann man dann ausziehen? Also muss man das Geld haben. So oder so. Das kann man dann so lösen: Billige Heizung, teure laufende Kosten. Oder Kredit aufnehmen, Teure Heizung, billige laufende Kosten + Kredit.

Weiterhin mit 1% Anteil der Weltbevölkerung für 2%, weil der Rest auch nicht die Hände in den Schoß legt.

Genau den Punkt verstehe ich nicht. Wir haben bereits die höchsten Strompreise. Durch den Neubau der Gaskraftwerke und Stillegung der Gasnetze, deren Kosten auf die Strompreise umgelegt werden, wird es nochmals teurer.

Ist das nicht eher eine Entscheidung zwischen viel oder sehr viel bezahlen?

Wenn man nur die 40.000 € einer Wärmepumpe nimmt sind das über 21.000 kWh mit Heizöl für 20 Jahre. Dazu müsste man noch die Stromkosten für die Wärmepumpe draufrechnen.

Mir geht’s nicht ums schlechtreden, ich würde es nur gerne verstehen.

Kannst du das nochmal erklären?

Selbst die Deutsche Umwelthilfe verlangt eine grundlegende Änderung der Förderung:

"Wärmepumpen werden im Europäischen Ausland deutlich günstiger verkauft und eingebaut. Dort kann beim Einbau einer Wärmepumpe mit Preisen deutlich unter 15.000 Euro gerechnet werden – ohne Förderung."

Das sagt doch eigentlich alles.

Und wenn es jetzt bei 15.000€ Einbaukosten vor Förderung noch 7000€ Förderung gäbe, dann würde der Endkunde noch 8000€ bezahlen.
Das ist doch dann ein realistischer Preis und dann würden die Wärmepumpen auch "weggehen wie geschnitten Brot".

Dumm ist nur, dass dann "Altkunden", die noch 40.000€ bezahlt haben sich verständlicherweise abgezockt fühlen.

Und zum Thema "Einbau-Kompetenz". Die Installation von Monoblöcken ist wahrlich kein Hexenwerk mehr. Das ist doch alles modular heutzutage. Der Unterschied in der Einbau-Komplexität zur Gasheizung ist doch sehr klein. Es wird kein Kälteschein benötigt. Kein Kamin, kein Gasanschluss, dafür eine Kernbohrung in der Außenwand. Und das Fundament kann doch auch einfacher ausfallen. Im Ausland geht das doch auch "einfach". In meinen Augen also absolut vergleichbar.

Interessant ist auch dieser Artikel:

https://www.heise.de/news/Mit-Spass-zur-Energiewende-Waermepumpen-Partys-liegen-im-Trend-11102973.html

Hier steht:
Wärmepumpe auf Maker-Art
Dass die Installation einer Wärmepumpe kein Hexenwerk ist und auch von handwerklich geschickten Maker eigenständig durchgeführt werden kann, zeigen wir in mehreren Artikeln in Make....

Also, warum nicht auch die Förderung für "DIY-Maker" gewähren?

Oder als "Bierdeckel-Vorschlag" (*):
Es gibt die Förderung für jeden stillgelegten Gasanschluss.
Mit der Gas-Abmeldebescheinigung gibt es 7000€ Förderung.
Und dann hat jeder selber die Wahl im DIY eine 3.000€ Wärmepumpe einzubauen oder halt sie für 15.000€ einbauen zu lassen.

(*) Der Bundeskanzler Merz hat doch vor vielen Jahren verlangt, dass die Steuerklärung auf einem Bierdeckel durchgeführt werden kann. Das muss doch auch für die GEG-Förderung gehen.

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Wenn alle in gleichem Maß dazu beitragen, dass das Klima nicht völlig aus dem Ruder läuft, dann ändern sich auch die Anteile an der verbleibenden CO2 Emission nicht.

Fände ich auch gut! Besser als auch noch 1000€ für die Stillegung zu zahlen …

Irgendwann musst du immer investieren. Du kannst thermische Sanierung und Heizungstausch aufschieben. Irgendwann nicht mehr. Und je länger das dauert, desto teurer wird das werden. Auch alle Energien. Egal welche.

Für mich, aber das ist meine persönliche Meinung und keine Allgemeingültigkeit: Ob ich nun 1000 oder 1200€ bezahlen muss macht den Braten nicht fett p.a. Aber so habe ich nicht direkt was Fossiles am laufen. Ich muss auch nichts beschaffen. Habe keine anderen Netzgebühren etc.pp.

Und der zweite wichtige Punkt ist für mich, dass wir nicht mehr 10 000kWh in die Umwelt blasen, sondern letzten Endes nur 2500kWh. 2500kWh Strombezug und wegen der Wärmepumpe wird die Umweltwärme reingezogen, die dann über die Wände/Decken/Boden wieder nach außen gehen. Ergo nur 2500kWh raus statt 10 000kWh.

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Hast du dir zufällig mal angeschaut, wie das in England umgesetzt wurde?

Ja gut, da bin ich deiner Meinung. Aber das funktioniert leider nicht. Sonst würden die CO2 Emissionen nicht steigen. Jetzt kann man natürlich argumentieren, ohne Wärmepumpe, PV und Windkraft wären sie noch viel drastischer gestiegen. Aber das ändert nichts daran das sie steigen.

Diese Ländervergleiche bringen nichts wenn die Voraussetzungen nicht gleich sind. Wo das Sozialsystem schlechter ausgebaut ist gibts auch mehr Handwerker.

Ähnlich wie Vergleiche von Deutschland mit kaum besiedelten Ländern oder Ländern mit 12 sonnigen Monaten pro Jahr oder Inseln wo es das ganze Jahr über windig ist oder gebirgigen Ländern mit viel Wasserkraft.

Sachlich und recht umfangreich:

Ansonsten: Bitte diesen Thread hier nicht mit Grundsatzfragen belasten. Unsere Erfahrung als Moderatoren ist, dass das stark vom eigentlichen Thema ablenkt. Wenn du darüber diskutieren willst, mach einen eigenen Thread auf. Wenn wir dort merken, dass es aus dem Ruder läuft, schließen wir recht zügig. Nach unserer Erfahrung eskalieren solche Themen schnell.

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Wenn du dir damit die immensen Preisunterschiede für ein und das selbe Produkt erklärst, ok. Ich sehe das anders.

Wie erklärst du sie dir denn?

Das meiste wurde schon genannt.

  • Mehrwertsteuer
  • Bürokratie
  • Gesetzliche Vorschriften
  • Anreize durch die Energieversorger

Es nützt ja nichts, wenn man sich nur die Ergebnisse anschaut kann man nichts anderes feststellen, als das es da wohl zweifelsfrei besser umgesetzt wurde, oder?

Fachkräftemangel höre ich seit 30 Jahren. Dann also auf die nächsten 30 Jahre?

Hier der Artikel zu den Preisen in England:

https://www.chip.de/news/haushalt-garten/waermepumpe-fuer-9-000-euro-so-geht-die-england-strategie-auch-fuer-deutschland-auf_2bfd1e1b-2249-4da6-86a3-7ded3f845aca.html

Die Stundenlöhne für Handwerker sind in Großbritannien vergleichbar mit denen in Deutschland

Und auch in Frankreich geht es billiger:

Und die grundlegenden Regularien gelten doch EU weit.
Warum also geht es in England und Frankreich einfacher? Es ist ja jetzt nicht so, dass in England/Frankreich reihenweise die Häuser durch "WP-Schaden" abfackeln.
Und trotzdem beharren wir darauf, dass unsere Deutschen Standards den Mehrpreis von 15.000€ rechtfertigen. Und das wird dann einfach so akzeptiert.

Ich hab jetzt letztens mit einem Freund Kupfer-Rohre mit Pressfittingen und einer elektrischen Pressbacken-Pistole verlegt: Total einfach und narrensicher. Früher mussten Stahlrohre geschweißt werden. Heutzutage ist das DIY-Niveau.

Wir müssen runter von unserem hohen Ross.
Wir werden ansonsten die wirtschaftlichen Umwälzungen in der Welt nicht überleben.

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