Finanzielle Effizienz Förderung, CO2, Gebäudebereich

Ich brauch mal eure SACHLICHE Hilfe:

Basierend auf der R32-Thematik hab ich mir ja jetzt viele Gedanken gemacht zur "Gesamtsituation" im Gebäudesektor und zu den "Zahlen" (Statistiken), die ich im Internet gefunden habe.
... und ich bin total verwirrt und würde das mal gerne auf der SACHLICHEN Ebene besprechen.
Bitte also keine Polemik und allgemeine Schimpfereien. Das bringt nix.
Es geht jetzt erst mal um einen nüchternen Blick auf die Zahlen.

Also:

  • In Deutschland gibt es ca. 10 Mio Einfamilienhäuser.
  • Jeder Haus emittiert ca. 1 tonne CO2 pro Jahr.
  • Das macht 10 Mio tonnen CO2 / Jahr durch Einfamilienhäuser
  • Der Gebäudesektor emittiert ca. 100 Mio tonnen CO2 pro Jahr.
  • Einfamilienhäuser machen also "nur" 10% der CO2 Emissionen aus.
  • Durch das GEG wird für jedes "Haus" eine Wärmepumpe mit 50% von 30.000€ = 15.000 gefördert.
  • Wenn also jetzt alle 10 Mio Häuser umgestellt würden, dann würde das 150 Milliarden € kosten.

Das sind alles natürlich nur grobe Zahlen. Aber sie geben halt einen Eindruck der Situation.

Also durch 150 Milliarden € Förderung für Wärmepumpen würden wir den CO2 Ausstoß im Gebäudesektor um "nur" 10% reduzieren?

Wo stecken denn jetzt die anderen 90% CO2 Ausstoß im Gebäudesektor?
Und könnten wir mit 150 Milliarden € nicht mehr einsparen, wenn wir z.B. öffentliche Gebäude sanieren würden?
Alle Schulen in meiner Umgebung sind aus den 70er/80er Jahren mit Waschbetonfassade und großen Alu-Fenstern und der damals typischen "Leichtbauweise" mit Rippen-Heizkörpern. Im Jugendhaus verbrenne ich mir die Finger an den Heizkörpern.

Kennt ihr Quellen, die die Wirtschaftlichkeit von Fördermaßnahmen im Gebäudesektor hinterfragen und darstellen?

Interessante Fragestellung! Was ich mich bei Deinen Zahlen frage:

  • Was ist mit anderen als Einfamilienhäusern? Erklärt das schon eine guten Teil der Differenz?
  • 1000 kg CO2 pro Haus und Jahr kommt mir recht wenig vor. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, wären das etwa 450 Kubikmeter Erdgas oder rund 5000 kWh.
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Es wurde ja schon erwähnt dass es sich nur um sehr grobe Zahlen handelt, anders ist eine solche überschlägigge Betrachtung natürlich m.E. auch gar nicht möglich. Aber darin liegt halt auch eine starke Unschärfe und jede Menge Fragen zu den Rahmenparametern und Annahmen die getroffen wurden. Die Kategorie EFH wird da ja noch unterteilt in Doppelhaushälften, Reihenhäuser und freistehende EFH. Gas ist nich gleich Gas, wie viel Haushalte heizen mit H Gas, wie viele mit L Gas oder Flüssiggas usw. der Ausstoß an C0² ist hier variabel. Wie viele Gasheizungen sind schlecht eingestellt, nicht gewartet und haben damit einen höheren CO² Ausstoß als nötig? usw. Wobei ehrlicherweise die letzten Punkte für eine grobe Übersicht vielleicht gar nicht so wichtig sind.

Welcher Verbrauch von Erdgas wird denn bei der 1t CO² pro EFH/Jahr angenommen?

Wenn ich das anhand unseres Falls mit unserem freistehenden 116m² EFH mit 55m² beheiztem Nebengebäude aus den 60ern, auf dem Land (nicht in einem wärmeren Speckgürtel einer größeren Stadt) rechne, dann komme ich bei unseren bisherigen 19-20.000kWh Ergasbedarf (der Erdgasbedarf ist ja auch nicht der reine Heizbedarf) und einem angenommenen, durchgängig konstant bleibendem Heizwert von Erdgas von 10kWh/m³ auf 3,8 - 4t CO² pro Kalenderjahr.

Das halbiert sich natürlich schon mal wenn man einen gewissen Dämmstandard annimmt der den Verbrauch unter gleichen Wohnbedingungen um 50% auf “nur” 10.000kWh reduziert. Aber selbst halbiert sind das immer noch wesentlich mehr als 1t CO² pro Jahr.

Funfact in unserem Fall: Nach aktuellen Hochrechnungen wird die energetische Sanierung die wir gerade in Eigenleistung durchführen tatsächlich rund 50% an Heizbedarf einsparen - was uns natürlich mega freut.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin vollkommen auf der Seite die sagt, das die 150milliarden Euro durchaus viel eher für sog. low hanging fruits ausgegeben werden sollten. Also für Sektoren bei denen für den gleichen, oder weniger, finanziellen Einsatz ein Vielfaches an CO² hätte eingespart werden können.

Es gibt ja schon lange Stmmen die sagen, dass der Wohngebäudesektor insgesamt einen viel zu niedrigen Anteil am CO² Gesamt-Ausstoß hat als das es sich wirklich lohnen würde daran mit hoher Priorität etwas zu ändern. Aber der Sektor ist meiner Meinung nach mit am leichtesten unter Druck zu setzen. Das sehen wir selbst live, jedes Jahr wenn die Energieabrechnungen kommen. Ein Industriezweig der u.A. auch durch die Luftsteuer finanziell unter Druck gesetzt wird, kann da viel eher das Land verlassen und seinen Standort dort aufbauen, wo Luft nicht besteuert wird - übrigens, sauberer wird die Produktion dadurch natürlich auch nicht.

Auf Basis deiner Zahl (10millionen Tonnen, wobei ich sie für zu gering halte) stößt allein der Verkehrssektor 16x mehr CO² aus als der EFH Sektor. Und immer noch 3x mehr als die Stahlindustrie. Auch die Stromerzeugung schlägt hier auf Basis deiner Zahlen mit mehr als dem 17fachen zu Buche.

Stimmt:
der mittlere Energieverbauch 130 kWh/m^2a und im Mittel haben die Häuser 150m^2
Macht also 20.000kWh macht ca. 4tonnen / Jahr und nicht eine tonne.
Dann machen die Zahlen auch mehr Sinn.
Dann machen Einfamilienhäuser 40% der CO2 Emissionen aus.
Aber dennoch... 150 Milliarden Euro für 40% Einsparung.
Geht es nicht auch wirtschaftlich effizienter? Gibt es hier auch eine Studie, die diesen Aspekt beleuchtet?
Ich weiß nur, dass die Kommunen auf einem Berg an alten unsanierten Gebäude sitzen und für energetische Sanierung kein Geld da ist. Der Bund gibt aber viel Geld aus für GEG-Förderung.
Wäre es sinnvoll GEG-Geld vom Bund an die Kommunen zu geben für die Sanierung der öffentlichen Gebäude? Gibt es dazu Untersuchungen?

Ich hab eben mal gesucht, wie hoch der Anteil der Gebäude an unseren CO2 Emissionen ist, und das sind wohl satte 30%, also alles andere als ein kleiner Teil:

Hier noch was zum Strom&Wärmebedarf kommunaler Gebäude gefunden: BMWE | Gebäude in Kommunen: Energetisch sanieren, Ausgaben verringern

“Für die Strom- und Wärmeversorgung ihrer Gebäude geben Kommunen jährlich rund 3,8 Milliarden Euro aus”.

Fördermittel für energetische Sanierungen kommunaler Gebäude können ja zumindest etwas mit helfen, die Gebäude überhaupt zu sanieren.

In vielen Schulen sind die Toiletten nicht oder kaum noch zu benutzen. Könnte man dann nicht vollständig auf die Beheizung verzichten? Wie viel CO2 würde das bundesweit einsparen?

Nach der Heizenergie kommt die graue Energie, die vor allem im Beton steckt. Das macht ungefähr 1/5 der gesamten Treinhausgasemmissionen im Bausektor aus. Weil bei der Herstellung vom Zement viel Energie benötigt wird. Zudem ist das Recycling von Beton, und auch die Wiederverwendung von Betonbauteilen sehr schwierig.

Das Einfamilienhaus steht die letzten Jahre auch immer mehr in der Kritik, und soll ja in der Zukunft immer unattraktiver gemacht werden. (noch mehr Infos)

Aha, Du bist mit Dagobert Duck verheiratet? 35.000€ dürfte für nicht wenige Menschen das Nettoeinkommen eines Jahres sein. Wenn die Hütte dann noch nicht abgezahlt ist und vielleicht noch Kinder groß gezogen werden.

Ich habe auch Einrohr in einem Reihenmittelhaus. Normal ist das halt für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt. Passt dann schlecht zur WP.

Heizkörper oder Ventile tauschen geht auch schlecht weil sich dann die Hydraulik ändert

Ich habe vor Jahren mal das EG auf Zweirohr umbauen lassen. Das OG ist weiterhin Einrohr.

Mit der existieren Heizung kann man prüfen wieweit man mit der Vorlauftemperatur runter kann bis man anfängt zu frieren. Dann kann man sagen ob WP im Prinzip geht. Ich bin mit Gasheizung auf knapp über 50° VL bei NAT. Das würde gehen, ist aber nicht richtig gut für eine WP

Vorteile bei Einrohr sind das man normal einen höheren Volumenstrom hinbekommt und auch ohne Speicher fürs abtauen arbeiten können sollte.

Umbauen werde ich das aber erst in ein paar Jahren

siehe auch:
https://akkudoktor.net/t/aw-midea-xtreme-save-blue-mit-r290-und-3-5-kw/34003/3?u=detlef_mannheim

Bei angenommenen 100 Heiztagen spare ich für MEIN HAUS fast eine tonne CO2/Jahr.
Das macht bei einer Investition für zwei Klimaanlagen von 4000€ eine "Wirtschaftlichkeit" von "ca. 4€/kgCO2/Jahr.

Ich kann natürlich auch für 40.000€ eine "große Wärmepumpe" einbauen lassen.
Das ergibt dann eine Wirtschaftlichkeit von 40€/kgCO2/Jahr.

Oder andersrum: Wenn ich mit CO2-freiem Öko-Strom heizen würde von 30Cent/kWh, dann könnte ich für 40.000€ 10 Jahre lang mein Haus rein elektrisch heizen.

Jetzt werdet ihr sagen: Ja, der Energieverbrauch meines Hauses ist ja so gering.
Ja, aber das ist ein typisches 1980 SÜBA-Haus. Und in meinem Wohngebiet stehen hier hundert solche Häuser. Und die haben schon neue Fenster und eine 30cm-Poroton-Wand. Und es sind überwiegend Mittel-Häuser. Nicht optimal, aber ganz ok.

Und jetzt wird die in absehbarer Zeit die Gasleitung stillgelegt.
Und die ganzen Häuser bekommen jetzt eine teure Wärmepumpe verpasst mit 15.000€ Förderung oben drauf.
Und das ganze für "minimale" CO2 Einsparungen.

Irgend jemand hat oben geschrieben, dass wir uns auf die "Low Hanging Fruits" konzentrieren sollten.
Genau! Und das ist halt nicht die "große Wärmepumpe" für ein Haus von "mittlerem Standard".
Für so einen Unfug sollte es überhaupt keine Förderung geben. Die Wirtschaftlichkeit ist einfach nicht gegeben.
Stattdessen sollte das begrenzte Fördergeld dort eingesetzt werden, wo es maximale CO2 Einsparung bringt.
Und ich bin entsetzt, dass die Wirtschaftlichkeit bei der Förderung wohl überhaupt keine Rolle spielt. Und ich hoffe das ändert sich bald. Denn das Förder-Geld ist begrenzt und gegenwärtig verplempern wir es.
Das erste, was ich machen würde, ist die GEG Förderung abschaffen. Und dann noch mal neu anfangen und Wirtschaftlichkeitsaspekte mit einfließen lassen.

Vielleicht gibt es ja hier auch einen politischen "Einfluss" bei den Admins...

Ich drehe für dich das ganze Thema rum.

Wärmepumpenstrom mit allen Kosten (Steuer, Netz etc.) für 10ct die kWh.
Warmwasser über Strom 10ct die kWh.
E-Auto-Strom mit allen Kosten für 20ct die kWh und überall Steckdosen zum laden. STECKDOSEN.

DAS ist die Förderung. Sonst nichts. Die Leute würden sich die Köpfe einschlagen.

Nur ein Sektor als Beispiel: Containerschiffe.

CO2-Ausstoß im Schnitt 200 t. Nicht pro Jahr, pro Tag. Macht bei 6000 Containerschiffen 438.000.000 Tonnen CO2-Ausstoß/ Jahr. Wenn man jetzt den Flugverkehr dazu nimmt, die Beleuchtung in Las Vegas :grin:, die Stahlindustrie, die Erhöhung durch KI und Krypto usw. usw., dann sieht man, das deine Tonne Einsparung egal ist. Aber teuer erkauft. So löst man das Problem nicht. Damit meine ich nicht dich, allgemein.

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Energieeffizienz in Zahlen | BMWE Seite 67 des PDFs: 36% des Energieverbrauchs sind dem Gebäudesektor zuzuschreiben. Das läßt sich nicht ignorieren, wenn man vorankommen will.

Genau.

Und nachts kommt der Strom woher?

Das ist völlig egal. Weil selbst wenn der Strom fossil hergestellt wurde, ist der Verbrauch geringer als bei einem Verbrenner-Wagen.

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Deine Rechnung übersieht da par Fakten.

Wenn du eine WP selbst einbaust so fallen dort nur die Kosten für die Wärmepumpe und das Material ein. Meine Kosten für eine 5kW WP + Material im DIY beliefen sich auf ca. 5000 €.

Ich hätte eine Förderung bekommen. Die Heizungsbauer verlangten durchschnittlich ziemlich exakte 30000€ von denen ich 15000€ gefördert bekommen hätte. Also: 15000€ bekommt der Heizungsbauer vom Staat und 15000€ von mir für einen Materialwert von 5000€. Die Gesellschaft bezahlt also 25000€ an den Heizungsbauer. Das sind ca. 16% reale Förderung der Wärmepumpe. Von den 150Mrd€ werden somit nur 24Mrd.€ in die Wärmepumpen investiert und 126Mrd € in die Wirtschaft. Davon werden Lohnsteuer, Gewinnsteuer, Umsatzsteuer usw. an den Staat wieder abgeführt. Des weiteren verdient eine komplette Wirtschaft damit ihren Lebensunterhalt. Die Löhne werden zu >60% direkt wieder ausgegeben wodurch wieder Steuereinnahmen des Staates eine Folge sind. Man kann also davon ausgehen das von den 126Mrd € ein Großteil wieder beim Staat landen.

Jedes Jahr importiert DE für > 81Mrd. € fossile Brennstoffe. Entgegen der obigen Investition sind das aber Konsumausgaben. Nicht DE profitiert davon sondern die Erzeuger. Also

  • 81Mrd. € jedes Jahr an Kosten für Brennstoffe
  • 24Mrd. € als Einmalinvestition im ersten Jahr in Wärmepumpen
  • Stromkosten bei 20MWh Heizleistung pro Haus und 0.25€/kHh sollten ca. 12.5Mrd € sein
  • sind schon im 1. Jahr eine Einsparung um 44.5Mrd €
  • die nachfolgenden Jahre sind es 68.5Mrd € pro Jahr

Auch diese Rechnung ist wie deine grob überschlägig zeigt aber das mit Basis deiner Daten sich Wärmepumpen nun sehr schnell rechnen und eine sehr sinnvolle Investition sind. Es wäre sogar besser wenn der Staat kostenlos diese Technologie einbauen lassen würde und dabei über strengere Kontrollen die Ausgaben effektiver lenkt. Denn die nun gesparten Heizkosten jedes Einzelnen werden die Kunden wieder ausgeben. Zu einem großen Anteil durch Konsum und dieser fließt wiederum in den Handel und Wirtschaft und damit schlußendlich zum großen Teil als Steuern wieder zum Staat zurück. Also, selbst wenn der “kostenlose” Einbau einer WP durch den Staat im ersten Moment sich schlecht anhört so ist exakt das Gegenteil der Fall. Denn es sind echte Investitionen mit einer hohen Rendite, egal ob dies ein Staat tätigt oder eine Privatperson. Und exakt darauf kommt es an. Das Schöne ist nämlich das es ökonomisch sinnvoll ist und gleichzeitig eine hohe ökologische Sinnhaftigkeit hat.

EDITH: nicht berücksichtig dabvei sind folgende strategisch wichtige Folgen:

  • diese Investitionen fördert neue Technologie
  • damit Hersteller in Deutschland dieser Technolgie
  • damit den Binnenmarkt und Exportmarkt
  • führt zu größerer Unabhängigkeit von Herstellern fossiler Brennstoffe
  • man gewinnt größere Freiheiten in politischen Entscheidungen
  • reduziert den dauerhaften Verbrauch wertvoller Resourcen, denn auch fossile Brennstoffe sind zB. in der chemischen Industrie wertvolle Rohstoffe die oft nicht einfach und kostengünstig zu ersetzen sind
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Sollte man aber auch nicht so verstehen, das man 36 % einsparen kann. Wir können ja nicht zaubern und plötzlich sind es nur noch 18 %, das Potenzial ist wohl wesentlich kleiner. Außerdem ist das einzige was sich ändert die Zeit. Es dauert etwas länger bis der gleiche CO2-Ausstoß in der Atmosphäre landet. Ganz davon abgesehen das parallel neue Technologien entstehen, welche die Emission global erhöhen.

Ich sehe da irgendwie kein Gesamtkonzept.

Na ja, von selbst und von heute auf morgen passiert nichts … Aber die Hände in den Schoß legen und auf eine “technologieoffene” Wunderlösung vom Weihnachtsmann setzen, bringt es halt auch nicht. Wir haben unser RMH mit Dämmung, neuer Heizung und KWL von 17000 kWh Gas nur für Heizen auf 6000 kWh Gas inkl. WW gebracht und jetzt mit den beiden Splitklimas statt der Gastherme wird der CO2 Ausstoß nochmal deutlich runter gehen.

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Ich verstehe all die wirtschaftlichen Betrachtungen im größeren Maßstab.
Und mit dieser Betrachtung wird die GEG-Förderung immer als "großes Glück" verkauft.

Das Problem ist nur, dass wir das Geld nur einmal haben und nur einmal ausgeben können. Der Eigenheimbesitzer kann entweder eine Wärmepumpe einbauen oder ein E-Auto von VW kaufen.
Und der Staat kann entweder das Geld in das Heizungs-Handwerk stecken oder halt für Erzieher und Lehrer ausgeben oder Brücken sanieren oder neue Schulen bauen.
Oder halt Schulden machen.

Wir tun gerade so, als ob wir hier Geld "drucken könnten" und wirtschaftliche Betrachtungen zweitranging sind.

Ja, wir sollten den Import fossiler Energieträger reduzieren. Aber bitte mit wirtschaftlicher Betrachtung. Minimaler Einsatz für maximalen Effekt.
Und die "Minderausgaben" für wirtschaftlich sinnvolle CO2-Einspartung sollten dann in neue und energieeffiziente Schulen gesteckt werden. Auch das bringt Arbeitsplatzsicherung direkt vor Ort.

Und die Technologie ist ja vorhanden, leider in Asien. Und macht es jetzt Sinn asiatische Wärmepumpen mit deutschem Label zu fördern? Die grundlegende Technik für WP ist ausgereift und wird millionenfach in Skandinavien und Asien eingesetzt. Da gibt es keine sinnvollen Investitionen in diese Technologie in Deutschland mehr. Der Zug ist abgefahren.

Das freut mich für euch und das würde ich auch niemals kritisieren, diese Ambition ist eben gut.

Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben (damit meine ich nicht dich), das das auch nur ansatzweise das globale Problem löst. Es besteht weiterhin und verschlimmert sich rasant. Es gibt Prognosen das der Energiebedarf nur der KI in den nächsten 5 Jahren 11x höher als heute sein wird. Das ist nur eine Branche von vielen.

Jeder soll das so halten wie er will und ich freue mich für jeden der seine Projekte erfolgreich umsetzt. Es ist aber Realität das man damit nicht die Welt rettet. Wenn man das ein bisschen trennt kann das nicht schaden, finde ich.