Erfahrungsbericht MSZ-RZ35VU vs Kältebringer R290 3,5kW

Falls jemaden ein paar Erfahrungswerte von der MSZ-RZ35VU (und der 3,4kW R290 Kältebringer) interessieren.
Bisher nur zum Heizen verwendet, aber auch nur unterstützend bei Überstrom. Gesteuert wird das über Homeassistant und ESP in der Inneneinheit. Bis November war meine Heizung aus, danach kam nicht genug Strom vom Dach um damit zu Heizen.
Ich habe auch eine Kältebringer mit R290.
Beide Anlagen haben einen Leckagesensor verbaut und bei einem Test haben beide Inneneinheiten vergleichbar mit einem Rauchmelder darauf reagiert. Man muss aber auch sagen, dass bei meinen Räumlichkeiten und der Füllmenge kein Risiko besteht.

Situation:
Haus, Baujahr Anfang 70 mit massivem Vollkeller und Holzständeraufbau.
Dach wurde im Zuge der PV-Anlage erneuert mit KW70. Dazu wurden ein paar Fenster erneuert, aber viele der großen Fenster sind noch original 2-fach. 3-fach will mir in den größen keiner Einbauen bzw. ein Kostenanschlag für den Tausch der restlichen Fenster lag bei über 35k€ habe ich dankend abgelehnt, da bei aktuell ~1200-1500€ (vor Klima) Heizkosten das einfach nicht wirtschaftlich ist. Aktuell verbrauche ich ~1500l Öl pro Jahr, bzw. 2000-2200l wenn der Keller mit beheizt wird. Meine Prognose mit Klima liegt momentan bei ca. 1000l für die Heizperiode 25-26.

Verbrauchsdaten:
500-1800W (elektrisch) im Heizbetrieb (die Anlage ist mit 7kW maximaler Heizleistung angegeben, obwohl das in der 3,5kW-Klasse geführt wird)
Die Anlage geht leider nicht unter 500W, wobei ich den Night-Mode nochmal testen muss, bilde mir ein, dass der aber an dem Grenzwert nichts geändert hat.
Die Auslasstemperatur liegt bei maximaler Lüfterdrehzahl bei einer Raumtemperatur von 24°C bei ca. 54°C. Also ein Delta T von 30°C woraus sich der COP grob berechnen lässt.

Effizienz (COP, Mitsubishi):
~2.6-3,3 bei -8°C (Abtauphasen eingerechnet)
~3.8-4.5 bei 1°C (Abtauphasen eingerechnet)
Warum nenne ich keinen exakten Wert? Thema Luftfeuchtigkeit und Varianz im Abtauverhalte. Das ist einfach das Spektrum das sich bei mir ergibt.
Berechnung: COP (theoretisch)=702m³/h*Deltatemperatur*0,34/(el. Leistung)
COP (real mit Abtauphase)=COP*(60m-durchschnittliche Abtauzeit pro Stunde)/60m
Luftstrom ist dem Datenblatt entnommen.

Auffälligkeiten:
Im Deice ist die Anlage ziemlich laut, auch das Innengerät ist dann gut hörbar. Bei der Kältebringer ist der Vorgang Gefühlt leiser, braucht aber auch länger, bei der Mitsubishi sind es ungefähr 5 Minuten, bei der Kältebringer auch mal bis zu 8 Minuten. Die Kältebringer schafft leider auch nur ein Delta T von ~23 Grad, also deutlich weniger. Der Unterschied in der Heizleistung zwischen den beiden Anlagen ist ziemlich groß.
Fairerweise muss man aber auch die Außengeräte vergleichen. Das der Mitsu ist deutlich größer und schwerer, also nicht nur ein wenig :wink:

Fazit:
Die Mitsubishi ist quasi riesiger ein Heißluftföhn, die Kältebringer im Vergleich die Sommerbrise, läuft aber dafür zwischen 350 und 1000W, peak waren 1150W, aber in der Regel läuft sie knapp unter 1kW.
Die automatische Lüftersteuerung ist bei er Mitsubishi etwas humaner.
Beide Anlagen empfinde ich als okay. P/L ist die Kältebringer nicht schlecht, aber absolut nicht für größere Räume geeignet, ist bei mir aber auch im Worst-Case-Room :wink: aufgestellt. 40qm 2-Stock Wohnzimmer. Ja, man kriegt es bis ca. 0 Grad geheizt, aber über 20 Grad wird es schwer.
Allerdings brauche ich diese dort tatsächlich erstmal nur zum Kühlen im Sommer, was der Kaufgrund war und außerdem war zu diesem Zeitpunkt die Mitsubishi nicht verfügbar und kostet das 5-fache…
Alles in allem bin ich zufrieden, die Kältebringer im Wohnzimmer ist nicht optimal, aber das schöne ist, dass die Mitsubishi das kompensiert, über die Räume hinweg, was in meinem Fall besser funktioniert als ich dachte, man muss aber auch klar sagen, dass die Anlage so positioniert ist, dass sie in den Verbindungsgang blasen kann (bei entsprechender Einstellung) und das macht viel aus.

Mich würde ja der direkte Effizienzvergleich zur Panasonic Heatcharge interessieren. Ich vermute, dass die Panasonic hier die Nase vorne hat. Aber diese war noch teurer und ich habe erst jetzt gesehen, dass man auch in diese wohl einen ESP einbauen kann (korrigiert mich wenn das bei dem Modell nicht geht).
Für mich ist die lokale Steuerung von Geräten wichtig und ich verweigere den Kauf von Geräten, die nur über eine Cloud integriert werden können.

Bei Interesse kann ich ein paar Grafen zur Verfügung stellen.

Wie hast du die COP-Werte berechnet? Und bezieht sich das auf die Kältebringer oder Mitsubishi? Also der Abschnitt Verbrauchsdaten und Effizienz ist unklar, zu welcher Anlage der gehört.

Was genau macht der Leckagesensor? Piepst dann die Anlage nur oder schaltet die ab? Lässt die den Lüfter laufen, damit konzentriertes Gas verdünnt wird?

Danke für den Hinweis, ich habe das hinzugefügt.
Die Kältebringer muss ich nochmal Messen und kann das nachliefern.

Die Anlage schaltet dann auf Fehler, bei mir blieb der Auslass geöffnet aber der Lüfter war aus.
Ganz ehrlich gesagt, mache ich mir aber bei der Füllmenge auch keine großen Sorgen. 2m weiter steht draußen im Sommer die 10kg Propangasflasche zum Grillen. Da könnte von dieser mehr Leckagegas bei Wind ins Wohnzimmer getragen werden bei offener Schiebetür als durch die Klima austreten kann. Für eine Explosion benötigt es immerhin grob das richtige Gemisch und dann müssen mehrere ungünstige Faktoren zusammen kommen. Ich würde mich ehrlich gesagt mit einem Gasherd in der Wohnung deutlich unwohler fühlen.

Lässt sich bei der Mitsubishi jede Lüfterstufe manuell einstellen und die Anlage hält diese Drehzahl dann auch? Bei vielen Anlagen geh das nicht, man stellt z.B. 3 ein, aber in Wirklichkeit is es eine Automatik von 1-3 und die Anlage legt selbst fest, welche Stufe sie gerade fährt.

Ich kann zwischen Quiet, Low, Medium, High und Auto wählen. Ich habe nicht bemerkt, dass er die Drehzahl anpasst, ich verifiziere das gerne morgen nochmal.

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Oft ist es so, dass die Drehzahl deshalb gedrosselt wird, weil sonst die Auwurftemperatur zu niedrig wäre. Viele Anlagen regeln es so, dass die Auswurftemperatur nicht unter 28-30 Grad geht. Wenn du also bei Mindestmodulation mal Lüfterstufe High wählst und dann Auswurftemperaturen von z.B. 23-25 Grad siehst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass deine Anlage da nicht auf die Auswurftemperatur achtet.

Hintergrund ist: 30 Grad fühlen sich noch warm an, 25 Grad empfindet man als kalten Luftzug, was unangenehm ist, wenn man im Luftstrom ist.

Ich teste das mal explizit aus.
Was ich festgestellt habe, dass er zum Hochheizen lange braucht. Also bis zu 8 Minuten bis er dann läuft. Bis dahin stehen die Vanes auf horizontal und Lüfter läuft nur auf Umluft bei niedriger Drehzahl.

Edit 1:
Gerade eingeschaltet und er legt ohne große Verzögerung los, aber zunächst mit nur leicht warmer Luft bei hoher Lüfterstufe.
Vermutlich war er heute Mittag beim Anschalten so kalt, dass er länger Vorwärmen musste und obwohl er jetzt 6h aus war, vermutlich noch nicht ganz kalt. Ich beobachte das mal, bzw. ich schaue morgen in die Daten rein. Evtl. kann ich daraus die Aufwärmphase ablesen.

Edit 2:

Die Kältebringer läuft zügiger los, aber recht kalt. Ich könnte mir den Ramp-Up gut als Schutz/Schonmaßnahme vorstellen. Mich stört das bisher eigentlich nicht. Aber wenn man es in 2 Minuten warm haben will, dann ist das nicht das richtige Geräte :smiley:
Dafür Bläst es mir wärmer ins Gesicht als mein Haarföhn wenn ich mich davor stelle.
Ich kann morgen mit zwei Temperaturfühlern das ganze mit Zu- und Abluft vom Innengerät aufzeichnen.

Edit 3:

Also das Anlaufen im Heizbetrieb unterliegt einer gezielten Steuerung mit Ramp-Up würde ich sagen. Wenn man sie ausschaltet und einschaltet, bleibt sie für 3 Minuten im Stage Low und fährt dann Stufenweise hoch. Hatte nämlich vergessen meine smarte Steuerung auszuschalten und da Akku entsprechend leer und die Temperatur hoch genug ist (Ölheizung läuft ja) wird die abgeschaltet.

Ich habe fix noch zwei Temperatursensoren angebracht. Die Einlasstemperatur ist höher als gedacht.
Zur Zeit habe ich keinen Shelly vor dem Außengerät dran, sondern verwende die Leistungsdaten des Außengeräts die ich über den ESP bekomme. Ich hatte das 3 Monate parallel und die Abweichung war <5% bei meiner Anlage. Bei einem bekannt ist die deutlich größer, aber bei <5% macht das keinen Sinn aus meiner Sicht.

Ja, ich hatte das schonmal hier irgendwo gelesen, das scheint bei MEL wohl oft so zu sein. Hat mich erstaunt, andere Anlagen sind da viel schneller am Heizen. Bei unserer MHI und Daikin schätze ich mal 2-3 Minuten.

Also die Lüftersteuerung scheint zumindest Low/Med/High zu respektieren, mit der Ausnahme, dass beim Hochheizen der Lüfter entsprechend der Temperatur hochgefahren wird.
Er regelt sich aber nicht runter bei Erreichen der Zieltemperatur etc.
Genausowenig scheint er von Low auf Med oder High zu wechseln, sondern geht stattdessen mit dem Kompressor runter.

Allerdings ist der Regelbereich der Anlage sehr klein.
Effektiv 500W minimal bis 1800W maximal in ca. 300-350W-Schritten würde ich sagen. Man sieht zwar in der Grafik, dass er stufenlos anlaufen kann, aber die Regelung ist nicht stufenlos würde ich behaupten. Bei Erreichen der Zieltemperatur regelt er bis auf 500W runter und schaltet bei +2°C ab. Das reduziert das Takten, aber niedrigere Kompressorstates wären mir persönlich lieber…
Ich muss das Forum noch durchsuchen, aber gibt es evtl. einen schönen Sammelthread zu diesem Thema? Ich habe vereinzelt in Beiträgen Werte gefunden, aber eine Sammlug wäre schön.

Hier noch das letzte Bild für heue mit einer Deice-Phase gegen Ende. Leider funktioniert der Sub-Mode-Sensor nicht. Ich sehe zwar dass im Log den Wert 0x04 (Deice) bekommt, aber die ESP-Integration kann mit dem Wert als index für den hinterlegten Textsensor nichts anfangen und ich bin zu faul zu schauen wo der ist und das ggf selbst zu integrieren.

Fände ich sehr merkwürdig, kenne ich von anderen Anlagen so nicht. Stufen ja, aber viel kleiner und vor allem sollte auch deine Anlage viel weiter herunter modulieren können. Mindestens bis 200W, aber in der Preisklasse sind 100-150W auch keine Seltenheit.

Die Mitsubishi die ich mit R32 kenne modulieren auf 180-250W runter. (Sind aber Multisplit).
Könnte es evtl. am R290 liegen? Ich kann jedenfalls sagen, ass ich die Anlage noch nie unter 450W, eigentlich 500W gesehen habe.

Hier mal ein paar Tage von Ende Oktober…

Ich denke das zeigt deutlich, dass der unterste Leistungszustand 450-500W beträgt.
Sollte man also wissen und kann ein K.O. für einige sein!

Kommt evtl. auch auf die Aussentemperatur an. Meine TCL geht bei unter ca. 5°C auch nicht unter solche Werte. Oberhalb von 5°C geht sie dann auf 300-350W

Die Midea R290 bringt extrem schnell hohe Auswurftemperaturen, und man merkt dass die Anlage richtig Power bzw. reserven hat beim heizen. Standardmässig geht sie auch nie unter 300W, kann man aber einstellen.

Wie schwer ist das Aussengerät von der Kältebringer? Das scheint ein klares Indiz zu sein für starke Heizleistung bei niedrigen Temperaturen.

Das Außengerät der Kältebringer liegt bei 26kg das der Mitsubishi 40kg.

Das sieht wirklich übel aus. Mit R290 kann das eigentlich nichts zu tun haben. Technisch sehe ich da überhaupt keinen Grund.

Hier mal die Eurovent-Daten:

Danach sollte sie grundsätzlich bis etwa 163W runter modulieren (Heating Cond D 1,34kW / 8,2)

Unter welchen Bedingungen die das dann wirklich tut, ist immer so eine Sache. Wobei die meisten Anlagen dass dann auch zumindest bis etwa 0 Grad runter können, zumindest nahe dran. Die 500W hingegen sind ganz weit weg von so einem Wert.

Im Oktober wirds vermutlich bei dir noch keine so tiefen Temperaturen gehabt haben, oder?

Was sein kann: In deinem Log sieht es so aus, dass die nur sehr kurz startet und dann sofort wieder in eine Taktpause geht. Es ist nicht untypisch, dass die Anlagen mit 500W und höher starten, um dann langsam runter zu regeln. Dazu brauchen sie aber 10-30 min Zeit. Wenn da schon früher der Raum wieder überhitzt ist, kommen die gar nicht in den Regelbereich. Besonders bei kleinen Räumen bzw. bei gut gedämmten Räumen hat an dann verstärkt so ein Verhalten.

Und auch noch: Viele Anlage modulieren nicht mehr komplett runter, wenn die Soll-Temperatur recht hoch ist. Also bei 18 Grad modulieren die z.B. noch auf Mindestmodulation, bei 22 Grad nicht mehr.

Zwischen 5 und 15 Grad waren es zu dieser Zeit.

Das ist in der Tat sehr merkwürdig.

Hier noch eine Referenz auf Messwerte mit Vergleich der MSZ-RZ35 zur Kältebringe R290 3,5kW.

Hättet ihr dann nach deiner Messreihe eine Empfehlung für mich?

Bei mir hätte ich die kältebringer 5,4KW neue Version angedacht, für ein Nebengebäude ungedämmt. Nach 5KW und 10kw Ausgangsleistungs Test mit eine Elektroheizer, komme ich auf 160-180 W pro m2 für 20 grad bei Außentemperatur an diesem Tag bei 0.5 bis 1.5 grad Celsius. Das Nebengebäude wird hauptsächlich für Werkstatt und evtl. 3-4 mal Party. Der 51m2 Raum kann ich zu einem Drittel teilweise abgemauert Raumhoch den 3m Durchgang Rest kann ich mit einem Vorhang (Thermo Filzvorhang) evtl später mal abtrennen. Hier ist der hauptbetrieb mit kleiner Werkstatt. Der Rest ist dann 5-6 mal in Jahr für kleine Party mit 10 Leuten geplant. Kosten Nutzen für Dachdämmung hätte ich mal hinten angestellt. Ich hätte tatsächlich jetzt an eine MSZ-RZ50 gedacht oder würde die MSZ-RZ35 reichen?

Kannst du das mal genauer beschreiben, was du damit meinst? Und sind da die Einheiten falsch? Also kWh? Das irritiert mich. Und bei welcher Außentemperatur kommst du auf 160-180W/m²?

Wie groß ist die zu beheizende Fläche schlussendlich? Welche Raumhöhe?

Die zu beheizende Fläche ist einmal der ganze Raum aber sehr selten im Jahr, also whl 6 mal. Und der Werkstatt Teil mit der abtrennmauet und evtl nachgerüsteten Vorhang Abtrennung dann 18m2. Denn Rest habe ich im Post nochmal nachbearbeitet. Falls unverständlich gerne nochmal nachfragen

Mich irritiert immer noch die Einheit. Meinst du, du hast mit einem 5kW und 10kW Heizlüfter reingeheizt? Weil kWh macht irgendwie keinen Sinn für mich oder ich verstehe nicht, was du meinst.

Zu deiner Frage: Für 18m² würden 3,5kW wohl reichen, aber für 51 m² wirst du mit einem IG vermutlich nicht hinreichend heizen können. Und wenn Räume ausgekühlt sind, wirst du generell lange Zeit aufheizen müssen.