Energiewende in Österreich mal anders (anhand von Niederösterreich)

“Wir” ist meiner Meinung nach falsch formuliert. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn ein Netzausbau stattfindet. Wenn er sinnvoll ist! Aber die Kunden einen Netzausbau finanzieren lassen, von welchem sie nichts haben, DAS finde ich nicht gut.

Mir ist es auch lieber, dass Geld im Land bliebe. Und noch viel lieber wäre mir, wenn der bezahlt, der braucht. Wenn also EE ausgebaut wird und dafür eine Netzanbindung benötigt, dann muss der, der EE ausbaut, das bezahlen. Wie im Kleinen, so im Großen. Wenn ich nicht mehr einspeisen könnte hätte ich einfach Pech gehabt. Das kann es alles nicht sein.

Es landet jetzt in den Taschen der EVUs des Landes. Weil die sich die Netze finanzieren lassen und Strom erzeugen, der in anderen Bundesländern, oder eben noch weiter exportiert wird. Heute? Minusgeschäft mit dem Strom.

Wem kommt das nun zu Gute?

Oder wie bisher jemand mit nem E-Auto und 22KW Ladung, der soviel bezahlt wie jemand der mir 3KW lädt.

Es funktioniert nur mit einer Graswurzelbewegung. Die Voraussetzung spot Tarif ist schon da. Ich werde vermutlich die meisten Tage des Jahres immer 2h (wahrscheinlich einiges mehr) einspeisen können mim Balkonkraftwerk und meinem Speicher, jeweils zum Maximalpreis. Hier für morgen die grüne Linie dafür.

Was mir noch fehlt, ist die Umsetzung vom spot json aus EPEX in Kommandos für meine openDTU. Mit etwas Glück kostet mich Strom dann gar nichts mehr und der Zähler ist auch bezahlt.

Wenn viele das machen: Strom insgesamt wird günstiger, Netzausbau geringer ausfallen, Geld kommt ins Land. Da will ich hin.

Wo speist du denn zum EPEX Spotmarkt ein, bei welchem Anbieter?

Tiwag ist aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht und bietet das seit 2 Wochen an. Also lokaler Versorger. Es werden 1,4 cent abgezogen, die machen also “nur” ca 10% Gewinn an meinem Strom wenn ichs programmiert krieg

Jedenfalls muss ich irgendwas tun. Gestern 2 x Kochwäsche u duschen Boiler fast leer und jetzt kratzt der schon wieder an 80°. Batterie auch schon wieder voll

Hier wird beschrieben, wie es in Zukunft aussehen wird:

Ab 1. Jänner 2027 wird der Leistungspreis auf alle Netzebenen bis NE 7 ausgeweitet. Abgerechnet wird nach der höchsten Viertelstundenleistung des Monats – nicht mehr pauschal. Zielvorgabe der E-Control: 40% Leistungspreis, 60% Arbeitspreis. Wer Lastspitzen vermeidet, spart.

20% der Netzleistungsbereitstellung muss pro Monat immer bezahlt werden. Die Idee dahinter: Überdimensionierte Netzanschlüsse sollen vermieden werden. Wer eine hohe Anschlussleistung reserviert, bindet Netzkapazität auch dann, wenn diese Kapazität selten genutzt wird. Mit der Mindestbemessung entsteht ein Anreiz, den Anschluss realistisch zu dimensionieren und nicht „auf Vorrat“ höher als nötig.

Alle privaten Haushalte die vorher 4KW H0 waren, werden zu neuen 8KW Anschlüssen geändert.
Bezahlt wird dann pro KW im Monat/12 bei Minimum 20% (also 1,6KW muss man bezahlen) und nach kWh.

Wer also im Monat Dezember 8KW benutzt hat, der zahlt für Dezember für 8KW/12 Monate. Wer dann im Juni nur 0,5KW benötigt, zahlt für Juni 1,6KW/12 Monate. Im Sommer gilt dann noch die SNAP. Will heißen wer zwischen April und September zwischen 10 und 16 Uhr Strom bezieht, der zahlt nochmal 20% weniger Netzgebühren auf den Arbeitspreis (kWh).

Dies gilt allerdings nur für Strom, der NICHT aus einer Erneuerbaren Energie Gemeinchaft kommt! Denn dort sind die Netzpreise je nach Region und Standort sowieso schon niedriger.

Dann gibt es noch einen Hebel beispielsweise für Wärmepumpenbesitzer:

    1. Garantierte Leistung: steht immer zur Verfügung – voller Leistungspreis (100%).
    2. Regelbare Komponente: nur 25% des Leistungspreises. Drosselung maximal zwei Mal täglich, je zwei Stunden, Ankündigung bis 11 Uhr des Vortags.

Bedeutet: Ihr habt den normalen Anschluss mit 8KW. Aber im Winter benötigt ihr eine Wärmepumpe. Dann braucht ihr nochmal 8KW zusätzlich. Diese 8KW mehr kosten nur 25%. Man zahlt also dann für 8KW + 2KW. Dafür darf der Netzbetreiber 2 mal täglich für 2 Stunden den Anschluss drosseln (die 8KW werden weiterhin voll gewährleistet! es geht nur um die zusätzliche Leistung) bzw. abschalten.

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Beispiel anhand einer fiktiven Anlage (bei uns) :
Jahresstromverbrauch von 3000kWh. Im März bis September minimale Leistung von 1,6KW.
Im Oktober,November 3KW. Im Dezember, Jan, Februar 8KW. Genormt sind im Jahr ca. 96KW.
Dann kommen wir auf 41,2KW und werden wahrscheinlich weniger bezahlen müssen.

Beispiel fiktive Anlage im Haus (bei uns) :
Jahresstromverbrauch von 9000kWh. Im Winter gibt es eine Wärmepumpe mit max. 8,8KW bei -25°C Außentemperatur. Gehen wir von 8KW aus.
Der Anschluss wird bei 8KW gelassen + einem flexiblen Tarif für die Wärmepumpe.

Ergo: März - September 4KW, Oktober, November 7KW, Dezember, Januar, Februar 8KW + 8KW flexibel (8+8*0,25 = 10KW) . Sind 72KW. Müsste ebenfalls günstiger sein. ABER benötigt eine Überdimensionierung der Wärmepumpe und einen Pufferspeicher, um die 4 Stunden täglich auszugleichen. Wobei die 8KW durchaus noch anliegen können. Vielleicht reichen die sogar aus.

Würde man das nicht so machen ergibt sich was Anderes, selbes Haus, bei 16KW:
Ergo: März - September 4KW, Oktober, November 7KW, Dezember, Januar, Februar 16KW . Sind 90KW.

ABER: Der Anschluss selbst müsste nachgekauft werden von 8KW die Standard sind, auf 16KW. Er muss also erweitert werden. Zusätzlich steigt der MINDESTwert bei 16*20% = 3,2KW. Selbst wenn man also beispielsweise dann einen Akku kaufen würde, oder statt eines Boilers eine Brauchwasserwärmepumpe und dann im Sommer auf 1KW runter käme. Man muss für die 3,2KW in jedem Fall bezahlen.

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Das setzt ja voraus, das der Smartmeter auf aktivierte Viertelstundenwerte eingestellt wird, ohne die ist die neue Abrechnung technisch nicht möglich. Wenn ich das nicht will, was dann ?

Das wird nun kompliziert. Ab nächstem Jahr werden alle umgestellt. Aber:

Du kannst auch sagen: Will ich nicht. In dem Fall werden die 15-Minuten-Werte weder gespeichert noch ausgewertet, ABER der höchste Viertelstundenwert im Monat wird TROTZDEM gemessen und dem Netzbetreiber zugesandt. Dagegen kannst du meines Wissens nach auch nichts tun. Das ist für Abrechnungszwecke.

Wenn du also die 15-Minuten-Werte aktivierst, und deren Anzeige, dann könntest du mit den Daten selber was anfangen und gucken, was du ggf. an Verbraucher optimieren kannst. Wenn du das nicht machst steht dann da einfach nur ne Zahl, z.B. im Juli: 5KW. Ob und wie du die dann nachvollziehst ist dann dein Bier.

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Das wollte ich schon vor 2 Jahren, als bei mir der Smartmeter eingebaut wurde aber EnergieSTMK wollte das nicht, und jetzt will ich nicht, denn da fallen die PV Peaks nicht so auf :wink: Ich habe eine Kleinsterzeugeranlage mit 0,8kWp und 22kWp Moduleistung und xx Hausspeicher :wink: Von März bis Nov. max 1kW / Tag Netzbezug. Habe ich so angemeldet und genehmigt gekommen.

Welche PV-Peaks? Selbst wenn der Wechselrichter umschaltet und sagen wir mal kurzzeitig 5KW einbringt weil der WR eine gewisse Zeit braucht auszugleichen wenn der Herd abgeschaltet wird, das wird ja dann auf den 15-Minuten-Wert normiert.

Oder anders, das kommt aus dem PV-Forum: Nehmen wir an, du hast den Durchlauferhitzer 15 Minuten lang an. Idealerweise hast du das dann 7,5 Minuten lang in dem einen Zeitfenster und 7,5 Minuten im anderen Zeitfenster. Hat der DLH 22KW hast du somit im einen Zeitfenster mit 11KW entnommenm und im anderen Zeitfenster mit 11KW entnommen. Mit Pech liegt der genau beim Messen, also dann 22KW.

Wenn Speicher voll und die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, dann muß die Energie kurzfristig irgendwo hin bis die Anlage abregelt.

Dazu muß der Netzbereiber den benötigten Cipherkey (GUEK) zur Entschlüsselung kostenlos rausrücken, damit ich die Kundenschnittstelle auslesen kann, ist ja digital verschlüsselt und das ist bis dato nicht passiert trotz mehrmaligen bitten meinerseits.

Gibt ja ein schönes Modul dafür :wink:

Selbst wenn du nur 800W als Einspeisung aktiviert hast kannst du theoretisch auch für 2 Sekunden mit 22KW liefern, das stellt sich nicht dar weil die minimalste Messung 15 Minuten betrifft.

Bei Netz NÖ gibt es eine Webseite mit den Daten die ich einsehen kann. Immer vom Vortag (ich kann mir jeden Tag lückenlos ansehen, der neueste Eintrag ist der Vortag) . Das sieht dann z.B. vom 10.06.26 so aus bei uns:

Unsere Daten habe ich natürlich gelöscht. Leistungsspitze: 28W. Jeder blaue Strich 15 Minuten. Noch auflösender ist das also nicht, das wäre auch kaum möglich, was meinst du wieviele unfassbare Datensätze das wären, wenn sie auch noch sekundengenau Daten übertragen würden.

Daher wird sowas wie kurzzeitige Peaks aufgrund der Regelung des WR wegen Lastabschaltung schlichtweg nicht auftauchen.

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Bei mir steht da nix :roll_eyes: und das seit Okt. 23. Habe einen Sagemcom T210-D-r Smartmeter.

am zähler wirds eher nicht liegen. Vielleicht zu lange Freileitung oder die Trafostation soll bald erneuert werden?


Funktioniert Nulleinspeisung mit dem shrdzm? Das muss doch eine irre träge Regelschleife werden?

Nö, habe ich nicht in Verwendung, bei mir regelt das der Victron 3P75CT :wink:

Trafo ist max 1km von mir weg und wurde mal erneuert vor rund 5 - 10 Jahren

Guten Morgen an unsere Österreicher

Da ja hier immer über die leistungsbezogenen Grundgebühren beim Strom in Wohnhäusern geschrieben wird, kann das mal jemand in Euro darstellen, wenn es geht auch aus verschiedenen Regionen und Netzbetreibern in AT ?

Wenn ich hier in Deutschland in den Preisvergleichen suche, liegen die Ergebnisse um die 13-20 € je Monat.

Grüße aus dem Vogtland

Habe das mal versucht rauszurechnen. Netz OÖ
Grundlage letzte Monatsabrechnung 11,4kWh mit €17,33
€14,10 Fixkosten Netz, Messeinrichtung, Grundgebühr, Steuern usw.
28,3ct pro kWh inkl. Netzgebühren, Steuern usw.
Ich bin bei einer Energiegemeinschaft und habe trotzdem für 0,6kWh die neue SNAP bekommen.
Fazit: Rechnungen werden immer komplizierter

@paulmelsec

Danke für die Antwort. Bedeutet das für einen Anschluss mit 4 kW ? Und wenn es dann einmal 8 kW werden kostet es wieviel ? Das ist ja das Interessante. Diese 14,10€ wären ja auch hier in Sachsen bei Mitnetz noch recht günstig. Bei Stadtwerke Reichenbach im Vogtland waren es vor zwei Jahren knapp 19€ geworden, da hatte ich dann die Reißleine gezogen und gewechselt.

Grüße aus dem Vogtland

Das ist kompliziert. Der 4KW Anschluss ist pauschal und kostet pro kWh mehr. Ob du nun 4KW, 8KW oder 22KW ziehst. Der Punkt ist, wenn beispielsweise Leute schon ihr E-Auto dran haben mit 11KW dann kann man die spätere Umstellung auf die gegebenen 8KW vergessen. Das reicht nicht. Was dann kommt ist noch nicht gänzlich herausgearbeitet. Wahrscheinlich wie bei jetziger Umstellung auf Leistungsmessung. Im ersten Jahr wird der Peak genommen, und den bekommt man dann. Der Unterschied ist: Jetzt muss man mind. 1KW bezahlen (siehe unten) und später 20% von der zur Verfügung gestellten Maximalleistung. Hat also wer nen E-Auto, und kommt auf 15KW, dann bekommt der auf 15KW gestellt, muss aber immer mindestens für 3KW bezahlen.

Und dann gibt es Leistungsmessung, da zahlst du pro KW und pro kWh. Dafür dann die kWh weniger. 1KW muss man zahlen.
Da auch hier verschiedene Netzbetreiber gibt es auch verschiedene Preise.

Braucht Niederösterreich mehr Windkraft? Oder mehr Wasserkraft? Vielleicht mehr PV-Anlagen?

Oder vielleicht, nur vielleicht, mehr Speicher?