Erfahrung Hybridheizung LLWP/LWWP

Hallo Forengemeinde,

Bei mir kristallisiert sich immer mehr heraus, wie ich von meiner alten Ölheizung wegkommen möchte und ich wollte mal Fragen, ob jemand schon Erfahrungen mit dieser Aufteilung gemacht hat. Wir wohnen in einem Haus von 1976, Doppeltverglaste Fenster, Dachstuhl ausgebaut und mit 10 cm Styropor gedämmt, ansonsten ungedämmt. 25 kW Ölheizung aktuell, Vorlauftemperatur zwischen 55-60 Grad, sonst wirds in einigen Zimmern nicht richtig warm. Das Haus hat 240 qm Wohnfläche auf 3 Stockwerke (zwei Vollgeschosse mit 100 qm und 40 qm Dachgeschoss). Zudem heizen wir im Erdgeschoss mit Holz (60 qm quasi ausschließlich mit Holz).

Da alle eingeholten Angebote von lokalen Firmen für eine LWWP als alleiniges Heizsystem jenseits von Gut und Böse waren (selbst mit Förderung), habe ich jetzt folgende Idee. Ich möchte über die nächsten Monate, bzw. 2 Jahre, möglichst in viel Eigenleistung, einen großen Teil des Hauses mit LLWP ausstatten. Mit vier Außengeräten und 6 Innengeräten könnte ich etwa 170 - 180 qm Wohnfläche abdecken. Dimensionierung muss auch nicht so riesig sein im EG, da wir zusätzlich den Holzofen behalten. Jetzt war meine Idee, dass man dann noch für das Brauchwasser und die einzige Fußbodenheizung (Bad EG) sowie für einen kleinen Heizkörper im Flur und zwei Heizkörper im Dachgeschoss dann später noch eine klein dimensionierte und deutlich günstigere LWWP einbaut, um die Ölheizung gänzlich zu ersetzen (4-5 kW müssten dann locker reichen).

Hat jemand von euch so ein LLWP/LWWP-”Hybridsystem” und kann berichten? In meinem Kopf hört sich das gerade sehr sinnvoll an, aber vielleicht übersehe ich etwas.

Wäre skeptisch, dass das finanziell wirklich was spart. Du planst 4+1 Aussengeräte. Das braucht Platz; Optik? Wenn Du schon Eigenleistung machst, warum dann keine große LWWP? (und eine zu klein ausgelegte Heizung, bei der man zwangsweise Holz verfeuern muss - ach ne… stell Dir vor, Du bist alt und klapperig - oder Du verkaufst die Hütte…)

Funktionieren wird das und ich finde diese Idee auch ganz interessant. Hab selber auch schon drüber nachgedacht. Derzeit heizen wir nur mit Split-Klima, aber in ein paar Räumen zusätzlich etwas Wärme zu haben, wäre interessant.

Wenn du eh viel in Eigenleistung machen kannst, würde ich es mal genauer durchrechnen, was eine große LWWP kosten würde. Je mehr Innengeräte man bei LLWP installieren muss, um so unattraktiver wird es preislich. Wobei man dabei noch den Zusatznutzung Kühlung im Sommer hat.

Die JAZ wird bei dieser LWWP bei vielleicht 2,5 liegen. 55-60°C VL ist schon ne Hausnummer und Brauchwasser wird dann auch darüber gemacht.

Wieviel Öl, Holz, wird denn pro Jahr verbraucht? Wieviel Wärme an Heizung und wieviel Wärme an Warmwasser?

Also den Einbau einer großen LWWP traue ich mir ehrlich gesagt im Gegensatz zu ein paar LLWP nicht zu, da muss man auch mal wissen, was geht und was nicht.

Also ich bin Anfang 30, ich mache jetzt nicht mein Heizsystem davon abhängig, ob ich in 40 Jahren vielleicht kein Holz mehr tragen kann, bis dahin hab ich eh schon alles wieder zweimal ausgetauscht.

Finanziell hab ich es mir durchgerechnet und es lohnt sich, wenn ich einen Heizungsbauer finde, der mir eine selbst gekaufte, kleine LWWP zu einem vernünftigen Preis einbaut. Die Komplettangebote für was größeres sind extrem überzogen. Zudem würde eine große LWWP bei uns extrem ineffizient arbeiten bei den hohen Vorlauftermperaturen.

Die Zusatzkühlung ist eine Sache für uns. Außerdem wie in einem anderen Kommentar schon erwähnt, den Selbsteinbau von LLWP traue ich mir zu, eine große LWWP eher nicht, was dann finanziell schon echt zu Buche schlägt, zumal die Heizungsbauer hier alle Komplettpakete verkaufen wollen für die man dann einen 5er BMW bekommen würde.

Außerdem alleinig mit der LWWP zu heizen wäre bei uns von der Effizienz sehr schlecht, weil wir hohe Vorlauftemperaturen brauchen.

Wir haben bis jetzt ca. 2400 Liter Öl und 4 Ster Mischholz pro Jahr verbraucht, das war aber bei einem Vorlauf von ca. 52-53 °C. Dabei war es meiner Frau aber meistens zu kalt, dieses Jahr haben wir ca. 58 °C Vorlauf, jetzt wird es gut warm, aber es werden wohl auch eher Richtung 2700 Liter Öl gehen.

Das ist ja das Interessante an meiner Idee, wir bräuchten dann eben nicht diesen Vorlauf, denn wir würden eine Fußbodenheizung damit betreiben, sowie einen Flur (der ja von warmen Räumen umgeben ist) und zwei Räume im Dachgeschoss, die wir nur auf ca. 17-18 Grad beheizen (Fitnessraum und Hobbyraum). Das heißt wir würden definitiv keinen Vorlauf über 40 °C brauchen.

Ich werde hier auch mal ganz gespannt mitlesen. Ich habe jetzt bereits - zusätzlich zur vorhandenen (und “runderneuerten”) Gastherme - 4x 3,5 kW LLWP im Haus und nun steht eine Baderneuerung an. Die Position der Dusche sagt mir nicht zu, die Badewanne fliegt raus und somit auch der ganze Boden. Deshalb möchte ich im Zuge dessen gerne auch eine Fussbodenheizung einbauen. Elektrisch wäre am einfachsten - möchte ich aber eigentlich nicht, weil die dann (damit es Sinn macht) durchgehend oder wenigstens einige Stunden vor Nutzung des Bad laufen müsste. Das ist aber dann finanziell unsinnig.

Das ist bei mir auch der Fall, weil eben aktuell nur Heizkörper vorhanden sind und die für LWWP zu klein sind. Das lohnt sich dann nicht.

Deshalb überlege ich aktuell, ob es Sinn machen könnte eine kleine und möglichst günstige LWWP für Brauchwasser im Bad und die FBH im Bad im Zuge des Umbau zu integrieren.

Aber ich befürchte, selbst wenn man etwas günstiges lauft - lohnt das finanziell nicht…

Also nur für dein Bad wird es sich vermutlich nicht lohnen, bei uns kommt halt positiv dazu, dass es für ein Bad ist und zudem noch für einen Flur und zwei Dachgeschosszimmer, dann lohnt es sich schon eher, zumal man eine 4kW LWWP schon für unter 2.000 € bekommt, der entscheidende Faktor sind die Einbaukosten.

Ich kann dir aber trotzdem von einer elektrischen Fußbodenheizung abraten, vor allem wenn dein Bad nicht winzig klein ist. Wir hatten eine in unserer Wohnung (bevor wir das Haus gekauft haben) und nach der ersten Nebenkostenabrechnung blieb sie für immer aus, die hat Strom ohne Ende gefressen. Du beheizt ja im Prinzip mit Strom deine Kellerdecke zusätzlich zu deinem Fußboden, das benötigt Unmengen Energie.

Wir überlegen gerade noch welche wir uns holen, was habt ihr denn und seid ihr zufrieden?

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Italo Perfera - ATXM-A

Sehr zufrieden

Ich habe einen ähnlichen Umstieg gemacht und bin sehr zufrieden.
Ich habe eine 25kW Gasheizung aus 1990 durch eine LWWP und eine Multisplit Klima zum Heizen und eine BWWP fürs Warmwasser ersetzt.
Als ich die Umstellung gemacht habe, gab es gerade kein Material und mein Installateur hatte zwei Jahre Vorlauf angekündigt. Meine Gasheizung hatte jedoch schon Teilausfälle, so dass ein Umstieg mir dringend erschien.
Ich habe dann einen Deal mit dem Installateur gemacht: Ich besorge das Material und er baut es mir ein. Das hat dann leider nicht so gut geklappt, bei der Auswahl des Materials hat er mir noch geholfen, als alles vorhanden und vorbereitet war, wollte er nicht mehr einbauen.
Dann musste ich notgedrungen alles selber organisieren.
Am Ende hat alles funktioniert, die Heizung läuft jetzt schon den dritten Winter und mein Haus ist warm und gemütlich. Meine Frau, die anfangs gegen Klimaanlagen war, ist inzwischen auch überzeugt und genießt die Annehmlichkeiten.
Ich habe FBH im Erdgeschoß und Heizkörper im Obergeschoß und zusätzlich noch eine FBH im Bad im Obergeschoß.
Die LWWP läuft durchgängig für die FBH und auch für die Heizkörper mit nahezu gleicher Vorlauftemperatur unter 35°C.
Das sichert mir die Wohlfühlwärme im Erdgeschoss und oben im Bad und die Grundwärme in den Räumen im OG.
Wenn es dann wärmer gebraucht wird oder die Außentemperaturen unter 5°C fallen, dann laufen die Klimas zusätzlich.
Für Warmwasser habe ich eine BWWP, die im Sommer den Vorratskeller kühlt und im Winter immer noch durch die nachströmende Erdwärme einen vernünftigen COP hat.

So nun meine Hinweise und Tipps für die Planung:

  1. Frage: Wie willst du zukünftig Warmwasser machen? Käme da auch eine BWWP in Frage? Hast du einen Keller, den du als Luftsammler für die BWWP nutzen kannst?
  2. Hast du schon die Heizlast für dein Haus bzw. die einzelnen Räume berechnet? Die Daten brauchst du noch für die passende Auslegung der LLWP Innengeräte und der LWWP.
  3. Kannst du auch die LWWP so planen, dass die mit niedriger VLT die Grundwärme ins Haus bringt? Die Heizköper und die Verteilung sind ja schon da und die LLWPen können dann die Zusatzlast bei höherem Wärmebedarf erbringen. Das könnte Kostenvorteile bei der Dimensionierung bringen. Solche Kombinationen werden von Heizungsbetreiben oft nicht durchdacht oder angeboten, da sie mit Hybridheitzungen in dieser Form keine Erfahrung haben.

Hinweise zum Vorgehen:

  1. Falls noch nicht geschehen, Wärmebedarfsberechnung für jeden Raum erstellen.
  2. Die LWWP zuerst für die Räume bauen, in denen "es sonst nicht richtig warm wird", dann kannst du wahrscheinlich die VLT der Ölheizung senken und deine Mitbewohner können sich schonmal an die Klimas gewöhnen. :wink:

Für die Wärmebedarfsberechnung habe ich schon Hinweise in anderen Threads gegeben, lies mal hier:
Link: Wärmepumpe: Sizing-Rechner?
oder hier:
Link: WP (sanierter) Altbau - Daikin vs. LG Therma

Viel Spaß bei der Planung!

Herzliche Grüße
Eclipse

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