Entsorgung PV Module?

Hier nochmal etwas Aufklärung aus dem ElektroG:

§ 13 Sammlung durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger

(2) Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger können die Annahme an einzelnen Sammelstellen auf bestimmte Altgerätegruppen nach § 14 Absatz 1 Satz 1 beschränken, wenn dies aus Platzgründen unter Berücksichtigung der sonstigen Wertstofferfassung im Einzelfall notwendig ist und die Erfassung aller Altgerätegruppen nach § 14 Absatz 1 Satz 1 im Entsorgungsgebiet des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers sichergestellt ist.

[...]

(5) [...] Bei Anlieferungen von mehr als 20 Geräten der Gruppen 1, 4 und 6 nach § 14 Absatz 1 Satz 1 sind Anlieferungsort und -zeitpunkt vorab mit dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger abzustimmen.

Die Gerätegruppen sind in §14:

§ 14 Bereitstellen der abzuholenden Altgeräte durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger

(1) Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger stellen die von den Herstellern [...] abzuholenden Altgeräte an von ihnen eingerichteten Übergabestellen in folgenden Gruppen in geeigneten Behältnissen unentgeltlich bereit:

  1. Gruppe 1: Wärmeüberträger,

[...]

  1. Gruppe 6: Photovoltaikmodule.

Also ausschlaggebend ist doch "nach § 14 Absatz 1 Satz 1 beschränken" lese ich das richtig, dass es alle Gruppen einschliesst?

Die Voranmeldung von >20 Modulen steht auf den Seiten vieler Wertstoffhöfe. Jetzt wissen wir warum, weil das in §13 geregelt ist.

selbstverständlich sind Regulierung von Recycling, Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft im Veranttwortungsbereich der Regierung. Die Finanzierung wird aber auf die Hersteller und somit die Produkte umgelegt.

Ein B2C Kunde (Privatkäufer) der in Deutschland ein Elektrogerät (inkl. PV Modul) kauft, hat die Entsorgung bereits bezahlt.

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Es ist Aufgabe der Regierung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu setzen, aber nicht der Bau und Betrieb von Recyclingbetrieben.

So isses. Ergo reicht es, wenn es irgendwo in Stadt/Kreis/… eine Annahmestelle für Dinge dieser Art gibt.

Oliver

Doch, explizit in §13 Absatz 1:

§ 13 Sammlung durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger
(1) Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger richten im Rahmen ihrer Pflichten nach § 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Sammelstellen ein, an denen Altgeräte aus privaten Haushalten ihres Gebietes angeliefert werden können (Bringsystem).

Du verstehst hier das "Entsorgungsgebiet" als Kreis/Stadt, oder? Vermutlich ist das so. Und "Erfassung" = Sammlung, Bereitstellung zur Abholung?

und die Erfassung aller Altgerätegruppen nach § 14 Absatz 1 Satz 1 im Entsorgungsgebiet des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers sichergestellt ist.

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Da steht „Sammlung“, mehr nicht. Und das ist auch nicht Aufgabe der „Regierung“, sondern der öffentlichen Hand.

Oliver

Richten Sammelstellen ein = Wertstoffhof

Dir ist klar, dass der Bund und die Bundesregierung auch Teil davon sind?

Ich denke Vavuum meinte mit "Regierung" die gesamte "öffentl. Hand"

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Die Lösung mit den Lichtblitzen wurde im oben verlinkten Spektrum Artikel mit “Allerdings wurde der kommerzielle Start erster kleiner, mobiler Anlagen gerade verschoben, doch die Firma Flaxres wollte laut eigenen Angaben noch im Jahr 2024 damit starten.” erwähnt. Daher ist das noch nicht so klar finde ich was da gelöst wurde.

Die Länder sind wohl “zuständig”, denn:

§5 (2) “Die nach Landesrecht zuständige Behörde setzt die Kosten durch Verwaltungsakt fest.”

Und falls die Länder dass Geld nicht nach oben abtreten (müssen) "haben” die das Geld fürs Recycling. Das Problem ist allerdings der “Verwaltungsakt”, denn eine Recycling-Kostenerstattung eines im Ausland produzierten Modus kann eigentlich nur bei der Einfuhr geregelt werden und die Einfuhr ist, soviel ich das bisher verstanden habe (bin PhysikerIn) nicht in Länderhand.

Mittlerweile macht Flaxres Angaben zur Firma - es handelt sich um Hyundai: https://www.flaxres.com/de/

(Link zur Seite https://www.flaxres.com/de/hyundai-corporation-group-steigt-bei-dresdner-pv-recycler-flaxres-ein/ funktioniert nicht)

Ich vermute mal dass die Basis-Technologie über Patente mehr oder weniger gut vor ungewollter Weiterverwendung geschützt ist und Hyundai sicher viel Kompetenz im ökonomischen und logistischen Bereich, aber auch in weiterführender Technologie, insbesondere bezüglich des Produktionsprozesses, mitbringen.

Aber ja etwas überraschend -Eigentlich ist Deutschland einer der größten Hersteller von Polysilizium (S. 87 https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DERA/SharedDocs/Downloads/Rohstoffinformationen/rohstoffinformationen-59.pdf?__blob=publicationFile&v=3), daher hätte ich jetzt erstmal vermutet, dass die diesbzüglichen Firmen bei Flaxres anklopfen -gerade auch in Hinblick auf die Verfügbarkeit von Rohsilizium. Aber dann weiss ich auch nicht inwieweit die im Flaxresverfahren “zerschossenen” Wafer zu Polysilizium aufgearbeitet werden können.

Silizium wird nicht recycelt, der Aufwand ist zu groß.

Flarex trennt nur Module in Bestandteile.

Der "Scheider" holt das Silber vom Halbleiter. Daher wäre Norddeutschland mit zB Aurubis potentiell ein Abnehmer für Alu + Silberschrott.

In dem von Ihnen/Dir geposteten Video wird erläutert, dass die Wafer “aufgearbeitet” werden sollen, vorallem um das Silber rauszuholen, und ja die Preise für Rohsilizium sind eventuell “noch” unterhalb der Kosten für eine Aufbearbeitung zu Polysilizium, aber die Erstellung eines Verwertungsprozesses dauert auch einiges.

Dotiertes Silizium wird nicht und vermutlich niemals wieder für Halbleiter verwendet.

Das funktioniert nicht, warum auch immer. Vermutlich könnte das mit immenser Energie und großem Aufwand angestrebt werden, aber mein letzter "Wissensstand" sagt nein.

Meunen "es gäbe Möglichkeiten" - es wird dabei kein Reinstsilizium gewinnen - was fur Halbleiter existenziell ist.

Beim Stöbern fällt auf, das Trennen der Verunreinigungen ist Thema, dieses entfällt ja nahezu gänzlich mit dem Blitzen.

Auch der erwartete PV Schrott nötigt zu lokalem Recycling - womit ich beim Anfang wäre....

Aber wir sind uns dafür "zu fein" - oder "Rendite ist zu klein" - da die Betrachtung vermutlich nur kurzzeitig wirkend wirtschaftlich betrachtet wird. Krabbenpulen in Afrika :rofl:

Da dürfte der Staat gerne Innovationen fördern, die Notwendigkeit für Recycling scheint ersichtlich.

Ebenso für Lithium aus alten Akkus, Vapes und allem was so im Hausmüll landet. Es gibt sehr sehr viele Produkte mit eingebauter LI Batterie. Ob Seifenspender oder Kinderspielzeug, achtlos in den Abfall.....

Das ist überhaupt kein Problem, da es ein begehrter Zusatzstoff in der Legierung moderner Magnetwerkstoffe (Amorphe Legierungen) ist. Jeder Pfitzel Abfall aus der Reinstsiliziumherstellung und -verarbeitung landet da, und der Bedarf ist damit nicht gedeckt.

Die Dotierung könnte sich allerdings aber auch teilweise herauslösen, dh da sollte man eher auch überlegen ob da nicht gefährliche Stoffe freigesetzt werden können. Denn zb. die Dotierungsausgangsstoffe Bortribromid oder Phosphin sind hochgiftig. Die Pyrolysestoffe des Kunststoffs könnten übrigens auch nicht ohne sein. Bei den 400 Grad (wohl im Durchschnitt ?) könnten aber eventuell auch heissere Stellen zu Siliziumoxiden führen (dh die Bildung geht wohl eher erst bei 800 Grad los : Thermische Oxidation von Silizium – Wikipedia ) , die die Halbleiterfähigkeit einschränken könnten und und und. Dh. um irgendwas genaueres sagen zu können müsste man das wohl genauer untersuchen.

Im Halbleiter sind dann aber nur Bor bzw. Phosphoratome enthalten und das im Sinne einer Halbleiterdotierung ja auch nur in sehr geringen Mengen. Bei der Aufreinigung zur Herstellung neuer Module oder anderer (Leistungshalbleiter etc?) Komponenten wirds vermute ich einfach ne Frage sein, was sich an Aufwand lohnt. Low end als Legierungsbestandteil, high end geeignet für Computerchips. Hab mich auch gefragt, ob man die Dotierungen durch Zonenschmelze wieder rausbekommen würde oder ob man da mit chemischen Methoden ran muß und erstmal wieder flüssige Siliciumverbindungen drauß machen muß.

Hab mal gesucht

Würden die mit glasfreiem Zeugs beliefert - klingt das zusammen noch spannender.

Angeblich "Sortenrein" - wäre ja Ideal

PV nutzt Bor und Phosphor als Dotierung - wie auch immer. Mir wurde beigebracht - "Halbleiter zu recyceln funktioniert nicht" - eine erneute Aufschmelzung benötigt eine sehr hohe Temperatur, schwierig zu handhaben usw....
Wenn das überholt ist - um so besser.

Energieintensive Prozesse - da wo Energie vorhanden ist - Norddeutschland :slight_smile:

Aber wenn es analog zu Aluminium damit getan ist, immer noch weniger als wenn man erstmal Bauxit oder Sand zu Al bzw. Si reduzieren muß, flüchtige Siliciumverbindungen destillieren etc.

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Ich habe meine paar alten Module mit der Hacke zertrümmert, Sicherheitsglas, und dann teilweise gefaltet. Die Alu Profile vorher gelöst, ging einfach.

War dann ein Fall für den Restmüll, nicht Elektroschrott.

Jaha aber zB in dem Ethylen-Vinylacetat-Copolymer – Wikipedia , also in der EVA Folie ist Wasserstoff - der könnte sich zB eventuell mit dem Phosphor wieder zu Phosphin verbinden. Weiss auch nicht ob es irgendwo Brom- bzw. ganz andere Reste gibt (gibt ja verschiedene Dotierungsmethoden) . Aber nun gut ich denke die Leute von Flaxres haben das auf dem Schirm und werden da schon weitgehend geguckt haben wie schlimm das ist.

In dem oben verlinkten PDF steht so ein bisschen wie man Rohsilizium zu Polysilizium macht - denke auch das ist - zumindest in der Herangehensweise - wahrscheinlich ein bisschen ähnlich zu dem was in der von @Vavuum verlinkten Firma LuxChemTech passiert. Dabei werden Dotierungen entfernt etc.

Die Legierungen, die @Carlos erwähnt klingen allerdings (Stichwort “nanokristallin”) auch eher so, als sollte das Silizium sehr rein sein.

Ich hab mein kaputtes Modul am Ende ein paar km weit fahren müssen. Wie im Gesetz vorgeschrieben, gab es eine Annahmestelle im Landkreis. Das LRA meinte allerdings, dass sie die Annahme jetzt "bald einmal" ausweiten wollen.