@oliverso
Im Endeffekt müssen wir uns die Straße halt teilen und dann muss man sich irgendwie so einigen, dass dabei möglichst viel Freiheit da ist und zugleich die Straße möglichst sicher ist.
Bei Autobahnen hat man sich klar geeinigt, da sind Fahrräder, Fußgänger oder bessere Krankenfahrstühle verboten. Wobei ich noch nicht mal die offizielle Strafe kenne, mich interessiert die gar nicht sonderlich. Ich halte mich daran, weil es einem Selbstmordversuch gleich kommt, auf der Autobahn Fahrrad zu fahren. Oder eben etwas provokanter formuliert, das offizielle Verbot wird gar nicht durch die offizielle Strafe durchgesetzt, sondern effektiv durch die faktische Androhung der Todesstrafe.
Bei Krankenfahrstühlen wird deswegen ein offizielles Verbot bei Landstraßen, auf denen 100 erlaubt ist, keinen großen Unterschied machen. Die Leute sind ja nicht doof und obwohl es (noch) kein mit Bußgeld belegtes Verbot gibt, fährt fast kein Rentner mit besserem Krankenfahrstuhl da, wo es wirklich gefährlich ist, na ja vielleicht einer von 1000 Rentnern. 80 von 100 Rentnern nehmen für so Strecken das Auto und wenn sie selber nicht fahren können, lassen sie sich fahren.
Mir persönlich ist es wichtig, dass ich und meine Kinder sicher mit dem Fahrrad, zu Fuß und mit einem kleinem Auto Alltagsstrecken zurück legen können. Da spielt für mich auch der Faktor Gesundheit / Sport bei rein (Fahrrad / zu Fuß gehen). Und beim kleinen Auto der Preis.
Sich generell auf große Autos und hohe Geschwindigkeit einigen, mag ganz nett für bestimmte Autofahrer sein, nur will ich eben nicht auf "nebenbei muss dafür nicht zum Fitness Studio" Sport verzichten auf der einen Seite und auf der anderen will ich nicht nur der Sicherheit halber ein zu großes Auto kaufen müssen.
Von daher sehe ich sowohl strenge Maßnahmen zur Durchsetzung der Verkehrsregeln positiv (die Blackbox im Auto von Mehrfachtätern zum Beispiel) als auch Maßnahmen, die große Autos unattraktiver machen (eskalierende Zulassungssteuer auf Gewicht).
Trennung von leichten und schweren Fahrzeugen ist auch nicht schlecht, sprich zum Beispiel Fahrradwege. Bei Leichtfahrzeugen gibt es zumindest in China richtig populäre. So ein Wuling Mini EV ist unglaublich günstig und viel mehr als ein besserer Krankenfahrstuhl.
Dass diese Fahrzeugklasse in Deutschland dermaßen ausgebremst wird, finde ich sehr schade. Dass wir nur für so Fahrzeuge neben den Fahrradweg nicht noch eine weitere spezielle Fahrspur hinsetzen können, ist auch klar.
Häufig gibt es aber schon Nebenstrecken, wo man die Geschwindigkeit etwas absenken könnte, oder Feldwege, die man etwas ausbauen könnte. Ich sehe da schon Möglichkeiten diese Fahrzeugklasse, und damit denke ich eher an Fahrzeuge wie den Wuling Mini EV und nicht an Krankenfahrstühle, in Deutschland deutlich populärer zu machen.
Das ist allerdings eher ein, "wäre nett" als eine große Priorität.
Das Wettrüsten bei SUV eindämmen und mehr Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern, das ist mir dagegen super wichtig und da sehe ich tatsächlich radikale Auto-Freunde als Leute, die mir mit schlussendlich effektiv die Todesstrafe androhen, wenn ich nicht auf Fahrrad oder kleines Auto zugunsten von gepanzertem SUV verzichte.