Ferienwohnung - DLE oder BWWP?


Moin Leute, ich klinke mich mal bei diesem Thema ein. Wir sanieren ein altes Haus und nun geht es um die Warmwasserversorgung. Wir schwanken zwischen einer Brauchwasserwärmepumpe (Daikin Altherma M HW 200 Biv) mit Hygienespülung Pure Kemper1, also 200 Liter Speicher und Durchlauferhitzern. Das Gebäude (Nutzfläche ca. 200qm) soll der Ferienvermietung für 6-8 Personen zugeführt werden. Es sollen insgesamt 3 Bäder und 2 Küchen versorgt werden. Die 3 Bäder haben jeweils eine Dusche und ein Waschbecken. Ein Bad hat noch zusätzlich eine Badewanne. Küchen=einfache Spüle. Das Haus wird kernsaniert, das heißt, wir haben freie Bahn in Sachen Elektrik und Wasserleitungen. Der E-Hausanschluss müsste bei Anwendung von DLH höchstwahrscheinlich neu dimensioniert werden, weil es ein einfacher Hausanschluss ist. Das wurde bereits angedeutet, aber ich weiß leider nicht, was das kosten würde. In den Abwägungen spielt das aber schon ein Rolle. Wisst ihr, was das in etwa kosten würde?

Zu folgenden pro und contras bin ich im Moment gekommen:

Durchlauferhitzer

pro:

  • warmes Wasser sofort verfügbar
  • deshalb: weniger Abwasser (Sammelgrube)
  • kein Legionellenproblem
  • geringere Anschaffungskosten
  • geringe Wartung
  • lange Lebensdauer

contra:

  • Höhere Strom-Verbrauchskosten?
  • Nachrüstung Anschluss zum Haus? Was kostet das?

Brauchwasserwärmepumpe

pro:

  • geringere Verbrauchskosten (Ersparnis 50%?)
  • keine Nachrüstung Anschluss zum Haus
  • Entfeuchtung Keller (Gebäude ist teilunterkellert)
  • Unterstützung Solar möglich, ist im Moment aber Zukunftsmusik.
  • keine „Kiste“ im Bad

contra:

  • Energieverluste, wenn nicht bewohnt
  • Zirkulation, Hygienespülung notwendig
  • Dauert länger bis Warmwasser kommt?
  • Legionellen
  • Wartungskosten
  • Höhere Ausfallwahrscheinlichkeit
Nur am Rande: Das Haus soll mit einer Klimasplit-Anlage beheizt werden. Auch in den Bädern. Abwasser landet in einer 12Kubik Sammelgrube.

Es kann gut sein, dass das Haus im Winter auch mal 4 Wochen leer steht, aber das weiß man natürlich vorher nicht. Unsere Haustechnikfirma installiert aktuell Wasser und Abwasser neu und tendiert zu einer BWWP (im Keller unter einem Bad) und ich muss sagen, dass er auch sehr bemüht ist und einen wirklich sehr kompetenten Eindruck macht. Ein guter Typ und er ist auch offen für DLE.

Die Kosten für BWWP mit Hygienespülung, Abluftsystem und Montage beträgt ca. 5k.

Nun erhoffe ich mir von euch noch etwas Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Lieben Dank schon mal an die Community.

Wie sollen 200l bei 8 Personen als Ferienwohnung funktionieren?

Energieverbrauch kann egal sein, bezahlen eh die Mieter.

Nur 3 DLE bekommst du auch nicht trivial installiert, weil die sich gegenseitig sperren. Installiert schon, nur kann immer nur einer Duschen.

Man sollte sich mit Auslegungsregeln für WW Versorgung bei den Anforderungen auseinandersetzen. Weiß die Haustechnikfirma nicht, wie man so etwas macht?

@jupps

Also ich habe einen DLE für das Bad. Warum? Weil da halt früher ein Boiler war und der DLE weit weniger Platz wegnimmt und viel bequemer ist. Ich werde den DLE auch behalten. Trotz Solar. Ich muss nicht auf jedes Quentchen Strom sparen. Die Kosten wären mit Wärmepumpenboiler gewiss geringer. Aber ob er sich auf lange Sicht wirklich so groß rentiert? Ich wage es zu bezweifeln. Wir nutzen im Sommer viel die Gartendusche. Das schmälert die Ersparnis eines Wärmepumpenboilers bei uns.

Bei einem Ferienhaus das nicht immer voll belegt ist würde ich auch eher zum DLE greifen. Alleine wegen der Wartungsfreundlichkeit. Man muss praktisch gar nichts tun. Was brauchst du da groß dafür? Halt eine Zuleitung für den DLE. Was ist denn ein "einfacher Hausanschluss" ? Ein 18 kW DLE wird ja schon gut ausreichen.

@thaistatos

braucht es 3 DLE? Also mein DLE versorgt aktuell locker 2 Duschen. Er ist auf 42 Grad eingestellt. Von der Wassermenge reicht es locker. Sind Wassersparköpfe von Grohe verbaut.

Das weiß ich leider nicht genau. Muss ich nachfragen. Es wurde nur gesagt, dass der Anschluss für mehrere DLE nicht genügt. Es müsste dann ein neuer Hausanschluss verlegt werden. Daher kam auch die BWWP ins Spiel.

Gute Frage, das werde ich bedenken. Was ist dann, wenn parallel geduscht wird?

erzielst du bei Ferienvermietung keine Einnahmen? Darin sollten doch Energiekosten enthalten sein, Prinzip Warmmiete.

Übliche Hausanschlüsse sind, meine ich, für 15kW ausgelegt. Auf Anfrage bekommt man einen DLE genehmigt, also ca. 30kW. Mehr gibt auch ein Zähler/Vorsicherung gar nicht her.

Wenn man alles komplett neu macht, könnte man auch 3 Zähler setzen lassen, dann müsste evtl. jeder Zähler bis zu 30kW bekommen können, hängt aber vom Zählerschrank (kann der 3 Zähler?) und Hausanschluss ab. --> Elektriker fragen.

Was heißt neuer Hausanschluss? Legen die eine komplett neue elektrische Leitung ins Haus? (nicht die Leitungen vom Sicherungskasten zur Wohnung)

hier ein paar Angaben:

bei zwei Duschen mit jeweils 7,5l/min und 5° Eintrittstemperatur --> ca. 35° Temperaturerhöhung bekommt man selbst zwei Duschen mit einem 27kW DLE nicht versorgt.

[quote data-userid="27959" data-postid="201943"]
erzielst du bei Ferienvermietung keine Einnahmen? Darin sollten doch Energiekosten enthalten sein, Prinzip Warmmiete.

Das ist eine Mischkalkulation, die nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wird. xx Euro/Nacht. Das ist bei Ferienhäusern so üblich.

Übliche Hausanschlüsse sind, meine ich, für 15kW ausgelegt. Auf Anfrage bekommt man einen DLE genehmigt, also ca. 30kW. Mehr gibt auch ein Zähler/Vorsicherung gar nicht her.

Da kenne ich mich nicht aus. Muss ich beim Versorger erfragen.

Wenn man alles komplett neu macht, könnte man auch 3 Zähler setzen lassen, dann müsste evtl. jeder Zähler bis zu 30kW bekommen können, hängt aber vom Zählerschrank (kann der 3 Zähler?) und Hausanschluss ab. --> Elektriker fragen.

Klingt sehr kostenintensiv und würde wieder für eine BWWP sprechen.

Was heißt neuer Hausanschluss? Legen die eine komplett neue elektrische Leitung ins Haus? (nicht die Leitungen vom Sicherungskasten zur Wohnung)

Genau, die Leitung von Grundstücksgrenze zum Haus, bis zum Zähler. So hatte ich das verstanden

[/quote]



Das heißt, jede Dusche benötigt einen DLE? Davon bin ich bisher auch ausgegangen. Wieviel Liter/min muss man eigentlich für eine normale Dusche erfahrungsgemäß annehmen?

man kann auch bewusst mit einem DLE leben indem man familiär festlegt das NIE GLEICHZEITIG in allen duschen geduscht wird......

oder durchflussmenge anpassen an den duschen das die menge für 2 reicht, was aber wohl weniger wasserdurchfluss in der dusche bedeutet.

Das kann man, aber wie will man dann 3 Bäder, 2 Küchen und insgesamt für 6-8 Personen Warmwasser bereitstellen? Da braucht man ja nen eigenen Zähler mit 125A nur für Warmwasser mit DLE..... vollkommen illusorisch.

Es geht um eine Ferienwohnung mit 3 separaten Duschen.

Privat mag das gehen. Aber das lässt sich bei Feriengästen nur schwer vermitteln.

Das würde ja für eine BWWP sprechen, oder? Was meinst du mit illusorisch - in welcher Hinsicht?

Also wenn man mal wieder grob rechnet. Kaltwasser 10°C. 8 Personen.

Würde grob überschlagen eine Wassermenge von 300l ergeben mit 60°C. Mischt man das auf ca. 40°C runter sind das demnach bei einem Duschkopf mit 8 Litern 5,5 Minuten duschen für jeden. Die Verluste von so einem Speicher betragen schätzungsweise bei 60°C um die 2kWh pro Tag. Also 730kWh Wärmeverlust / COP2 = 365kWh Strom. Ich würde da eher mit 500kWh Strom ausgehen nur für die Bereithaltung von 60°C im Speicher.

Die Verlegung danach entscheidet, was möglich ist. Sind es über 3l wird es schwer ohne Zirkulation. Mit Zirkulation muss penibel gedämmt werden, aber auch penibel darauf geachtet werden, dass 55°C nicht unterschritten wird in den Leitungen. Und ja, das frisst eben.... DLE hätten das nicht, aber DLE bedeuten immens viel Leistung.

Maximal können bei euch 3 Leute duschen. Gehen wir weiter von diesen 8 Litern pro Minute aus, alle duschen gleichzeitig, dann sind das von 10°C Kaltwasser auf 40°C Warmwasser direkt bei der Dusche: 16,7KW. Pro Dusche. Also 21KW Durchlauferhitzer * 3 = 63KW. Also würde man entweder ne 125er Absicherung benötigen oder nen eigenen Zähler nur für die drei Durchlauferhitzer. Bei 6-8 Personen müssen auch mal 3 gleichzeitig duschen können....

In den Küchen würde ich Untertischboiler verwenden. Und wenn keiner da ist, schaltet man die ab. 5 oder 10l Boiler sollte für die Küche ausreichen. WW benötigt man nicht wirklich in der Küche.

Nun wird sich möglicherweise folgende Frage stellen: Wenn irgendwann Netzgebühren fällig werden nach ANSCHLUSSWERT und du hast schon alleine 3 Verbraucher die zusammen um die 63KW fressen können, wie hoch würden da mögliche Netzgebühren sein? Wie steht das in Relation zu den Kosten? Ich würde also, so bescheuert das klingt oder aussieht, in jedes Bad einen 120l Boiler hinstellen, den man bei Bedarf einschalten kann WENN jemand dort ist. Andernfalls lässt man das warme Wasser ab und spült ab und an die Leitungen und wenn dort jemand ist, wird das Ding auf 60°C gestellt. Bei 3 Bädern sind das 360l Warmwasser und sollte daher ausreichen. Wenn direkt in den Bädern eingeplant, dürften sie sich auch optisch irgendwo hinpflanzen lassen, ohne zu stören. Im Bedarfsfall (einer will doch nochmal baden o.ä.) kann man auch auf 75°C stellen.

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Ferienwohnung ist immer so eine Sache, da gehen viel (noch) verschwenderisch mit Warmwasser um. Da können die 200 Liter schnell zu wenig sein für 6-8 Personen.

Mit BWWP hast du zwar durchaus Faktor 2 Einsparung, die können aber schnell wieder durch Verluste aufgefressen werden. Vor allem, wenn wochenlang nicht bewohnt und du regelmäßig aus hygienischen Gründen aufheizen und spülen musst.

Ich finds gar nicht so einfach zu entscheiden, hat beides Vor- und Nachteile. Ich würde da vielleicht erstmal genauer recherchieren, in welcher Weise die DLE-Lösung möglich wäre und was das kosten würde. Die Einfachheit und wenig Wartungsaufwand finde ich bei DLE günstig. Gerade wenn nicht immer bewohnt.

Was die Kosten angeht: Eigentlich könnte man ja Energiekosten immer mit in den Mietpreis einrechnen, aber ich vermute mal, dass der Mietpreis auch sensibel ist und du dich eher an der Konkurenz orientieren musst. Dann könntest du bei einer Lösung, die im Verbrauch teurer ist, die zusätzlichen Kosten nicht 1:1 an die Mieter weitergeben.

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Auch wenn ich jetzt der Spießer bin, unsere Duschköpfe haben unter 6l/min. Da kommt man vielleicht mit 2 DLE hin?

Da ist die Lösung von RoterFuchs mit den Boilern vielleicht doch die simpelste. Boiler immer erst anmachen wenn auch Gäste kommen. Wenn sie gehen aus machen. Man muss ja sowieso reinigen.

wieviel Energiekosten fallen in einer Wohnung an, die tageweise vermietet wird? Stören den Mieter da 1-2€ Aufpreis? Ist das wirklich so sensibel?

Oder rechne aus, wann sich neuer Zählerschrank, 3 Zähler (= 3 Verträge), 3 DLE und neuer Hausanschluss jemals lohnen?

Abseits der hygenischen Aspekte kann man eher schon in Richtung kleine WP und ausreichend dimensionierter WW Speicher denken. Ist auch ne BWWP, nur richtig dimensioniert.

(worst case: 8 Personen wollen morgens duschen und abends nach einem Tagesausflug/Sport/Wandern nochmal. Da reicht eine kleine BWWP für den 2-4 Personen Haushalt bei weitem nicht aus)

Profi ranlassen, (die Hausinstallationsfirma scheidet wohl aus), vielleicht müssen bei Vermietung auch noch mehr (hygenische) Standards (z.B. Auslegung sinnvolle WW Menge) beachtet werden. (Auch wenn man mit den üblichen 60°C wahrscheinlich zur Auslegung hinkommen sollte).

Wenn sowieso alles neu gemacht wird: Baden kann man verhindern, indem keine Badewanne installiert wird.