Energiewende in Österreich mal anders (anhand von Niederösterreich)

Netzgebühren steigen weiter:

Demgegenüber haben sich aber die Verbrauchsmengen nach spürbaren Rückgängen in den letzten Jahren stabilisiert und zusätzliche Erlöse aus der Vergangenheit werden kostensenkend berücksichtigt.

Dazu noch:

Das bedeutet exakt das, was ich immer geschrieben habe. Die Energiegemeinschaften in Österreich und auch die privaten PV-Anlagen tragen zu einer NETZENTLASTUNG bei.

Da aber die Energieversorger gleichzeitig Unmengen an weiterer EE-Anlagen bauen, muss dieser Strom wohin. Man will nun mit reduzierten Netzentgelten für den Strom der EVU (!!!) dafür sorgen, dass die Leute dort vermehrt Strom beziehen. Also exakt das, was ich schon schrieb, was mit Energiegemeinschaften passiert! Nämlich Netzvergünstigungen durchführen. Nur wird das nicht gemacht, um den Strom von Netzebene 7 in Netzebene 7 zu belassen. Sondern um den überschüssigen Strom aus allen Netzebenen der EVUs zu den privaten Endkunden zu bekommen, und zwar in den Spitzen, die die PV-Anlagen erzeugen.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen, denn das alles wusste man vorher schon, das Ganze schreibe ich hier schon endlos ins Forum: Private PV-Anlagen sind NETZENTLASTEND. Sie versorgen direkt und unmittelbar Netz-7 Teilnehmer, das ist auch der Grund, warum Erneuerbare Energiegemeinschaften in Österreich mit vergünstigten Netzentgelten belegt sind. Nun weitet man das so aus, dass der PV-Einspeisestrom von Privatanlagen NOCH unattraktiver wird. Erneuerbare Energiegemeinschaften lohnen sich daher kaum noch, wenn die Netzgebühren vom Netzbetreiber für EVUs gesenkt werden.

Gleichzeitig baut man weiter EE aus, was kostet. Das lässt sich der Netzbetreiber finanzieren. Immerhin muss der Strom wohin. Aber intern kann er nicht verwendet werden. Also muss er exportiert werden. Das zahlt aber nicht der Erzeuger dieses Stromes, sondern das zahlt der Endkunde, weil das Infrastruktur ist. Die zwar nicht benötigt wird vom privaten Endkunden, jedoch von den EVUs, damit ihr Strom abgenommen wird. Am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass die eigentlichen Netzkosten quasi nur noch über 2 Dinge übertragen werden: Über die Wintermonate und über die Grundgebühren. Einspeiser bekommen im Sommer dann 2ct für ihren Strom, werden den nicht los weil die EVUs keinen Nachteil mehr zu einer Energiegemeinschaft haben. Im Grunde vernichtet man die Grundlagen für eine Vergrößerung von privaten PV-Anlagen zu Gunsten von gewerblichen PV-Anlagen der EVUs. Was wiederum das Netz7 MEHR belastet, weil dann der Strom nicht von einem Haus zum nächsten übertragen wird. Schon benötigt man doch wieder bessere Leitungen, kann also die Erhöhung der Netzgebühren argumentieren…..

Aber das wusste bestimmt schon jeder.

Tja. Der Endverbraucher sitzt halt am kürzeren Hebel… weil er keine Alternative hat UND keine Lobby.

Bleibt nur genau das, was hier Thema ist: (Teil) Autarkie anstreben, so viele wie möglich. Erst das wird letztlich Druck ausüben….

Es gibt noch einen Lichtblick, das ist mir aber momentan selber noch zu komplex dass ich das groß ausformulieren kann. Es soll möglich sein Perr-to-Peer Strom zu übertragen innerhalb Österreichs. Bedeutet, ich kann sowas wie eine Energiegemeinschaft machen mit einem Verwandten in einem anderen Bundesland, und der muss dann Netzgebühren zahlen, bekommt aber “meinen Strom”. Also natürlich auf dem Papier.
Die Energiegemeinschaften sollen auch umbenannt werden.

Energiegemeinschaften bleiben aber von der Struktur her gleich. In einem Haus ist Gemeinschaftliche Anlage mit 0 Netzgebühren. Dann gibt es innerhalb eines Trafobereichs, innerhalb Netz 7 und 6, und dann Österreichweit.

Das bedeutet für mich z.B. dass ich einer Nichte Strom schenken kann. Die zahlt dann dafür günstigere Netzgebühren und sonst nichts. Erfasst wird das durch die vorhandenen digitalen Zähler im 15- Minuten-Takt.

Wir überlegen noch zusätzlich einen Akku zu kaufen für den Sommer. Sodass ihr Strom dann wirklich nur noch von uns kommt. Da reichen die jetzigen 15kWh nicht mehr aus. Dann sind es 64kWh. Damit müsste es möglich sein, dass wir im Sommer 24h mit 4KW einspeisen. Maximal 96kWh am Tag. Wenn sie nun 0,8kWh entnimmt, dann verkaufen wir 3,2kWh bei einer Stunde. Wir entlasten also nachts auch das Netz. Im Winter ist das sowieso indiskutabel. Aber so ersparen die sich eine PV-Anlage. Sie könnten sich nun auch noch einen Speicher kaufen und die 3,2kWh aufnehmen wenn sie wollten. Um am Tag z.B. Peak-Shaving machen zu können…. etc. pp.

Aber egal wie, wir werden alle mehr bezahlen. Nicht für uns, sondern für die Aktienbesitzer der EVUs. Das ist zwar nun aufgefallen, wird aber nicht geändert. Bewusst.

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Jeder kann das machen und finden ich auch nicht verwerflich sich Aktien zu kaufen.
Aber erstaunlich ist es schon wenn ich meine Investition der PV-Anlage in EVN Aktien investiere bekomme ich 2025 mehr Dividende als für eine 4000 kWh Überschuss Einspeisung.
Mehr als 50% der Dividende bleibt aber sowieso bei Bund und Land und die sind gegenseitig auch noch investiert. Beispielsweise hat EVN 13% vom Verbund Anteile alle anderen spielen da auch mit.
Und wenn man sich Aktien kauft, gehen bekanntlich 27,5% mit der KeSt auch wieder an den Staat.
Worauf ich eigentlich hinaus möchte, es wird scheinbar sehr viel Geld mit der Energieversorgung verdient, aber trotzdem über die Kosten vom Netzausbau gejammert.
Einfach weil die Gewinne nicht dort verwendet werden wo man am Ende Einsparungen erreichen könnte, sondern zum Stopfen der Finanzlöcher.

Nur um das wieder aufzuzeigen:

In Österreich ist der Strompreis jetzt gerade bei -1,15ct die kWh. Niederösterreich (das aktualisiere ich später weil das erst im Nachhinein erscheint) wird mehr Strom erzeugt als verbraucht, Mittags natürlich noch mehr. Spitzenlastzeit ist 17:00 für ca. 3 Stunden. Und um 17:00 kostet der Strom dann wieder 15ct. Konklusion: die Pumpspeicherkraftwerke füllen sich um die Mittagszeit mit Strom unter/nahe 0ct und verkaufen ihn um 17:00 aufwärts für das… multiplizieren mit 0 ?

Mit Speichern, und zwar in privaten Haushalten, weil Sonntags weniger verbraucht wird als Wochentags, könnte man diesen Überschuss mittags, und die Last am Abend, wegkompensieren. Und dennoch wird es immer schwieriger mit PV-Anlagen, Besteuerungen ab bestimmte Kontingente, Vergütungsausfall der Förderung bei 6 Stunden hintereinander 0ct oder -ct .

Energiegemeinschaften werden nun auch bei Stromanbietern ausgeschlossen. Wer einer Stromgemeinschaft angehört kann nicht zu einem Stromanbieter wechseln. Der verbittet sich das.

Und das wird für ganz viele Menschen bedeuten, dass sie nicht in Energiegemeinschaften wechseln werden. Da es einen Sommervorteil für die Netzgebühren von 20% bei EVUs gibt (nicht für EEGs) wird der Vorteil der privaten EEGs weiter schrumpfen, durch den Ausschluss von Tarifen die in einer EEG sind noch weiter. Jemand ohne PV-Möglichkeit wird sich nicht mehr bei einer EEG melden. Er wird den Strom der großen EVU beziehen.

Jene werden es sein, die große Speicher bauen. Um das auszugleichen, was man da sieht an Spitzen. Und das dann wiederum dem Kunden aufschlagen…..

Ich verstehe dabei nicht, daß Wasserkraft bei negativem Preis kaum abgeregelt wird.

Jedenfalls scheint meine Idee von >12kWh Speicher für mich Einzelperson immer richtiger zu sein. Falls ich noch mal das Geld zamkrieg für ein passendes E-Auto dürfte der schon zu klein sein. Also erweiterbar planen. Dann heißts mittags vom Netz zuladen und variablen Tarif.

Energiegemeinschaften müssen viele Teilnehmer mit Speicher haben, dann funktioniert das noch. Die “NÖ-Methode” zur speicherförderung: Mit 4kW Anschlussleistung kannst 96kWh am Tag einspeisen.

Mh, es wäre ehrlicher das den Leuten auch genau so mitzuteilen. Dann können sie ihre PV demnach dimensionieren, und den Akku ggf. größer zu machen.

Diesen Punkt kann ich leider nicht nachvollziehen.
Zuletzt wurden doch EEG’s sogar noch gestärkt und ich glaube sogar ein Ausschluss ist nicht erlaubt.

Ich selbst bin erst seit kurzem bei einer EEG und finde das Konzept sehr Sinnvoll.
Weil natürlich die meisten Einspeiser eine PV-Anlage haben und somit der Strom wenn er produkiert wird nicht abgenommen wird, habe ich die Einspeisung jetzt in die Nacht verschoben.
Dazu muss ich sagen meine Anlage hat nur 8kW aber relativ viel Speicher.
Das klappt jetzt sein 4 Tagen sehr gut - mal sehen was raus kommt.

Für meine kleine Anlage scheint mir das der “bessere” Weg zu sein.
Beim Börse-Strom Modell stören mich die relativ hohen Gebühren.
Und mein viel zu grosser Speicher zahlt sich vielleicht doch aus. :grin:

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Teilnahme an EG / GEA: nicht erlaubt

Nicht im Sinne des Erfinders.
Ich habe da mal bei E-Control eine Frage dazu gestellt.

Da werden Tarife mit und ohne EEG angeboten. Kann man sich das passende raussuchen. Sogar float 15 min. Bei Tiwag gibts einen “float” genannten Tarif, der passt aber nur 1x im Monat an den Durchschnittspreis an. Das ist ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders

Antwort von E-Control ist da.

Dieser Anbieter (genau genommen ist TullnStrom eine Marke der AAE Naturstrom) schließt Teilnehmerinnen an EEGs nicht grundsätzlich aus. Aktuell gibt es von dieser Mark drei weitere Angebote, die auch Teilnehmern an EEGs offenstehen. Dass ein Anbieter oder eine Marke preisliche Unterschiede macht, zwischen Kundinnen, die an EEGs teilnehmen und solchen, die das nicht tun, ist von Gesetz her zulässig, solange keine grundsätzliche Diskriminierung vorliegt.

Soll sich jeder selber sein Urteil bilden. :face_with_raised_eyebrow:

Die ansicht habe ich erwartet. Ärgerlicher für mich ist, daß die Tiwag eine Gesetzeslücke ausnutzt: Es wird zwar gefordert, daß Versorger einen float Tarif anbieten, aber es ist nicht im Gesetz definiert, daß “float” ein 15min-Tarif sein soll.

Hat zufällig jemand Erfahrungen mit dieEEG? (https://www.dieeeg.at/)

Genau. Nicht grundsätzlich sondern nur grundsätzlich von dem Tarif. Mir antwortet die e-control generell nicht mehr.

Aber keine Bange. Ich wette das machen die demnächst auch mit PV-Anlagenbesitzern. Ist nur eine Frage der Zeit.

@tageloehner
Ich gucks mir mal an. Generell ist es halt so, dass EEGs mittags zuviel Strom haben. Wäre dann wohl eher für mittäglichen Bezug interessant, in eine EEG zu treten.

Es fehlt generell für Einspeiser bei EEGs die relevante Information, ob man im Sommer auch volle Möhre einspeisen kann oder ob die EEG da limitiert.

Meinst die EEG begrenzen dir die Einspeisung auch? Ich hab hier 2 Leut bei denen sollen fette Batterien hin. Man könnte einspeisen begrenzen oder auf z.B. 17-19 Uhr legen.

Das kenne ich so nicht.
Der EEG ist die Menge eigentlich egal - wichtiger ist das Angebot und die Nachfrage.

Blau ist der eingespeiste Strom den EEG Mitglieder verbraucht haben.
Meine EEG ist nur lokal innerhalb vom Umspannwerk möglich.
An der Auswertung sieht man auch sofort das Problem zu Mittag - deshalb die Idee mit Nachteinspeisung. Ausserdem gibt’s zwischen 18 und 6 Uhr 1Ct mehr für den Strom.
Ein kleiner Nachteil ist auch die Verzögerung der Daten.
In der EEG sind Daten frühestens 3 Tage später (Vorabdaten) verfügbar.
Für Mitglieder ohne PV ist es aber eigentlich Ideal.

Wo geht der Strom dann hin? Wenn du nicht mehr einspeisen kannst, weil es in der EEG keinen Abnehmer gibt. Und die meisten EEG haben mittags genug.

Klar kannst du das mit einem Akku machen. Meine Einspeisung wird jetzt nach langem hin- und her auf 13,2KW erhöht. Aber wohin mit den 100kWh am Tag? In einen Speicher zum nachts einspeisen? Der Speicher wird sich, nur für diese Nutzung, nie rentieren.

@tageloehner

Bezieher bekommen den EEG Strom zwar teilweise günstiger, aber die Netzbetreiber haben doch jetzt das neue System. Steht der Zähler auf 15-Minuten-Werte bekommt man 20% Sommerrabatt auf die Netzgebühren. Aber nur für Strom der EVUs, nicht Strom aus EEGs. Wofür dann als Bezieher noch zu einer EEG? Für 20-30€ im Jahr?

Ich muss zugeben ich habe mich jetzt länger nicht mit dem Strompreis beschäftigt.
Strom der nicht vom EEG gedeckt wird geht/kommt Richtung EVU.
Strompreise konnte ich jetzt nicht auf anhieb selbst herausfinden, aber die sind erschreckend gleich.
Für März bei Bezug EVU 14ct / EEG 13,8/15ct und Einspeisung EVU 9,05 / EEG 9,5/10,5ct.
Netzgebühren hab ich nicht 100% verstanden EEG soll immer noch was bringen aber mein Anbieter weiß es scheinbar auch noch nicht genau, weil das Informationblatt kommt erst in Kürze.
Den 20% Rabatt im Sommer (SNAP) braucht keiner mit PV.
Und ja, klar mit EEG wirst du im Sommer auch ohne PV fast nichts Tagsüber vom EVU brauchen.
Irgendwie schon etwas frustrierend wie kompliziert und teuer auch das geworden ist.

Ich habe schon in vorhinein eine Kleinsterzeugungsanlage mit 0.8kWp und 22kWp Modulleistung bei Enerigie Stmk angemeldet und wurde mir so genehmigt :wink: Ich speise nix ein und verbrauche die erzeugte Energie selbst, BEV und Hausspeicher ist vorhanden und heize und kühle mit 2 Klimanlagen.

Bin von März bis Dez. autark und kaufe von Dez. bis Feb. runde 1500kWh dazu.

Das ist meine persönliche Energiewende :grin:

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