Energiewende in Österreich mal anders (anhand von Niederösterreich)

Völlig in Ordnung. Die Kritik geht anders herum. Und zwar: Wenn jemand einspeisen möchte, das Problem am Einspeisen ist die Vermittlung in Öffentlichkeit und Presse.

“Wir” sollen sparen, und PV bauen, und dämmen und Maßnahmen ergreifen. Und wenn man das macht, dann setzt einem der Netzbetreiber und der Gesetzgeber Steine in den Weg. Das ist einfach nicht richtig, aber so IST es.

Jetzt wird ab 7KW Einspeisung ebenfalls Gebühren erhoben. Das ist nicht viel an Gebühren, aber es gibt sie. Und unabhängig davon wie und ob das Netz mit dem Strom belastet wird. Also egal ob nun in einer EFH-Siedlung mit sehr vielen PV-Anlagen wo quasi nur eingespeist wird und daher der Trafo “falsch-herum” läuft oder einem EFH neben einem Hochhaus-Komplex, wo der Strom noch nicht einmal beim Trafo ankommt.

Wenn also jemand aus Österreich käme muss man genau aufpassen, was man wie empfiehlt.

Ich kann es hier noch einmal aufzeigen:

Im Jahr 2025 wurden die Netzgebühren in Niederösterreich um 32% erhöht. Niederösterreich hat am 13.03. 133% des Stroms, welcher in Niederösterreich verbraucht wird, selbst erzeugt. Man sieht, dass es morgens nicht ausreicht, da musste nach Niederösterreich Strom importiert werden aus anderen Bundesländern. Miitags/Nachmittags wurde Strom exportiert in andere Bundesländer.

Der Anteil des Stroms ist dann aus der anderen Grafik ersichtlich. Und zwar wurde um 12:30 in ganz Österreich 2,15GWh aus Wasserkraftwerken gewonnen, davon (erste Grafik) ca. 0,5GWh aus Niederösterreich. Und es wurden ca. 3,5GWh PV-Strom erzeugt. Davon 1,3GWh in Niederösterreich.

Es kommen also ungefähr 20% des Wasserstroms und 33% des PV-Stroms in ganz Österreich aus Niederösterreich. Dieser Strom hat an dem Tag für 133% Deckung in NÖ gesorgt. Niederösterreich ist damit (auch Aufgrund der vielen Wasserkraftwerke) sehr gut dabei was eine Umstellung auf EE betrifft. Wenn auch noch Luft nach oben ist, vor allem was Speicher angeht.

Und trotzdem sind die Netzgebühren für Niederösterreich im Vergleich mit anderen Bundesländern hoch. Der Strom kostet quasi nix, mittags herum gibt es in Österreich negative Preise. Und dennoch zahlen die Niederösterreicher mehr. Sie zahlen auch immer mehr weil es einen “Netzausbau” geben muss. Aber wer profitiert denn davon? Wenn die EVUs zu mittag noch mehr Strom erzeugen, wo soll der Strom hin? Die Leute werden dennoch nicht mehr verbrauchen.

Also werden mehr Leitungen benötigt um es wegzuschaffen. Netzausbau. Und den zahlen die Niederösterreicher. Den Gewinn? Den bekommen die Netzbetreiber/EVUs. Das kann nicht richtig (moralisch/ethisch) sein.

Dem politischen Willen zur energiewende fehlt es am technischen: Man muss gleichzeitig zu PV auch grosse Speicher fördern und die Voraussetzungen zum einfachen fernsteuern (Preis z.B.) durchsetzen. Sonst sieht das genau so aus wie auf den Grafiken und der Stromrechnung.

Gerade im Radio gehört, NÖ bekommt einen Großspeicher. Inbetriebnahme Q3 2027

ich meinte eher, daß der häuslebauer leicht seine Tagesproduktion speichern kann. Das spart den Netzausbau, der mittlerweile den größten Teil der Stromkosten ausmacht

140MWh ist für einen Energieversorger schon groß, aber lange nicht ausreichend - 12h Strom für St Pölten, dann ist leer

Meine kleine 8kwp Anlage mit Verschattung bringt an guten Tagen über 50kWh. Einen Teil verbrauche ich und den Rest schluckt mein viel zu großer DIY Speicher. Viele haben 20-30kWp das sind schon sehr große Speicher, die man auch nicht mehr so ohne weiteres bauen darf. Die stehen dann 30% im Jahr ungenutzt herum. Hier macht ein zentraler Speicher sicher mehr Sinn. Dieser kann auch wesentlich besser ausgelastet werden.

Es braucht dazu die Möglichkeit, den Speicher zu nutzen. Nicht nur eigene Produktion und Verbrauch, sondern auch Netzstabilisierung. Dann wird ein Schuh draus

Dazu braucht es verbindliche Regeln, nach denen deine Netzkosten und dein Strompreis an deinem Anschluss dir - möglichst im ganzen Land bzw in der ganzen EU - leicht zu verarbeiten zur Verfügung gestellt wird incl eines Vorhersagezeitraums.

Man muss überhaupt nichts fördern. Das ist eher der Punkt. Niederösterreich benötigt nicht mehr EE-Kraftwerke, weil das hier sowieso schon gesättigt ist. Hier braucht man NUR NOCH Speicher. Und zwar große Speicher. Stattdessen baut man das Netz aus. Das Netz muss nicht ausgebaut werden, wenn ein Netz ausgebaut wird, dann kann es nur das Netz RAUS aus NÖ sein. Das bedeutet, je mehr man hier zubaut, desto mehr muss raus, und desto mehr Netze muss man bauen.

Würde man darauf verzichten neue EE zu bauen, würde man auch kein Netz ausbauen müssen.

Sonst sieht das genau so aus wie auf den Grafiken und der Stromrechnung.

Das sieht eben deswegen so aus, weil sich die EVU durch die Netzbetreiber, die E-Control und das Ministerium, die ja alle unabhängig sein MÜSSTEN, über die Kunden das Netz ausbauen lassen, welches sie brauchen um ihren Strom zu exportieren. Es wird nicht mehr benötigt. Nicht in NÖ. Sondern wenn dann nur, weil es Engpässe gibt den Strom weg zu bekommen.

Und ja klar, es wird auch ausgebaut wenn neue Siedlungen entstehen oder wenn jemand privat eine Leistungserhöhung WILL mit z.B. einer 22KW Wallbox etc. pp. Diese Kosten kann und legt man auch auf jene um. (ob vollumfänglich weiss ich nicht)

Dazu braucht es verbindliche Regeln, nach denen deine Netzkosten und dein Strompreis an deinem Anschluss dir - möglichst im ganzen Land bzw in der ganzen EU - leicht zu verarbeiten zur Verfügung gestellt wird incl eines Vorhersagezeitraums.

Gibts ja. Die Smartmeter hat doch so gut wie jeder in Österreich, und wenn du einspeist musst du sowieso mit 15-Min-Werten einspeisen. Diese Daten von Privatpersonen sind also vorhanden. Und danach könnte man auch die Netzkosten auslegen. Macht man aber nicht. Stattdessen bekommen die EVUs , pardon, die Bürger die mit 15-Min-Werten ihren Stromverbrauch zur Verfügung stellen, 20% Netzkostenrabatt. Weil der Strom über ist… der nicht über wäre, wenn…. du weisst Bescheid.

Theoretisch könnte man damit dann auch in Gemeinden und Dörfern, in Städten die Kapazität und die Umlage veröffentlichen an Strom, und man könnte dann die Speicher lokal anlegen, damit das eben von PV aber auch vom Verbrauch her geglättet würde.

Aber rate mal. Will man nicht. Weil die Speicher sollen alle den EVUs gehören. Tja und weil die dafür die Speicher, aber für diese Speicher wiederum auch wieder Infrastruktur brauchen, lassen sich die EVUs die Speicher wie auch die Infrastruktur vom Kunden bezahlen. Und die Netzgebühren steigen, weil “wir MUSSTEN ja Speicher kaufen”.

Man will partout nicht, dass der Bürger auf einen grünen Zweig (wortwörtlich) kommt. Das Einzige was man machen kann ist Aktien der EVUs kaufen…. die bekommen ihr Geld so oder so, und die Bürger dürfen exakt dasselbe, was die in groß machen, nicht in klein machen, weil man dann nicht mehr vom Netz, EVU und Staat abhängig wäre.

Lustigerweise gibts - vermutlich seit gestern oder heute - bei Tiwag und IKB einen echten “smart flex” Tarif. Dabei steuert aber der Versorger via chinacloud deinen WR (Huawei könnens, heißt es). An die notwendigen Daten komme ich aber immer noch nicht dran, um z.B. shelly Steckdose oder openDTU anzusteuern

eventuell nutzen sie auch den Australischen DRM Standard? Siehe hier und hier
Den kennen inzwischen wohl einige Wechselrichter

Nein, es geht explizit nur über ein paar wenige Herstellerclouds. Auto laden auch “schon” 3 Marken .. man muss permanent Internet zur Verfügung stellen und 4€ im Monat für die Steuerung zahlen

Hier noch was Neues:

Es gab jetzt Post von der Netz Niederösterreich. Ferner werden nun ALLE Anschlüsse umgestellt auf 15-Min-Werte. Ausnahme: Wer vorher die Opt-Out gewählt hat, also Tageswerte, da werden weiterhin Tageswerte genommen UND der höchste Leistungswert des Monats.

Das ist die Vorbereitung auf die Langersehnte Leistungsmessung. Der Netzbetreiber darf damit die Daten verwenden für sein Netz, darf sie auch anonymisiert weitergeben.

Ich wette, dass in den nächsten 1-2 Jahren dort eine Änderung von statten gehen wird. Leistungsmessung bei Verbrauchern, Leistungsmessung bei Einspeisern. Je nachdem wie das Netz gerade ist, wird man dann zahlen müssen. Für 90% der Österreicher wird es mit absoluter Sicherheit dann teurer werden. Die restlichen 10% werden es günstiger haben.

Im Zuge dessen habe ich auf 15-Min-Werte messen gestellt. Damit kann ich selber besser abbilden wann wir Leistung beziehen und wieviel und wann und warum. Da die Abrechnung nach genau jenem höchsten Wert gehen soll sind die anderen Werte dann auch noch egal.

das könnte echt anstrengend werden.. da muss man sich ja dann wirklich darauf achten nicht ein einziges Mal eine "Leistungsspitze" zu erzeugen, sonst ist der ganze Monat futsch

In der AgNes für DE ist es nochmal anders geplant:

Überschreitungen der gewählten Kapazität sind dabei zumindest bis zur Höhe der vertraglich vereinbarten Netzanschlusskapazität jederzeit möglich. Der Netznutzer entrichtet ein niedrigeres Arbeitsentgelt (AP1), solange sich seine Strombezugskurve innerhalb seiner Kapazitätsbestellung bewegt. Wenn die Bezugsleistung des Netznutzers die bestellte Kapazität jedoch übersteigt, bezahlt der Netznutzer für die Mengen, die oberhalb der bestellten Kapazität bezogen werden, einen höheren Arbeitspreis (AP2).

Wird sicher auch spannend

Das lässt sich mit nem Akku umgehen, einfach Peak-Shaving aktivieren. Das war jetzt auch meine Intention das freizuschalten, ich kann Online täglich die Werte sehen (vom Vortag) und daher testen welche Kombination sinnvoll ist. Beispielsweise im Winter könnte es sinnvoll sein, den Akku aus dem Netz nachts mit 1KW zu laden, und am Tag dann beim kochen dadurch 3-4KW einzusparen, selbst mit dem Wirkungsgrad Laden-Entladen und leichtem Mehrverbrauch in kWh ausgedrückt. Das wird man dann aber sehen. Auch darauf bin ich gespannt. Sie wollen es ja so staffeln, dass bis 7KW keine Mehrkosten gegenüber dem jetzigen Anschluss entstehen. Aber was man will und was man macht….

Es wird bei uns darauf hinauslaufen: März - Oktober 1KW, und Nov-Feb 4KW. Die 4KW wären mit heizen und E-Auto, das scheint zu klappen. Wäre dann aber sicherlich eine Akkuerweiterung auf mindestens 32kWh nötig.

Es sind aber auf lange Sicht sowieso 64kWh oder sogar 100kWh Akku geplant. Damit wir nachts mehr einspeisen können. Nicht nur für uns. Aber damit könnten wir dann für Schwiegermutter und für eine Verwandte den Strom zur Verfügung stellen. Günstiger für die, mehr Geld für uns. Wir werden uns damit dann den Speicher finanzieren lassen. Idealerweise kauft sich auch die Schwiegermutter nen Speicher für selbiges, dann kann sie unseren Strom mittags einspeichern und über den Tag verbrauchen. Da müsste es aber eine fertige Lösung sein die automatisch läuft. Bei der Verwandten bin ich mir nicht sicher.

Hmja. Ich hab ja fürn Notfall ein 150W LED-Netzteil, das sich super als Ladegerät eignet, falls PV nix liefert. Kochplatte krieg ich mim 600W WR nur knapp abgefangen, immerhin bin ich bislang immer zwischen 0,8 und 1,4kW für die zu zahlen wäre

Kleiner als 1KW gibt es nicht. Jedenfalls momentan. Kann ja sein, dass sie den Wert anheben. Dann ist das sowieso egal.

Und noch einmal mit Zahlen belegt:

In Niederösterreich wurden am 17.04. der gesamte Strombedarf und darüber hinaus erzeugt. Das waren 136% des Bedarfs und insgesamt 42,4GWh.
In Gesamt-Österreich war die Erzeugung von EE zu jener Zeit bei:
30,8GWh durch PV-Strom (NÖ 13,4GWh)
79,4GWh durch Wasserkraftwerke (NÖ 19,66GWh)
12,56GWh durch Windkraftwerke (NÖ 7,21GWh)

Und trotzdem, oder eher WEIL dem so ist, sind die Netzgebühren in NÖ am vierthöchsten. Es ist eine unsägliche Frechheit, das über die Netzebene 7 Kunden zu verrechnen. Weitere PV-Großanlagen, Windkraftanlagen werden gebaut. Das wird die Strompreise … auch nicht mehr senken können, wohl aber die Netzgebühren weiter in die Höhe schießen lassen.

Indes liegt beispielsweise heute der Strombörsenpreis 8 Stunden lang unter 0ct die kWh. Es fehlen verdammt nochmal Speicher!

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Ich muss das loswerden, ist halt etwas OT aber doch zum Thema: solange die Boni von den jeweiligen Aufsichtsräten usw. passen, ist doch alles Palletti, oder?
Ne, was mich irritiert ist, es wird mit 100% Wasserkraft beworben (auch bei uns in OÖ mit 100% Erneuerbare) aber wer hat als erster, damals, die Preise erhöht?
Aber zurück zum Sachlichen: Genau, es fehlt Speicher! Weil es bringt rein gar nichts, im Durchschnitt mehr zu produzieren als man, auch im Durchschnitt, braucht wenn es Zeiten gibt wo der Momentanverbrauch nicht abgedeckt werden kann.
Netzgebühren sind, mehr oder weniger, Fixkosten - die muss wer zahlen. Der Schlüssel ist zZ je kWh verbrauchten Strom. Das durch weniger Nettoverbrauch (wegen PV usw.) dieser dann je verbrauchter kWh steigt ist auch, irgendwie, logisch. Würde dieser “Verlust” an Einkommen über das Budget abgeglichen werden, würden es sowieso, du und ich, als Steuerzahler, zahlen müssen nur halt indirekt.

Ja doch. Lass es mich so sagen, wenn der Ausbau von Windkraft und PV weniger kostet als Speicher, dann ist das in Ordnung Überkapazität zu haben. Wenn dann diese Überkapazität wegfällt, weil abgeregelt wird, dann ok. Wenn es verkauft wird und dadurch Geld erzeugt wird, ok.

Wenn aber dadurch Netze ausgebaut werden müssen, der Strom dann jedoch übrig ist weil ihn niemand will und das teurer ist, als keine zu bauen, DANN NICHT ok.

Netzgebühren sind, mehr oder weniger, Fixkosten - die muss wer zahlen.

Sind es eben nicht. Fixkosten wären es, wenn es dafür verwendet würde den Status quo zu erhalten. Wenn also was kaputt geht, laufende Kosten, Erhalt der Netze. Aber es wird ausgebaut. Und dieser Ausbau wird dann finanziert von den Netzkunden. Von allen Netzkunden. Weil aber die Netzkosten, argumentativ, jene sind, die dafür sorgen, dass der Endkunde seinen Strom bekommt, wird es als Netzgebühr auf die Netzebene 7 Kunden gelegt. Die privaten Haushalte zahlen dann einen Netzausbau, von dem sie nicht profitieren. Denn die sinkenden Stromkosten werden von den steigenden Netzkosten gefressen, schlimmer noch, die Netzkosten sind nicht senkbar einzig durch Verzicht des Einkaufs von Strom zu verhindern….

Der Schlüssel ist zZ je kWh verbrauchten Strom.

Na eben nicht. Die Endkunden können nicht sparen. Überleg mal die Konsequenz. Wenn wirklich die Netzkosten fix wären, dann kann ich letztlich immer weniger verbrauchen, dann sinkt mein Verbrauchspreis aber wenn die Kosten übernommen werden müssen, kann man das entweder über die kWh abrechnen. Dann zahlen jene, die mehr verbrauchen auch mehr. Oder ich erhöhe den Fixkostenanteil. Ich erhöhe also Grundgebühren, Netzgebühren und das ist genau das, was wir sehen. Die Kosten werden also abgewälzt und bestraft wird man noch, wenn man spart. Je weniger man verbraucht, umso mehr muss man zahlen… das ist Bestrafung bei Nicht-Nutzung.

Ich denke, wir sollten Energie-Exporteur werden so viel wie es sinnvoll geht. Das bringt genau so Geld ins Land, wie wir es noch jetzt an die Öl-Despoten rausschütten. Es muss aber vermieden werden, daß das volkswirtschaftlich erstmal sinnvolle Resultat in den Taschen von paar wenigen landet. auch das ist Argument dafür: Jedes Haus eine Batterie. Spart Netzausbau, Versorgerbatterien, und bringt dem einzelnen Geld, was im Land breit ausgestreut wird