Bei meiner letzten Lieferung PV Module hatte eines einen Transportschaden.
Nun hatte ich mal im Netz recherchiert, angeblich würden die Wertstoffhöfe das annehmen. Allerdings nicht in meinem Landkreis, da haben beide Annahmestellen gesagt, sie nehmen PV Module grundsätzlich nicht an. "wenden sie sich an ihren Fachbetrieb / Solarfirma" (bei inzwischen hunderttausenden Balkonkraftwerken?)
Ein paar Kilometer weiter, die Stadt München hat auf ihrer Webseite die Info, dass sie dort PV Module annehmen...
Also was gilt? Soweit ich das verstehe, fallen die Module unter das "ElektroG". Dort sind explizit aber nur "historische Altgeräte PV", Inverkehrgebracht vor 2015 erwähnt?
Ebenfalls findet man im Netz diverse Infos, dass bis zu 20 Module privat kostenlos an Wertstoffhöfen entsorgt werden können. Aber ohne Verweis auf ein Gesetz?
Weiß jemand, wie die Faktenlage hier ist?
Grüße!
P.S. die bisher überzeugendste (aber leider auch sehr unklare) Info konnte ich hier finden:
Anlagen aus privaten Haushalten nimmt der regionale Wertstoffhof in haushaltsüblichen Mengen kostenfrei entgegen. Problematisch ist hierbei, dass dies noch nicht flächendeckend in jeder Kommune umgesetzt wird und andererseits faktisch jeder Grundlage entbehrt. Auch private Besitzer können durchaus größere Stückzahlen an PV-Modulen ausweisen. Die Photovoltaik Rücknahmepflicht könnte hier also durchaus ausgeweitet werden. Weiterhin nimmt längst nicht jeder Wertstoffhof Solarmodule an. Die abschließende Entsorgung erfolgt dann durch einen von der Kommune beauftragten Dienstleister.
Sowas passiert mir auch immer wieder. Der Werkstoffhof hat hier aufm Land nur 10 Termine im Jahr offen. Dann fahr ich hin: Altpapier nehmen sie nicht. “Verfeuer das doch.”
Ich fahr mit Gipskartonresten hin: “Das dürfen wir ab 01.01.26 nicht mehr nehmen. Fahr doch zum Entsorgungsunternehmen für Bauschutt 2km weit. Und wenn der nicht nimmt, schmeiß doch in den Restmüll.” Das Entsorgungsunternehmen für Bauschutt: “Dürfen wir alles nehmen, aber Gipskarton nicht mehr. Das muss gesondert gemacht werden und man muss lizensiert sein. Sind wir nicht. Ab 01.01. nehmen wir das nicht mehr, dürfen wir nicht.”
Ja und was mach ich jetzt?
”Was sagt denn der Bauhof?”
Ich soll es in den Restmüll werfen…. seufzt “Wir dürfen es nicht entsorgen weil es als getrennter Sondermüll behandelt werden muss. Aber du sollst es in den Restmüll hauen. So ist es.”
das ging mir auch schon durch den Kopf, wäre aber eine ziemliche Sauerei und evtl. noch Splitter in den Klamotten oder sonstwo, neee...
Ich kann wohl den Verkäufer zur Abholung auffordern, aber das finde ich einerseits übertrieben und gibt vielleicht auch wieder viel hin und her.
Am meisten interessiert mich die Faktenlage, weil ja mit den BKW unendlich viele PV Module als DIY installiert werden. Und die müssen auch irgendwann mal irgendwo entsorgt werden. Ich hätte es gefühlsmässig als ganz normalen Elektroschrott betrachtet, der zum Wertstoffhof kommt. Sondermüll/Giftmüll ist es eben nicht.
Altes Motoröl entsorgen ist übrigens kein Problem an unseren Wertstoffhöfen. Ebensowenig Altholz mit allerlei giftigem Holzschutz und Lack. Ach ja, Asbest kann man auch kostenlos abgeben (nur an einem Hof). Nur keine PV Module, im gesamten Landkreis.
Hmm.. also Altglas ist ja doch ein recht sortenreiner Wertstoff. Da hätte ich es nicht einsortiert. Im Elektroschrottcontainer liegen bei uns auch haufenweise Röhrenfernseher. Das sehe ich als eher ähnlichen Mix.
In der Stadt München auch. Und laut dem zweiten Link im ersten Post geht das wohl auch auf EU Richtlinien zurück, die aber noch nicht flächendeckend umgesetzt sind.
Also wir hatten 2 defekte Module bei Anlieferung einer Palette. Habe mit dem Lieferanten Kontakt aufgenommen, Fotos gemacht, und ihn gebeten die Module wieder zurückzunehmen. Machen die ungern, aber sind sie m.E. zu verpflichtet. Die defekten Module müssen aber transportfertig bereitgestellt werden. Wir mußten sie auf eine Palette legen und irgendwie fixieren. Dann haben die extra einen Abholauftrag an ein ‘Entsorgungsunternehmen’ vorbereitet und die beiden Module wurden auch abgeholt. Warum soll ich mich, als Geschädigter, auch noch mit der Entsorgung herumärgern. Die Dinger sind auch miserabel verpackt und mit den Gabelstaplern eckt man leicht einmal an einen Karton.
Das ist doch auch genauso gedacht: Wer verkauft, der nimmt bei Gewährleistung den beschädigten Kram wieder mit. Braucht ja auch nur die eine Fahrt, wenn der Spediteur den Ersatz liefert, nimmt er den Müll einfach mit.
Haben sie bei uns aber nicht so geamacht, die können oder wollen den Kram nicht selbst entsorgen. Haben eine andere Firma mit eigenen Regeln beauftragt - war ein bischen mehr Theater für uns…
Das die einen Dienstleister beauftragen ist ja deren Privatvergnügen. Wenn ich einen Artikel zurückschicken muss, dann ohne Kosten für meine Seite. Und bei Sperrgut holen die das ab / lassen das abholen.
OT:
Krönung war neulich ein Versandhändler, Hausschuhe gekauft, passten nicht. Schuhkarton zum Versand hergenommen und zugeklebt. Antwort, keine Erstattung weil Karton nicht mehr verkaufsfähig. Kurze Richtigstellung, was ich gekauft hatte, Schuhe nicht Karton, Mail per Cc an Verkaufsplattform und Beschwerdefall eröffnet. Schwupps, da war das Geld.
Aus ökologischer und menschlicher Sicht hätte ich jetzt in meinem Fall uns allen Telefonate, E-Mails, LKW Verkehr, Diesel in die Luft gepustet erspart, und hätte es innerhalb eines Kilometers an meinem lokalen Wertstoffhof abgegeben.
BKW werden ja massenhaft über das Netz verkauft. Wenn da mal in ein paar Jahren ein Panel kaputt geht, muss das dann durchs halbe Land gefahren werden zum Händler? Und wenn der zwischenzeitlich nicht mehr existiert?
Ich glaube, die sind verpflichtet, haben aber keine Lust darauf. Es ist Elektroschrott, was über das ElektroG geregelt ist. Alle Firmen, die sowas in Verkehr bringen, zahlen eine Menge Geld, damit das ganze Entsorgungssystem unterhalten werden kann.
Würde mich wundern, wenn die wirklich nicht müssen.
Geräte, die für den Betrieb mit Wechselspannung von höchstens 1000 Volt oder Gleichspannung von höchstens 1500 Volt ausgelegt sind und
[...]
b) der Erzeugung, Übertragung und Messung von elektrischen Strömen und elektromagnetischen Feldern dienen;
ich sehe da PV Module in §3.1b enthalten "Elektronikgerät zur Erzeugung von elektrischen Strömen". Verwirrend finde ich dann aber die separate Definition in §3.4:
historische Altgeräte:
b) Leuchten aus privaten Haushalten und Photovoltaikmodule, die Altgeräte sind und vor dem 24. Oktober 2015 in Verkehr gebracht wurden
Eventuell ist das separat, weil das "Elektrogesetz" erst seit 2015 in Kraft ist, und seitdem die Finanzierung anders läuft.
Das Problem wurde auch schon von Handwerksbetrieben angemerkt: HIER WAR EIN LINK aus der Handwerkszeitung DEN ICH NICHT POSTEN DARF
Grundsätzlich ist das Recycling auch nicht so einfach, vorallem auch wegen der Laminierung der Zellen mit Solarfolie, meistens aus Ethylen-Vinylacetat (EVA) - trotz moderner Methoden:
HIER WAR EIN LINK DEN ICH NICHT POSTEN DARF aus dem Spektrum der Wissenschaft.
Daher wäre es eigentlich sinnvoll die Module recyclingfreundlicher zu bauen. Prof Stefan Krauter (Photovoltaik-Institut Berlin AG) schlug in einem Vortrag im Nov. 2024 (bei dem ich anwesend war) in Potsdam folgende Möglichkeiten vor, das Recycling Problem zu minimieren:
Erhöhung der Lebensdauer
Ersatz von EVA durch zB thermoplastisches Polyurethan
Zum Glück ist das weder Aufgabe noch überhaupt im Verantwortungsbereich unserer Regierung. Es hindert dich aber niemand, dir Geldgeber zu suchen, und so ein Projekt selber auf die Beine zu stellen. Nur zu.